+ Auf Thema antworten
Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: Deutschland droht ein neuer großer Steuerskandal: "Cum-Ex"

  1. #1
    Premium-Mitglied Avatar von Luis
    Dabei seit
    07/2004
    Beiträge
    5.747

    Deutschland droht ein neuer großer Steuerskandal: "Cum-Ex"

    "Phantom-Papiere": Finanzministerium geht neuen Vorwürfen von Steuerbetrug nach...

    Offenbar deckte ein Rechercheteam zwielichtige Wertpapiergeschäfte von Bankern und Aktienhändlern auf. Der Schaden geht demnach in die Millionenhöhe.

    In Deutschland bahnt sich auf Kosten der Steuerzahler ein neuer Betrugsskandal mit dubiosen Aktiengeschäften an.

    Nach Recherchen von WDR und "Süddeutscher Zeitung" geht die Staatsanwaltschaft Köln einer bislang unbekannten Masche nach, mit der womöglich Banker und Aktienhändler Millionen deutscher Steuergelder ergaunert haben sollen.

    Der Trick solle auf "Phantom-Papieren" basieren. Bei dubiosen "Cum-Ex"-Steuergeschäften hatte es bereits einen Milliardenschaden für Steuerzahler in ganz Europa gegeben.

    Finanzministerium: "Ernster Vorgang"

    Das Bundesfinanzministerium erklärte am Mittwoch auf dpa-Anfrage: "Die Recherchen der Medien weisen auf einen ernsten Vorgang hin. Das Bundesfinanzministerium geht diesen Vorwürfen mit Hochdruck nach und arbeitet dabei eng mit dem Bundeszentralamt für Steuern, das für die Erstattung von Kapitalertragsteuern zuständig ist, sowie mit den zuständigen Stellen der Bundesländer zusammen."

    Es sei nun die Aufgabe der zuständigen Ermittlungsbehörden, einschlägige Sachverhalte zu prüfen und zu ahnden. Dies umfasse auch die Haftung beteiligter Geldinstitute für den möglicherweise entstandenen Schaden.

    Um was geht es in dem Betrugsskandal?

    Konkret geht es um Geschäfte mit sogenannten American Depositary Receipts (ADR). Dies sind laut Bericht Papiere, die von Banken ausgestellt und in den USA stellvertretend für ausländische Aktien gehandelt werden.

    Normalerweise müsse jedem ADR-Papier eine echte Aktie zugrunde liegen. Großbanken und Aktienhändler werde aber nun vorgeworfen, Millionen von ADR-Papieren herausgegeben zu haben, die nicht mit echten Aktien hinterlegt waren.

    Das Ministerium erklärte, Steuerbescheinigungen dürften ausschließlich für ADR-Papiere ausgestellt werden, die sich tatsächlich im Depot des jeweiligen Instituts befänden und für die die Kapitalertragsteuer auf die dem Papier zugrundeliegende Aktie abgeführt worden sei.

    Sollten Bescheinigungen dennoch beantragt und ausgestellt worden sein, liege ein klarer Gesetzesverstoß vor.

    In diesem Fall würde es sich wie schon beim gigantischen Cum-Ex-Skandal nicht nur um bloße Steuerhinterziehung handeln, sondern um einen Diebstahl an Steuergeldern aus der Staatskasse. (am/dpa)

    Luis hat das bei der Bafin und bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht:
    Auch Aktien für die ADR-Papiere gab es nicht, die Banken haben Scheinaktien (Schattenaktien, Phantomaktien) in die Depots eingebucht.
    Geändert von Luis (22.11.2018 um 11:04 Uhr)

  2. #2
    Premium-Mitglied Avatar von Luis
    Dabei seit
    07/2004
    Beiträge
    5.747

    Cum-Ex-Skandal: Maple Bank zusammengebrochen - 13. Dezember 2019, 17:54 Uhr

    Maple Bank: Zwei Banker im Cum-Ex-Skandal festgenommen

    Im Fall um die Cum-Ex-Geschäfte der Maple Bank hat das Bundeskriminalamt zwei Banker in Gewahrsam genommen.

    Der Generalstaatsanwaltschaft zufolge bestand Fluchtgefahr.

    Zwei ehemalige Banker eines kleinen Instituts sind im Skandal um Cum-Ex-Steuertricks mit Dividendenpapieren festgenommen worden. Mitarbeiter des Bundeskriminalamts nahmen sie wegen Fluchtgefahr in Gewahrsam, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. In dem Fall, in dem es um Cum-Ex-Geschäfte der Maple Bank geht, sitzt bereits seit Ende November ein ehemaliger Anwalt der Kanzlei Freshfields im Gefängnis.

    Die Maple Bank war wegen dreistelliger Millionenforderungen der Finanzbehörden zusammengebrochen. In dem vorliegenden Fall geht es um einen Steuerschaden von mehr als 383 Millionen Euro, teilte die Generalstaatsanwaltschaft weiter mit. Die Behörde ermittelt nach eigenen Angaben gegen 18 Beschuldigte. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge befindet sich darunter auch ein weiterer Freshfields-Anwalt. Die Anwaltskanzlei lehnte eine Stellungnahme ab. Die Staatsanwaltschaft nannte die Namen der Verhafteten und der betroffenen Bank nicht. Einem Bericht des Handelsblatts zufolge wurde vor Kurzem Anklage gegen das nun festgenommene Duo sowie fünf weitere Angeschuldigte erhoben.


    Bonner Gericht sieht Tatbestand der schweren Steuerhinterziehung erfüllt

    Bei den Cum-Ex-Geschäften ließen sich Anleger die einmal gezahlte Kapitalertragsteuer auf Aktiendividenden mithilfe von Banken mehrfach erstatten. Dazu verschoben sie um den Stichtag der Dividendenzahlung herum untereinander Aktien mit – also cum – und ohne – ex – Dividendenanspruch. Allein die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt deshalb nach früheren Angaben in elf Verfahrenskomplexen, der mutmaßliche Steuerschaden liegt bei mehr als 850 Millionen Euro.

    Am Landgericht Bonn findet derzeit der erste große Strafprozess in Deutschland um Cum-Ex-Geschäfte statt. Dabei geht es um einen Steuerschaden von 440 Millionen Euro. Da das Bonner Gericht den Tatbestand der schweren Steuerhinterziehung für erfüllt hält, steigt der Druck auf die Beteiligten. Ihnen droht der Entzug der erlangten Gewinne. Die Hamburger Privatbank M.M. Warburg hatte nach den Ausführungen von Richter Roland Zickler mitgeteilt, sie wolle sich möglichst schnell mit dem Fiskus einigen und die mit den Geschäften erzielten Gewinne erstatten.

    https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-...ger-maple-bank

    https://www.google.de/search?q=Maple...hrome&ie=UTF-8

    https://www.boersenforum.de/showthre...l=1#post309474

  3. #3
    Premium-Mitglied Avatar von Luis
    Dabei seit
    07/2004
    Beiträge
    5.747

    Banker bringen Fiskus um 389 Millionen Euro - 20.01.2020

    und kassieren dafür 33 Millionen Euro Bonus

    Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat sieben weitere Beschuldigte wegen schwerer Steuerhinterziehung in Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften angeklagt. Die Behörde sowie das zuständige Landgericht in Frankfurt bestätigten am Montag die Anklage gegen einen Steuerberater und sechs Bankmitarbeiter. Letztere arbeiteten für die inzwischen insolvente Maple Bank und sollen von 2006 bis 2009 einen Steuerschaden von knapp 389 Millionen Euro verursacht haben. Für ihre Steuertricks zum Schaden der Allgemeinheit wurden die Angestellten von der Maple Bank reichlich entlohnt: Sie kassierten insgesamt 33 Millionen Euro in Form von Boni.

    Cum-Ex-Skandal: Die Akte Freshfields

    Bei den Ex-Mitarbeitern der Frankfurter Maple Bank handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um den Vorsitzenden und drei weitere Mitglieder der ehemaligen Geschäftsführung, einen Prokuristen sowie einen Aktienhändler. Fünf von ihnen sollen "aufgrund eines gemeinschaftlich gefassten Tatentschlusses" zunächst innerhalb des Instituts und später "mit konzernfremden Dritten" die dubiosen Aktiendeals abgewickelt haben, einer der Banker ist als Mittäter angeklagt.

    Der angeklagte Steuerberater soll die Geschäfte mitentwickelt und bei der Finanzverwaltung "gezielt falsch dargestellt haben". Die Staatsanwaltschaft beantragte die Beteiligung seiner Anwaltskanzlei am Verfahren wegen einer möglichen Geldstrafe. Es handelt sich nach AFP-Informationen um die Kanzlei Freshfields.

    Rund 100 Millionen Euro an Fiskus zurückgeflossen

    Etwa 100 Millionen Euro sind nach Angaben der Behörde bislang an den Fiskus zurückgeflossen. Weitere Beträge habe "die Finanzverwaltung im Rahmen des noch laufenden Insolvenzverfahrens" angemeldet. "Derzeit haben die Verteidiger der Angeschuldigten Gelegenheit zur Stellungnahme", erklärte das Landgericht Frankfurt, das die 416 Seiten lange Anklageschrift aus dem vergangenen Dezember noch prüft.

    Es ist die zweite Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen "mutmaßliche Initiatoren" von Cum-Ex-Geschäften. Außerdem läuft nach einer Anklage der Kölner Staatsanwaltschaft zurzeit der erste Cum-Ex-Strafprozess vor dem Landgericht Bonn.

    Mit Cum-Ex-Geschäften wird die Praxis bezeichnet, rund um einen Dividenden-Stichtag herum Aktien zu verschieben und sich so eine einmal gezahlte Kapitalertragssteuer mehrfach vom Fiskus erstatten zu lassen. Die Bundesregierung schob der Methode 2012 einen Riegel vor. Einige der Fälle von damals werden derzeit von Gerichten aufgearbeitet.

    la/reuters

    https://www.manager-magazin.de/unter...a-1304207.html

+ Auf Thema antworten

Ähnliche Themen

  1. Warum ein "Brexit" wird ein großer Verlierer machen Deutschland
    Von Dagobert Duck im Forum Allgemeines Trader und Börsenforum
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 13.06.2016, 13:37
  2. "Währungsmärkte" Manipulation der Notenbanken - "US Dollar" STRONG BUY
    Von Dagobert Duck im Forum Allgemeines Trader und Börsenforum
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 12.04.2016, 23:19
  3. "Altersvorsorge" So soll die Deutschland-Rente funktionieren
    Von Dagobert Duck im Forum Informationsquellen & Analysten
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 19.02.2016, 00:22
  4. WALL-STREET-GURU "Deutschland wird es schlecht ergehen"
    Von Dagobert Duck im Forum Informationsquellen & Analysten
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 27.01.2015, 02:00
  5. Russland droht Westen: "Der Appetit wird nur größer"
    Von Dagobert Duck im Forum Banken, Broker und der Fiskus
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 22.12.2014, 12:46

Lesezeichen

Lesezeichen