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Thema: Frage zur Quellensteuer

  1. #1
    Gast-Trader

    Frage zur Quellensteuer

    Kann mir jemand kurz und verständlich das Thema Quellensteuer auf Akien erläutern? Mir wurden auf meine Lukoil eine ganze Menge abgezogen. Bekommt man die irgendwie zurück? Wenn ja, wie?
    Danke schon mal.
    Gruß
    Jürgen

  2. #2

    Dabei seit
    09/2002
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    24
    Die Quellensteuer stellt eine Vorauszahlung auf die Einkommen- bzw. Körperschaftssteuer darund ist direkt von den Banken an das Finanzamt abzuführen.Im Regelfall sind es 30% (jedenfalls bei Zinsen). Von 100 € Zinsertrag also 30 € ans Finanzamt, 70 € werden an den Anleger ausbezahlt.
    Im Prinzip ist die Vorauszahlung nichts anderes als ein zinsloses Darlehen an den Bund, da dieser schon vor Berechnung der Steuern kassiert und es in der Zwischenzeit anlegen kann.

  3. #3
    gh
    Gast-Trader
    Bei Lukoil geht es um ausländische Quellensteuer, die zieht das Land ab in dem die AG ihren Sitz hat, bei Lukoil also Rußland. Für solche Angelegenheiten gibt es mit vielen Ländern Doppelbesteuerungsabkommen (DBA, findet man auch im Internet)), da steht oft drin daß das jeweilige Land höchstens einen bestimmten Prozentsatz auf nach Deutschland gezahlte Dividenden einbehalten darf (für Rußland mW 15%), wenn mehr abgezogen wird kan man es zurückfordern (vom ausländischen Staat). Man kann diese ausl. Quellensteuer auch auf seine deutsche Steuerpflicht anrechnen lassen. Am besten mal bei wallstreet-online ins Forum Recht&Steuern schauen, da sind Leute die mehr davon verstehen, oder einen Steuerberater fragen.

    Bei Lukoil hat außerdem noch die BoNY Gebühren abgezweigt, kann man im Rußland-Forum nachlesen.

  4. #4
    Premium-Mitglied Avatar von Luis
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    2.520

    Einkommensteuergesetz (EStG) - § 1 Steuerpflicht

    (1) 1Natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind unbeschränkt einkommensteuerpflichtig. 2Zum Inland im Sinne dieses Gesetzes gehört auch der der Bundesrepublik Deutschland zustehende Anteil

    1.
    an der ausschließlichen Wirtschaftszone, soweit dort

    a)
    die lebenden und nicht lebenden natürlichen Ressourcen der Gewässer über dem Meeresboden, des Meeresbodens und seines Untergrunds erforscht, ausgebeutet, erhalten oder bewirtschaftet werden,
    b)
    andere Tätigkeiten zur wirtschaftlichen Erforschung oder Ausbeutung der ausschließlichen Wirtschaftszone ausgeübt werden, wie beispielsweise die Energieerzeugung aus Wasser, Strömung und Wind oder
    c)
    künstliche Inseln errichtet oder genutzt werden und Anlagen und Bauwerke für die in den Buchstaben a und b genannten Zwecke errichtet oder genutzt werden, und

    2.
    am Festlandsockel, soweit dort

    a)
    dessen natürliche Ressourcen erforscht oder ausgebeutet werden; natürliche Ressourcen in diesem Sinne sind die mineralischen und sonstigen nicht lebenden Ressourcen des Meeresbodens und seines Untergrunds sowie die zu den sesshaften Arten gehörenden Lebewesen, die im nutzbaren Stadium entweder unbeweglich auf oder unter dem Meeresboden verbleiben oder sich nur in ständigem körperlichen Kontakt mit dem Meeresboden oder seinem Untergrund fortbewegen können; oder
    b)
    künstliche Inseln errichtet oder genutzt werden und Anlagen und Bauwerke für die in Buchstabe a genannten Zwecke errichtet oder genutzt werden.

    (2) 1Unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind auch deutsche Staatsangehörige, die

    1.
    im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben und
    2.
    zu einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts in einem Dienstverhältnis stehen und dafür Arbeitslohn aus einer inländischen öffentlichen Kasse beziehen,

    sowie zu ihrem Haushalt gehörende Angehörige, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder keine Einkünfte oder nur Einkünfte beziehen, die ausschließlich im Inland einkommensteuerpflichtig sind. 2Dies gilt nur für natürliche Personen, die in dem Staat, in dem sie ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, lediglich in einem der beschränkten Einkommensteuerpflicht ähnlichen Umfang zu einer Steuer vom Einkommen herangezogen werden.

    (3) 1Auf Antrag werden auch natürliche Personen als unbeschränkt einkommensteuerpflichtig behandelt, die im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, soweit sie inländische Einkünfte im Sinne des § 49 haben. 2Dies gilt nur, wenn ihre Einkünfte im Kalenderjahr mindestens zu 90 Prozent der deutschen Einkommensteuer unterliegen oder die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte den Grundfreibetrag nach § 32a Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 nicht übersteigen; dieser Betrag ist zu kürzen, soweit es nach den Verhältnissen im Wohnsitzstaat des Steuerpflichtigen notwendig und angemessen ist. 3Inländische Einkünfte, die nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung nur der Höhe nach beschränkt besteuert werden dürfen, gelten hierbei als nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegend. 4Unberücksichtigt bleiben bei der Ermittlung der Einkünfte nach Satz 2 nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegende Einkünfte, die im Ausland nicht besteuert werden, soweit vergleichbare Einkünfte im Inland steuerfrei sind. 5Weitere Voraussetzung ist, dass die Höhe der nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte durch eine Bescheinigung der zuständigen ausländischen Steuerbehörde nachgewiesen wird. 6Der Steuerabzug nach § 50a ist ungeachtet der Sätze 1 bis 4 vorzunehmen.

    (4) Natürliche Personen, die im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind vorbehaltlich der Absätze 2 und 3 und des § 1a beschränkt einkommensteuerpflichtig, wenn sie inländische Einkünfte im Sinne des § 49 haben.

    http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__1.html

    Ergo: Der Unterschied zwischen unbeschränkt und beschränkter Einkommensteuerpflicht ist hier folgender:

    unbeschränkt einkommensteuerpflichtig = MIT Grundfreibetrag! = 9.168 Euro im Jahr 2019! Liegt Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen unter diesem Wert, müssen Sie keine Steuern zahlen.

    beschränkt einkommensteuerpflichtig = OHNE Grundfreibetrag - ab hier wird bereits ab dem Ersten Euro die Steuerkrallen angesetzt, sprich versteuert.

    Tipp: sollte dein Finanzritter versuchen dich als Steuerzahler beschränkt einkommensteuerpflichtig zu machen - dann setzte dich zur Wehr - und verlange die unbeschränkte Einkommensteuerpflicht.
    Geändert von Luis (08.05.2019 um 15:13 Uhr)

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