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Thema: Wein als Geldanlage

  1. #1

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    Wein als Geldanlage

    habe gerade einen interessanten Artikel auf n-tv dazu gefunden:

    Der Handel mit Top-Weinen ist ein lukratives Geschäft. Bei Auktionen werden Millionen umgesetzt. Doch unerfahrene Käufer können auch einige Fehler machen. Wann lohnt es sich, Weine als Wertanlage zu sammeln?

    Wenn in Omas Keller plötzlich eine verstaubte Weinflasche aus dem letzten Jahrhundert auftaucht, glaubt so mancher an einen wertvollen Fund. Doch die Enttäuschung ist groß, wenn sich herausstellt, dass der vermeintlich edle Tropfen längst zur ungenießbaren Brühe geworden ist. Gleichzeitig werden bei Auktionen immer wieder spektakuläre Preise für seltene Weine erzielt. Wann lohnt es sich also eine gute Flasche Wein in den Keller zu legen und auf eine Wertsteigerung zu spekulieren?

    hier geht's weiter:
    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Nicht...e20581768.html

  2. #2

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    Das ist ja interessant! Danke für die Info! Lustig was man heutzutage schon alles als lukrative Geldanlage bezeichnen kann!

  3. #3
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    Billig-Wein: Eine Flasche Wein bekommt man mittlerweile schon für weniger als

    zwei Euro.

    Wie geht das?

    Der "WDR" hat sich bei einer der größten Weinkellereien Deutschlands umgesehen, die Supermärkte und Discounter beliefert.

    Schier unendlich wirkende Weinberge, Traube für Traube reift im Abendlicht, im Hintergrund fließt die Mosel in den Sonnenuntergang - das liebevoll gestaltete Etikett der Weinflaschen bemüht die Winzer-Romantik. Fein säuberlich reihen sich Chardonnay, Pinot Noir, Grauburgunder und Merlot aneinander. Alle kosten zwischen 1,49€ und 4,99€. Zwei Regale weiter warten Chips und Flips auf ihre potenziellen Käufer. Discounter-Alltag.

    Die Deutschen lieben Wein, im Schnitt trinkt jeder über 20 Liter davon im Jahr. Viel dafür bezahlen wollen aber nur wenige: 2,40€ geben wir durchschnittlich für eine Flasche aus. Doch wie ist es möglich, dass Weine überhaupt zu solchen Preisen angeboten werden? Und was sagt der Preis über die Qualität aus?

    Das Verbrauchermagazin Markt vom "WDR" hat sich in einem Betrieb umgeschaut, der Discounter beliefert. Zimmermann-Graeff & Müller (kurz ZGM) ist eine seit 1886 bestehende Weinkellerei mit Sitz in Rheinland-Pfalz. Nach eigenen Angaben sind sie "eines der stärksten Exportunternehmen der deutschen Weinwirtschaft", beliefern 27 Länder mit ihrem Wein.

    Wein: Massen-Mische statt edler Tropfen

    In den Produktionshallen türmen sich riesengroße Stahlfässer. In einem Tank gären bis zu 120.000 Liter Wein. Schnell muss es gehen. Täglich werden bei ZGM etwa eine halbe Million Flaschen abgefüllt. Diese Menge lässt erahnen, dass das Unternehmen den Wein nicht selbst anbaut. Tatsächlich liefern 1.000 Winzer ihre Ware an die Kellerei. Wer denkt, dass jeder Winzer den Inhalt für eine Weinsorte stellt, liegt falsch. Dem "WDR" erklärt ein Kellermeister, dass die Lieferungen von verschiedenen Winzern gemischt werden, "und dann kann es sein, dass bis zu zwanzig verschiedene Weine in einem Wein drin sind." Das ist für den Verbraucher aber im Discounter nicht zu erkennen. Das Etikett verrät nur die Weinsorte, zum Beispiel Grauburgunder. Von welchen oder wie vielen Winzern und Weinbergen der Wein stammt, bleibt ungewiss.

    Aber heißt das gleichzeitig auch, dass die Billig-Weine qualitativ nicht mithalten können? Masse statt Klasse? Laut ZGM werden bei der Weinproduktion "konstant hohe EU-Qualitätsnormen erfüllt." Auf hartnäckige Nachfrage lässt sich der Geschäftsführer zu einer ehrlichen Antwort hinreißen: "Wir müssen immer das Preis-Leistungs-Verhältnis im Auge behalten. Wir machen mit Sicherheit keine Spitzenweine hier", räumt er ein. Viel mehr handele es sich um gute Massenware.

    Zwei Cent bleiben für die Kellerei

    Mit guter Massenware lässt sich anscheinend auch gutes Geld verdienen. 2016 lag der Jahresumsatz der Großkellerei, die aktuell 289 Mitarbeiter beschäftigt, bei 162 Millionen Euro. Fraglich ist, wie sich diese Summe bei solch niedrigen Endverkaufspreisen erzielen lässt. Nachdem die ZGM das nicht kommentieren will, hat der "WDR" eigene Schätzungen angestellt, ausgehend vom Durchschnittspreis für Discounter-Wein, 2,40€ pro Flasche. Demnach bleiben nach Abzug von Kosten für den Wein-Einkauf, für Verarbeitung, Verpackung und Logistik, nach Abzug der Steuer und der Händlerprovision noch exakt zwei Cent pro Flasche für die Kellerei. Zu der genauen Kosten- und Gewinnverteilung möchte man sich bei ZGM nicht äußern.

    Was feststeht: Wer seinen Wein im Discounter erbeutet, kann sich von der Illusion des Winzers mit Strohhut, der entspannt Rebe für Rebe erntet, getrost verabschieden. Tatsächlich kaufen Kunden Massenware, von der nur der Hersteller weiß, ob der Flascheninhalt aus zwei oder zwanzig verschiedenen Weinen gewonnen wurde.

    https://www.stern.de/wirtschaft/bill...--7391944.html

    Ergo: Der Trauben Lieferant - Winzer - bekommt für den Liter Traubensaft - Traubenmost oder kg Trauben, nicht mal 60 Cent ausbezahlt und in manchen EU-Mitgliedsländer, nicht mal 30 Cent.

    https://www.weinbauring.de/database/...fervertrag.pdf

    http://www.weinmarketing.rlp.de/Inte...ElemFormat=gif

    Die Reben Katastrophen...
    Eigentlich hätte dem weltweiten Siegeszug des Weines nun nichts mehr im Wege stehen können. Doch dann erschütterten zwei Katastrophen die Welt der Weinliebhaber. Erst sorgte die Mehltau-Plage im 19. Jahr- hundert dafür, dass die Weine nicht mehr transport- und lagerfähig waren. Der Forscher Louis Pasteur konnte dieser Plage zum Glück Einhalt gebieten. Dann wurde ein kleines Insekt für die gesamte Weinindustrie zum Desaster. Die Reblaus, ein keiner Schädling, der aus Amerika eingeführt wurde, zerstörte rund 30 Prozent der Rebflächen in Frankreich und anderswo. Die Entdeckung, dass amerikanische Wild- rebstöcke resistent gegen die winzigen Biester sind, brachte die Lösung. Die Wurzeln wurden als Unterlagsreben angepflanzt und mit Pfropfen veredelt. Die Reblaus musste kapitulieren. Doch seitdem gibt es eigentlich keine Ur-Rebstöcke mehr. Und selbst heutige Versuche, sie neu anzupflanzen, scheiterten an dem Appetit dieser kleinen Laus.
    https://www.tipps-vom-experten.de/ge...einempfehlung/


    Rheinhessische Winzer müssen Trauben hängenlassen
    An vielen Weinstöcken in der Region hängen noch verwertbare Trauben. Geerntet werden sie nicht – wegen einer EU-Richtlinie.
    https://www.allgemeine-zeitung.de/lo...ssen_19073459#


    Effizienz der Traubenverwertung: http://falk-kulinarium.de/wordpress/...benverwertung/


    Billig verkauft – teuer bezahlt - Oxfam Deutschland: https://www.oxfam.de/system/files/20...er-bezahlt.pdf



    Warum kostet ein Wein so viel, wie er kostet?
    Oder anders gefragt: Warum wird im Supermarkt ein Wein für € 2,99 angeboten, der Durchschnittspreis bei Wein am Limit liegt vielleicht bei € 29,99 und gleichzeitig gibt es Weine, die man für € 299,- oder mehr erwerben kann? Diese Frage ist eigentlich ganz leicht zu beantworten wenn man es ganz allgemein ausdrückt. Es wird allerdings etwas schwieriger, wenn man ans Eingemachte geht. Denn vom ersten Gedanken, einen Wein zu machen bis zu dem Zeitpunkt, wo der Wein in irgendeinem Regal dieser Welt steht, gibt es eine sehr große Zahl von Faktoren, die Auswirkungen haben auf den Preis für eine Flasche Wein.
    https://shop.weinamlimit.de/magazin/...wie-er-kostet/


    Preisverfall. Ein Kilo Trauben um nur 30 Cent!

    Immer, wenn in einem Weinjahr eine gute Erntemenge absehbar ist, sinken schon zu Beginn der Lese die Traubenpreise. Das stete Spiel von Angebot und Nachfrage. Nachdem in den vergangenen Jahren die Traubenpreise tendenziell stabil waren, seit dem miesen Jahr 2014 sogar etwas angezogen haben, werden derzeit im freien Handel wieder Preise bezahlt, von denen Traubenproduzenten nicht leben können. Der Weinbauverband befürchtet daher weitere Stillegungen von kleinen Weinbaubetrieben, die nur vom Traubenverkauf leben müssen.

    Hat ein Nebenerwerbswinzer einmal seinen Betrieb stillgelegt, fehlen diese Traubenmengen dem Handel und den Winzern in den Folgejahren. Schmerzlich dann, wenn es mengenmäßig kleine Jahre sind. Josef Glatt, Geschäftsführer im Bundes-Weinbauverband erläutert: „Der Handel sägt wieder einmal an dem Ast, auf dem er sitzt.“

    Besonders schmerzlich angemerkt wird, dass schon Anfang August zu Beginn der Lese im Burgenland Trauben um nur 30 Cent pro Kilogramm auf den Markt kamen beziehungsweise zu diesem Preis verkauft werden mussten. Zwar handelte es sich dabei um keine besonderen Qualitäten und um Trauben der sehr früh reifenden Sorten, die für Moste und Säfte verwendet werden, aber die Tendenz war damit vorgegeben.

    Viele Winzer, die Trauben zukaufen, und Genossenschaften, die Trauben ihrer Mitglieder verarbeiten, haben sich im Laufe der Zeit Vertrags-Traubenlieferanten heran gezogen. Diese erhalten – etwa bei der Domäne Wachau und von vielen namhaften Winzern in ganz Österreich – klare Vorgaben hinsichtlich der Arbeit im Weingarten, der Produktionsmengen und der Lesezeitpunkte. Der Lohn der Mühe ist dann ein attraktiver Traubenpreis, der auch kleinen Nebenerwerbswinzern ein tragfähiges Einkommen sichert.

    Topwinzer setzen überhaupt auf enge Bindung ihrer Traubenlieferanten. Je nach Sorte, Qualität und Lage (Riede) sind dann Traubenpreise von drei Euro pro Kilo keine Seltenheit. In gefragten Toplagen etwa in der Wachau, im Kamptal oder in Wien können die Traubenpreise für Spitzenqualitäten noch deutlich darüber liegen. Freilich sind die Mengen, um die es dabei geht, österreichweit betrachtet nicht von Relevanz.

    24.09.2018

    http://www.vinaria.at/News_Detail.aspx?id=2972



    Warum ist Rotwein teurer als Weißwein?

    • Roter ist teurer als Weißer – das weiß jeder Weintrinker. Allerdings ist der Preisunterschied in Deutschland geringer als zum Beispiel in Frankreich.

    Text: Manfred Klimek - Illustration: Nadine Gerber

    Das liegt daran, dass die Deutschen für Essen und Trinken nur wenig bis sehr wenig ausgeben wollen. Europaweit haben wir einen der niedrigsten Durchschnittspreise für Wein. Der ist zwar im Jahr 2014 um 12 Cent gestiegen, liegt aber immer noch bei mageren 2,84 Euro pro Liter. Das bedeutet, dass eine 0,75-Liter-Flasche unseres Durchschnittsweins für 2,13 Euro über das Warenband der Discounter-Kasse läuft. Das bedeutet aber auch, dass es Weine gibt, die noch billiger sind.

    Wenn man von den 2,13 Euro die Kosten für Kellertechnik, Gebinde, Verschluss, Etikett, Transport und Marketing abzieht, kommt man zu dem Ergebnis, dass die abfüllende Kellerei (meist eine in die Landschaft geklotzte Mehrzweckhalle) an jeder der gewöhnlich für rund die Hälfte des Ladenpreises verkauften Durchschnittsflasche gerade mal zwischen 30 und 50 Cent verdient. Davon müssen noch die Angestellten bezahlt werden. Und die Winzer, die ja die Lieferanten der gekelterten Weine sind. Danach bleiben etwa 10 bis 25 Cent übrig.

    Die Konsequenz: Massenproduktion in Fabriken. Wer glaubt, eine Weinkellerei brauche heute einen Keller, ist ein Romantiker. Eben diese Romantik verklärt den Wein aber zu einem edlen und individuellen Produkt, das er nur in den seltensten Fällen ist.

    Es gibt jedoch Signale einer Wende. Dazu zählen auch die bereits erwähnten 12 Cent, die der deutsche Konsument seit 2014 zusätzlich für Wein auszugeben bereit ist. In Wirklichkeit ist der Betrag sogar noch höher, denn die 12 Cent werden zwar am Durchschnittsliter festgemacht, sind aber dem Qualitätswein zuzurechnen, der in viel geringerer Menge gekeltert wird. Man kann also davon ausgehen, dass sich eine geringe Zahl deutscher Weintrinker 2014 dafür entschieden haben, für eine bessere Flasche Wein ein paar Euro mehr hinzulegen.

    Aber was ist nun der Grund für den Preisunterschied zwischen rotem und weißem Qualitätswein? Vorweg: Grundsätzlich lassen sich Rotweine industriell auf sehr ähnliche Art und Weise produzieren wie weiße. Für Qualitätsware aber gelten andere Gesetze.

    Den ersten großen Kostenunterschied macht nach dem Pressen der Trauben das Maischegärverfahren, die sogenannte Maischestandzeit, die dem Wein Frucht und vor allem die Kraft geben soll, die ein wertvoller, gewichtiger Rotwein braucht. Für dieses Verfahren gibt es sogenannte Gär-Behälter. Qualitätswinzer vergären meist im großen 1200-Liter-Stückfass aus Holz. Man kann das Maischegärverfahren auch in kleinen Barriquefässern durchführen, die dann einen Teil ihrer Räucheraromen, das sogenannte Toasting, in den Most abgeben. Dafür muss man aber ein gutes Händchen haben, damit die Aromen des Holzes und des Weins während der Gärung keinen Krieg gegen die Sekundär-Aromen führen und so eventuell die Geschmacksvielfalt unterdrücken.

    Das Maischegärverfahren benötigt auch Personal, das den Vorgang kontrolliert. Die Weinindustrie kürzt dieses Verfahren ab, indem sie die Weine auf bis zu 85 Grad Celsius erhitzt und die Schalen quasi kontrolliert auskocht. Die Weine bekommen dann eine leuchtende Farbe und schmecken nach Marmelade.

    Die meisten weißen Moste sind zu diesem Zeitpunkt schon viel weiter. Ihr Lesegut ging durch eine Ganztraubenpressung ohne Maischestandzeit. Das dient der Frische und der Primärfruchtigkeit. Und während die roten Moste noch auf den Schalen liegen, werden die weißen Moste der Qualitätsweine schon in Stahltanks kontrolliert vergoren – meist mithilfe sogenannter Reinzuchthefen, manchmal auch Aromahefen.

    Einige namhafte Winzer biegen hier ab Richtung Spontanvergärung, die mitunter Wochen dauern kann und dem Wein einen authentischeren Geschmack, mehr Aromen und mehr subtilen Charakter gibt. Einige Winzer vergären ihre Weine, um sie danach in Barriquefässern verschiedener Größen zwischen acht Monaten und zwei Jahren zu lagern. Die größte Zahl dieser Weißweine kommt aus dem Burgund und kostet meist genauso viel wie der dort angebaute Rotwein – also zwischen 25 und 250 Euro.

    Zusammen mit einigen deutschen und elsässischen Rieslingen, weißem Bordeaux, österreichischem Grüner Veltliner und wenigen anderen zählen sie zu den einzigen Weißweinen, deren Herstellung ähnlich lange dauert wie die von qualitativ hochwertigen Rotweinen. Erst recht, wenn sie spontanvergoren werden, wenn also der Winzer die Hefen an den Schalen, Fässern und Kellerwänden einfach arbeiten lässt.

    Die längere Herstellungszeit ist der wichtigste Faktor, der jeden Qualitätswein, egal welcher Farbe, teurer macht. Da weltweit mehr rote als weiße Weine in Fässern liegen, hebt das den durchschnittlichen Rotweinpreis.

    Zeit ist Geld

    Unser weißer Qualitätswein darf nun anschließend noch ein paar Wochen in den Tanks schwimmen und verschnitten werden. Danach wird er in Flaschen gezogen und verkauft. Das geschieht meist schon im Januar und Februar des Folgejahres, denn der Winzer muss sein Lager leer bekommen, schließlich ist in neun Monaten schon wieder Lesezeit.

    Zusammengefasst hat ein Qualitätsrotwein verglichen mit einem Qualitätsweißwein bis zum Gärprozess folgende Mehrkosten verursacht: erstens den Kauf der Gärbehälter oder Bottiche. Ein Stückfass besserer Qualität kostet etwa 3800 Euro. Einfache Gärbehälter aus Plastik kosten 300 Euro pro Stück. Die meisten Weißweine haben ihre Gärung im Stahltank vollzogen, der billiger ist als die Rotwein-Variante aus Holz und zudem länger hält. Ein 1200-Liter-Stahltank kostet nur 1800 Euro. Bei guter Pflege kann ein großes Holzgebinde jedoch mehr als 20 Jahre gute Dienste leisten. Auf den Jahrgang gerechnet, bleiben diese Mehrkosten bei der Rotweinerzeugung also überschaubar.

    Die Rotweintrauben werden zweitens im Ertrag beschränkt, um eine bessere Qualität zu erzielen. Deswegen können weniger Flaschen produziert werden – was sich wesentlich auf den Preis auswirkt. Je nach Weinbau-Ideologie und Region kann man bei Rotwein zwischen 15 und 30 Prozent geringerem Ertrag ausgehen, je nachdem, wie das Weinjahr ausfiel. Daraufhin schauen viele Qualitätswinzer, wie sich die Konkurrenz verhält und was die Verbände sagen – und fällen dann die Entscheidung, wie viel ihr Roter kosten soll.

    Der dritte Faktor, der Rotwein teurer macht, hat wieder mit der Zeit zu tun, die er zur Fertigstellung braucht. Es ist der Faktor des geringeren Umschlags einer ohnehin schon geringeren Produktion. Jeder Rotweinwinzer muss am Anfang eines neuen Betriebes etwa drei Jahre Produktion vorfinanzieren. Während der Qualitätsrotwein gerade erst in seine Barriquefässer gepumpt wird, stehen die weißen Qualitätsweine schon fast alle bei den Händlern. Zudem sind Barriquefässer teuer, sie kosten in verlässlicher Qualität je nach Größe (250 bis 500 Liter) und Ausstattung zwischen 750 und 990 Euro und sollten in der Regel nur drei bis fünf Jahre lang wiederbefüllt werden.

    Manche Rotweine liegen bis zu fünf Jahren in den Fässern, und manche Betriebe verordnen zudem nach dem Abfüllen noch eine Flaschenreifezeit. Erst dann darf er den Keller verlassen. Der Weißwein ist bis dahin längst ausgetrunken. ---

    https://www.brandeins.de/magazine/br...-als-weisswein
    Geändert von Luis (11.03.2019 um 19:31 Uhr)

  4. #4
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    Österreich: Weinexporte steigen auf Rekordwert

    Die Weinexporte sind im Vorjahr um 6,9 Prozent gestiegen und haben den Rekordwert von 170,1 Millionen Euro erreicht. Die exportierte Menge stieg stärker, und zwar um 10,5 Prozent auf 52,6 Millionen Liter.

    Damit wurden erstmals seit 2010 wieder mehr als 50 Millionen Liter Wein ins Ausland verkauft. Das teilte die Österreichische Wein Marketing (ÖWM) österreichischen Weinexporte am Mittwoch mit. Der Durchschnittspreis sank leicht auf 3,24 Euro je Liter, nach 3,35 Euro je Liter 2017.

    Dies sei aufgrund der breiteren Marktdurchdringung in allen Preissegmenten durch die höhere Erntemenge 2017 aber zu erwarten gewesen. Exporttreiber seien einmal mehr der wachsende Absatz von Flaschenweinen gewesen - trotz des im vierten Quartal einsetzenden Fassweingeschäfts aufgrund der großen Ernte 2018.

    Deutschlands erstmals unter 50 Prozent

    Österreichischer Wein ist außerhalb der EU immer stärker gefragt. Der größte Exportmarkt bleibt Deutschland. Der Umsatzanteil Deutschlands sank aber wegen des starken Wachstums in anderen Märkten erstmals auf unter 50 Prozent, im Jahr 2000 waren es noch mehr als 70 Prozent

    Der Anteil der Drittmärkte am Exportwert erreichte im Vorjahr fast 30 Prozent. So sind die Exporte in die USA um rund ein Fünftel gestiegen, jene nach Kanada um mehr als 60 Prozent. Auch die EU-Staaten wiesen im Durchschnitt „erfreuliche Steigerungen bei Menge und Wert“ auf, so die ÖWM.
    Österreichischer Wein dominiert Gastronomie

    Auch der Inlandsmarkt entwickle sich weiter positiv. Im Lebensmitteleinzelhandel sei beim Absatz der Marktanteil auf 58,3 Prozent (plus 6,9 Prozent gegenüber 2017) gestiegen, beim Umsatz auf 70,5 Prozent (plus fünf Prozent). Beim Heimkonsum habe österreichischer Wein ebenfalls zugelegt, der Marktanteil bei der Menge sei bei 67,5 Prozent (plus vier Prozent) gelegen, beim Wert bei 74,2 Prozent (plus fünf Prozent).

    In der Gastronomie dominiert österreichischer Wein trotz leichter Rückgänge: Beim Absatz lag der Marktanteil im Vorjahr bei 90,3 Prozent (minus 2,7 Prozent), beim Umsatz waren es 88,3 Prozent (minus 1,4 Prozent).

    Österreichs Wein sei allen Unkenrufen zum Trotz auf dem richtigen Weg, sagte ÖWM-Chef Willi Klinger. Die Exporte legten seit 15 Jahren im Durchschnitt um 6,5 Prozent jährlich zu, während im Inland kaum noch ein höherer Marktanteil denkbar sei.

    Link: ÖWM

    https://oesterreich.orf.at/stories/2969816/

    https://www.google.com/search?client...auf+Rekordwert

  5. #5
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    Verbotene Reben: Die Weine, die Europa spalten...

    Fragolino in Italien, Americano in der Schweiz oder Uhudler in Österreich: In ganz Europa werden seit mehr als hundert Jahren lokale Traditionsweine gekeltert, die auf Reben aus Amerika zurückgehen. Diese sind aufgrund ihres beerig-„fuchsigen“ Geschmacks, aber auch ihrer turbulenten Geschichte umstritten – so sehr, dass bis heute sechs Rebsorten in der EU verboten sind. Der Bann könnte nun fallen, und das sorgt nicht überall für Begeisterung.

    Online seit heute, 7.22 Uhr

    Es ist eigentlich paradox: Die Existenz des Uhudlers ist just der Reblaus zu verdanken. Im 19. Jahrhundert wütete das Ungeziefer in Europa und vernichtete quasi den gesamten Weinbau. In der Not hat man amerikanische Reben importiert, die reblausresistent waren. Sie dienten als „Unterlage“ für europäische Reben, die aufgeproft wurden. Dadurch war es möglich, die heimischen Reben zu erhalten.

    Die amerikanischen Reben wurden aber auch einfach so ausgepflanzt, und aus ihren Trauben wurde Wein gemacht: Beerig schmeckende „Haustrunke“ avancierten bald zur Konkurrenz für herkömmlichen Wein – und dadurch auch vielen ein Dorn im Auge. Unter anderem wurde ihnen vorgeworfen, Zornexzesse, Blindheit und Wahn hervorzurufen. Zudem sei die Qualität minder und der Geschmack würde nicht dem der europäischen Weinrebe entsprechen. Die Folge waren Verbote, Beschränkungen und Zwangsrodungen.

    Altes Auspflanzverbot könnte fallen

    Was heute an Uhudler und Co. produziert wird, kommt zu den größten Teilen aus historischen Beständen. Und der schlechte Ruf hängt den amerikanischen Rebsorten bis heute nach. Das wird vor allem daran ersichtlich, dass sechs Sorten in der EU immer noch verboten sind: Noah, Othello, Jacquez, Clinton, Herbemont und die in Österreich besonders bekannte Isabella dürfen für die Weinproduktion bis heute nicht nicht neu ausgepflanzt werden.

    Doch das könnte sich bald ändern, denn derzeit wird in Brüssel an der Gemeinsamen Marktordnung und damit auch den Regeln für Wein geschraubt. Am Montag wird im Agrarausschuss des EU-Parlaments darüber abgestimmt, wie es mit den Rebsorten weitergehen soll. Die EU-Kommission hat empfohlen, das Verbot für die gesamte EU aufzuheben. Ein Bann sei wissenschaftlich nicht vertretbar. Die Kultivierung von Direktträgern würde Weingütern vielmehr dabei helfen, sich gegen Klimawandel und andere Bedrohungen wie etwa Pflanzenkrankheiten zu wappnen.

    Finnland vs. Frankreich

    Doch die Haltung hat sich nicht durchgesetzt: Aktuell sieht der Vorschlag ein Aufrechterhalten des Verbots vor. Das ärgert den grünen Abgeordneten und Biobauern Thomas Waitz, der den Rebenbann ebenfalls für nicht gerechtfertigt hält. Direktträger hätten zahlreiche gute Eigenschaften: Sie seien resistent gegen Schädlinge, brauchten weniger Pflanzenschutzmittel und kämen mit dem Klimawandel gut zurecht. Zudem seien die Weine auch beim Publikum beliebt. Am liebsten wäre es ihm deswegen, wenn die Direktträger überall in Europa angepflanzt werden dürften.

    Das hätte es auch nördlicher gelegenen Ländern möglich gemacht, über die robusten Direktträger in den Weinbau einzusteigen. Interesse sollen unter anderem Finnland, Dänemark und Luxemburg gezeigt haben. In den traditionellen Weinbauländern sorgte das für wenig Freude. Es gebe „eine starke Gruppe von französischen, spanischen, italienischen Abgeordneten, die auf jeden Fall Konkurrenz vermeiden wollen“, so Waitz.

    Er will nun deswegen zumindest erreichen, dass in Gebieten mit einer Anbaugeschichte – also auch Österreich – in Zukunft auch neue Stöcke ausgepflanzt werden dürfen. Damit könnten die Winzerinnen und Winzer ihre Bestände an Direktträgern auch legal vergrößern. Das geht derzeit zwar im Burgenland, nicht aber in der Steiermark, wo der Uhudler unter Heckenklescher firmiert. Geht dieser Vorschlag nicht durch, soll der Anbau zumindest dort legal bleiben, wo er es jetzt schon ist. Wie die Abstimmung ausgehen könnte, war laut Waitz bis zuletzt offen. Nach dem Ausschuss wandert das Thema in Parlament und Rat.

    Ministerium sieht gute Gründe für EU-Verbot

    Die Existenz des Uhudlers war ja vor einigen Jahren über ein Schlupfloch gesichert worden, indem man ihn im österreichischen Weingesetz zu den Obstweinen zählte. Aus dem Büro der zuständigen Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger hieß es nun auch, dass „zwei rechtliche Debatten vermischt“ würden. Die Existenz des Uhudlers in Österreich sei unabhängig von der EU-Ebene gesichert, so das Ministerium auf ORF.at-Anfrage.

    Im Ministerium ist man gegen eine Ausweitung der Flächen, und man sieht gute Gründe für das EU-Verbot: Dieses diene unter anderem der Wahrung des europäischen Weingeschmacks. Das moschusartige, erdige und süßliche Aroma namens „Fox-Ton“ wird immer wieder als Argument gegen amerikanische Reben verwendet – es entspreche den europäischen Qualitätsstandards nicht. Das sieht auch der Europäische Weinverband (CEEV) so. Der Sektor habe lange daran gearbeitet, europäische Weine als hochqualitativ zu etablieren, diese Arbeit würde durch eine Zulassung aufs Spiel gesetzt werden.

    Aus dem Landwirtschaftsministerium hieß es außerdem, dass es durch das EU-Verbot seit 30 Jahren keine züchterische Arbeit mit den Sorten gegeben habe. Dadurch würden sie aktuellen An- und Herausforderungen nicht entsprechen – etwa hinsichtlich der Toleranz gegenüber Pilzbefall und anderen Parasiten, aber auch in anderen Bereichen wie der Ertragssicherheit oder dem Geschmack. Auf potenzielle Gefahren durch Schädlinge weisen auch lokale Weinbauverbände hin. Konkret wird davor gewarnt, dass sich bestimmte Pflanzenkrankheiten bei Direktträgern erst später äußern, was reguläre Bestände bedrohe.

    „Als Ergänzung sehen“

    Laut CEEV hätten die amerikanischen Reben zwar „interessante Resistenzeigenschaften“, man trete aber dafür ein, die Zukunft des Weinbaus – auch in nördlicheren Gefilden – lieber über Kreuzungen und Hybride zu sichern. Anders sieht das Arche Noah, ein Verein zur Wahrung alter Sorten. Er hat die Geschichte der amerikanischen „verbotenen Sorten“ im vergangenen Jahr in einer Studie aufgearbeitet und bezeichnet die der amerikanischen Reben als einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt im Weinbau.

    Das EU-Verbot sei „aus heutiger Sicht schwer nachzuvollziehen“, die Pflanzen hätten nicht von der Hand zu weisende Vorteile. Sie seien robust, resistent gegen die Wurzelreblaus sowie den falschen und den echten Mehltau, somit reduziert sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Und: Über Geschmack lasse sich nicht streiten. Die amerikanischen Reben seien „nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung des Angebots“ zu sehen.

    Im Südburgenland floriert das Geschäft mit dem Uhudler jedenfalls. Seit Neuauspflanzungen erlaubt sind, sind die Rebflächen gewachsen, zwischen 200 und 300 Hektar werden im Bundesland mittlerweile bewirtschaftet, weiteres Wachstum ist laut dem Land erwünscht. Der rote Tropfen soll in Zukunft auch geschützt werden – und damit auf den Spuren von Proscecco und Champagner wandeln.

    Saskia Etschmaier, ORF.at, aus Brüssel
    Links:

    Uhudler
    Landwirtschaftsministerium
    Grüne
    Arche Noah
    Vorschlag der EU-Kommission

    https://orf.at/stories/3116522/

  6. #6

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    Das ist ja interessant! Ich habe noch nichts davon gehört.

  7. #7
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    Etikettenschwindel - Der große Weinskandal in den USA | Doku | ARTE

    ARTEde - Am 22.07.2019 veröffentlicht

    https://youtu.be/Uyie3H0ZI1k

    Im August 2014 wurde Rudy Kurniawan in New York zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt.

    Sein Verbrechen?

    Er hatte Weine im Wert von über 30 Millionen Dollar gefälscht.

    Der Dokumentarfilm erzählt von dem groß angelegten Fälschungsbusiness und sieht sich auf dem lukrativen Markt um, auf dem die Gutgläubigkeit der Kunden zu skrupellosen Geschäften einlädt.

    Der Handel mit Jahrgangsweinen erlebte in den letzten 15 Jahren einen phänomenalen Aufschwung, erregte aber auch das Interesse von Fälschern und Betrügern. Der Winzer Laurent Ponsot wurde selbst zum Opfer des Weinfälschers und stellt nun eigene Recherchen an: In den USA begibt er sich auf die Spuren von Rudy Kurniawan, Weinhändler mit indonesischen Wurzeln. Der Weinfälscher präsentierte sich als reicher Erbe, der einen erfolgreichen Weinhandel aufgebaut hatte. Er organisierte Versteigerungen, bei denen Weine für mehrere Millionen Dollar erworben wurden.

    Bei seinen Ermittlungen stößt Laurent Ponsot auf Bill Koch, einen der größten amerikanischen Weinsammler, der selbst um einige Millionen Dollar betrogen wurde. Koch hat einen Privatdetektiv engagiert und Klage beim FBI eingereicht. Gemeinsam ergründen der Winzer und der Sammler die raffinierten Machenschaften des jungen Rudy Kurniawan, der heute von Hollywoodproduzenten und Finanzbossen umgarnt wird. Hinter ihm steht ein mysteriöses Netzwerk reicher Chinesen aus Indonesien, die Banken in Jakarta leiteten und deren Gelder veruntreuten.

    Das hintergründige Porträt wirft zahlreiche Fragen auf – über den Sinn und Unsinn von Luxusmärkten und die Manipulierbarkeit von Anspruch und Geschmack.

    Nach seiner Verwandlung vom Kenner zum Betrüger hinterlässt Rudy Kurniawan jedenfalls gefälschten Wein im Wert von insgesamt 100 Millionen Dollar, verteilt auf Weinkeller in der ganzen Welt.

    Dokumentarfilm von Jerry Rothwell und Reuben Atlas (F 2015, 85 Min)


    Abonniert den Youtube-Kanal von ARTE: http://www.youtube.com/user/ARTEde


    https://www.youtube.com/watch?v=Uyie3H0ZI1k

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