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Zeitarbeitsfirma - Entscheidung noch nicht getroffen

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  • Zeitarbeitsfirma - Entscheidung noch nicht getroffen

    Hallo zusammen,

    mein bester Freund und ich sind kurz davor eine GmbH in der Zeitarbeit zu Gründen.
    Der Businessplan steht schon, es geht letztendlich nur noch darum, diese Entscheidung zu treffen und in Vollzeit zu beginnen. Auf die Idee sind wir gekommen, da in unserem Umfeld jemand ist, der bereits so eine Firma führt und das auch nicht erfolglos, obwohl er selbst sehr unstrukturiert an die Sache herangeht.

    Leider können wir ihm keine Fragen stellen, da er uns direkt als Konkurrenz sehen wird und es als Kopie sieht.

    Ich möchte gerne dieses Forum dafür nutzen, um Erfahrungen von solchen Firmengründern zu bekommen.

    Uns interessieren folgende Fragen:

    Wie bekommt man am Anfang ein Factoring Unternehmen und ist es unbedingt notwendig?
    Wie kommt man am besten an Aufträge und auch an die Mitarbeiter
    Welche Tarifverträge sind hier empfehlenswert
    Ist ein Büro zu Beginn zwingend notwendig in Bezug auf Vorstellungsgespräche, Präsenz etc
    uvm.

    Wie sind die Aussichten von Zeitarbeitsfirmen Überhaupt?

    Ich bedanke mich im voraus

    Gruß
    Pollux

  • #2
    Hallo Pollux,

    rein zufällig bin ich derzeit in Anstellung in genau dieser Branche - Dein Glück :-) Ich werde in kürze allerdings das Unternehmen verlassen, nur soviel dazu. Von daher gesehen ist mein Rat recht Objektiv, da ich Dich nicht als Konkurrenz betrachten werde.
    Also...

    Grundsätzlich würde ich von der Branche abraten.

    1) Aufgrund der derzeitigen Wirtschaftslage sind wir in einer Konjunktur, die voraussichtlich bis 2020 anhalten wird. Diese Konjunktur sorgt dafür, dass Firmen derzeit versuchen ihre eigenen Leute mit arbeit zu versorgen, weswegen man es im Wettbewerb selbst als etabliertes Unternehmen schwer hat. Von diesem Aspekt ist der temporäre Zeitpunkt schlecht gewählt.

    2) Seit 01.01.2017 gibt es ein neues Gesetz, das die Regulierungen zwischen ANÜ und Werkvertrag streng verschärft hat. Wer hier mauschelt oder sich nicht auskennt kommt schnell in Teufels Küche. Sanktioniert wird hier teilweise mit ü. 100k Euro - Und nicht nur zu Ungunsten des Vermittlers, sondern auch des Kunden. Sehr heikles Thema, weswegen eine umfassende Recherche der Rechtslage zwingend erforderlich für euch ist!

    3) Die Dienstleistung ist kein greifbares Produkt, weswegen es sich immer schwierig gestaltet Werbung zu betreiben. Elemente des Kunden unterliegen dem Datenschutz und die rein literarische Form gewinnt keine Neukunden, zudem Massenemails ohnehin verboten sind. Der Aufbau des Kundenstamms ist vom Aufwand/Nutzen sehr kritisch, was euch in der Anfangszeit das Genick brechen kann - Insbesondere bezogen auf Punkt 1)


    Meine Empfehlung wäre daher mit dem etablierten Headhunter einen Deal zu machen.
    Wenn ihr euch mit euerem Netzwerk mit einbringt, kann dieser mehr Umsatz machen und wir euch dadurch auf Provisionsbasis beteiligen. Üblich sind bei Vermittlung 2 bis 2,5 Monatsgehälter Provision. Wenn er den Auftrag bringt und Ihr den Interessenten könnt Ihr 50/50 machen und ihr habt eine win-win-Situation. Da alle Geschäfte über ihn laufen, trägt er jedoch das volle Risiko und ihr seid fein raus.
    Parallel gibt es auch die Möglichkeit Geld vom Arbeitsamt zu bekommen ,wenn ihr als Vermittler für Langzeitarbeitslose erfolgreich seid. Das nennt sich dann Vermittlungsschein oder Arbeitsschein... müsstet ihr euch mal kundig machen.

    Nichts desto trotz versuche ich derzeit aus der Branche raus zu kommen, da die Rentabilität nicht so gewinnbringend ist, wie vielleicht noch vor einigen Jahren - der Markt ist weitgehend gesättigt.

    -Viel Erfolg für was immer ihr euch auch entscheidet-

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    • #3
      Vielen Dank DJS1982, ich weiß das wirklich zu schätzen.

      Ja das stimmt alles was du schreibst und daher sind wir auch sehr vorsichtig mit unserer Entscheidung.
      Wir kommen aus dem Ruhrgebiet und sehen, wie rentabel das Geschäft eines bekannten hier läuft und der ist dabei, vorsichtig ausgedrückt, wirklich nicht der hellste und organisierteste.

      Kannst du auch etwas zum Thema Factoring sagen? Hier geht es darum, dass Factoring-Firmen deine Rechnungen kaufen, man selbst das Geld dann schneller hat um die Gehälter zu bezahlen und das Factoring Unternehmen bis zu 4% einsackt. Oft ist es nämlich so, dass Gehälter gegen Mitte des Monats ausgezahlt werden, man das Geld vom Auftraggeber allerdings etwas später bekommt, somit geht man erstmal in Vorkasse.


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      • #4
        Mit Factoring hatte ich bisher noch nichts am Hut, da es letzten Endes nur wieder eine Mittelsmann-Funktion ist die unnötig vom Nettogewinn was weg frisst. Für krasse Fälle kann man situativ Inkasso-Unternehmen hinzu ziehen, ansonsten handhaben es viele Firmen so, dass Sie den Kunden mit 2-3% Skonto locken (also Nachlass bei Überweisung binnen 2 Wochen).

        Das mit dm Thema ANÜ wollte ich nicht über einen Kamm scheren. So habe ich von anderer Stelle auch gehört, dass man mit Facharbeitern und Mindestlöhnern in dem Bereich noch ziemlich viel Cash machen kann. Wer hier aktiv werden will müsste sich quasi Konzern ähnliche Unternehmen suchen, die noch keine Equal-Pay Richtlinien haben. Da Konzernniveau, ist deren Richtwert entlang der eigenen Belegschaft, die durchaus gut verdienen kann. Daher sind hohe Verrechnungssätze und Gewinne möglich, je niedriger Du Gehälter verhandeln kannst. Vermutlich macht die Person X bei Dir in der Region auf diese Weise.

        Dennoch verschärfen Sich die Gesetzesregelungen von Jahr zu Jahr, was das ganze immer mehr erschwert. Und im Grunde ist das auch gut/gerecht so. Nur weil etwas wirtschaftlich möglich ist, heißt das noch lange nicht, dass man es tun sollte. Als Stichworte sage ich nur: ehtisch-normative Komponente, CSR, Complience Richtlinien und das ungesprochene Gesetz des ehrbaren Kaufmanns. Alles Punkte, die man auf dem Schirm haben sollte, da es in aller Munde ist und negative Mundpropaganda in Konkurrenzbeziehung zu euerem Vorhaben steht.

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        • #5
          Da hast du recht. Das Gesetze verschärft werden stört mich nicht, da für mich die Menschlichkeit immer noch an erster Stelle steht, dafür nehme ich geringere Margen in Kauf. Denke auch, dass gerade so ein Unternehmen Wert auf Seriösität legen sollte. Die meisten, die eine Zeitarbeitsfirma gründen, haben selbst in einer gearbeitet und gesehen, wie simpel das Geschäftsmodell sein kann, hast du nie darüber nachgedacht, oder haben die von dir genannten Punkte dich immer davon abgehalten?

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          • #6
            Letzen Endes geht es in einer Unternehmung primär immer um das erzielen von Gewinnen. Und dadurch, dass man auch immer Wettbewerbsfähig sein muss, hast Du mit deinen Preisen nicht all zu viel Spielraum. Bist Du zu teuer, springen die Kunden ab und nehmen den Wettbewerber.
            Ich will deine moralische Intension daher nicht kritisieren, doch je härter das Geschäft, desto weniger Spielraum für lobenswerte Handlungen.
            In meinem Gewerbe arbeitet man Branchen bedingt mit Werkvertrag und ANÜ. Dass die letzten Jahre Firmen mehr den Vorteil in ANÜ gesehen haben ist der Grund, warum ich mich damit befassen muss. Vom wollen ist bei mir nie die Rede gewesen.

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            • #7
              Schönen guten Tag!

              Das ist auf jeden Fall mal eine ziemlich große Herausforderung, die ihr euch da gestellt habt.

              Allerdings würde ich an eurer Stelle persönlich im Vorfeld noch die Frage klären, ob Zeitarbeit oder Leiharbeit? die bessere Variante wäre.

              Da gibt es nämlich durchaus Unterschiede, die es zu beachten gilt.

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              • #8
                Ja also ich habe mal über diese Zeitarbeit gearbeitet: https://www.zeitarbeit-heute.de/stan...it-heidenheim/ und mir dann auch gedacht, so etwas aufzubauen, wäre vielleicht nicht die übelste Sache. Man hilft so anderen Menschen passende Jobs zu finden und erfreut andererseits die Firmen, dass diese sich nicht um das Finden passender Fachkräfte kümmern müssen.

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