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Muss ein gewerblicher Verkäufer nachliefern?

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  • Muss ein gewerblicher Verkäufer nachliefern?

    Hallo,

    ich habe eine wichtige Frage an alle:

    Wenn ich Konkursware bei einem gewerblichen Verkäufer versichert ersteigert habe, dieser dann behauptet die Ware sei verloren gegangen, bietet mir die Rückzahlung des Auktionsbetrages an, so würde mich jetzt eines sehr interessieren:

    Ist ein gewerblicher Verkäufer im Falle eines Verlustes der Ware zur Neubeschaffung bzw. Nachlieferung verpflichtet oder nicht? In diesem Fall geht es ggf. um 30 PDA Taschen die ich für 11 Euro ersteigert habe.

    Danke schon jetzt an alle.

    Liebe Grüsse aus Mainz

    Gottfried

  • #2
    RE: Muss ein gewerblicher Verkäufer nachliefern?

    Original von gopfsoft
    Wenn ich Konkursware bei einem gewerblichen Verkäufer versichert ersteigert habe, dieser dann behauptet die Ware sei verloren gegangen, bietet mir die Rückzahlung des Auktionsbetrages an, so würde mich jetzt eines sehr interessieren:

    Ist ein gewerblicher Verkäufer im Falle eines Verlustes der Ware zur Neubeschaffung bzw. Nachlieferung verpflichtet oder nicht?
    Nein.

    Wenn er die Ware nicht mehr liefern kann, dann kann er nun mal nicht liefern. Ich würde aber in jedem Fall auch auf Zurückzahlung der Versandkosten bestehen.

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    • #3
      RE: Muss ein gewerblicher Verkäufer nachliefern?

      Original von konny
      Wenn er die Ware nicht mehr liefern kann, dann kann er nun mal nicht liefern. Ich würde aber in jedem Fall auch auf Zurückzahlung der Versandkosten bestehen.
      Natürich ist er zur Lieferung verpflichtet. Es besteht schließlich ein Kaufvertrag, der vom VK erfüllt werden muss.
      Wenn er die Ware, die er angeboten hat nun plötzlich nicht mehr findet, ist das allein sein Problem.

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      • #4
        RE: Muss ein gewerblicher Verkäufer nachliefern?

        Original von rck
        Natürich ist er zur Lieferung verpflichtet. Es besteht schließlich ein Kaufvertrag, der vom VK erfüllt werden muss.
        Wenn er die Ware, die er angeboten hat nun plötzlich nicht mehr findet, ist das allein sein Problem.
        Und wie stellst Du Dir das praktisch vor?

        Ich kaufe die letzten 100 Exemplare einer Restauflage. 99 Stück habe ich schon verkauft und du bestellst das 100. und letzte. Das Buch geht aber jetzt z.B. auf dem Postweg verloren; wie sol ich da nachliefern? Soll ich vielleicht eine neue Auflage drucken lassen?

        Nochmal: wenn der Verkäufer nicht liefern kann, dann kann er nicht liefern. <-Punkt

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        • #5
          RE: Muss ein gewerblicher Verkäufer nachliefern?

          Original von konny
          Das Buch geht aber jetzt z.B. auf dem Postweg verloren;
          Es ist nirgends davon die Rede, daß die Ware auf dem Postweg verloren gegangen ist. Dann müste natürlich die Versicherung der Post einspringen und der VK wäre aus dem Schneider. So wie ich es verstanden habe, behauptete aber der VK, die Ware sei verloren gegeangen, bevor er sie versendet hat. (Sonst hätte er ja wohl keine rückzahlung angeboten) Dann ist das alleine das Problem des VK.

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          • #6
            RE: Muss ein gewerblicher Verkäufer nachliefern?

            Der Verkäufer braucht nur die Ware nachzuliefern, wenn er dazu in der Lage ist. Eine Neubeschaffung braucht der VK nicht vorzunehmen, wenn diese eine besondere Härte für ihn bedeuten würde.

            Der VK muß den Kaufpreis natürlich zurück erstatten.

            Gerade bei Konkursware ist das immer so ein Problem. Es kann immer mal vorkommen, das ein Gläubiger ( absonderungsberechtigter Gläubiger ) die Verwertung selbst vornehmen will, dann kann bzw. darf die Ware der Konkursverwerter nicht mehr verwerten. Oder irgend ein Gläubiger ( sehr oft die Angestellten des insolventen Unternehmens ), greifen ein paar Sachen ab.

            Neubeschaffen braucht der Verwerter die Sachen auf jeden Fall nicht.

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            • #7
              RE: Muss ein gewerblicher Verkäufer nachliefern?

              Original von rck
              Es ist nirgends davon die Rede, daß die Ware auf dem Postweg verloren gegangen ist. Dann müste natürlich die Versicherung der Post einspringen und der VK wäre aus dem Schneider.
              Wieso? Druckt dann die Post die Neuauflage?

              Letztendlich ist es egal, wieso der VK nicht mehr liefern kann; ansonsten siehe auch Manfreds Posting.

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              • #8
                RE: Muss ein gewerblicher Verkäufer nachliefern?

                @rck

                Natürich ist er zur Lieferung verpflichtet. Es besteht schließlich ein Kaufvertrag, der vom VK erfüllt werden muss.
                Das ist so nicht ganz richtig.
                Hat der VK nichts mehr von der Ware, oder wie in diesem Fall verlorengegangen, ist er zur Rückzahlung incl. der Versandkosten verpflichtet.


                Außerdem <<gopfsoft>> wenn Du deine Kohle wiederbekommst, pfeif auf den Deal. Ist ja genügend in Ebay vorhanden

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                • #9
                  Der Verkäufer ist durchaus zur Nachlieferung verpflichtet. Wenn er den Artikel nicht mehr hat, muss er ihn nachbeschaffen. Ob das mehr kostet, spielt zunächst mal keine Rolle, die Grenzen hierfür setzt § 439 (3) BGB. Ein inzwischen höherer Einkaufspreis reicht da als Rechtfertigung für die Verweigerung der Nacherfüllung nicht aus. Letztlich ist das auch egal, da der Käufer bei Nichterfüllung einen Schadenersatzanspruch nach § 280 BGB hat. Und dieser liegt bei Nichterfüllung eines Kaufvertrags so hoch wie die Differenz zu einem anderweitigen Ersatzkauf.

                  Die geringe praktische Bedeutung vom Anspruch auf Vertragserfüllung ist dadurch begründet, dass im Versandhandel der Kaufvertrag meistens erst mit Lieferung zustandekommt, weil die Händler sich das in den AGB so vorbehalten. In einem solchen Fall begründet eine Auftragsbestätigung keinen Lieferanspruch und keinen Schadensersatz. Bei ebay ist das anders, die Kaufverträge sind mit Auktionsende bzw. bei Sofortkauf für den Verkäufer absolut bindend, auch wenn das viele Verkäufer nicht zugeben wollen. Mit einer Rückerstattung des Kaufpreises ist die Sache daher keineswegs erledigt.

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                  • #10
                    Ich bring mal den Begriff "Gattungskauf" mit ins Gespräch: Kauf ich einen Artikel, der sich ohne Probleme nochmals für den Verkäufer nachbeschaffen lässt (Apfel) muß er nachliefern.

                    Ich unterstelle aber mal den Verdacht das es sich bei einer Auktion (in Anführungszeichen) mit Konkursware bestimmt um keinen Gattungskauf handelt, sondern explizit dieses Teil in der Beschreibung verkauft wurde: Wenn verschwunden, dann verschwunden.

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                    • #11
                      Hier mal ein Link zu dem Thema Nachbesserung

                      http://www.juris.de/produktion/juris.../kauf/439.html

                      http://bgb.jura.uni-hamburg.de/agl/agl-437-439.htm

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                      • #12
                        evtl. Betrug? - weitere Fragen

                        Hallo...

                        und Danke an Alle die bisher sich die Mühe gemacht haben zu schreiben.

                        Um noch ein paar weitere Fakten rein zu bringen hier noch einmal folgende Punkte:

                        1. Hier der Link zu meiner gewonnen Auktion:
                        http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?...ory=38994&rd=1

                        2. Was für schon sehr komisch aussieht, ist der Umstand das der Verkäufer behauptet, die Ware sei beim Versand mit DPD verloren gegangen und er habe auch schon den Schaden mit DPD abgewickelt. Das eigentlich merkwürde ist für mich der Umstand, dass der Verkäufer ÜBERHAUPT KEINEN Nachweiss darüber erbringen konnte, das er den Artikel jemals abgeschickt hat und ebenso wenig konnte er mir von DPD eine Schadensnummer nennen, über die das ganze abgewickelt worden ist.

                        3. Nicht minder komisch ist der Umstand das der selbe Verkäufer am selben Tag die gleiche Position zum 2. Mal angeboten hat. Siehe hierzu http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?...tem=3053307580
                        Nachdem das ganze bei mir sehr suspekt gelaufen ist, habe ich den Käufer der 2. Auktion angeschrieben und siehe da - auch hier ist der Artikel nie angekommen ohne das auch hier jemals ein Nachweis ddarüber erbracht worden list, das der Artikel jemals verschickt worden ist.

                        Für mich sieht das in beiden Fällen danach aus, das dem Verkäufer der Auktionserllös zu niedrig war und er deswegen die Artikel nie abgeschickt hat.

                        Daher habe ich jetzt 2 offene Fragen:

                        1. Haben die geschilderten Umstände irgendeine straf- oder zivilrechtliche Relevanz?

                        2. Da es sich bei den 30 PDA Taschen um Allerweltsartikel handelt, würde mich jetzt interessieren, in wie weit der Verkäufer hier in der Pflicht der Nachlieferung ist.

                        Vielen Dank an Alle

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                        • #13
                          RE: evtl. Betrug? - weitere Fragen

                          Über genau diese Auktion haben wir doch schonmal in diesem Thread diskutiert. ...

                          Sind diese 30 Taschen denn wirklich so viel Wert, dass es sich lohnt sich weiterhin mit dem Verkäufer rumzustreiten? Ich würde das Geld zurücknehmen und den Fall schnell vergessen ... ein Rechtstreit bei so einem geringen Warenwert kostet doch nur Zeit und Nerven und kann ewig dauern.

                          Viele Grüße

                          Claudia

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                          • #14
                            zu 1. Nach der zivilrechtlichen Relevanz fragst Du unter 2. noch mal. Die Frage nach der strafrechtlichen Relevanz ist schwer zu beantworten (zumal, wenn man kein Jurist ist). Das einzige, was hier in Frage käme, ist wohl Betrug. Die gesetzliche Definition (§ 263 StGB) müsste man dafür aber zimlich weit auslegen:

                            Wer in der Absicht, sich [...] einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen,
                            Trifft im Prinzip zu. Er hat durch den Vertragsbruch einen Vermögensvorteil, da er das Zeugs nicht unter Wert verkauft.

                            das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt,
                            Du hast den Nachteil, weil Du anderswo teurer kaufen musst. Ob das als Vermögensschaden im Sinne des § 263 gewertet werden kann, kann ich nicht definitiv beantworten.

                            daß er durch Vorspiegelung falscher [...] Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, [...]
                            Er behauptet offensichtlich wahrheitswidrig, dass die Ware verlorengegangen sei.

                            wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft
                            Wird er in diesem Zusammenhang vermutlich nicht. Es dürfte wohl am fehlenden Vermögensschaden liegen, auch wenn das dem gesunden Menschenverstand widerspricht.

                            zu 2. Solange das Zeugs noch ab Werk lieferbar ist, muss er liefern. Wieviel das kostet, ist egal. Die Ausnahmeregelung des § 439 BGB verhindert nur , dass man normal nicht mehr verfügbare Ware zum Wucherpreis nachkaufen muss. Eventuelle Sonderpreise beim Einkauf sind kein Maßstab und ein ergebnisoffener Verkaufspreis bei einer Auktion erst recht nicht. Wenn er die Lieferung verweigert, hast Du Anspruch auf Schadenersatz. Es lohnt sich aber nicht so recht, dafür einen Prozess anzufangen.

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                            • #15
                              Danke an Alle

                              Hallo an Alle,
                              Hallo Claudia,

                              natürlich hast Du recht, das die 30 PDA Taschen nicht so wahnsinnig wertvoll sind. Allerdings geht es mir bei der hier geführten Diskussion um zweierlei:

                              1. Wenn ich 30 PDA Taschen bei Ebay neu ersteigern will, dann muss ich dafür selbst bei Ebay ein mehrfaches des aktuellen Auktionsbetrages bezahlen u. das ist eben ein Umstand den ich nicht so ohne weiteres einsehen will.

                              2. Geht es mir hier vor allen Dingen um eine halbwegs realistische Beurteilung der juristischen Relevanz, denn eines ist doch hier Fakt: Einerseits gibt es immer mehr Verkäufer, die schon in der Auktionsbeschreibung möglichen Spassbietern mit dem Anwalt drohen. Dies kann ich einerseits zwar nachvollziehen, andererseits ist es der Arbeitsatmosphäre bei Ebay nicht unbedingt zuträglich. Darüber hinaus ist es kaum zu verleugnen, das die Zahl der miesen Verkäufer, die statt Ware zu liefern noch Schrott oder eben einfach gar nichts liefern, doch eindeutig zugenommen hat bzw. wohl auch noch weiterhin zunehmen wird.

                              Leider ist es in diesem Zusammenhang nur so, das man dabei von Ebay keine nennenswerte Unterstützung bekommt. Ganz im Gegenteil. Neuerdings darf man wohl bei Ebay keine Wäscheleine mehr verkaufen, da diese wohl in gewissen Kreisen zur sexuellen Lustgewinnung benutzt wird und Dinge die Lustgewinnung dienen neuerdings ja nicht mehr verkauft werden dürfen.

                              In jedem Fall noch einmal ein Dank an Alle die sich zu meiner Anfrage geäussert haben.

                              gopfsoft

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