• Die Auswirkung der Griechenland-Krise auf die Börse

    Schon vor einigen Jahren, als sich die Griechenland-Krise anzubahnen begann und man damit anfing, über einen möglichen Austritt des Landes aus der Eurozone zu spekulieren, hatte das einen großen Einfluss auf die Börse.

    Bereits im Jahr 2012 erreichten die Aktienindizes infolge der schon damals erwarteten Pleite Griechenlands Tiefstwerte. Und auch heute sind die Auswirkungen, die die finanzielle Situation des Landes auf die Börse hat, groß.

    Deutsche Anleger unsicher

    Infolge der Griechenland-Krise sind viele Anleger vorsichtig geworden. Sie sind weniger risikofreudig, was aktuell ein Abrutschen des Dax ins Minus zur Folge hat. Diese Kursverluste wirken sich an der Börse auf unterschiedlichste Branchen aus. Für die Anleger heißt das: Sie setzen vermehrt auf sichere Bundesanleihen, um mögliche Risiken zu minimieren.

    Börsenticker

    Verluste bei griechischen Staatsanleihen

    Bemerkbar macht sich die Griechenland-Krise insbesondere mit Blick auf den griechischen Anleihemarkt. Nachdem Griechenland im Frühjahr 2014 wieder an den Kapitalmarkt zurückgekehrt war, hatte das einen wahren Investoren-Boom ausgelöst. Zahlreiche Investoren erwarben im Zuge dessen Anleihen mit fünfjähriger Laufzeit. Damals sah das für viele nach einem Aufwärtstrend für die griechische Finanzlage aus. Nun jedoch sind die Renditen griechischer Staatsanleihen infolge der drohenden Zahlungsunfähigkeit Griechenlands stark zurückgegangen. Für die Anleger bedeutet das: Wer seine Anleihen nicht rechtzeitig wieder verkauft hat, dem drohen nun Verluste.

    Mögliche Folgen bei Euro-Austritt

    Was aber würde geschehen, wenn Griechenland tatsächlich aus der Eurozone austritt? Fakt ist: Rein rechtlich wäre ein Austritt nur sehr schwer möglich. Denn die Währungszonenmitgliedschaft gilt als unabänderlich. Griechenland müsste, um aus der Eurozone auszutreten, höchstwahrscheinlich komplett aus der EU austreten und würde damit auch alle EU-Rechte verlieren. Auch Subventionen aus Brüssel würden mit diesem Austritt wegfallen.

    Die Folge eines Euro-Austritts Griechenlands hätte darüber hinaus massive Folgen auf die Finanzmärkte des Landes. So wären die Auswirkungen insbesondere für die griechischen Banken immens. Die von ihnen erworbenen Staatsanleihen würden mit dem Euro-Austritt und der damit höchstwahrscheinlich verbundenen Staatspleite Griechenlands beispielsweise wertlos. Darüber hinaus bestünde die Gefahr, dass griechische Sparer infolgedessen ihre Konten auflösen- und die Banken auf diese Weise über keine ausreichenden finanziellen Mittel verfügen würden.
    Schon heute ziehen die Griechen ihre Spareinlagen zunehmend von den Banken ab, was für diese mit einer stetigen Abnahme der Geldeinlagen verbunden ist.

    Darüber, wie sich ein Austritt Griechenlands auf die Eurozone auswirken würde, gibt es unterschiedliche Expertenmeinungen. So gehen einige Experten davon aus, dass Staatsanleihen sogenannter Krisenländer nicht mehr von Investoren gekauft würden. Das hätte möglicherweise die Zahlungsunfähigkeit der betroffenen Staaten zur Folge. Aus diesem Grund müsste die EU mit weiteren Rettungsschirmen einspringen, was eine große finanzielle Belastung der Euro-Länder mit sich bringen würde.

    Welche Auswirkungen die Griechenland-Krise aber weiterhin auf die Börse haben wird und welche Folgen ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone hätte, bleibt abzuwarten. Fakt ist, es bleibt spannend an den Aktienmärkten.