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Und das Sell in May funktioniert schon seit Jahren nicht mehr. Es funktioniert einmal, es funktioniert einmal nicht.
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ich glaube, wir reden aneinder vorbei. wenn ich sage, dass ein system erfolgreich ist, dann meine ich nicht dass man damit jedes jahr von neuem reich wird. ein system ist für mich dann erfolgreich, wenn es im erwartungswert (+EV) über einer vergleichbaren strategie liegt oder einen vgl erwartungswerwert mit einem geringen Risiko (Durch Varianz, Drawdown o.ä.) realisieren kann.
Der Erwartungswert rechnet Jahre, in denen diese Strategie nicht augeht mit ein. Es ist eine langfristige Strategie, die man nicht auf jahresbasis beurteilen kann/soll.
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Es funktioniert definitiv nicht in dem Grad den es müsste um damit signifikante Überrenditen einzufahren.
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Das ist auch nicht Anspruch. Was sollen denn signifikante ÜR auch sein? darunter stellen sich 100 leute vermutlich 100 verschiedene %-punkte vor. Eine Strategie, die 2mal im Jahr handelt, sollte auch nicht mit Strategien verglichen werden, die ähnlich oft handeln - zB Dividendenstrategien oder buy- und hold.
Du sagst als sim-anwender also nicht: "In den nächsten beiden Jahren bewegt sich die börse im Sommer nicht nach oben"; sondern du sagst: "Die Chance, dass sie sich in den nächsten 10 Jahren im Winterhalbjahr stärker nach oben bewegt ist stärker."
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Jedes System von dem wir hören das angeblich "Erfolg" verspricht bringt dann in der Praxis nichts mehr ein. Wenn es so einfach wäre, wären wir hier schon alle Millionäre.
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Jain. Wenn dein System auf einer bestimmten Technik (die leicht zu bedienen und leicht zu erlernen ist) dann: ja.
wenn ein system jedoch mehr verlangt (durchhaltevermögen in schwachen phasen/jahren) dann können auch veröffentlichte Systeme funktionieren.
Die Theorie, die besagt dass veröffentlichte Systeme durch die Veröffentlichung sofort unbrauchbar werden geht ja von idealisierten Zuständen aus: Jede Information ist demnach von jedem zum gleichen Zeitpunkt abrufbar, ohne bemerkenswerten Zeitaufwand verabeitbar und wird von jedem gleich Interpretiert.
Diese Annahmen entsprechen einfach nicht der Realität. Entsprächen sie der Realität, dann wären gar keine börsengewinne möglich weil sämtliche kurse ihrem fairen, aufs wahre risiko abgezinsten wert entsprächen.
HAst du den falschen Artikel verlinkt? Dieses PDF attestiert der sim-strategie Trefferquoten von 60-65%, je nach Markt. Nach Aussage des Artikels ist diese relativ geringe Trefferquote der Grund dafür, dass viele Anleger die Strategie meiden - weil ihnen aus psychologischen Gründen eine hohe Trefferquote wichtiger ist, auch wenn die Rendite niedriger ist.
Von hohen Transaktionskosten kann man bei 2 Transaktionen im Jahr nicht sprechen, und auf Druckseite 135 (S.10 im pdf) wird erklärt, dass saisonale Strategien von der Abgeltungssteuer im vgl profitieren.
Ich gebe dir Recht mit den Journalisten: Die holen die SIM-Stragie Im Frühlich hervor und versuchen mit ihrer Hilfe einen situativen Ausstieg zu erklären. Das ist natürlich schwachsinnig und niemals Ziel einer Strategie die auf 2 Trades im Jahr basiert.
Die SIM-Strategie ist mit 2 Sätzen erklärt (und wird deshalb auch nicht "verkauft") und für den Anleger, der sich nicht mit Börsen auseinendersetzen will nicht ungeeignet. Dass es natürlich Trader gibt, die mit mehr Trades, mehr Zeiteinsatz und mehr WIssen höhrere Renditen erreichen bestreitre ich ja nicht. Ich lege selber nicht nach SIM an.
Für Fonds ist Sell-in-May uninteressant. Was sollen die Manager denn tun? Zweimal im Jahr klicken? Zertifikate, Indizes etc. gibt es ja, zB DE000CB54925 auf den Eurostoxx.
Rechne doch mal vor, warum die sim-Strategie (oder die Dogs of the Dow, oder ähnliche) langfristig nicht funktionieren. Ganz "wissenschaftlich" und nicht auf "dem Papier".
Aber wie schon gesagt: Ich befürchte, wir reden aneinander vorbei.
gruß,
horeb