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Der Weg Europas

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  • Der Weg Europas

    Auch wenn sich die Geschichte nicht wiederholt, so existieren doch einige historische Gesetzmäßigkeiten, die bestimmte Handlungsmuster offenbaren. So fließt das Kapital stets dahin, wo innerhalb eines sicheren Umfeldes Geld vermehrt werden kann.

    Eine weitere historische Wahrheit besteht darin, dass Hochkulturen im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte von kleineren Einheiten zu größeren Einheiten zusammen-wachsen. Ganz am Ende des Prozesses zerfällt die große Einheit aufgrund innerer und äußerer Einflüsse. Das war bei den Römern so, genauso wie bei den Griechen oder vorher im Falle der Babylonier. Nur die Ägypter verfügen über eine einigermaßen kontinuierliche Entwicklungsgeschichte, aber auch hier kam es zu wellenartigen „Aufs“ und „Abs“ inklusive langjährigen Fremdherrschaften.

    Europa war schon immer eine der unruhigsten, aber gleichzeitig kreativsten Zonen der Welt. Die wechselnden Führungsansprüche (Griechen, Römer, Franken, Iberer, Habsburger, Holländer, Briten, Franzosen, Deutsche, Russen, sogar Schweden im 30jährigen Krieg) zu Land und zur See haben auf unserem Kontinent stets zu Friktionen, aber auch zum technischen Fortschritt geführt.

    Als das römische Reich entstand und sich ausdehnte, war es ähnlich. Es gab zwar eine Fremdherrschaft, aber die Völker an sich existieren weiter und entwickelten sich weiter. Die Römer wussten ihre „Provinzen“ lange Zeit durch die Devise „Divide et impera“ (Teile und herrsche) in Schach zu halten.

    Die Europäische Union ist aufgrund freiwilliger Vereinbarungen entstanden. Ohne den Schrecken des 2. Weltkriegs wäre eine solche Einigung wohl nicht angefasst worden. Aus der Vergangenheit ist mir kein Fall bekannt, wo sich Völker freiwillig zusammen schließen und ohne Zwang wichtige Kompetenzen an eine höhere Instanz abgeben.

    Wenn die Entwicklung hin von kleineren zu größeren Einheiten in Hochkulturen eine natürliche ist (und das scheint so zu sein), dann muss man sich fragen, wer der Kern oder die treibende Kraft hinter der europäischen Einigung ist. Im römischen Reich war es Rom, im späten antiken Griechenland waren es die Mazedonier unter Alexander dem Großen.

    Es ist zwar müßig, aber doch interessant zu betrachten, wie die Entwicklung von kleinen zu großen Einheiten in Europa ohne einen zweiten Weltkrieg ausgesehen hätte. Deutschland hätte – aufgrund seiner Lage, seiner Größe und seiner Wirtschaftskraft – eine dominierende Rolle eingenommen. Frankreich wäre die Nr. 2 auf dem Kontinent geworden und geblieben, hätte aber immer wieder gegen Deutschland „gestichelt“. Eine solche Entwicklung wäre auch ohne den 2. Weltkrieg wahrscheinlich gewesen.

    Wenn man heute Griechen, Iren, Portugiesen oder Spanier fragt, wer in Europa das Sagen hat, so wird der Name Angela Merkel am häufigsten genannt. In diesen Ländern hat man zunehmend das Gefühl, ein Vasallenstaat Deutschlands zu sein. Die Bemerkung, Deutschland habe die Ziele des zweiten Weltkriegs 60 Jahre später auf Umwegen erreicht, fällt häufiger. Der Entzug der Souveränität bringt die Menschen in Griechenland, Portugal oder Spanien auf die Straße. Genauso wie der Wunsch Deutschlands, „deutsche Maßstäbe“ an das Verhalten der genannten Staaten anlegen zu wollen.

    Ist Berlin das frühere Rom? Wie dauerhaft sind die Abhängigkeiten? Sicher ist, dass der Entzug der Souveränität Wunden hinterlässt, die dazu führen, dass sich der Unwille im Volk steigert. Hat Berlin seine Rolle bewusst forciert, als es die Agenda 2010 ins Leben rief? Nein. Es ist doch eher so, dass Berlin in die Führungsrolle gedrängt wurde. Einen politischen Herrschaftsanspruch über Europa kann man Deutschland nicht nachsagen. Die Deutschen sind viel zu sehr mit sich und ihrer Atomkraft beschäftigt. Deutschland ist „grünifiziert“ und pazifistisch. Und die Wehrpflicht wurde jüngst abgeschafft.

    Genauso wie die Stadt, in der ich lebe (Oberursel) die benachbarte, aber hoch verschuldete Gemeinde namens Steinbach nicht einmal mit den Fingerspitzen anfassen würde, so würde kein Deutscher auf die Idee kommen, Griechenland übernehmen zu wollen. Insbesondere nicht nach den Erfahrungen, die finanziell bei der Integration der DDR in die Bundesrepublik gemacht worden sind. Eine Transferunion will niemand.

    Bei den Römern war es übrigens umgekehrt. Die zogen Geld „(Tribut)“ aus ihren Provinzen heraus.

    Die Deutschen wollen den Führungsanspruch nicht, aber er drängt sich ihnen auf. Merkel will nicht, aber sie muss. Der „historische Zwang“ des Weges von kleineren zu größeren Einheiten ist offenbar so stark, dass sich auch eine Bundeskanzlerin nicht dagegen wehren kann.

    Wie also dürfte – wenn die historische Entwicklung unvermeidbar erscheint – der Weg Europas aussehen? Es ist nicht wahrscheinlich, dass ein Staat, der einen anderen Staat finanziell unterstützt, das Kapital ohne Gegenleistung transferiert. Die Gegenleistung für die gewaltigen Summen, die von West- nach Ostdeutschland flossen und noch fließen, war die Aufgabe der Souveränität der DDR.

    Wahrscheinlich ist eine andere Entwicklung. Trichet hat sie mit dem Vorschlag eines europäischen Finanzministeriums vorgezeichnet. Griechenland, Portugal und Irland dürften einen Großteil ihrer Souveränität auf Dauer verloren haben. Spanien und Italien dürften bald folgen. Die Souveränität fließt nicht nach Berlin, sondern nach Brüssel ab. Das ist der Unterschied zu antiken Rom oder Athen. Brüssel ist der befriedete Punkt, die freiwillig aus der Taufe gehobene Hauptstadt der europäischen Union. Dies ist ganz im Sinne Merkels. Wer in Brüssel regiert, ist eine andere Frage. Hier kommen die Franzosen ins Spiel, die einen politischen Führungsanspruch in der EU besitzen. Und so kommt es, dass die Rolle der „Führungsmacht“ kleiner ist, als sie es in früheren Hochkulturen war. Aber sie ist nicht null, sie ist auch nicht gering, sie ist nur kleiner als üblich.

    Also wird Brüssel zunehmend mehr Souveränität über Europa gewinnen. Auch über Deutschland, denn Deutschland lässt dies zu. Die Führung eines Staatengebildes erfordert eine gemeinsame Währung. Diese ist entwicklungshistorisch zu früh eingeführt worden. Aber über kurz oder lang wäre es - aufgrund der Dynamik zu größeren Einheiten - sowieso dazu gekommen.

    Wie bereits im Buch Weltsichten - Weitsichten (Erscheinungsjahr 2004) beschrieben, bedeutet der „Universalstaat“ üblicherweise die letzte Stufe vor dem Zerfall einer Hochkultur. Ein Universalstaat existiert üblicherweise mehrere hundert Jahre. Die Finanzkrise scheint als Beschleuniger hin zum Universalstaat zu wirken.

    Die Regierungsform eines Universalstaates ist „elitär“. Die Demokratie funktioniert in Brüssel nicht, sie hat nie funktioniert. Europa ist viel zu groß. Noch sind es die Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten, die die wichtigen Entscheidungen treffen. Aber mehr und mehr wird die Brüsseler Bürokratie Vorschläge erarbeiten. Die schon jetzt vorhandenen molochartigen Strukturen in Brüssel werden sich weiter verfestigen, je mehr Aufgaben nach Brüssel übertragen werden. Und langsam aber sicher werden sich in Brüssel Positionen und Personen herausbilden, die de facto die europäischen Regierungen führen werden. Der Euro ist die Grundlage einer solchen Konstruktion. Deshalb bleibt er. Auch die Einführung von Eurobonds wäre eine logische Folge dieser Entwicklung.

    Das Leben unter der Ägide einer stärker werdenden Brüsseler Elite wird eine demokratische Mitbestimmung mehr und mehr vermissen lassen. Aber ob der Verlust der aktuellen Art der Demokratie tatsächlich betrauert werden wird, kann man getrost bezweifeln.

    Irgendwann – nach historischem Vorbild wohl erst in einigen hundert Jahren – wird der Zerfall Europas einsetzen, so wie das römische Reich einige Jahrhunderte nach Augustus zerfiel. Bis dahin dürfte sich das politische Leben auf die europäische Ebene einerseits und auf die kommunale Ebene andererseits konzentrieren. Die Zwischenebenen Bund und Land dürften an Bedeutung verlieren. Verfolgen Sie die Entwicklung der Finanzmärkte in unserer handelstäglichen Frühausgabe.



    Robert Rethfeld
    Wellenreiter-Invest

    P.S. Ein kostenloses 14tägiges Schnupperabonnement erhalten Sie unter www.wellenreiter-invest.de

  • #2
    „Geisterflüge“ in Corona-Krise – Brüssel reagiert - 13.03.2020

    Stand: 11.03.2020 | Lesedauer: 3 Minuten - Gerhard Hegmann Wirtschaftsredakteur

    Bisher mussten Airlines trotz Nachfrageeinbruch fliegen, um ihre Start- und Landerechte an Top-Flughäfen nicht zu verlieren – sogar mit leeren Maschinen. Jetzt ist die ausschlaggebende Regel ausgesetzt worden. Damit ist der Weg für Tausende Flugausfälle frei.

    Künftig müssen keine Flugzeuge mehr komplett oder fast leer starten, nur um den Flugplan zu erfüllen. Wegen der massiven Ausfälle im Luftverkehr kündigte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen in Brüssel an, die entsprechenden Regeln für die Start- und Landerechte vorübergehend auszusetzen.

    „Die Kommission wird sehr schnell eine Gesetzgebung vorschlagen“, erklärte sie. Das Ergebnis: Airlines sparen Millionen an Kosten, die Umwelt wird deutlich weniger belastet.

    Wann die ausschlaggebende, sogenannte 80/20-Regel aufgehoben wird, ist bisher noch offen. Hinter ihr verbirgt sich eine Abmachung zwischen Politik und Behörden mit dem Airline-Dachverband IATA. Sie besagt, dass Start- und Landerechte, sogenannte Slots, an den Top-Flughäfen verfallen, wenn nicht zu 80 Prozent auch tatsächlich ein Flugzeug laut Flugplan in einer Saison abhebt.

    Experten sprechen auch vom „Use it or lose it“ oder „Grandfather rights“-Verfahren. Für Airlines hat die Regelung den Vorteil, dass sie über die laufende Saison in die nächste Saison im Voraus planen können.

    Durch den Nachfrageeinbruch durch das Coronavirus sowie Sperrungen von Flugverbindungen ist aktuell aber praktisch nichts mehr verlässlich planbar. Airlines mussten daher zu absurden Praktiken greifen. Von der britischen Fluggesellschaft Virgin Atlantic hieß es, dass sie mit einigen leeren Flugzeugen fliegen würde, nur um ihre Zeitnischen am Flughafen London Heathrow zu behalten.

    5300 Flugbewegungen in Deutschland pro Tag

    Auch andere europäische Fluggesellschaften wie British Airways, Lufthansa und Easyjet hatten sich zuletzt immer stärker für eine Aufhebung der 80/20-Regelung ausgesprochen. Dabei machte die Lufthansa aber keine detaillierten Angaben über die Auslastung ihrer Maschinen. Mit leeren Flugzeugen herumzufliegen, nur um Slots zu erhalten, wäre „ökonomisch unsinnig und ökologisch unverantwortlich“, hieß es aber beim Kranich-Konzern.

    Mit dem Wegfall der Regel haben die Airlines nunmehr also freie Hand beim Zusammenkürzen ihres Flugplans. Lob für diesen Schritt kommt auch vom Koordinator für Luft- und Raumfahrt der Bundesregierung, Thomas Jarzombek. Die Abmachung auszusetzen und „den Airlines Luft zum Handeln zu lassen“ sei „eine richtige und pragmatische Lösung“, erklärt der CDU-Politiker.

    Die Lufthansa hat bereits angekündigt, dass sie notfalls 50 Prozent ihres Flugstreckenangebots, praktisch jeden zweiten Flug, streichen könnte sowie für Teile der Belegschaft Kurzarbeit beantragen will. Beim deutschen Branchenverband BDL heißt es, dass der aktuelle Einbruch noch schlimmer sei als bei früheren Nachfragerückgängen, etwa während der Finanz- und Wirtschaftskrise oder als Folge des Sars-Virus 2002 und 2003. Auch damals kam es zum zeitweisen Aussetzen der 80/20-Regelung.

    Nunmehr bleibt abzuwarten, wie gravierend die Flugpläne ausgedünnt werden. Im Normalfall gibt es im Durchschnitt in Deutschland täglich rund 5300 Flugbewegungen von größeren Passagierflugzeugen. Für den Sommerflugplan hatte beispielsweise die Lufthansa-Gruppe, einschließlich ihrer Airlines in der Schweiz und Österreich, täglich 3700 Flüge geplant.

    Nun könnten monatlich Zehntausende Flüge allein in der Lufthansa-Gruppe gestrichen werden, ohne dass dies Folgen für die künftigen Start- und Landerechte hätte. Abstriche bei den Investitionen in neue Flugzeuge soll es bei der Lufthansa aber nicht geben, teilt der Konzern mit: „Trotz der aktuellen Krise wollen wir an unserer Strategie festhalten, unsere Arbeitsplätze zu sichern und in verbrauchsarme Flugzeuge zu investieren.“

    Alle aktuellen und weltweiten Entwicklungen zum Coronavirus können Sie in unserem Live-Ticker verfolgen.

    Haben Sie Fragen zum Coronavirus? Hier finden Sie die wichtigsten Fakten und Informationen.

    Wie das Coronavirus die (WELT)-Wirtschaft weltweit lähmt

    https://www.welt.de/wirtschaft/artic...lines-aus.html

    Ergo: heute war der Himmel schön Blau - ohne welche Kondensstreifen - kein Gebrummel von oben - Corona könnte öfters sein – jedes Jahr einmal.

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    • #3
      Nach Dänemark - auch Polen dicht - 13. März 2020

      Nach Dänemark schließt auch Polen seine Landesgrenzen.

      Das sagte der polnische Premierminister Mateusz Morawiecki am Freitagabend. Somit sei nur noch polnischen Staatsbürgern die Ein- und Ausreise gestattet.

      Zuvor hatte die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen bereits die Schließung der Grenzen Dänemarks für Samstag angekündigt.

      https://www.mmnews.de/politik/140598...sst-die-grenze

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      • #4
        Viele Kranke in Skandinavien nach Urlaub in Österreich - 14.03.2020

        Viele Skandinavier dürften sich beim Skiurlaub in Österreich mit dem Coronavirus angesteckt haben, ein guter Teil von ihnen wohl in Ischgl mit dem Hotspot der Bar Kitzloch. Tirol wies vereinzelte Kritik an späten Maßnahmen zurück: Man habe sofort nach Vorliegen gesicherter Daten reagiert.

        Was den Hotspot Ischgl betrifft, wurde am 8. März bekannt, dass der Test eines Barkeepers im Kitzloch positiv ausfiel. Die Gesundheitsbehörden hätten umgehend Erhebungen über seine Kontaktpersonen aufgenommen. Sofort nachdem man feststellte, dass mehrere Besucher der Bar Symptome zeigten, sei am 10. März das Apres-Ski-Lokal geschlossen worden. Am 12. März wurde verkündet, dass das Skigebiet Ischgl vorzeitig geschlossen wird, schilderten Sprecher des Landes den Ablauf.

        Erst im Heimatland getestet

        Am selben Tag wurde entschieden, dass im gesamten Land Tirol die Wintersaison vorzeitig endet. Und seit gestern sind das gesamte Paznauntal und auch St. Anton Quarantänesperrgebiet.

        Dass sich nicht nur einige getestete Norweger (am 6. März waren es vier in Tirol), sondern auch viele andere Skandinavier beim Skiurlaub im Paznauntal angesteckt haben, zeigte sich erst im Lauf der Woche nach ihrer Abreise – weil sie erst daheim getestet wurden.

        Die dänischen und norwegischen Gesundheitsbehörden sehen Österreich als Hauptquellland. In Dänemark haben sich 265 der 785 Erkrankten hierzulande angesteckt. Norwegen wies 459 (von 907 Gesamtfällen im ganzen Land) erkrankte Österreich-Urlauber aus. In Dänemark erklärte man späte Testungen von Heimkehrern auch damit, dass am Rückreisetag (das war Samstag, der 8. März) Ischgl und andere Skiorte noch nicht als Hochrisikogebiete deklariert waren.

        https://orf.at/#/stories/3157846/

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        • #5
          Gabriel befürchtet, dass Europa nach der Krise auseinanderfällt

          20.16 Uhr

          Sigmar Gabriel befürchtet, dass Europa nach der Krise auseinanderfällt

          Deutschland sollte nach den Worten des ehemaligen Wirtschafts- und Außenministers Sigmar Gabriel seine Verschuldung erhöhen, um Italien und Spanien bei der Bewältigung der Corona-Krise finanziell beistehen zu können. Gabriel sagte am Freitagabend zu BILD: „Mir muss mal jemand erklären, warum wir Deutschen bei der Schuldenaufnahme, die wir jetzt gemacht haben, nicht ein Prozent als Wirtschaftshilfe für Italien oder Spanien zur Verfügung stellen. Ich wäre dafür, sogar 10 Prozent zur Verfügung zu stellen. Ich glaube nicht, dass der Aufschrei größer wäre, wenn wir 160 statt 150 Milliarden Neuverschuldung hätten.“

          Der ehemalige Vize-Kanzler und SPD-Vorsitzende begründete seinen Vorstoß im BILD-TV-Talk „Klartext“ damit, dass Deutschland ökonomisch der Gewinner Europas sei sowie mit seiner Sorge um den Fortbestand der EU:

          „Wenn wir jetzt nicht bereit sind, unseren Wohlstand zu teilen, dann weiß ich nicht, was aus diesem Europa werden soll.“

          Gabriel sprach sich zudem für die in der EU heftig umstrittenen Corona-Bonds aus. „Man muss das machen, weil zwei europäische Nachbarländer so tief von der Corona-Krise betroffen sind, dass niemand ernsthaft glaubt, dass sie das alleine schultern können.“ Diese Schulden müssten auf mehrere Schultern verteilt werden. Italiener und Spanier würden es den Deutschen „in 100 Jahren nicht vergessen“, wenn sie den Eindruck bekämen, dass sie keine Hilfe bekämen. Gabriel wörtlich: „Ich habe die große Sorge, dass Europa nach dieser Krise auseinanderfällt.“

          Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach lehnte Corona-Bonds energisch ab: „Es wird immer wieder Gründe geben, Schulden zu vergemeinschaften.“ Aber wenn man einmal damit anfange, Schulden zu vergemeinschaften, werde man das nie wieder abschaffen können ...

          Die komplette Sendung sehen Sie hier im Video! : https://www.bild.de/news/inland/news...434.bild.html#

          https://www.bild.de/news/inland/news...9434.bild.html

          Fazit: „Wenn wir jetzt nicht bereit sind, unseren Wohlstand zu teilen, dann weiß ich nicht, was aus diesem Europa werden soll.“

          Ergo: die Deutschen möchten gerne ihre Sparguthaben mit den Südstaaten teilen, bzw. ihre Ersparnisse abliefern - das wäre der reine Kommunismus und Enteignung der deutschen Sparer - versprochen wurde das Geld der Sparer wäre sicher. Hoffentlich fällt dass alles dem Cornavirus zum Opfer.

          Möchte doch Gabriel sein Vermögen komplett an die Südstaaten abliefern. Gabriel sagt aus, die deutschen verkaufen 65% der Industriegüter an die Südstaaten! Nein, die kaufen die Waren nicht, sie lassen über TARGET2 alles anschreiben - für die deutsche Industrie Produkte haben die Südstaaten noch nie etwas bezahlt, sondern die deutschen haben denen alles finanziert. Die deutschen sind nur die Sklaven für die Südstaaten - zerbricht Europa - müssen die Südstaaten keinen Cent an Deutschland zurückbezahlen. Das ist eine einzige groß anlegte Gaunerei, die Südstaaten kauften immer auf Kredit, der aus Berlin kam.

          https://www.google.de/search?ei=sI1-...Bg&q=Target+II
          Angehängte Dateien

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          • #6
            Solidarität ja, Corona-Bonds nein!

            Europäische Länder wie Italien, Spanien und auch Frankreich sind medizinisch wie wirtschaftlich besonders hart vom Corona-Virus betroffen. Daher kämpfen jetzt die Mittelmeerländer mit harten Bandagen für Euro-Bonds und für Corona-Bonds. Baader-Bank-Chefanalyst Robert Halver hält davon gar nichts.

            ROBERT HALVER // LEITER DER KAPITALMARKTANALYSE BEI DER BAADER BANK // 01.04.2020 // PDF // LESEDAUER: 4 MINUTEN

            Konkret sollen alle EU-Länder zusammen „einmalig“ bis zu einer Billion Euro Schulden machen und dafür auch gemeinsam haften. Das Kalkül: Wenn Länder mit starker Bonität wie die Niederlande, Österreich und Deutschland mit weniger stabilen Ländern gemeinsam Staatspapiere ausgeben, müssten Italien & Co. vergleichsweise geringere Zinsen zahlen.

            Weg von der Europäischen Stabilitäts- und hin zur Romanischen Schuldenunion?

            Ansonsten könnten sich Schuldenländer nur noch zu sehr hohen Zinsen neues Geld beschaffen, was ihren Schuldendienst noch weiter erschwerte.

            Italien mit einem Schuldenstand von circa 135 Prozent der Wirtschaftsleistung wäre sogar der Zugang zum Kapitalmarkt ganz versperrt.

            Die Vorteile der Corona-Bonds für die Schuldenländer…

            Dennoch muss verhindert werden, dass über die virale Hintertür die Vergemeinschaftung von europäischen Schulden Einzug hält. Es ist naiv zu glauben, dass es bei dieser Einmaligkeit bleibt. Ist der Bann der „Solidaritäts-Verschuldung“ erst einmal gebrochen, wird sie bei jeder weiteren Krise eingefordert und zum Dauerzustand. Dann hängen wir am Fliegenfänger.

            Ebenso soll mir keiner weismachen, dass Länder, die Corona-Bonds nutzen, als Gegenleistung Souveränitätsrechte in ihren öffentlichen Finanzen oder bei der Kreditmittelverwendung abtreten. Übrigens, wenn andere für mich haften und bürgen, warum sollte ich mir noch den Zwang antun, Reformprogramme zur Wettbewerbssteigerung durchzuführen?

            Mit der Einführung vergemeinschafteter Schulden wird mein Müßiggang doch auch noch belohnt. Ohnehin gibt es im Vergleich zu privaten Krediten keine wirklichen Sanktionsmöglichkeiten. Im Gegenteil, Italien oder Spanien sind systemrelevant, too big to fail. Sie können drohen: Wenn wir fallen oder aussteigen, fällt auch ganz Europa.

            …und die Nachteile für die Stabilitätsländer

            Schon bei Friedrich Schiller kann man nachlesen, das bürgen auch etwas mit würgen bzw. gewürgt werden zu tun hat. Deutschland wird für den überwältigenden Teil der gemeinsamen Schuldensumme bürgen müssen, damit seine einwandfreie Bonität bei der Zinsvergünstigung von Corona-Bonds überhaupt wirken kann.

            Doch werden mit zunehmender Haftung für angeschlagene Schulden-Länder auch die deutschen Kreditzinsen steigen. Jede Kette ist eben nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Und wie lange wird es dann noch dauern, bis Deutschland sein Triple A-Rating verliert? Dann steigen unsere Zinsen noch mehr. Zum Schluss wird die schwarze Haushalts-Null zur Illusion. Auch starke Pferde sind nicht unkaputtbar.

            Unbegrenzte Toleranz gegenüber Stabilitäts-Intoleranz ist nicht tolerierbar

            Wenn andere alle Chancen haben, man selbst aber nur die Risiken trägt, ist das ein verdammt schlechter Deal. Und wenn man Deutschland jetzt auch noch ultimativ die Pistole auf die Brust setzt, dass ohne unsere Zustimmung zu Corona-Bonds Europa über eine neue Staatsschuldenkrise großen Schaden nimmt, ist das ein sehr durchsichtiges, heuchlerisches Spiel.

            Mit Verlaub, Frankreich hatte doch schon immer das Ziel, Gemeinschaftsschulden einzuführen und sieht jetzt wegen Corona gute Chancen auf deren Umsetzung.

            Europa kann auch auseinanderfallen, wenn mit der Vergemeinschaftung europäischer Schulden auch noch die letzten Stabilitätshüllen fallen. Es geht doch nicht nur um Akzeptanz der europäischen Idee im Mittelmeerraum, sondern auch in den nordischen Stabilitätsländern. Ich will daran erinnern, dass wir die Deutsche Mark nur aufgegeben haben, weil uns der Euro als genauso stabil verkauft wurde.


            Für Italien und auch Frankreich und damit für die europäische Solidarität hat sich Deutschland schon oft kulant gezeigt, hat Schulden-Gnade vor Stabilitäts-Recht ergehen lassen, hat sich europäisch solidarisch gezeigt.

            Die EZB soll die Rettungsinstanz der Eurozone bleiben

            Ich bin kein kalter Christ und auch kein Stinkstiefel. Wir sind doch eine europäische Familie. Wirtschaftlich angeschlagene Euro-Länder brauchen finanzielle Hilfe, um Konjunkturprogramme sowie Stützungsaktionen für Unternehmen, Freiberufler und Bürger möglichst zinsgünstig zu finanzieren. Schwere ökonomische Wohlfahrtsverluste und damit soziale Probleme, die im Extremfall ganz Europa gefährden, müssen vermieden werden.

            Es kommt aber auf das Instrument an. Bitte keine Corona-Bonds. Daneben ist auch der europäische Rettungsschirm ESM ein bürokratisches Monster, das zwischen den Euro-Staaten nur zu bösem Blut führt.

            Bislang hat die EZB die Rolle der allgemeinen Versicherungsanstalt für Euro-Staaten und ihre Schulden übernommen. Das tut sie etwa mit Quantitative Easing, mit ihrem Anleiheaufkaufprogramm, das die Kreditzinsen für Schulden der Euro-Staaten drückt.

            Diese relativ einfache Lösung sollte weiter mit einer noch größeren Dicken Bertha praktiziert werden. Sicherlich kann man einwenden, dass dieses Programm vor allem Deutschland begünstigt, da Anleihekäufe in Größenordnung der nationalen Beteiligung an der EZB erfolgen und Deutschland der größte „EZB-Aktionär“ ist.

            Damit überschuldeten Euro-Staaten diese zinsdrückenden Segnungen zukünftig noch mehr zuteilwerden, sollten die Ankaufregeln zugunsten der Mittelmeerländer liberalisiert werden. Gleichzeitig könnte die EZB besonders lange Laufzeiten der Euro-Staaten aufkaufen, so dass die offizielle Inflation, die vielfach oberhalb der Kreditzinsen liegt - von der inoffiziellen ganz zu schweigen - viel von der Staatsschuld wegfrisst. Diese Art der kalten Schuldentilgung praktiziert Amerika seit Ende des II. Weltkriegs sehr erfolgreich.

            Ja, auch diese Lösung hat natürlich nichts mit Stabilität zu tun. Hier wird so mancher Schnappatmung bekommen. Und auch ich mache eine Faust in der Tasche. Doch trotz aller nicht zu leugnenden Probleme soll Europa bloß nicht auseinanderfallen, so dass einzelne Staaten vor Amerika, China und Russland kriechen müssen.

            Ein Stabilitätsopfer muss also erbracht werden. Doch wenn, dann bitte über die EZB. Denn dabei sind die Euro-Staaten immer noch selbst für ihre Schulden zuständig und der Kelch der Vergemeinschaftung geht an uns vorüber.

            Bitte bleiben Sie gesund! Glück auf!

            https://www.dasinvestment.com/boerse...s-nein/?page=3

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