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Regulierung und Einlagensicherung – welche Rolle spielen sie bei der Brokersuche?

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  • Regulierung und Einlagensicherung – welche Rolle spielen sie bei der Brokersuche?

    Liebe Leserinnen,
    Liebe Leser,

    erst im Frühjahr 2017 wurden neue Meldungen in den deutschen Medien publik, denen zufolge die BaFin stärker als bisher in den CFD Handel durchgreifen wollte. Inzwischen ist bekannt, dass die sogenannte Nachschusspflicht hierzulande für Broker und Banken verboten ist, wenn sie am deutschen Markt aktiv sein möchten. Spätestens in diesem zeitlichen Zusammenhang stellen sich viele Interessenten die berechtigte Frage, welchen Stellenwert eine Regulierung auf der einen und die Einlagensicherung auf der anderen Seite überhaupt bei der Auswahl eines passenden Brokers haben sollten. Mit dieser Frage möchten wir uns in unserer heutigen Kolumne eingehender beschäftigen.

    BaFin genießt international einen ausgezeichneten Ruf

    Eine wichtige Information für jeden zukünftigen Brokerkunden ist, dass deutsche Anbieter ohne Wenn und Aber eine schriftliche Erlaubnis benötigen, um ihre Dienstleistungen offerieren zu dürfen. Diese Zulassung erhalten die Unternehmen durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die als Finanzaufsichtsbehörde in Erscheinung tritt. Tochterfirmen regulierter und zugelassener Banken und Dienstleister fallen auch unter die Regelung und sind zur Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen Deutschlands verpflichtet.

    Im Falle ausländischer Finanzdienstleister verhält sich die Lage meist etwas anders. Zwar können diese Broker (oder Banken) im Einzelfall ebenfalls eine Regulierung durch staatliche Einrichtungen vorweisen. Diese aber sind in der Strenge der Auflagen meist nicht mit jenen der BaFin vergleichbar. Als streng gilt diesbezüglich neben der deutschen Behörde auch die Financial Conduct Authority (FCA), deren Zuständigkeitsbereich in Großbritannien liegt.

    Staatliche Regulierung kann unterschiedlicher Qualität sein

    Andere Behörden wie beispielsweise die Cyprus Securities and Exchange Commission (CySEC), also die zuständige Aufsicht Zyperns, begegnet Ihnen bei Brokern aus dem Ausland sehr oft, denn viele Dienstleister im Bereich des CFDs-Handels sind dort beheimatet. Die Behörde hat ihre Regularien seit der Finanzkrise ab 2006 zwar merklich verschärft, mit den deutschen Gegebenheiten aber haben die CySEC-Vorgaben und die regelmäßigen Kontrollen auch weiterhin nur bedingt etwas zu tun. Sie legen viel Wert auf Verbraucherschutz und entsprechend strenge Kontrollen sowie Protokoll-Richtlinien? Dann sind Sie bei einem Anbieter mit BaFin-Lizenz auch weiterhin an der richtigen Adresse.

    Logos der Behörden auf Broker-Plattformen richtig deuten

    Wichtig: Bei einigen Brokern mit Auslandssitz finden sich auf den Webseiten auch Regulierungen/Lizenzierungen durch die FCA, BaFin oder andere Behörden wie etwa die französische AMF oder die US-amerikanische SEC? In diesem Fall sollten Sie wissen, dass die eigentliche Regulierung in der Heimat erfolgt. Alle anderen Informationen beziehen sich eher auf die Zulassung am jeweiligen Markt durch die staatlichen Einrichtungen vor Ort. Einer „echten“ Regulierung entspricht dies nicht im Normalfall.

    Wo ist der potentielle Anbieter beheimatet?

    Vor allem bei Online-Brokern lohnt es sich, einen Blick ins Impressum zu werfen. Denn der Standort des jeweiligen Anbieters sagt nicht nur etwas über Regulierungen und Lizenzierungen aus. Er wirkt sich in vielen Fällen auch auf die Einlagensicherung aus. Dieser Begriff wird bei Banken- und Finanzdienstleistern mit Sicherheit schon des Öfteren Ihren Weg gekreuzt haben. Im Fall der Fälle haben die Bedingungen der jeweiligen Mutterkonzerne Gültigkeit, Broker verweisen online meist recht deutlich auf die Hintergründe. Denn eine offene Politik hinsichtlich der Kundensicherheit ist ein wichtiges Merkmal für Seriosität.

    Rettungsschirme greifen nicht bei selbst verursachten Schäden

    Ein oft und gern bemühter Einwand bei diesem Terminus: Die Einlagensicherung hilft mir als Anleger wenig, wenn ich Verluste im aktiven Handel realisieren muss! Vollkommen richtig. Natürlich zeichnen sich Spekulationsmodelle wie der Forex- oder CFD-Handel durch eindrucksvolle Rendite-Aussichten und zugleich erhebliche Verlustrisiken aus – dessen müssen sich Trader von Anfang an bewusst sein. Das Risiko einer Order am Markt liegt ganz allein bei Ihnen. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang allerdings, das zu Beginn erwähnte Verbot der Nachschusspflicht am deutschen Markt. Der Ausschluss sorgt dafür, dass Sie für Verluste maximal mit dem Guthaben auf dem Handelskonto haften müssen. Ein Verlustrisiko besteht aber auch, wenn Sie nicht gerade handeln.

    Kunden von EU-Anbietern profitieren von eindeutigen Richtlinien

    Was etwa passiert, wenn Ihr Broker in die Pleite abstürzt? In diesem Fall ist die Einlagensicherung als Insolvenzschutz für Brokerkunden durchaus von großer Bedeutung. Die Obergrenzen für die staatliche Einlagensicherung variieren, in Deutschland sowie vielen Ländern der Europäischen Union beläuft sich diese Summe auf derzeit 20.000 Euro für Trading-Konten (in Großbritannien sind es 50.000 Pfund). Ist Ihr Depot- oder Kontoanbieter eine Bank? In diesem Fall sind Ihre Einlagen vielfach über Mitgliedschaften in Verbänden der Bankenbranche bis zu deutlich größeren Summen gegen Schäden abgesichert, die vom Broker verursacht wurden. Zudem besteht in den USA und innerhalb der EU üblicherweise eine Pflicht zur strikten Trennung von Firmen- und Kundenkapital. Diese Aufbewahrung auf Drittkonten stellt ebenfalls einen Schutz der Kunden dar.

    Auch wenn die meisten Broker längst Webseiten in deutscher Sprache mit ebenso deutschem Kundendienst bereitstellen, ist dies nicht mit einer Regulierung in Deutschland samt der hier geltenden Bestimmungen zur Einlagensicherung gleichzusetzen. Nur der Vergleich der Details bringt Gewissheit, welche Konditionen im Einzelnen greifen, falls Kapital verloren geht, ohne dass eigene Fehlentscheidungen die Ursache waren.

    Ihr Sebastian Hell
    Geschäftsführer QTrade

    www.qtrade.de

    P.S.: Mein Kollege Lars Erichsen hat ein sehr gutes Video zum Thema „Nachschusspflichtverbot“ und dessen Einbau in eine erfolgreiche Trading-Strategie verfasst: https://www.youtube.com/watch?v=yiXqMUWOoAM
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