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Thema: Gazprom

  1. #1255
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    Ischinger?

    Zitat Zitat von WnR1920 Beitrag anzeigen
    Mit dem Schiff Gas von den USA nach Europa zu liefern ist wohl nicht so umweltfreundlich und das Gas ist auch teurer.
    Was soll also der ganze Quatsch mit dem US-Gas.
    Auch Ischinger hat auf der Münchener Sicherheitskonferenz gegen Nord Stream 2 gewettert.

    Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Ischinger, hat die Bundesregierung für das Durchdrücken der umstrittenen Gas-Pipeline Nord Stream 2 gegen Bedenken europäischer Partner kritisiert.

    "Wenn Deutschland mit der EU das Ziel einer gemeinsamen Außenpolitik vertreten und verfolgen wolle, dann könne man nicht aus dem Kuchen Außenpolitik ein Stück herausschneiden und sich von nationalen Interessen leiten lassen. Das zeige den USA, dass Europa ein "Sauhaufen" sei.
    https://www.n-tv.de/mediathek/teletext/
    Was soll man dazu sagen?
    Der sieht aus wie ein Gruffti!

    Wir werden von Verbrechern regiert.

    https://www.google.com/search?client...schinger#cns=0

    Wir werden von Verbrechern regiert

    Auch wenn viele das nicht wahrhaben wollen, in Deutschland regieren seit Jahrzehnten
    ausschließlich Verbrecher und Kriegstreiber. Die Rentenkasse wird schon seit Jahrzehnten ausgeplündert und für andere Projekte ausgegeben. Hauptsache die Abgeordneten und Beamten haben Ihre Pfründe im Trockenen. Hier wir seit ewigen Zeiten nur dumm rumdiskutiert um die Rente und keine Regierung hat bisher etwas zum Positiven der Arbeitnehmer geändert. Nicht mal eine Regierung steht aber die Diäten werden erhöht ! Steuergesetzlich werden immer noch Lücken aufgetan um Firmen das Steuer zahlen, bzw. das Nichtsteuerzahlen zu erleichtern. Der Bund und Länder gehören
    bei Angestellten zu den miesen Arbeitgebern die sich verhement weigern Löhne zu erhöhen. Da muss dann erst gestreikt werden. Das sieht bei Beamten natürlich ganz anders aus. Oder Lehrer die regelmässig zu den großen Ferien entlassen werden um Kosten die dann bezahlt werden auf die Allgemeinheit abzuwälzen. Ich könnte noch ewig weiter Beispiele anführen, aber das ist nicht das Thema. Die Struktur ist einfach im Arsch
    und wird von dieser Politikerkaste nicht geändert werden, egal welcher Partei die angehören. Das Volk ist der Bezahler für die Obrigkeit, hat nix zu melden aber zu bezahlen. Und über Demokratie brauchen wir erst recht nicht zu reden die gibts hier nicht.
    Aber wie heist es so schön, jedes Volk hat die Regierung die es verdient.

    https://www.heise.de/forum/Telepolis...31550359/show/

    https://www.google.com/search?client...echern+regiert.



    Wird Deutschland von Verbrechern regiert ? :

    https://youtu.be/veEWEtAHhXM


    Warum bekommen Österreicher fast 60 Prozent mehr Rente? :

    https://www.heise.de/tp/features/War...e-3921398.html

  2. #1256

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    Eine sichere Gasversorgung für die BRD

    Das Argument, dass es sicher teuer und nicht so umweltfreundlich ist, GAS
    aus den USA zu beziehen, muss ernst genommen werden. Nur gilt hier der
    Aspekt, dass die BRD auch ihre Produkte exportieren möchte und gegenüber
    den USA ein gewaltiges Handelsplus hat. Im Prinzip ist es doch egal, wie ein
    gesunder Wettbewerb entsteht. Wenn das Gas aus den USA, welches mit
    Tankschiffen angeliefert wird, genauso preiswert ist, wie das Erdgas aus
    Russland, ist es dem Verbraucher gleich. Wichtig scheint nur zu sein, dass
    keine Abhängigkeit preislich und mengenmäßig von einem Land besteht.
    Auch wenn die BRD von NL,GB, Norwegen, Russland usw. Gas bezieht darf
    nicht übersehen werden, dass hier Russland doch irgendwie den Markt be-
    herrscht. Im Extrem könnte Russland so viel Gas nach Europa leiten, dass
    der Markt zusammenbrechen würde. Umgekehrt wäre es natürlich auch mög-
    lich. Wem würden diese Spielchen im Endeffekt dienen. Ein sicherer Energie-
    markt dient allen Menschen auf der Erde. Die gerügten Politiker in diesem
    Spiel versuchen doch immer das Beste für die Bürger zu erreichen. Nur eine
    gesunde Volkswirtschaft kann genug Steuern generieren, um unter anderem
    auch die Wünsche der Bürger zu erfüllen. Ist es nicht schön, dass hier in
    einer gesunden Demokratie jeder Bürger auch mit herben Worten agieren
    darf. Es wird ein Problem bleiben, die Güter der Welt richtig zu verteilen.
    Hier darf auch nicht übersehen werden, dass die arabischen Staaten und
    ihre Anlieger immer einen sehr wichtigen Beitrag zur Energieversorgung in
    BRD geleistet haben. Selbst aus vielen afrikanischen Staaten kommt heute
    bereits Öl und Gas. Über all dem steht die eigene Energieversorgung, die
    zwar klein ist, aber in manchen Krisen auch ein wenig geholfen hat. Die
    Braunkohle und Steinkohle war also doch nicht so schlecht in der Vergangen-
    heit. Die erneuerbaren Energien sollen es in der Zukunft bringen. Wind,
    Wasser und Sonne die Zukunft. Eine Isolationspolitik hilft keinem Staat
    auf der Welt.

  3. #1257
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    Zitat Zitat von HuppertzR Beitrag anzeigen
    Das Argument, dass es sicher teuer und nicht so umweltfreundlich ist, GAS
    aus den USA zu beziehen, muss ernst genommen werden. Nur gilt hier der
    Aspekt, dass die BRD auch ihre Produkte exportieren möchte und gegenüber
    den USA ein gewaltiges Handelsplus hat. Im Prinzip ist es doch egal, wie ein
    gesunder Wettbewerb entsteht. Wenn das Gas aus den USA, welches mit
    Tankschiffen angeliefert wird, genauso preiswert ist, wie das Erdgas aus
    Russland, ist es dem Verbraucher gleich. Wichtig scheint nur zu sein, dass
    keine Abhängigkeit preislich und mengenmäßig von einem Land besteht.
    Auch wenn die BRD von NL,GB, Norwegen, Russland usw. Gas bezieht darf
    nicht übersehen werden, dass hier Russland doch irgendwie den Markt be-
    herrscht. Im Extrem könnte Russland so viel Gas nach Europa leiten, dass
    der Markt zusammenbrechen würde. Umgekehrt wäre es natürlich auch mög-
    lich. Wem würden diese Spielchen im Endeffekt dienen. Ein sicherer Energie-
    markt dient allen Menschen auf der Erde. Die gerügten Politiker in diesem
    Spiel versuchen doch immer das Beste für die Bürger zu erreichen. Nur eine
    gesunde Volkswirtschaft kann genug Steuern generieren, um unter anderem
    auch die Wünsche der Bürger zu erfüllen. Ist es nicht schön, dass hier in
    einer gesunden Demokratie jeder Bürger auch mit herben Worten agieren
    darf. Es wird ein Problem bleiben, die Güter der Welt richtig zu verteilen.
    Hier darf auch nicht übersehen werden, dass die arabischen Staaten und
    ihre Anlieger immer einen sehr wichtigen Beitrag zur Energieversorgung in
    BRD geleistet haben. Selbst aus vielen afrikanischen Staaten kommt heute
    bereits Öl und Gas. Über all dem steht die eigene Energieversorgung, die
    zwar klein ist, aber in manchen Krisen auch ein wenig geholfen hat. Die
    Braunkohle und Steinkohle war also doch nicht so schlecht in der Vergangen-
    heit. Die erneuerbaren Energien sollen es in der Zukunft bringen. Wind,
    Wasser und Sonne die Zukunft. Eine Isolationspolitik hilft keinem Staat
    auf der Welt.

    „Europa darf nicht erpressbar sein – egal ob von Feinden oder Freunden“

    Altmaier zu Gasstreit mit USA

    Deutschland habe aber angesichts der Energiewende und abnehmenden Importen aus der Nordsee „ein eigenes Interesse daran, seinen Gasbezug zu diversifizieren“. Dabei setze er auch auf US-Importe, solange diese preislich wettbewerbsfähig seien. „Was Energieversorgung angeht, ist und darf Europa nicht erpressbar sein – egal ob von Feinden oder Freunden“, sagte der CDU-Politiker.

    „Es gibt keinen Deal zwischen unseren beiden Regierungen“, betonte auch Brouillette.

    https://www.welt.de/wirtschaft/artic...-Freunden.html

    Ergo: Als Gasverbraucher habe ich nur ein Wunsch: Gas muss bezahlbar bleiben...

    https://www.google.com/search?q=Gas+...&bih=895&dpr=1

  4. #1258

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    Bitte keine Allgemeinplätze!

    Es geht nur um folgende Fragen:

    Hat der Yankee genug Gas um es jahrelang zuverlässig nach Europa liefern zu können?
    Hat der Yankee Zugriff auf genügend LNG-Tanker um anzuliefern?
    Kann der Yankee zu Marktpreisen liefern?
    Gibt es die Infrastruktur, um LNG anzulanden, umzuwandeln und als Gas zu transportieren?
    Wo sind die Experten im Forum, die mir diese Fragen beantworten?

    Fakt ist, es kommt viel LNG aus dem nahen Osten (Quatar) per LNG-Tanker nach Rotterdam.
    Das ist massive Konkurrenz für Russengas. Kann keiner wegreden. Für einen zusätzlichen Player wie USA ist eigentlich kein Platz.

    Der Yankee hat ein großes freches Maul, aber hat er auch die Ressourcen?

  5. #1259

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    Die Frage ist auch wie lange Fracking in den USA noch erlaubt ist. Wenn das Grundwasser ordentlich versaut ist und durch die Konkurrenz der Gaspreis sinkt, ist dort ziemlich schnell Schluss mit der Förderung.

  6. #1260

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    Der Yankee schert sich nicht ums Wasser, denn er hat unendlich viel Land und kaum Menschen. Volk ohne Raum - das ist die BRD. Die BRD aber schreit nach immer mehr Zuwanderung. Bemerkt jemand den Fehler? Note 1 - setzen!

    Der Yankee kann nur eins, andere erpressen, Sanktionen verhängen, Regime changes organisieren, sinnlose Kriege führen. Aber die Welt vergöttert CocaCola, McD & Co. Und, Fehler bemerkt?

  7. #1261
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    Es geht nur um folgende Fragen:

    Hat der Yankee genug Gas um es jahrelang zuverlässig nach Europa liefern zu können?

    Ja, aber auch die USA stellen ihre Energieerzeugung wegen dem vielen Frackinggas gerade massiv von Kohle auf Gas um.

    Hat der Yankee Zugriff auf genügend LNG-Tanker um anzuliefern?

    Das ist doch eine reine Preisfrage.

    Kann der Yankee zu Marktpreisen liefern?

    Die Gaspreise am LNG-Terminal sind in etwa so hoch, wie die russischen Inlandspreise.
    Allerdings ist die Verflüssigung, dann Transport und wieder Vergasung und Lagerung in Europa dann zu teuer, um mit dem billigen Röhrengas der Russen mithalten zu können.
    Billiger können Katar und Iran liefern, wenn es dort keine Revolutionen oder Sanktionen etc. gibt.

    Gibt es die Infrastruktur, um LNG anzulanden, umzuwandeln und als Gas zu transportieren?

    Verladeterminals für LNG sind in den USA gerde gebaut worden oder in Bau/Planung.
    In Europa sind erste Terminals (zum Import) gebaut worden (Polen, Litauen, Holland...), allerdings sind diese kaum ausgelastet. Probelieferungen zeigten zu hohe reale Preise des LNG-Gases.

    Wo sind die Experten im Forum, die mir diese Fragen beantworten?
    Preisvergleiche langfristig liefert regelmäßig Akron.ru in seinen Präsentationen.
    Die USA liefert regelmäßig Analysen:
    https://www.eia.gov/todayinenergy/ar...php?my=Feb2019
    https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=38252
    https://www.acron.ru/en/investors/in...-presentation/
    https://www.acron.ru/upload/iblock/9...12-ENG-web.pdf

    Fakt ist, es kommt viel LNG aus dem nahen Osten (Quatar) per LNG-Tanker nach Rotterdam.
    Das ist massive Konkurrenz für Russengas. Kann keiner wegreden. Für einen zusätzlichen Player wie USA ist eigentlich kein Platz.

    Platz ist genug, aber der Preis ist der Kasus Knaktus. Da kann die USA nicht mithalten, deswegen wird die EU politisch gedrängt, das USA-Gas zu kaufen.
    Um die Politiker in EU zu unterstützen, werden alle Gasliefer-Konkurrenten mit Krieg und (Farben-) Revolutionen überzogen oder mit Sanktionen belegt.

    Der Yankee hat ein großes freches Maul, aber hat er auch die Ressourcen?

    Er hat eine große Knarre, mit der er mitten in der BRD steht, und mit dem Finger (Rauschgift macht zittrig) am Abzug freundlich lächelnd fragt, ob Deutschland nicht doch etwas mehr USA-Gas haben möchte.

  8. #1262

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    Danke Labas für die Ausführungen.
    Ein paar Anmerkungen habe ich noch.
    Bis vor paar Jahren war die LNG-Flotte tatsächlich ein Flaschenhals.
    Es gab viel zu wenig solcher Spezialschiffe.
    Möglich, dass es mittlerweile mehr als genug gibt, ähnlich wie im Öltanker-Markt.
    Bin mir aber nicht sicher.

    Die Gasnachfrage in der EU ist auch nicht unbegrenzt. Meine Behauptung, wenn Quatar und Russland voll liefern, ist fuer weitere Anbieter kein Bedarf unabhängig vom Preis. Es sei denn, der Preis wäre so niedrig, dass andere Energieträger ausfallen. Hatten wir auch schon. Dann verdient Gazprom aber auch nix.

    Eine Frage bleibt, ab welchem Preis wird Ami-LNG für Europa interessant?
    Förderkosten plus Transportkosten plus Umwandlungskosten (Vergasung plus Lagerung)
    Kann das jemand grob durchrechnen plus minus 10 USD per 1000 m3.
    Wir im Forum leben davon, dass wir Tatsachen-basiert informieren und Meinungen kundtun.
    Das unterscheidet uns vom Börsen-Gelaber an Stammtischen.

  9. #1263
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    Vorarlberger Forscher entdecken neues Gasspeicherverfahren: Gashydrat!

    Zitat Zitat von teenspirit Beitrag anzeigen
    Danke Labas für die Ausführungen.
    Ein paar Anmerkungen habe ich noch.
    Bis vor paar Jahren war die LNG-Flotte tatsächlich ein Flaschenhals.
    Es gab viel zu wenig solcher Spezialschiffe.
    Möglich, dass es mittlerweile mehr als genug gibt, ähnlich wie im Öltanker-Markt.
    Bin mir aber nicht sicher.

    Die Gasnachfrage in der EU ist auch nicht unbegrenzt. Meine Behauptung, wenn Quatar und Russland voll liefern, ist fuer weitere Anbieter kein Bedarf unabhängig vom Preis. Es sei denn, der Preis wäre so niedrig, dass andere Energieträger ausfallen. Hatten wir auch schon. Dann verdient Gazprom aber auch nix.

    Eine Frage bleibt, ab welchem Preis wird Ami-LNG für Europa interessant?
    Förderkosten plus Transportkosten plus Umwandlungskosten (Vergasung plus Lagerung)
    Kann das jemand grob durchrechnen plus minus 10 USD per 1000 m3.
    Wir im Forum leben davon, dass wir Tatsachen-basiert informieren und Meinungen kundtun.
    Das unterscheidet uns vom Börsen-Gelaber an Stammtischen.
    Jetzt kommt eine Neue Technik daher, wie Gas zu Gashydrat umgewandelt werden kann:

    Vom 13.02.2019 20:23 (Akt. 14.02.2019 07:45)

    Bei einem Experiment beobachten Energieforscher der FH Vorarlberg im Computertomographen einen Prozess, der bisher unentdeckt geblieben ist.

    „Diese Entdeckung ist eigentlich deshalb zustande gekommen, weil wir als eher kleine Forschungseinrichtung anders agieren müssen als die großen Forschungszentren. Zum Beispiel entwickeln und bauen wir viele unserer Versuchsaufbauten selbst, wodurch sich weltweit einzigartige Experimente durchführen lassen“, erklärt Stefan Arzbacher mit einem schelmischen Lächeln.

    Bei einem dieser Experimente entdeckten die Forscher einen Prozess, der bisher übersehen wurde. Aus dieser Entdeckung entstand die Idee für ein neues Verfahren zur künstlichen Herstellung von Gashydraten direkt aus der Gasphase.

    Was sind Gashydrate?

    „Ganz einfach ausgedrückt sind Gashydrate eisähnliche Festkörper in denen Gasmoleküle in Käfigen aus Wassermolekülen gefangen sind“, erklärt Stefan Arzbacher. Beispiele für natürlich vorkommende Gashydrate finden sich im Permafrost oder am Meeresboden. Das dort gespeicherte Erdgas bildet eine der größten Energieressourcen der Welt.

    Das Gas hat in Hydraten eine hohe Dichte. Die Käfige aus Wassermolekülen verhindern einen plötzlichen Zerfall und damit das explosionsartige Entweichen des Gases. Diese Eigenschaften machen künstlich hergestellte Gashydrate zu einer interessanten und sicheren Alternative für die Speicherung von energiewirtschaftlich relevanten Gasen.

    Neues Verfahren

    Das Forschungszentrum Energie der FH Vorarlberg experimentiert seit einigen Jahren mit Gashydraten. „Es geht in erster Linie darum, die Stabilität und Qualität von Gashydraten zu erhöhen“, beschreibt Stefan Arzbacher das Ziel der Forschung. Hierzu nutzt das Forschungszentrum neben der Computertomographie-Infrastruktur vor allem auch selbst entwickelte Experimente und Versuchsaufbauten.

    „Rückblickend würde ich sagen, weil wir kein Standardequipment verwendet haben, sind wir auf diesen bisher unentdeckten Prozess gestoßen“, ist Stefan Arzbacher stolz. Was die Forscher im Computertomographen beobachtet haben, ähnelt der Entstehung von Eisblumen am Fenster. „Eisblumen entstehen, wenn Wasserdampf aus der Luft an der kalten Scheibe zu Eiskristallen gefriert. Bei unseren Gashydraten ist es ähnlich. Diese bilden sich wenn der Wasserdampf aus einem Gasgemisch an einer gekühlten Oberfläche kristallisiert.“

    In weiteren Experimenten konnten die Forscher die Wachstumsgeschwindigkeit kontrollieren und auch die Konzentration von Wasserdampf und Gas. Damit ist der Prozess der Gashydratbildung steuerbar.

    Patent angemeldet

    Inzwischen hat die FH Vorarlberg das Verfahren zum Patent angemeldet. „Dazu habe ich rund 100 Patente aus diesem Bereich geprüft und nichts Ähnliches gefunden“, berichtet Arzbacher. „Die Patentanmeldung ist ein erster Schritt im Transfer von neuen Erkenntnissen unserer Forschung in die Entwicklung einer neuartigen Technologie auf der Basis von Gashydraten.“

    Energietechnische Nutzung

    Künstlich hergestellte Gashydrate spielen in der Energieforschung eine wichtige Rolle. Arzbacher erklärt: „Wenn wir heute Energie durch Windkraftwerke oder Sonnenkollektoren erzeugen, dann ist diese Energiegewinnung großen Schwankungen unterworfen. Deshalb müssen wir überschüssige Energie speichern und bei Bedarf wieder abrufen können. Gashydrate sind eine Möglichkeit, große Energiemengen über einen langen Zeitraum platzsparend und sicher zwischenzulagern.“

    Auch Abgase von Kraftwerken oder Begleitgase bei der Erdölgewinnung könnten in Gashydraten eingelagert werden. In all diesen Anwendungen liegt großes Potential für ein kostengünstiges Verfahren.

    Für die Getränkeindustrie

    Eine weitere Möglichkeit, Gashydrate zu nutzen, bietet sich in der Getränkeindustrie. „Die Kohlensäure lässt sich beispielsweise in Hydrateiswürfeln einlagern, die mit Sirup angereichert sind. Der Konsument kauft diese Eiswürfel, löst sie in der richtigen Menge Wasser auf und hat damit genau die Limonade, die er ansonsten in Flaschen kauft.“

    (red)

    https://www.vol.at/vorarlberger-fors...fahren/6094152

    Ergo: Dann können die Amis ihre großen Gastanker verschrotten - ein wandel der Technik gibt es mit jedem Tag, eine mehr.
    Geändert von Luis (14.02.2019 um 13:55 Uhr)

  10. #1264

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    Alles gute Aspekte die hier genannt werden.

    Meine Frage für die Bevölkerung lautet hier, wie sieht es mit der Sicherheit
    aus. Über ein Szenario will heute bekanntlich keiner Nachdenken. Was
    passiert, wenn einer dieser Riesentanker an einem Terminal explodiert?
    Die vielen Gasleitungen und die Ausgleichsbehälter sind zwar auch Gefähr-
    lich; die Explosionskraft eines Schiffes haben sie bekanntlich nicht. Per-
    sönlich halte ich nichts von diesen Terminals. Besser wäre es, wenn nötig,
    den Rohstoff nach Europa in fester Form -Öl- zu transportieren und bei
    Bedarf zu verflüssigen. Das Fraking bleibt auf der ganzen Welt umstritten.
    Wenn von ganzen Staaten in den USA das Grundwasser verseucht wird,
    ist dies nicht richtig. Überall lauern tödliche Gefahren; der Fortschritt hat
    einen hohen Preis.

  11. #1265
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    Gashydrat kann wie Gülle gepumpt werden...

    Zitat Zitat von HuppertzR Beitrag anzeigen
    ….wie sieht es mit der Sicherheit aus…..
    Die Antwort lautet Gashydrat!

    Vorarlberger Forscher entdecken neues Gasspeicherverfahren:

    Gashydrat als brennendes Eis: Das im Gashydrat gefangene Gas bildet den Brennstoff einer Verbrennung. Während eine Hälfte des Gashydrates noch intakt ist, ist die andere Hälfte bereits zu Wasser und Gas zerfallen.

    Sie entwickeln daraus ein neues Syntheseverfahren für Gashydrate und melden es zum Patent an. Damit ist ihnen ein großer Clou gelungen, der einiges verändern kann. Denn Gashydrate sind eine vielversprechende Möglichkeit, energiewirtschaftlich relevante Gase zu speichern.

    Patent angemeldet

    Inzwischen hat die FH Vorarlberg das Verfahren zum Patent angemeldet. „Dazu habe ich rund 100 Patente aus diesem Bereich geprüft und nichts Ähnliches gefunden“, berichtet Arzbacher. „Die Patentanmeldung ist ein erster Schritt im Transfer von neuen Erkenntnissen unserer Forschung in die Entwicklung einer neuartigen Technologie auf der Basis von Gashydraten.“


    https://www.vol.at/vorarlberger-fors...fahren/6094152

    https://www.google.com/search?client...60.B2uuItaOwbw

  12. #1266
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    Zitat Zitat von teenspirit Beitrag anzeigen
    Ein paar Anmerkungen habe ich noch.

    Eine Frage bleibt, ab welchem Preis wird Ami-LNG für Europa interessant?
    Förderkosten plus Transportkosten plus Umwandlungskosten (Vergasung plus Lagerung)
    Kann das jemand grob durchrechnen plus minus 10 USD per 1000 m3.
    .

    Die Großhandelspreise in Deutschland liegen im Spotmarkt derzeit bei etwa 2Cent/kWh.
    https://www.powernext.com/spot-market-data

    Die USA-Preise im Inland liegen bei 1 Cent/kWh, im Winter oft deutlich höher. (Quelle: Acron.ru-Präsentation)
    Das ist in etwa der russische Preis im Inland für Haushalte. (Quelle: meine Abrechnung in Ostpreußen)

    Der Transport kostete inclusive Verflüssigung und Verdampfung auch noch einmal 1Cent/kWh extra nach 10 Jahre alten Daten, das wird jetzt etwas mehr sein.
    https://de.statista.com/statistik/da...ch-stand-2006/

    Es gibt derzeit lt. Wikipedia ein deutliches Überangebot an LNG in der Welt, was dazu führt, daß alle Anbieter mit Kampfpreisen liefern müssen. Und da stehen die Australier, und Ölscheichs bedeutend besser da, als die Amis mit ihrer relativ teuren Erzeugung per Fracking.
    "Ende 2015 bestand ein großes Überangebot an verflüssigtem Erdgas. Katar hatte ein Drittel seiner Produktionskapazität nicht verkaufen können und zwischen 25 und 35 Mio. Tonnen aus US-Produktion waren noch nicht an Endabnehmer verkauft. Drei chinesische und ein indischer Importeur versuchten, LNG weiterzuverkaufen, zu dessen Abnahme sie sich verpflichtet hatten. Experten schätzten, dass die Produktionskapazität den Bedarf um jährlich 70 Mio. Tonnen übersteigt, auch in den nächsten Jahren.[6][7] Der Bau weiterer Verflüssigunganlagen werde die überschüssige Produktionskapazität bis 2020 sogar auf 150 Mio. Tonnen pro Jahr ansteigen lassen.[8] "


    Die wirklichen Kosten sind wohl die Errichtungskosten und die Schäden bei einer ab und an auftretenden Explosion solcher Anlagen. Die werden mit bis zu 1 Milliarde US$ beschrieben.

    Die Russen haben gerade eine LNG-Anlandung in Ostpreußen errichtet. Putin sprach von sehr hohen Kosten, aber dafür wäre das Gebiet notfalls bei einem Schließen der Gasleitungen durch Litauen energetisch völlig autark, nachdem schon eine Abkopplung vom EU-Stromnetz erfolgte.
    http://www.gazprom.com/press/news/20...article472626/

    https://yandex.ru/maps/?l=sat&ll=20....liningrad&z=16

    Wikpedia schreibt, daß LNG erst ab einer Entfernung größer 6000km rentabel ist.
    Hier wird (fast am Ende) von Kosten des LNG von ca. 5Cent/kWh geschrieben, bei damaligen Endkundenpreisen von 4-5Cent/kWh.
    http://www.zfes.uni-stuttgart.de/deu..._BW_090313.pdf

    Mit ein wenig Sanktionen gegen Russenpipelines (Ukraine kann Transportgebühren stark anheben, was sie auch derzeit machen wollen) sollten die USA den Preis in und für Europa so hoch treiben können, daß LNG zumindest prinzipiell wettbewerbsfähig wird.

    https://de.sputniknews.com/wirtschaf...gas-vs-us-lng/

  13. #1267

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    Danke für die Ausführungen

    Mir war bisher nur Calciumchlorid bekannt, welches schon seit vielen
    Jahrzehnten in der Schweiz als Gasreinigungsmasse eingesetzt wird.
    Natürlich wird diese chemische Produkt auch dazu genutzt Wasserstoff
    zu binden. Dieses chemische Produkt wird in vielen Bereichen eingesetzt:
    Nahrungsmittelindustrie, Winterdienst und auch schon in deutschen U-Booten.
    Fast PH neutral und doch sehr agressiv.
    Auf die Haut sollte es besser nicht kommen. Hoffentlich wird das Schweizer
    Verfahren bald bei den Riesentankern Anwendung finden. Thank you Mr.

  14. #1268

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    Danke Labas,
    das schafft dann aber ein grundsätzliches Problem. Für Leitungsgas besteht nach wie vor die Preis-Koppelung an den Ölpreis.
    Ertrinkt die Welt bzw. Europa aber in LNG, dann wird niemand mehr bereit sein, hohe Gaspreise für Leitungsgas von Gazprom zu bezahlen, in Zeiten wenn der Ölpreis hoch ist. Alle werden auf billiges LNG ausweichen, und das Überangebot an LNG drückt die Preise runter. Sehe ich das richtig? Dann aber hätte Gazprom ja richtig schlechte Karten. Bei Großhandelspreisen von 2 Eurocent je KWh komme ich auf ca. 207 Euro je tausend m3. Das ist ein niedriger Preis für LNG. Damit ist das Zeug verdammt konkurrenzfähig.Also ich hätte den doppelten Preis vermutet. Leitungsgas zu 250 USD je 1Tm3 ist ein normaler Preis, unter 200 ist der preis schlecht, über 300 fangen gute Preise an. Gazprom-Miller träumte 2005 mal von dauerhaften Preisen von über 1000 USD je 1Tm3. Es ist ganz anders gekommen. Jetzt sind wir seit Jahren bei jämmerlichen 200 USD. An der Nymex kostet Gas fast nix. Der Ami ist im Schlaraffenland.

  15. #1269

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    https://www.zerohedge.com/news/2017-...sformed-market

    For example, the USA is the largest producer of natural gas, producing 734.52Bcm of gas in 2017, however, due to its domestic consumption of 739.45Bcm, it remains a net-importer of gas, with a limited ability to exercise market power.

    https://www.zerohedge.com/news/2019-...cartel-forming

  16. #1270
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    Pipeline-Projektionen: Freie Gedanken...

    Nord Stream 2 Die Gegner der Gasleitung verbreiten in Deutschland Panik vor einer russischen Unterwanderung – auf Gas aus Russland verzichten will jedoch niemand

    Paul Simon

    Beim Thema Russland kochen verlässlich die Emotionen hoch, auch wenn die große Erregung seit der Ukrainekrise etwas abgeklungen ist. „Appeasement“, „Putin-Freund“, Russlandhasser“ – so etwas wird sich dann schnell an den Kopf geworfen.

    Kaum jemand beherrscht dieses Spiel so gut wie BILD-Redakteur Julian Röpcke. So auch beim Streit um Nord Stream 2, der letzte Woche noch einmal eine dramatische Wendung nahm. Am 6. Februar meldete die Süddeutsche Zeitung, dass Frankreich doch „strategische Probleme“ bei der Pipeline sehe und deshalb im EU-Rat nicht mit Deutschland stimmen wolle. Damit schien das Projekt gefährdet – denn die Bundesregierung hatte immer auf die französische Unterstützung gebaut, um den wachsenden Widerstand in der EU zu überstimmen.

    Röpcke triumphierte: „Die Putin-Pipeline isoliert Deutschland in Europa!“ Und das sei gut so, denn sie spüle nur „Geld in Putins Kriegskasse.“ Schlimmer noch: „Mit dem Gas fließt auch Putins schädlicher Einfluss nach Deutschland“, schrieb er in der BILD. „Lobby-Arbeit, Geheimnistuerei und wirtschaftliche Abhängigkeitsverhältnisse“ hätten „bereits jetzt ein Netzwerk geschaffen, dessen Loyalität sich der Kreml zunehmend sicher sein kann.“ Wenn man es da nicht mit der Angst bekommt!

    Um Einfluss aus dem Ausland sorgte sich auch Jürgen Trittin – aber aus anderer Richtung. Der ehemalige Umweltminister ist einer der prominentesten Verteidiger der Pipeline, auch wenn er stets betont, dass sie überflüssig wäre, hätte man ausreichend auf erneuerbare Energien gesetzt. Aber er wehrt sich gegen die Rolle der USA. Die Trump-Regierung will die Pipeline verhindern, weil sie Europa als Absatzmarkt für teureres und dreckigeres Flüssiggas aus dem Fracking-Boom erschließen wolle. „Trump will Russland ökonomisch totrüsten“, sagte Trittin dem Tagesspiegel. Deshalb würden europäische Unternehmen, die an Nord Stream beteiligt sind, von den USA „massiv bedroht, auch durch die Androhung von Sanktionen.“

    Wer die Pipeline verteidigt, dient der Kreml-Agenda – wirklich?

    Gleich wurde zurückgeschossen. „Jürgen Trittin zuverlässig anti-amerikanisch. Überall Verschwörungen witternd. Traurig eigentlich“, schrieb herablassend der Welt-Autor Alan Posener auf Twitter. „Tatsache: niemand braucht Nordstream 2 außer Gazprom, Putin und Schröder.“ Kurz darauf legte er nach: „Trittin, Linkspartei und AfD: Putins nützliche Idioten.“ So schienen die Rollen klar verteilt: Wer die Pipeline verteidigt, dient der Kreml-Agenda und bedient sich dazu antiamerikanischer Ressentiments.

    Was dabei unterging, waren die eigentlichen Gründe, aus denen Deutschland an der Pipeline festhielt. Denn es stimmt schlicht nicht, was Posener sagt: Nicht nur Gazprom profitiert von Nord Stream 2, sondern die ganze deutsche und europäische Industrie, die durch die Verbindung nach Russland Zugang zu reichlich billiger Energie erhält. Abgesegnet und politisch in Schutz genommen wurde die Gaspipeline deshalb auch nicht vom herbei fantasierten Triumvirat „Trittin, Linkspartei und AfD“, sondern von der deutschen Regierung, bestehend aus den Parteien SPD und CDU.

    Gäbe es wirklich eine einflussreiche pro-russische fünfte Kolonne in Deutschland, man müsste sie vielleicht in der Chemieindustrie suchen. Denn das ist der Wirtschaftssektor, der in Deutschland mit Abstand am meisten Energie verbraucht – und deshalb auch für dieEnergiequelle aus Russland eintritt. So beteiligt sich etwa der Chemiekonzern BASF über seine Tochter Wintershall am Bau von Nordstream 2. „Russland ist für Wintershall die wichtigste Region! Und Russland bleibt für Wintershall die wichtigste Region!“, hatte dessen Vorstandschef vor einem Jahr noch trotzig erklärt.

    Trotz aller politischen Konflikte sind die Gasimporte aus Russland so hoch wie nie. Zwar will Deutschland seine Energiequellen diversifizieren, um als Abnehmer eine bessere Position zu haben. Aber wirklich aufhören, russisches Gas zu kaufen – das fordert selbst der härteste Nord Stream-Gegner nicht. Es fordern nicht einmal die Grünen, die Nord Stream 2 ablehnen. Denn russisches Erdgas ist noch relativ umweltfreundlich, vor allem im Vergleich zum US-Fracking-Gas. Vor allem aber würde der Verzicht auf russisches Gas die deutsche Wirtschaft empfindlich treffen. Und das kann selbst die BILD-Zeitung nicht wollen – „Geld in Putins Kriegskasse“ hin oder her.

    Potentiale in Russland locken vor allem die deutsche Wirtschaft

    Vertreter eines harten Anti-Russlandkurses tun gerne so, als würden nur die ideologischen Ränder eine Wiederannäherung an Russland fordern, vielleicht gar aus Sympathie mit dem Illiberalismus und alter, anti-westlicher Tradition. Das mag es zwar geben, aber entscheidender scheint doch das offen erklärte, mit Nachdruck vertretene Interesse deutscher Unternehmen. 100 Milliarden Euro haben die Sanktionen der letzten fünf Jahre die deutsche und russische Wirtschaft gekostet, schätzte kürzlich der Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft. In einem im Januar veröffentlichen Positionspapier forderte der Wirtschaftsverband einen „Neuanfang“ in den Beziehungen. Und rechnete eindrucksvoll vor, was für geschäftliche Potentiale in Russland locken: von der Modernisierung der russischen Industrie und Landwirtschaft, dem Ausbau des Energiegeschäfts bis hin sogar zur „Ressourcenförderung im Weltraum“ (!) – die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit scheinen unbegrenzt.

    Vielleicht wird deshalb die russlandpolitische Debatte in Deutschland seit Jahren so unerbittlichgeführt: weil die Vertreter eines harten Kurses gegen Russland ständig den Druck der deutschen Wirtschaft spüren. Da darf man keine Schwäche zeigen. Die Fokussierung auf „Putins nützliche Idioten“ in Linkspartei und AfD hat angesichts der geballten Macht des deutschen Russlandgeschäftes hingegen fast den Charakter einer Übersprungshandlung. Gute Wirtschaftsbeziehungen zu Russland wären derart manifest im wirtschaftlichen Interesse Deutschlands, das man schon einiges an Energie aufwenden – und Panik verbreiten – muss, um einen politischen Kurs zu verteidigen, der dem im Weg steht.

    Das hatte auch Angela Merkel erfahren müssen, die das Nord Stream 2-Projekt von ihrer sozialdemokratischen Vorgängerregierung geerbt hatte. Als 2015 in der Ostukraine der Krieg ausbrach und der Widerstand aus verschiedenen EU-Ländern gegen die Pipeline lauter wurde, gab es auch in der Bundesregierung geteilte Meinungen. Aber der Geschäftssinn setzte sich durch. „Die Außenpolitiker sehen Nordstream 2 skeptisch“, beschrieb die ZEIT später lakonisch die Debatte, „doch die Wirtschaftspolitiker, die das Projekt unterstützen, behalten die Oberhand.“

    Und die Oberhand behalten sie bis heute. Als Frankreich letzte Woche drohte, Nord Stream 2 die Unterstützung zu entziehen, setzte die Bundesregierung alle Räder in Bewegung, um das zu verhindern. Der SPIEGEL schreibt von „heftigem Druck“, den die aufgescheuchte deutsche Regierung in letzter Minute ausübte. Mit Erfolg: Am Ende stand ein Kompromiss, der die deutschen Interessen größtenteils wahrt. Zwar unterliegt die Pipeline jetzt doch den EU-Gasrichtlinien, aber die Kontrolle darüber immer noch bei Deutschland selbst. Das macht es zwar etwas komplizierter, aber Nord Stream 2 scheint damit endgültig in trockenen Tüchern – falls sich die USA nicht doch noch zu direkten Sanktionen hinreißen lassen.

    Deutschland kann in der EU nicht mehr eigenwillig handeln

    Jürgen Trittin könnte also aufatmen. Denn seine Forderung, Europa dürfe sich „seine Energiepolitik nicht von den USA diktieren lassen“, scheint damit erfüllt. Dennoch ist die Bundesregierung zuletzt auf die amerikanischen Flüssiggas-Avancen eingegangen, und wird auch in Deutschland den Bau von LNG-Terminals unterstützen, wie CDU-Wirtschaftsminister Peter Altmaier bekannt gab. Er veranstaltete am 12. Februar eine Konferenz in Berlin mit dem US-Vize-Energieminister und Vertretern der US-Flüssiggas-Wirtschaft, um die Zukunft des deutschen LNG-Imports zu beraten. Aber einen politischen „Deal“ mit den USA habe es nicht gegeben, betonte Altmaier. Vielmehr sei es einfach in deutschem Interesse, sich an den wachsenden Weltmarkt für Flüssiggas anzuschließen und damit seine Gasquellen zu diversifizieren. „Wir werden weniger Gas aus europäischer Produktion, etwa aus dem Gasfeld in Groningen haben“, erläuterte Altmaier. Und gleichzeitig werde der Gasbedarf steigen – auch vor dem Hintergrund des Kohleausstiegs.

    Überhaupt war Trittins Vorwurf, es ginge bei dem Streit um Nord Stream vor allem um Druck aus den USA, zu kurz gegriffen. Der wichtigste Widerstand gegen die Pipeline kam von je her aus der EU selbst. Vor allem die baltischen Staaten, Polen und die Slowakei lehnten das Projekt vehement ab, weil sie weniger abhängig von russischen Energieimporten sein wollen. Wollte Frankreich also vielleicht einen Kompromiss erzwingen, der nicht ganz so viel böses Blut in der EU fließen lassen würde wie ein deutscher Alleingang?

    Über das Motiv von Frankreichs Kehrtwende wurde viel spekuliert. War Paris kurzzeitig vor dem amerikanischen Druck eingeknickt, wie Trittin kolportierte? Oder hat Frankreich doch einfach andere Energieinteressen als Deutschland? So ist etwa einerseits die französische Firma Engie an Nord Stream 2 beteiligt, aber der größte französische Energiekonzern, Total, hat eine substantielle Beteiligung am russischen Gaskonzern Novatek – dem wichtigsten Konkurrenten des Energieriesen Gazprom, der Nord Stream beliefert. Statt auf Pipelines setzen Total und Novatek auf Flüssiggas, das sie per Schiff aus der russischen Arktis in die ganze Welt exportieren wollen.

    Was auch immer Frankreich aber mit dem Gaskompromiss bezweckt haben mag, vor allem hat Macron unter Beweis gestellt, dass Deutschland in der EU nicht eigenwillig handeln kann. Angesichts der Zurückhaltung, mit der Deutschland im letzten Jahr auf die französischen Initiativen zur Vertiefung der EU reagiert hat, war das ein deutlicher Schuss vor den deutschen Bug.

    Vielleicht gab es ja sogar einen direkten Tauschhandel. Ist Deutschland in einer anderen Frage auf Frankreich zugegangen, um Nord Stream zu retten? Nur zwei Tage vor der EU-Abstimmung über die Pipeline, als die Bundesregierung Medienberichten zufolge bereits von Frankreichs drohendem Nein wusste, gab Deutschland jedenfalls im EU-Rat überraschend seinen Widerstand gegen die von Frankreich propagierte kontroverse EU-Urheberrechtsrichtlinie auf. „Die deutsche Regierung verrät kleine Unternehmen, und die schlimmsten Teile der EU-Urheberrechtsrichtlinie kommen zurück – nur noch schlimmer als vorher“, kommentierte Cory Doctorow von der Bürgerrechts-NGO Electronic Frontier Foundation. Ein großes Drama wie um Nord Stream gab es um diese Entscheidung nicht, dabei hat sie für die Zukunft des Internets ernste Folgen.

    Fader Nachgeschmack

    Ob Frankreich mit seinem kleinen Aufstand gegen Nord Stream 2 die Gräben in der EU geschlossen hat, bleibt derweil zweifelhaft. Bei vielen hinterließ der deutsch-französische Deal einen faden Nachgeschmack. „Es wäre eine Chance gewesen, das Projekt zu beeinflussen und für die EU besser verdaulich zu machen“, kommentierte die Deutschlandexpertin Justyna Gotkowska vom polnischen Think Tank OSW. „Stattdessen gab es ein zynisches Interessenspiel zwischen Deutschland und Frankreich. Ich fürchte mich vor der EU nach dem Brexit. Das deutsch-französische Tandem wird die Spaltungen nur vertiefen.“

    Keine Rolle bei dem Deal in Brüssel spielte die ukrainische Regierung. Sie ist am ernstesten von den Folgen des Pipelinebaus betroffen und hat Nord Stream 2 immer abgelehnt. Aber ohne mächtige Fürsprecher hat Kiew in Europa nichts zu sagen. In Europa kaum zur Kenntnis genommen, ist am vergangenen Dienstag das Minsker Abkommen, das einst Frieden in der Ukraine schaffen sollte, vier Jahre alt geworden. An seine Umsetzung glaubt heute niemand mehr.

    Wenn man bedenkt, dass die ukrainische Regierung von westlicher Finanzhilfe abhängig ist, und auf der anderen Seite der Russland die separatistischen Kämpfer finanziert, was ohne die Einnahmen aus dem Energieverkauf langfristig nicht bezahlbar wäre, dann ist es tatsächlich Geld aus Europa, das auf beiden Seiten der Front die Kampfverbände aufrecht erhält. Aber an diesen Widerspruch hat sich Europa nach fast fünf Jahren Krieg längst gewöhnt.

    https://www.freitag.de/autoren/endur...e-projektionen

  17. #1271
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    Reingewinn 2018 verneunfacht

    Der Gewinn ПАО "Gazprom" hat 933,1 Mrd. Rbl für 2018 gebildet., in 9,3 Male im Vergleich zu 2017 zugenommen. Der Erlös des Unternehmens ist bis zu 5,1 трлн Rbl gewachsen.

    Подробнее на РБК:
    http://www.online-translator.com/Sit...ource%3dtw_rbc

    Dohod, Gazprom selbst u.s.w. sprechen von 10,43 Rubel Dividende.
    Das wäre eine Dividendenrendite von 7%.
    Die Aussichten werden besser, wenn NordStream2 fertig gestellt ist. Dann fallen die satten Wegelagereigebühren der Ukraine und Polens weg.
    Wenn dann im Endergebnis für Deutschland der Preis für Russengas etwas günstiger wird, und Gazprom netto mehr Ertrag generieren kann, dann sind fast alle zufrieden.
    Nur der Ami, der Ukrainer und einige andere Russenhasser bekommen längere Nasen.
    Geändert von LabasRytas (01.04.2019 um 22:04 Uhr)

  18. #1272
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    Zitat Zitat von LabasRytas Beitrag anzeigen
    Der Gewinn ПАО "Gazprom" hat 933,1 Mrd. Rbl für 2018 gebildet., in 9,3 Male im Vergleich zu 2017 zugenommen. Der Erlös des Unternehmens ist bis zu 5,1 трлн Rbl gewachsen.

    Подробнее на РБК:
    http://www.online-translator.com/Sit...ource%3dtw_rbc

    Dohod, Gazprom selbst u.s.w. sprechen von 10,43 Rubel Dividende.
    Das wäre eine Dividendenrendite von 7%.
    Die Aussichten werden besser, wenn NordStream2 fertig gestellt ist. Dann fallen die satten Wegelagereigebühren der Ukraine und Polens weg.
    Wenn dann im Endergebnis für Deutschland der Preis für Russengas etwas günstiger wird, und Gazprom netto mehr Ertrag generieren kann, dann sind fast alle zufrieden.
    Nur der Ami, der Ukrainer und einige andere Russenhasser bekommen längere Nasen.

    10,43 Rubel pro ADR oder pro Aktie ?
    sonst : 2

    dann minus 15% Quellensteuer

    = Dividende ?

  19. #1273

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    Dividende ist immer noch zu gering. Wenigstens 30-35% des Gewinns sollte an Eigner gehen. Leider sind es nur 25%.

  20. #1274
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    Der Ami wird nicht mehr so sehr viel LNG exportieren können, wenn der eigene Verbrauch immer weiter steigt.
    Daas stärkt Gazproms Chancen im Europamarkt.
    Mehr Bildchen und etwas Text dazu:
    https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=39012
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  21. #1275

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    Das wäre eine feine Sache. Wir alle wissen, an der harten Realität kommt auch kein noch so verbissener Ideologe vorbei. Hoffen wir, dass die Prognose so trifft und der Yankee immer mehr Erdgas selbst verbrauchen muss. Dann kann er Europa nicht heimsuchen. Das wäre gut für Leitungsgas.

  22. #1276
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    Den Amis wird das Gas knapp.

    https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=39152

    Da wird es wohl nicht mehr ganz so viele Widerstände von Seiten der USA gegen Nord Stream2 geben.

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