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ist der verkauf von einem festpreisarikel für 1€ verbindlich?

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  • ist der verkauf von einem festpreisarikel für 1€ verbindlich?

    HILFE!

    habe meinen privaten modellhubschrauber bei e-bay AB 1€ verkaufen wollen. leider ist mir anscheinend ein fehler unterlaufen und er wurde für 1€ festpreis angeboten und logo - auch direkt verkauft. in der angebotsbeschreibung steht aber das ab einem kaufpreis von 700 euro die rotorblätter mit dabei sind, ab 850 die servos usw. weiter unten steht auch noch ...hier AB 1€. das alles juckt den käufer nicht und er besteht auf erfüllung des vertrages weil ich ja als händler angemeldet bin. der heli ist aber - wie beschrieben- aus privatbesitz.

    artikellink: http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?...=STRK:MESOX:IT

    angebotsnummer: 300332552473

    ich bin der meinung das ein heli mit einem np von über 1300 euro logo nicht für einen euro angeboten werden kann und aus der beschreibung geht klar hervor das es sich um eine auktion handeln soll und nicht um ein festpreisangebot. also muß doch jedem klar denkenden menschen sofort auffallen das es sich nur um einen fehler handeln kann... auch habe ich direkt am nächsten morgen den käufer per mail kontaktiert und auf den fehler hin gewiesen. nun hat er sich einen anwalt genommen und möchte den versand des artikels einklagen. am montag gehe ich notgedrungen zum eigenen anwalt, wollte aber hier mal nachfragen ob es da irgendwo grundsatzurteile gibt oder so - stichwort krasses mißverhälnis von angebotswert und vk preis... bin ja bestimmt nicht der erste dem das passiert ist. schade das es moralisch so schwache menschen gibt die gnadenlos fehler anderer ausnutzen möchten...


    liebe grüße

    achim

  • #2
    Hallo,

    ich denke du bekommst Probleme,
    du bist gewerblich angemeldet und sagst nun dies war ein privater Verkauf,
    das wird nicht durchgehen das du in den letzten 3 Monaten fast nur Helizeug verkauft hast.
    Der Unterschied zwischen dem Artikelerlös und dem Wert ist klar,
    als gewerblicher Anbieter unterliegst du aber einer erhöhten Sorgfaltspflicht.
    Ich weiß nicht wie das ausgehen könnte, denke aber du solltest dich irgendwie ohne Anwalt einigen, und das mit nicht gewerblich würde ich gleich vergessen,
    was steht den für ein Gewerbe in deiner Anmeldung ? Hoffentlich ein Handwerk.
    Aber nein du handelst mit Hubschraubern und Zubehör.

    Bevor Sie eine rechtlich bindende Willenserklärung abgeben – z.B. durch das Klicken auf den Button „Gebot bestätigen“ – werden Sie von eBay zur Überprüfung Ihrer Angaben aufgefordert und haben somit die Möglichkeit, etwaige Eingabefehler zu erkennen und zu berichtigen.

    Dieses schreibst du in die Geschäftsbedingungen aber für dich trifft es nicht zu,
    mir ist schon klar welch dummer Fehler das war, aber ich fürchte du wirst daraus lernen müssen.
    Sonnige Grüsse von der türkischen Riviera sendet Jürgen.

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    • #3
      falsch gedenkt :-)

      hab ein passendes urteil vom ag kassel im netz gefunden az: 421 c 746/09

      wunderbar - und sonnenklar:-)

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      • #4
        @J+S

        Entschuldige bitte, aber deine Ausführungen sind nicht richtig. Hier ist §119 BGB anzuwenden. Der Verkäufer hat hier bei seiner Willenserklärung einen Irrtum begangen und dieser ist auch nachzuweisen.

        Kommentar


        • #5
          Hallo,

          ich denke das Hauptproblem erwächst daraus das es den Verkauf als "Privat" deklariert.
          Sonnige Grüsse von der türkischen Riviera sendet Jürgen.

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          • #6
            Eine Irrtumsanfechtung ist vollkommen unabhängig vom gewerblichen Status.

            Ich möchte ja nicht unverschämt wirken, aber als Moderator eines Auktionsforums sollte man doch zumindest die Grundlagen des Kaufrechts kennen oder sich lieber aus solchen Diskussionen heraushalten. Das könnte die Ratsuchenden und Leser sonst auf einen vollkommen falschen Weg leiten.

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            • #7
              Zitat von crux

              Ich möchte ja nicht unverschämt wirken
              Stimmt das solltest du nicht,
              nun nochmal damit du das verstehst,
              du hast jetzt ein Urteil gefunden aus dem den Rücktritt vom Verkauf ableitest,
              wird wohl auch klappen da die meisten Leute nur mit dem Anwalt drohen
              und es dann nicht wirklich durchgezogen wird, zum Glück.

              Erstens gibt es auch Urteile die den Käufer stärken und
              zweitens könnte man dir Probleme aus dem privaten Verkauf machen,
              der Artikel scheint nämlich aus deinem Gewerbe zu stammen.

              Ich möchte das ob und wenn auch nicht vertiefen,
              ich habe nur Möglichkeiten aufgezeigt.
              Sonnige Grüsse von der türkischen Riviera sendet Jürgen.

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              • #8
                Erstens gibt es auch Urteile die den Käufer stärken
                Nun würde ich das gerne nochmal zusammenfassen:

                Der Verkäufer hat irrtümlich Ware für 1€ Sofortkauf eingestellt, die mehrere Hundert € wert ist. Dann hat er, so interpretiere ich es, dem Käufer nach Auktionsende mitgeteilt, daß er sich beim Einstellen vertan hat und somit unverzüglich nach Kenntnis seines Fehlers seine Willenserklärung angefochten.

                Und du behauptest, es gäbe in einer solchen Konstellation Urteile, die den §119 aushebeln? Dann benenne diese bitte auch! Es könnte doch fatal sein, wenn so etwas hier einfach als Behauptung stehen bleibt.

                P.S. Ich verstehe irgendwie nicht, wen du in deinem Post ansprichst, J+S. netsailor und ich sind zwei verschiedene Personen.

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                • #9
                  Wenn der Verkäufer sich vertippt hat, dann kann er den Vertrag wegen § 119 Abs. 1 BGB (Erklärungsirrtum) anfechten ( da ist eigentlich nicht von Belange ob er gewerblich oder privat verkauft ). Der Vertrag ist dann von Anfang an nichtig (§ 142 BGB). Allerdings ist der Verkäufer dann dem Käufer nach § 122 BGB zum Schadensersatz verpflichtet, was letztlich bedeutet, dass er eigentlich dann auch gleich den Artikel für 1 Euro hätte verkaufen können. Es sei denn, der Käufer hätte erkennen können bzw. müssen, dass mit dem Preis etwas nicht stimmen kann. Dann kommt § 122 Abs. 2 BGB zum tragen. Ob der Beschädigte letztlich das hätte erkennen können oder müssen, muss letztlich ein Gericht entscheiden. Manchmal gibt es da die abenteuerlichsten Urteile.


                  Ich möchte ja nicht unverschämt wirken, aber als Moderator eines Auktionsforums sollte man doch zumindest die Grundlagen des Kaufrechts kennen oder sich lieber aus solchen Diskussionen heraushalten. Das könnte die Ratsuchenden und Leser sonst auf einen vollkommen falschen Weg leiten.
                  Wer holt denn da gleich die Keule raus ?
                  Auch ein Moderator kann nicht alles wissen, kann aber durchaus seine persönliche Meinung schreiben. Es sollte dann allerdings klar aus dem Posting hervor gehen, dass es sich um eine persönliche Meinung handelt. Letztlich ersetzt das Forum allerdings auch keine Rechtsberatung von einem Volljuristen ;)

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                  • #10
                    Zitat von J+S
                    nun nochmal damit du das verstehst,
                    Hat man das als Mod nötig?

                    Wenn der Verkäufer sich vertippt hat, dann kann er den Vertrag wegen § 119 Abs. 1 BGB (Erklärungsirrtum) anfechten ( da ist eigentlich nicht von Belange ob er gewerblich oder privat verkauft ). Der Vertrag ist dann von Anfang an nichtig (§ 142 BGB). Allerdings ist der Verkäufer dann dem Käufer nach § 122 BGB zum Schadensersatz verpflichtet, was letztlich bedeutet, dass er eigentlich dann auch gleich den Artikel für 1 Euro hätte verkaufen können. Es sei denn, der Käufer hätte erkennen können bzw. müssen, dass mit dem Preis etwas nicht stimmen kann. Dann kommt § 122 Abs. 2 BGB zum tragen. Ob der Beschädigte letztlich das hätte erkennen können oder müssen, muss letztlich ein Gericht entscheiden. Manchmal gibt es da die abenteuerlichsten Urteile.
                    Das nennt man unzulässige Rechtsausübung. In unserem Fall könnte der § 242 BGB greifen. Damit wäre ein Anspruch auch nicht gegeben. Was auf jeden Fall hier notwendig wäre, ist die unverzügliche Anfechtung des Vertrages.

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                    • #11
                      Du meinst das Urteil 10 O 250/08 vom LG Koblenz ?

                      Kommentar


                      • #12
                        Zitat von auktions-manni Beitrag anzeigen
                        Wenn der Verkäufer sich vertippt hat, dann kann er den Vertrag wegen § 119 Abs. 1 BGB (Erklärungsirrtum) anfechten ( da ist eigentlich nicht von Belange ob er gewerblich oder privat verkauft ). Der Vertrag ist dann von Anfang an nichtig (§ 142 BGB). Allerdings ist der Verkäufer dann dem Käufer nach § 122 BGB zum Schadensersatz verpflichtet, was letztlich bedeutet, dass er eigentlich dann auch gleich den Artikel für 1 Euro hätte verkaufen können. Es sei denn, der Käufer hätte erkennen können bzw. müssen, dass mit dem Preis etwas nicht stimmen kann. Dann kommt § 122 Abs. 2 BGB zum tragen. Ob der Beschädigte letztlich das hätte erkennen können oder müssen, muss letztlich ein Gericht entscheiden. Manchmal gibt es da die abenteuerlichsten Urteile.
                        § 122 BGB beschreibt den Vertrauensschaden, der nur in Ausnahmefällen die Größenordnung des Erfüllungsschadens errreichen kann. Der Ersatz des Erfüllungsschadens (der bei Nichterfüllung eines wirksamen Vertrags entsteht) soll den durch Vertragsbruch Geschädigten so stellen, als ob der Vertrag erfüllt worden wäre. Der Ersatz des Vertrauensschadens, der bei wirksamer Anfechtung fällig wird, soll lediglich Aufwendungen ersetzen, die im Vertrauen auf die Wirksamkeit des Vertrags vorgenommen wurden. In den meisten Fällen ist dieser Vertrauensschaden exakt Null. Davon würde ich auch in diesem Fall ausgehen.

                        Es spielt dabei keine Rolle, ob der Verkäufer privat oder gewerblich verkauft.

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                        • #13
                          Das Amtsgericht Kassel entschied im Urteil vom 30. Januar 2002 (Az. 410 C 5115/01) zu der Frage, ob ein Anfechtungsrecht im Sinne des § 119 BGB besteht, wenn man sich im Rahmen einer Internet-Auktion bei eBay vertippt hat. Im konkreten Fall entschloss sich der Verkäufer zum Verkauf eines noch neuwertigen Produktes zum Neupreis von etwa 1.000 Euro. Nachdem der Verkäufer die bei eBay vorgestellten Auktionsbedingungen akzeptierte und das Verkaufsangebot mit einem Startpreis von 1,00 DM abgab, klickte er in der Weise ein Feld an, dass er den Kaufgegenstand zugleich auch für 1,00 DM zum Sofortkauf anbot. Der spätere Käufer nahm das Angebot per Mausklick für 1,00 DM an, was die automatisierte Vertragsbestätigung von eBay auslöste. Der Käufer forderte den Verkäufer daraufhin dazu auf, das Gerät herauszugeben und erklärte sich bereit dafür 1,00 DM zu zahlen. Der Verkäufer erklärte seinen Irrtum und wolle nicht zu 1,00 DM verkaufen. Das Amtsgericht gab dem Verkäufer Recht, weil zwischen den Parteien kein wirksamer Kaufvertrag zustande gekommen sei. In diesem konkreten Fall nahm das Gericht einen zulässigen Widerruf der Willenserklärung gemäß § 119 Abs. 1 BGB an. Insbesondere stellte das Amtsgericht darauf ab, dass das Angebot des Verkäufers zum Sofortkauf für 1,00 DM beruhe offensichtlich auf einer fehlerhaften Eingabe in das System, die der Verkäufer unverzüglich richtiggestellt und damit angefochten hat.

                          AG Krefeld 79 C 5/05 Verkündet am 18. Oktober 2005:
                          I. Der Kläger hat gegen den Beklagten keinen Anspruch auf Übereignung und Zusendung der im Klageantrag aufgeführten Mini-PCs aus dem hierüber
                          geschlossenen Kaufvertrag gemäß § 433 Abs. 1 BGB.
                          Zwar haben die Parteien zunächst am 24.10.2004 einen Kaufvertrag gem. § 433 BGB über die Mini-PCs zu einem Stückpreis von 1,00 Euro geschlossen. Dieser ist jedoch gemäß § 142 Abs. 1 BGB unwirksam, weil der Beklagte ihn mit seiner E-Mail vom 25.
                          Oktober 2004, 9.33 Uhr, wirksam angefochten hat.
                          Der Beklagte war infolge eines Irrtums in der Erklärungshandlung gern. § 119 Abs. 1 BGB zur Anfechtung berechtigt. Ein solcher Irrtum liegt vor, wenn dem Erklärenden die Äußerung seines Willens misslingt, indem er objektiv etwas anderes
                          als dasjenige erklärt, was er subjektiv erklären wollte; dies ist insbesondere der Fall,
                          wenn sich der Erklärende verschreibt, verspricht, vertippt, verklickt oder vergreift (Heinrichs in: Palandt, Bürgerliches Gesetzbuch, 64. Auflage, § 119, Rn. 10).
                          Hierunter fällt es auch, wenn dem Erklärenden bei einer elektronischen
                          Willenserklärung ein Eingabefehler unterläuft (vgl. OLG Hamm NJW 1993, 2321 ff.).

                          Evtl. Haftung aus culpa in contrahendo. Rücksichtsnahmepflicht aus §241 Abs. 2 BGB.
                          Der Käufer kann unter dem Gesichtspunkt des Verschuldens bei Vertragsverhandlungen oder unzulässigen Rechtsausübung verpflichtet sein, den Verkäufer auf seinen Preisfehler hinzuweisen. Das Vertrauen darauf, der Preis sei gewollt, ist indes bei erheblicher Abweichung vom marktüblichen Preis für den Käufer riskant, daher sollte man in einem solchen Fall als Käufer vorher per email anfragen ob der Preis so tatsächlich stimmt.

                          Bezüglich seiner Angebote hat man jedoch auch eine Kontrollpflicht. Wenn der Artikel für 1 EUR zB. 3 Tage auf ebay steht, dann wird man sich wohl kaum noch auf einen Irrtum berufen können.

                          Im folgenden Fall hatte der Verkäufer den Kaufvertrag nicht (wegen Irrtum) angefochten und ist entsprechend verurteilt worden:
                          AG Moers, Urteil vom 11.2.2004 ? 532 C 109/03; rechtskräftig
                          1. Bei ebay kommt bei Nutzung der „sofort kaufen“ Option ein rechtwirksamer Kaufvertrag zustande.
                          3. Es ist nicht rechtsmißbäuchlich, die Erfüllung eines Kaufvertrages zu verlangen , wenn der Wert des Kaufgegenstandes den Kaufpreis bei weitem übersteigt (hier 1 € für einen PKW-Anhänger)
                          http://www.internetrecht-rostock.de/ebayurteil3.htm

                          Bei einem Online-Kaufvertrag kann dem Verkäufer ein Anfechtungsrecht nach § 120 BGB zustehen, wenn der beworbene Kaufpreis infolge einer Formeländerung in der Software des Providers niedriger dargestellt wurde, als er tatsächlich war (OLG Frankfurt 20.11.02, 9 U 94/02, rkr., OLGR 03, 88).
                          Es wurde ein Computer zu einem hunderstel des üblichen Preises in einem Online-Shop bestellt. Der Vertrag wurde durch 2 emails vom Online-Shop angenommen.
                          Am Folgetag erklärte der Shop-Betreiber, dass dem Käufer falsche Preise übermittelt worden seien.
                          Einen solchen Formelfehler kann man ja als Kalkulationsirrtum ansehen.
                          Nach der Rechtssprechung des BGH berechtigt ein Kalkulationsirrtum selbst dann nicht zur Anfechtung, wenn der Erklärungsempfänger diesen erkannt oder die Kenntnisnahme treuwidrig vereitelt hat (BGH NJW 98, 3192). Dennoch besteht vorliegend ein Anfechtungsgrund.

                          Die Anfechtungsfrist gemäß §121 BGB beginnt mit der Kenntnis des Anfechtungsgrundes also des Irrtums oder der falschen Übermittlung. Bloßes kennenmüssen genügt nicht, ebensowenig das Vorliegen von Verdachtsgründen (BGH WM 73, 751...)
                          Die Anfechtung muß unverzüglich ohne schuldhaftes Zögern erfolgen. Obergrenze ist in der Regel eine Frist von 2 Wochen (OLG Hamm, Jena OLG-NL).

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