• Mitarbeiteraktien – Chance oder Risiko?

    Immer mehr Firmen gehen dazu über, ihren Angestellten Mitarbeiteraktien anzubieten. Bevor sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aber zu einem Kauf entscheiden, sollten sie einiges beachten.

    Mögliche Risiken und Konsequenzen gilt es, vor dem Kauf einer Mitarbeiteraktie genau abzuwägen. Denn eines ist klar: Bietet ein Unternehmen seinen Mitarbeitenden Aktien an, ist das keineswegs nur ein Goodwill der Chefetage. Mitarbeitende müssen sich darum im Klaren darüber sein, dass sie mit ihrem Anteil nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens maßgeblich mitbestimmen. Sie nehmen auch das Risiko in Kauf, Geld zu verlieren, wenn es der Firma schlecht geht. Dabei laufen sie Gefahr, ihre Aktien irgendwann womöglich preiswert abgeben zu müssen und so Verluste zu riskieren. Das kann beispielsweise dann geschehen, wenn sie ihre Aktien zu früh wieder verkaufen, weil sie das Unternehmen nach einigen Monaten oder wenigen Jahren wieder verlassen. Insbesondere dann, wenn der Mitarbeiter nicht dazu berechtigt ist, seine Aktienoptionen schon vor der Ausübung zu veräußern, kann das zu einem finanziellen Risiko werden.

    Vom Unternehmenserfolg profitieren

    Auf der anderen Seite können Aktien eine gute Möglichkeit für Mitarbeitende bieten, vom Erfolg ihres Unternehmens zu profitieren. Denn während die Löhne in den vergangenen Jahren nicht großartig angestiegen sind, sieht es bei den Unternehmensgewinnen oft ganz anders aus. Und das wirkt sich natürlich auf den Wert der Aktien aus.

    Vorteile für Unternehmen

    Die positiven Seiten von Mitarbeiteraktien für Unternehmen liegen klar auf der Hand: Die Firmen können ihre Mitarbeitenden an das Unternehmen binden, bekommen Kapital und müssen dafür keine Kredite aufnehmen, die mit erheblichen Kosten verbunden wären.

    Steuerlich Relevantes beachten

    Ganz wichtig: Wer sich Aktien seiner Firma oder seines Unternehmens zulegt, muss einiges beachten. Das gilt insbesondere hinsichtlich steuerlicher Fragen. Denn die Mitarbeiteraktien gelten als geldwerter Vorteil. Damit sind sie ab einem Freibetrag von 360 Euro jährlich lohnsteuerpflichtig.

    Der geldwerte Vorteil, den die Aktie darstellt, wird immer am Wert der Aktie zur Zeit der Einbuchung auf das Depot des Arbeitnehmers festgelegt. Diese Berechnung erfolgt mit Abzug des Ausübungspreises, den der Arbeitnehmer zahlen muss. In der Regel steht Arbeitnehmern für geldwerte Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen ein Steuerfreibetrag in Höhe von 360 Euro jährlich zu.

    Ist der Mitarbeiter schon in Rente, wenn die die Ausübung der Aktienoption stattfindet, wird der Gewinn als Arbeitslohn behandelt. In einigen Fällen – insbesondere bei virtuellen Aktienoptionen - ist es so, dass der Mitarbeiter bei der Ausübung der Option keine Aktien, sondern eine Ausgleichszahlung erhält. Diese wird am Wert der fiktiven Aktie ermessen. Der Zufluss gilt auch hier als steuerpflichtiger Arbeitslohn.

    Steuertarifermäßigung bei Aktieneinbuchung

    Um zu vermeiden, dass der Steuersatz des Mitarbeiters infolge der Steuerprogression bei der Einbuchung der Aktie stark ansteigt, gibt es die Steuertarifermäßigung. Hierzu findet eine gleichmäßige Verteilung des geldwerten Vorteils auf fünf Jahre statt. Möglich ist dies jedoch nur, wenn zwischen der Einräumung und der Ausübung der Aktienoption mehr als 12 Monate gelegen haben und der Mitarbeitende nach der Einräumung der Aktienoption noch mindestens ein Jahr lang für das Unternehmen tätig war.