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    hallo liebe leute,

    ich bin neu hier und hoffe auf euren rat.

    folgender sachverhalt:

    ich versuche als vermittler ein geschäft anzubahnen, das per L/C bezahlt wird. mir ist es recht lieb, wenn zunächst käufer und verkäufer sich nicht kennen. das wird sich aber spätestens mit kaufvertragsunterzeichnung ändern. ich bekomme meinen vermittlungsprovision vom verkäufer (in china), der sie auf den verkaufspreis draufschlägt und sie mir nach eingang auszahlt. nun ist das mit vertrauen und verträgen so eine sache. das eine ist meist unbegerchtfertigt und das andere sehr geduldig. hat hier jemand einen vorschlag, wie ich meine provision sonst noch absichern kann?

    ich danke im voraus!

    gruss

    der dude

  • #2
    Entscheidend wäre für mich der Vertragsabschluss, bei einer Provisionszahlung.

    Wenn der Vertrag über den Verkauf geschlossen wurde, dann würde ich meine Provision verlangen. So würde ich den Auftrag definieren bei deinem Kunden.

    Denn alles andere ist Sache zwischen deinem Verkäufer und Käufer im Ausland.

    Indirekt unterliegst du so, bei der jetzigen Konstellation, auch allen anderen Risiken, d.h. bekommst du auch dein Geld wenn das Schiff sinkt, der LC platzt, oder der Abnehmer bemängelt die Ware, oder Ware ist beschädigt...da sind alles Risiken die du mitträgst.

    Aber dein eigentlichen Ziel ist doch die Vermittlung eines Abnehmers und diesen zum Vertrag führen, damit ist deine Arbeit erledigt..

    Du must wissen, wenn du auch etwas mit der Lieferung zu tun hast, dann bist du kein richtiger Vermittler mehr und haftest auch. In Deutschland ist die Gesetzgebung eindeutig dahin gehend.

    Ausserdem stehst du garnicht in dem LC drin, das auch du Geld zu bekommen hast.

    Ich weis die Hersteller machen das gerne so, erstmal auf Geld warten dann bezahl ich dich. Das habe ich mir schon länge abgewöhnt, mein Zutun geht bis Vertragsabschluss, fertig. Alles andere, sich kümmern um die Lieferung etc, das bindet mich in die Haftung ein, das kann ich für eine Vermittlungsbetrag nicht realisieren, hier müsste ich dann Aufschläge nehmen.

    In Deutschland gilt, Vermittler die sich auch um die Zustellung kümmern oder sogar ausführen, haften voll wie der eigentliche Verkäufer/Hersteller, kurz gesagt.

    Hier in Taiwan lasse ich mir eine Vordatierten CHECK geben, damit habe ich schon mein Geld kann aber den CHeck erst in 4 Wochen einlösen. Platzt das Ding, geht der Aussteller in den Knast. So einfach ist das hier. Alleine das es hier Gefängnis gibt für s.g. Schüttelchecks, sichert mich ab, denn kein Taiwanese will in den Knast gehen. Zumal man nach 1 geplatzten Check finanziell erledigt ist hier, für immer.

    Entscheidend für dich ist auch eine klare Definition, wann deine Leistung erbracht ist (Vertragsunterzeichnung, Lieferung, oder nur die Anbahnung)und wieviel es gibt, das musst du vorab ganz klar deinem Auftragnehmer sagen und im verdeutlichen, das ist der Punkt wo es Geld gibt. Und dies ist dann auch schriftlich zu fixieren und nieder zulegen.


    Manchen ausländischen Firmen ist das nicht so klar, und behalten auch mal gerne eine Provision mit irgendwelchen komischen Argumenten. Oder brennen einfach mit dem Geld durch.

    Ein andere Gedanke, wie willst du kontrollieren ob das Geld wirklich geflossen ist, also LC wurde eingelöst ? Da können dir beide Seiten was falsches erzählen und teilen sich dann deine Provision, so Abzocker habe ich auch schon erlebt

    Ausserdem, wenn das Geschäft so sicher ist, warum zahlt dann der Verkäufer nicht sofort, er hat doch eine LC, da kommt der Käufer auch nicht so einfach raus, da dies ja über die Hausbanken läuft... LC ist ja fast wie Bargeld, es muss nur noch geliefert werden.
    Der LC muss nur "unwiederruflich" sein. Dann fliest sicher Geld, also auch deine Provision, gelle...


    Das mal nur so alles als Tip...entscheiden must du...

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    • #3
      hallo schorsch,

      vielen dank für deine sehr hilfreiche ausführung! die idee mit dem check wird in meinem fall nicht helfen...noch eine frage zum vertrag; ich habe in der zwischenzeit mit dem verkäufer vereinbart, dass ich an der aftersales versorgung des käufers partizipiere! was für einen vertrag zu meiner absicherung erachtest du als richtig? ferner habe ich zur bedingung gemacht, dass im fall eines streits, ein schiedsrichter beim schiedsgericht einzuschalten ist.

      danke nochmals im voraus

      gruss

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      • #4
        Lawstuff

        Das mit dem nicht einander kennenlernen ist leider in der Praxis sehr schwer zu regeln. Was Du machen kannst ist das Teil mit Deiner Firma selber einkaufen, Deine Marge draufschlage und dann mit Deiner Firma das Teil an deinen Kunden verkaufen. Da kommen dann zwei Verträge zustande. Jetzt brauchst Du noch ne Bank, welche Dir den L/C zwischenfinanziert.
        Eine anderer Gedanke ist, dass Du mit dem Verkäufer einen Exklusivvertrag abschließt so dass Dein Kunde nicht die Firma hinter Deinem Rücken kontaktiert. Wie du allerdings in der Wirklichkeit genau das verhindern kannst, ist dann wieder einen andere Frage.
        Mit dem Scheck, super Idee, da wünscht man sich wieder dass man in Taiwan wohnt. Ich habe hier in China leider noch nie einen Scheck wirklich gesehen. Bargeld dafür ne ganze Menge
        Where the future technology will come from....
        [url]www.futuretechnology.asia[/url]

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        • #5
          vordatierter Scheck/Exklusivvertrag etc.

          Die Sache mit dem vordatierten Scheck funktioniert in BRD nicht, da man nach deutschen Recht diesen sofort einreichen könnte, was dann den chinesischen Verkäufer nicht freuen würde. Umgekehrt gäbe es kaum eine Handehabe gegen den chinesischen Verkäufer, wenn der Scheck platzt. Einen Exklusivvertrag kann man wohl auch nur sinnvoll mit Partnern in der BRD/EU abschließen, denn die chinesische Seite unterschreibt zwar lächelnd, aber hält sich dann i. d. R. nicht dran, weil auch hier sie rechtlich kaum etwas zu befürchten muss (außerdem gibt es ja genügend andere Strukturen in China, über die das Geschäft alternativ dann gezogen werden könnte, so dass der chinesische Verkäufer immer behaupten könnte, er habe damit gar nichts zu tun, das Geschäft macht jetzt ein andrer...).

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          • #6
            Genau, wie Lippert sagt, unterschreiben kann der Chinese alles, aber ob er sich daran hält ist wieder was anderes.
            Auch Schiedsgerichte helfen da nicht weiter, da diese in der Anerkennung Probleme haben. Ausserderm würde ein solches Prozedere auf internationaler Basis laufen, und das ist immer recht teuer...

            Das beste ist immer, die Stufen der Erfüllung zu definieren, denn dann gibt es Geld, sofort und engen Kundenkontakt oder zum Abnehmer, da hat man eine gute Gegenkontrolle, was der asiatische Handelspartner so treibt...

            Tja und der Rest... ist doch ein wenig Glück auch, Glück das man nicht beschissen wird, sorry klingt patetisch, ist aber so.

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            • #7
              Zahlungsverkehr

              Scheck? Ich habe hier noch nie wirklich einen Scheck gesehen, angeboten bekommen, als Zahlungsmittel verwendet gesehen. Ich habe am Anfang auch erst mal nachfragen müssen bis man mir bestätigt hat dass es in China auch Schecks gibt. Die werde aber nicht verwendet, weil die selber dem Scheck keinen Cent an Vertrauen entgegen bringen. Normalerweise gibt’s hier Bargeld, Überweisung, L/C, und wenn Du dubiose Ware so wie IPhones, USB Sticks oder Mini Beamer einkaufen willst, dann nimmt der Verkäufer auch gerne Geld via Western Union oder Paypal entgegen (sorry, konnte ich mir jetzt nicht verkeifen).
              Dem oben gesagten muss ich leider zustimmen, eine Unterschrift ist hier in dem Fall wohl eher nicht viel Wert. Andererseits muss ich auch noch mal sagen, dass zum Tanzen immer 2 gehören. Das heißt dass ja meist auch der Deutsche (siehe ausländische Kunde) der Böse ist der sich nach dem ersten Geschäft Dich gleich ausbooten will. Der Chinese ist dann lediglich derjenige, dem es eigentlich egal ist mit wem er dealt.
              Auf gut Deutsch, wenn Du schon mal die Vermutung hast dass Dich der Kunde nach dem ersten Business ausbooten wird, dann kannst Du meistens wenig machen.
              Das einzige bombensichere Mittel für Dich: Wechsel irgendwie zwischenfinanzieren, das Zeug selber kaufen und dem Kunden verkaufen, sämtliche Hinweise auf den Kartons und auch in den Kartons auf die Fabrik zerstören, das wäre doch noch das sicherste für Dich.
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              • #8
                Schecks können auch nach sehr langer Zeit (10 Jahre?) noch platzen...
                [FONT="Century Gothic"][I][B]Mit einem lieben Gruß aus Bremen

                Claudia[/B][/I][/FONT]

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                • #9
                  Ist eigentlich einfacher als man denkt

                  Rahmenvertrag über Provision mit dem Abnehmer abschließen. D.h. er zahlt dir die Provision, was er ja so oder so tut. Den Vertrag entsprechend definieren.

                  Dafür gibt es Standartverträge, sogennante Provisions- oder Vermittlungsverträge. Dazu kannst du noch nach deinen Bedürfnissen die AGB ausformulieren. Das kann z.B. auch behinhalten, das dein Provisionsanspruch für alle Folgegeschäfte für z.B. die nächsten 24 Monate bei jeder Lieferung mit dem von dir nachweislich vermittelten Lieferanten bestehen bleibt. Meistens X% der Gesamtsumme jeder Lieferung. Den Vertrag und die AGB noch mal von einem Anwalt in deinem Sinne prüfen lassen. Du solltest natürlich ausformulieren, das wenn der Kunde die Informationen weitergibt und aufgrund dessen es zu einem Geschäftsabschluss mit einer anderen Firma kommt (z.B. ein Subunternehmen des potenz. Käufers), entsteht ebenfalls dein Provisionsanspruch bzw. ein Vermögenschaden in Höhe der üblichen Provision entsteht, die vom Kunden getragen werden muss. Zusätzlich noch ne Vertragsstrafe für das nicht legitime weitergeben der vertraulichen Informationen und dein Kunde wird sich gut überlegen, ob er das Risiko eingeht. Ansonsten hältst du fest, das der Vertrag zw. Kunde und Lieferant zustande kommt und alle Ansprüche, Schäden etc. zwischen den Beiden geregelt werden müssen. Du bist nur Vermittler. Punkt. Der Kunde kann natürlich immer noch eingies auf sich nehmen, um deine Provision zu umgehen. Aber das ist dann meistens auch mit Kosten und Umständen und Risiko verbunden. D.h., wenn deine Provision nicht zu hoch angesetzt ist, wird er es auch nicht probieren und mit dir kooperieren. Du hast ja auch was geleistet. So eine Lieferantensuche kann sehr kostspielig sein, das wissen die meisten auch.

                  Technisch läuft es so: Du vermittelst die Rohdaten der Produkte und des Lieferanten anonymisiert. Wenn der potenzielle Kunde interessiert ist, unterzeichnet er dir den Provisionsvertrag. Dieser sichert deine Provision, falls es zum Geschäftsabschluss zwischen Käufer und den vermittelten Lieferanten kommt. Dann kannst du Ihm die Daten des Lieferanten nennen.

                  Ich nehme an dein Kunde sitzt in Deutschland, entsprechend größer ist auch die Rechtssicherheit. Deinem Kunden schreibst du deine Rechnung in Höhe der Provision. So musst du dich auch nicht mit nem Chinesischen Lieferanten rumstreiten und bist zu dem auch unabhängiger. Die Kunden wundern sich zwar manchmal, verstehen aber auch die Logik und wissen es oft zu schätzen, das deine Empfehlungskriterien nicht auf der Höhe der Provision basieren. Lieferanten mit Nachteilen neigen dazu, höhere Provision anzubieten (die der Kunde ja so oder so zahlt) um bessere Wettbewerber auszuboten bzw. dich auf seine Seite zu kriegen. Dies gleicht häufig schon Bestechungen, um z.B. Mängel zu vertuschen, etc. . Dem möchtest du dich doch nicht aussetzen, auch wenn das Geld verlockend ist. Ob du es dann kriegts, ist noch mehr fraglich, wenn solche Geschäftspraktiken schon angewendet werden.

                  Das Model funktoniert natürlich nur, wenn der Kunde in rechtssicheren Staaten sitzt. Ansonsten gibt es noch andere Lösungen, die immer besser sind, als wenn du dich auf den Lieferanten verlässt. Wenn du dem Lieferanten häufiger Kunden vermittelst, überlegen aber auch die Chinesen drei mal, ob Sie dich vergraulen wollen, insbesondere wenn es viele gleichwertige Konkurenten unter den Lieferanten gibt. Das mit dem Scheck kann man ähnlich abwickeln, dann aber über eine Bank in Hong Kong und etwas abgeändert bzw. ohne Scheck, sondern Garantien etc. .

                  Am besten mal mit nem Anwalt in Deutschland sprechen oder nem Banker in Hong Kong. Die wissen, wie man sowas absichern kann.

                  @Keyservices: Das währe doch ein gutes Thema für den Verbund unabhängiger Einkäufer. Denn nur dann ist man auch tatsächlich unabhängig.

                  Grüße aus Shanghai,

                  Lukas

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                  • #10
                    Vertrag ist auch nur aus Papier, Bier ist gut

                    Lukas, das Problem ist, dass Dich halt auch sogar die Europäer zu irgendeinem Zeitpunkt umgehen wollen, ist schon oft passiert, das besprechen wir dann mal beim Bier.
                    Ein solcher Verbund macht nur Sinn wenn er gute und viele Mitglieder hat. Einmal kann man den Mitgliedern Informationen dieser Art zustellen, zum anderen kann man als großer Verband auf die Fabriken, welche Einkäufer umgehen wollen (was oft genug passiert), sowie eventuell dann auch auf den ausländischen Gegenpol effizienter Druck machen. Bei der EUCCC heißt das immer so schön: Lobby Arbeit. Und es gibt da noch viele Ideen die mir da auf Anhieb einfallen…
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                    • #11
                      Hallo Keyservices. Ja, klar wollen die das. Aber wie gesagt, mit entsprechenden Verträgen und AGB's kann man sich sehr effizient dagegen absichern, zumindest in Deutschland oder Rechtsstaaten mit ähnlicher Rechtssicherheit und entsprechenden vertraglichen Gestaltungsmöglichkeiten. Das Risiko ist immer dabei, auf diese Art und Weise aber wesentlich geringer bzw. dank Vertragsstrafen etc. wesentlich riskanter für den prellenden Kunden. Da muss er sich schon ordentlich was einfallen lassen, was dann im Zweifel teurer ist, als die Provision zu zahlen (wenn diese nicht zu hoch angesetzt ist). Die höhere Hürde ist da die Nachweisbarkeit, ob, wann und wie viel er bestellt hat. Da gibt es diverse Instrumente und Mittel zur Überprüfung, hängt aber sehr stark von den zu beziehenden Waren und natürlich vom Kunden selber ab.

                      Freue mich auf das Bier ;-). Plane demnächst meinen Hong Kong Trip und sag dir noch terminlich Bescheid.

                      LG,

                      Lukas

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                      • #12
                        Neue DIHK-Reporte zum Jahresbeginn

                        Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat den neuen Mittelstandsreport, den Außenwirtschaftsreport, den Report zur Gesundheitswirtschaft, den Innovationsreports, die aktuelle Tourismus-Saisonumfrage und das IHK-Energiewende-Barometer veröffentlicht.

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