• Grüne Anleihen

    Mit grünen Anleihen sollen Gelder für Umweltprojekte gewonnen werden. Diese sollen beispielsweise Projekten im Bereich der erneuerbare Energien zugutekommen. Allerdings dient längst nicht jede Anleihe, die als grün betitelt wird, tatsächlich dem Umweltschutz.

    Das Thema Nachhaltigkeit ist en vogue. Und auch mit Blick auf Anleihen spielt es eine immer größere Rolle. Einer der ersten Emittenten grüner Anleihen ist die Weltbank. Bereits seit 2008 finanziert sie auf diese Weise bestimmte Umweltprojekte. Und die Nachfrage der Investoren in diesem Bereich ist gestiegen. Anleihen, so die Wünsche vieler Anleger, sollen grün sein. Doch was bedeutet das konkret? Klar ist, grüne Anleihen oder Green Bonds sollen einerseits Rendite bringen. Auf der anderen Seite sollen sie aber auch die Umwelt schützen. Mit ihrem Investment unterstützen Anleger im besten Fall also einen guten Zweck.

    Wohin fließt das Geld?

    Nicht immer ist es für Anleger leicht, nachzuvollziehen, ob ihr Geld tatsächlich in grüne Projekte fließt. Aus diesem Grund gilt es, ganz genau hinzuschauen. Das Problem: Anbieter grüner Anleihen bestimmen alleine, welche Investitionen in welche Projekte in Ordnung sind. Wie grün eine grüne Anleihe also tatsächlich ist, können sie ganz alleine entscheiden. Und auch wenn tatsächlich Projekte im Bereich der Energieeffizienz unterstützt werden, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass dies am Ende auch dem Gemeinwohl dient. Vielleicht finanziert der Konzern mit den Geldern die Modernisierung des eigenen Kraftwerkes. Der Spielraum, den die Anbieter haben, ist also groß. Investoren tun also gut dran, sich genau zu erkundigen, welche Projekte unterstützt werden, um sich dann zu hinterfragen, ob es das ist, was sie selbst wollen und ob die Ansprüche des Anbieters den eigenen Kriterien für Nachhaltigkeit entsprechen.

    Konditionen und Sicherheit

    Fakt ist: Green Bonds bieten in der Regel die gleichen Konditionen wie andere normale Anleihen. Ebenso wie bei regulären Anleihen ist die Rendite an die Bonität der Emittenten geknüpft. Aber es gibt auch Ausnahmen. Zum Beispiel, wenn sich ein Investor für sogenannte Green Project Bonds entscheidet. Denn bei diesen sind die Rendite und die Bonität davon abhängig, wie sich ein bestimmtes Projekt entwickelt.

    Direkte oder indirekte Investments

    Es gibt unterschiedliche Wege, um in grüne Anleihen zu investieren. Zunächst funktioniert das direkt über Green Bonds, zum anderen können Investoren sich auch für einen entsprechenden Rentenfonds entscheiden. Insbesondere Direktanleger müssen jedoch viel Zeit in die Suche grüner Anleihen investieren. Da Online-Portale noch nicht die Möglichkeit bieten, speziell nach Green Bonds zu suchen, sollte die Auswahl gründlich und nicht überstürzt erfolgen. Einfacher ist es häufig, wenn Investoren über entsprechende Rentenfonds auf grüne Anleihen setzen. Wichtig ist es, dass sich Anleger immer genau mit dem jeweiligen Konzept auseinandersetzen, um festzustellen, ob es zu ihnen und ihren Vorstellungen passt.

    Qualitatssiegel ESG

    Sinnvoll ist es bei einer Investition in Anleihen immer, in Firmen zu investieren, die ESG-konform wirtschaften. Diese Abkürzung steht für Environment, englisch für Umwelt, Social, auf Deutsch Soziales, und Governance, was „gute Unternehmensführung“ bedeutet. Das ESG-konforme Wirtschaften gilt heutzutage häufig als Qualitätssiegel für nachhaltiges Investieren. Schwierig ist es hingegen, in Unternehmen zu investieren, die nicht ESG-konform wirtschaften. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn sie im Zusammenarbeit mit Kinderarbeit oder Waffengeschäften genannt werden. Hier besteht für Anleger immer die Gefahr, dass Sanktionen gegen den Konzern verhängt werden, die für sie mit finanziellen Einbußen verbunden wären.