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Thema: Immobilien und Rohstoffe als "sicherer Hafen" und "Inflationsgeschützte Anlagen"

  1. #1

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    Immobilien und Rohstoffe als "sicherer Hafen" und "Inflationsgeschützte Anlagen"

    Hallo Community,

    Im folgenden gehts mir im allgemeinen darum, ob Anlagen ihn Rohstoffe und Immobilien tatsächlich der sichere Hafen und so infaltionsgeschützt sind, wie des öfteren angepriesen.


    Gestern war ich wieder einmal auf solch einer Veranstaltung:

    "Dieses Jahr wird das Ausmaß der Wirtschaftskrise erst bekannt"
    "Abschreibungen über Abschreibungen"
    "Bankenpleiten"
    "Staaten gehen pleite"

    "Kauft Gold" !


    Ich verstehe nicht, rein gar nicht, was, auch in Krisenzeiten, an einem Investment in "reale Werte" (Gold, Immobilien, andere Rohstoffe etc.) so krisensicher und inflationsgeschützt sein soll.

    Natürlich steigen in der Regel die Preise in Krisenzeiten, um aber nachher wieder zu fallen.

    Ich bin mir natürlich im klaren, dass an meinem Goldbarren und an meiner Immobilie die Inflation nicht "nagt" wie an meinem 100 € Schein (bildhaft ausgedrückt), der Wert meines Barrens oder meiner Immobilie steigt um die Inflationsrate mit. Aber diese Inflationsrate wird doch durch meine Zinsen, die ich auf Anlagen bei meiner Bank bekomme (die in aller Regel über der Inlationsrate von ~ 2% liegen) doch komplett ausgeglichen.

    Ich sehe also generell, und auch in Krisenzeiten, keinen Unterschied bzw entscheidenden Vorteil zwischen "realen Investments" a la Gold, Wald, Rohstoffe, Immobilien und einer simplen Spareinlage bei einer Bank, sofern die Infaltion durch die Zinsen ausgeglichen werden. Schließlich liefert Gold usw. ja auch keinen Ertrag.

    Das einzige was bleibt ist also das Kursrisiko. Das habe ich aber bei BEIDEN Investments.

    Noch dazu kann mir ein abwertender Euro innerhalb des Euro Raumes doch schnurz piepe sein. (Natürlich ist es nicht toll, aber besser als wenn ich in Gold investiert bin und der Goldwert fällt).

  2. #2

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    Naja das mag für die normale Inflation gelten aber die Anzeichen insbes Verhältnis Schulden / BIP ist langsam in so einer Schieflage dass über kurz oder lang Währungen zusammenfallen.

    Es geht hier nicht um die normale Inflationsabsicherung sondern darum was macht man gegen Hyperinflation - wenn also das Brot plötzlich 1000 Euro kostet... und dieses Szenario ist inbesondere in der Eurozone (Griechenland, Italien, Spanien) nicht mehr so unwahrscheinlich.

    Selbst die sonst eher berufsoptimistischen Wirtschaftsberater der Politik sehen das ja als eine durchaus mögliche und denkbare Entwicklung.

  3. #3

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    Deutschland und Hyperinflation? Das ist doch Quatsch oder?

  4. #4

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    Wieso ist das Quatsch?

    Was meinst Du wie Deutschland bei der extrem sinkenden Wirtschaftsleistung die im Gegensatz dazu extrem steigenden Schuldenlast zahlen wird?

    Da bleibt über kurz oder lang nur die sehr hohe Inflation. Wenn selbst die Politiker inzwischen offiziell von 10% reden dann kann man ja ungefähr sich ausmalen was das tatsächlich für Zahlen werden

    Dann kostet halt bald das Bäckerbrot seine 1000 Euro :O

    Aktuell ist der Stand schon so dass Deutschland inzwischen die Euro-Einstiegskriterien deutlich verfehlt insbes. was Verschuldung / BIP angeht.

    Ich habe mein Vermögen von bisher traditionell 15% Gold auf inzwischen 55% hochgefahren (und zwar echtes Gold) weil mir einfach die Totalverlustgefahr in Euro/Dollar/Yen anhand der BIP/Schulden zu hoch wird - so habe ich einen überschaubaren möglichen Verlust geht das nicht auf von vielleicht 10-20%

    Kommt es zu der auch von offizieller Seite angekündigten (starken) Inflation sind die Gewinnmöglichkeiten sicher enorm spätestens bei Inflationsraten ab 20% wird der Goldpreis durch die Decke gehen...

    Lass 2 mittelgrosse Euroländer z.B. Italien / Griechenland voll kippen - und die sind kurz davor - dann war's das mit dem Euro...

    Das Problem des Euro und auch des Dollars etc ist dass diese praktisch NUR auf der Wirtschaftsleistung basieren und diese verfällt gerade immer schneller ... Währungen haben nunmal seltenst einen echten Gegenwert und das wird sich wohl rächen den sicherlich 60% oder 80% des Währungswertes ist "aus Luft" geschaffenes Geld das vor allem durch Finanzsysteme generiert wurde.

    So eine Bereingung des Finanzsystems auch durch Zusammenbruch von Währungen ist ja durchaus nichts Schlechtes - und für eine nachhaltige Wachstumsperiode danach ja sogar fast notwendig

  5. #5

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    "Kommt es zu der auch von offizieller Seite angekündigten (starken) Inflation sind die Gewinnmöglichkeiten sicher enorm spätestens bei Inflationsraten ab 20% wird der Goldpreis durch die Decke gehen..."


    WARUM?

  6. #6

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    Mit meiner Aufstockung auf 55% Gold bin ich inzwischen richtig gut gefahren :-) sowohl Deflation mit möglichen großen Marktverwerfungen als auch Inflationssorgen haben sich letztendlich erfreulicherweise so stark im Goldpreis niedergeschlagen wie erhofft.

    Inzwischen bin ich sogar wieder über 2007 Niveau mit meinen Anlagen, das ist ja durchaus erfreulich - hauptsächlich der etwas schwache kanad. Dollar zieht halt noch nach unten *grummel*

  7. #7

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    Zitat Zitat von randyandy Beitrag anzeigen
    "Kommt es zu der auch von offizieller Seite angekündigten (starken) Inflation sind die Gewinnmöglichkeiten sicher enorm spätestens bei Inflationsraten ab 20% wird der Goldpreis durch die Decke gehen..."


    WARUM?
    Hi, hoffe das Thema ist noch aktuell für dich.

    Es geht darum, dass der Goldpreis bei FALLENDEM EUR-USD Kurs, also beim SCHWACHEN DOLLAR steigt (woran das liegt siehe google..) - und da bis Freitag den 4.12. der USD nur gefallen ist ging der Preis schon "durch die Decke". Dann kamen die US-Arbeitslosenzahlen raus und der Dollar ging steil nach oben (um 400Pips?), sprich der EUR-USD ging nach unten und der Goldpreis mit ihm.. (Ich sach nix: http://www.youtube.com/watch?v=EP1Kg7j1K7o )
    Das liegt wie gesagt einfach am sinkenden Dollarpreis, sobalt der steigt haut auch der Goldpreis wieder auf Normalniveau.
    Und die Inflation beeinträchtigt die jeweilige Währung negativ - sollte bekannt sein.

    Es ging ja grundsätzlich darum, in Rohstoffe, Agrar, etc. zu investieren. (investieren=langfristig halten) Dem kann ich nur beipflichten, da wenn die Inflation steigt, diese Preise steigen z.B. für ein Brot aktuell 4Eur und nun kriegen wir 20% Inflation.. somit kostet das Brot "plötzlich" 4,80Eur - klar auf dem Maßstab ist das noch wenig kommt einem vor jeodhc mach das mal mit einem Haus. 100000 jetzt, 120000 später.. so ungefähr. Natürlich ohne den Verfall über Zeit zu beachten..
    Jedoch ist der "Gewinn" aus diesen Kursen sehr klein. Klar man hat 20% Gewinn gemacht, aber da alles andere 20% mehr kostet hat man +/-0 gemacht. Und das wollen wir damit erreichen - unser Geld sichern.

    Hoffe das es einigermaßen verständlich war..

    Grüße
    UzAt

  8. #8

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    Auch gegen den Euro steht Gold ja gut da.

    Hier mal die Entwicklung in Euro

    http://www.finanzen.net/rohstoffe/goldpreis/euro

    in den letzen 3 Monaten von 680 auf 780 Euro (+ 15%)
    in den letzen 5 Jahren von 300 auf ~800 (+ 230%)
    in den letzten 8 Jahren von 200 auf ~800 (+ 300%)

    Es ist keineswegs dass der Euro-Goldpreis nur vom Dollar abhängt - das tut er aber weit weniger als man glauben mag, dazu reicht ein Blick auf die langfristige Entwicklung beim Goldpreis - der Dollarwert bestimmt eher die kleinen Tagesänderungen beim Wert - nicht aber die großen Trends.

    Das Problem das aktuell in der Eurozone vorhanden ist sind vor allem Griechenland und Spanien. Diese Länder sind knapp oder im Prinzip an der Staats-Pleite => eine Anpassung der Zinspolitik (nach oben) durch die EZB ist damit kaum mehr möglich bzw nur sehr sehr eingeschränkt.

    Damit wird man das in Massen in den Markt gepumpte Geld meiner Meinung durch eine höhere Zinspolitik nach nicht mehr einsammeln können und anstatt zahlungsunfähiger Staaten der Eurozone zwangsweise 10-15 Jahre Inflation mit 5-7% p.a. hinnehmen (das dürfte ungefähr einem Großteil der ausgegebenen Laufzeiten der Staatsanleihen entsprechen)

    Allerdings bin ich gerade durchaus am Überlegen eine Teil wieder zu verkaufen um einfach den Gewinn mitzunehmen, und dann evtl im 1. Quart. 2010 wieder einzusteigen, mal sehen... man muss auch mal Gewinne mitnehmen können

    Ich bin aktuell beruflich bedingt in Honkong, hier sieht man Goldanlagen durchaus sehr positiv - sicher auch weil man bei Dollar sowieso und bei Euro leichte Bedenken hat.

  9. #9

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    Hehe nun bin ich immer noch so stark im Gold - weil ja eine Krise die nächste jagt seit Ende 2009...

    Immerhin sind ja jetzt die Gewinne steuerfrei! und die sind ja doch viel grösser schon als ich je gedacht hätte (+40% aktuell) - eigentlich war das ja vor allem als Inflationsschutz gedacht zur Werterhaltung

    Anscheinend kann man sich doch darauf verlassen kriselt die Schuldenprblematik und sind da mehr als 3 Länder beteiligt dann fährt das gegen die Wand

    Allerdings nachkaufen trau ich mich dann doch nicht mehr beim aktuellen Kurs.

  10. #10

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    :O 1900 hehe inzwischen muss man ja fast jede Woche das Limit erhöhen ab dem wieder verkauft werden soll...

    Einfach nur noch verrückt...

  11. #11

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    So ich hab mich bei 1750 getrennt und bin wieder auf 10% Goldquote runter.

    Zwar nicht die Spitze mitgenmmen von 1900, aber das erwischt man ja nie optimal.

  12. #12

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    sehr informativer thread für mich als forum-neuling!

    danke

  13. #13

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    Wirklich sehr aufschlussreich - aber klar, wer erwischt schon den optimalen Zeitpunkt - Hauptsache, der Gewinn stimmt.

  14. #14

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    Hallo,

    auch ich hatte seit 2005 etwa gold angelegt, freue mich natürlich über den hohen gewinn, allerdings frage ich mich wie es weitergeht. ist der goldpreis überbewertet? weiß jmd wie sich die förderkosten zum börsenpreis verhalten?

    es geht darum ob es jetzt sinnvoll ist weiter zu kaufen um sich vor starken inflationsraten zu schützen. als alternative bieten sich defensive aktienwerte an, aber hier befürchte ich, dass diese bei staatspleiten, dann doch ebensfalls abschmieren. wie schätzt ihr die situation ein?
    MfG

  15. #15

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    Naja *g* wenn man das wüsste würden's ja alle machen

    Förderkosten Börsenwert ist ~ 1:3 (Förderkosten 1 Unze ~ 600 USD, akt Handelspreis Gold 1 Unze ~ 1700 USD)

    Ich tendiere aber auch wieder trotzdem massiv in Gold zu gehen - auch wenn das Risiko u.U. etwas höher ist, so gibt es ja Hinweise, dass auch 2012 die Zentralbanken der Emerging Markets ihre Bestände wie 2011 deutlich weiter ausbauen, auch angesichts der anhaltenden Unsicherheiten dürften nicht so viele Goldbestände abgebaut werden - zumindest nicht von Privatanlagern - dazu kommt ja dass in China etc Privatanleger gerade erst Gold entdecken - damit dürfte das Angebot relativ knapp bleiben.

    Allerdings werde ich nur Geld investieren, dass ich auch ein paar Jahre liegen lassen kann - denn die nächste Krise kommt ja bestimmt, wenn die jetzige vorbei ist so dass ein temporärer Absturz beim Preis dann nicht so ganz schlimm ist.

  16. #16

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    Immobilien

    Immobilien bieten auch nicht mehr die Sicherheit die sie einmal waren.

  17. #17

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    Kommt halt auf die Mischung an und wo - ein gewisser (in)direkter Immobilienanteil schadet denke ich nicht, sollte halt nicht zu viel sein.

    Man muss ja nicht unbedingt (nur) in deutsche Immobilien investieren, wenn man z.B. aufgrund zukünftiger staatlicher Begehrlichkeiten eine deutliche Anhebung von Grundsteuer etc befürchtet.

  18. #18

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    Kauft Gold

    Also ob man wirklich noch Gold kaufen sollte ist fraglich, und inwiefern sich die Wirtschaftskrise dieses Jahr zeigen wird auch.

  19. #19
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    Rechne und staune: Tatsächliche Inflation = Geldmengenwachstum - Wirtschaftswachstum

  20. #20

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    Hmm aber muss man nicht einschränkend sagen Geldmengenwachstum das auch in der Realwirtschaft ankommt? Das ist ja aktuell (noch) nicht der Fall

  21. #21
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    Zitat Zitat von WHornung Beitrag anzeigen
    Hmm aber muss man nicht einschränkend sagen Geldmengenwachstum das auch in der Realwirtschaft ankommt? Das ist ja aktuell (noch) nicht der Fall
    Das stimmt schon. Hoffen wir, daß es so bleibt, sonst bricht ein Sturm los.

  22. #22

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    Zu Immobilien muss ich sagen, dass ich damit keine gute Erfahrung habe. Ich selbst bin in den 90ern stark auf die Nase gefallen mit Immobilien im Osten. Viele Freunde von mir haben auch Häuser, die keinen Wert mehr haben, weil sie nich gut in Schuß sind. Immobilien können schnell zu einem Debakel führen und sind meiner Meinung nach keine sichere Anlage. Dann lieber Gold. Darum muss man sich wenigstens nicht kümmern.

  23. #23

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    Oder beides.

    Nur in Immobilien zu gehen oder nur in Gold ist beides nicht sinnvoll - die Mischung macht's.

    Ich hab mit Immobilien ganz gute Erfahrungen. So 2,5%-3% Rendite nach Abzug aller Kosten wie Investitionen und Steuern bleiben bei mir immer übrig, das ist nun nicht extrem viel, aber das ist ja nun auch nicht der Hauptgrund für Immobilieninvests.

    Dass man viel reinvestieren muss ist halt so - bei mir fliessen so 15-25% der Einnahmen in die Substanzerhaltung und verbesserung (je nach Objekt) was aber auch dann wirklich zu einem erstaunlich guten Zustand führt.

  24. #24

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    Zitat Zitat von randyandy Beitrag anzeigen
    Hallo Community,

    Im folgenden gehts mir im allgemeinen darum, ob Anlagen ihn Rohstoffe und Immobilien tatsächlich der sichere Hafen und so infaltionsgeschützt sind, wie des öfteren angepriesen.

    Gestern war ich wieder einmal auf solch einer Veranstaltung:

    "Dieses Jahr wird das Ausmaß der Wirtschaftskrise erst bekannt"
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    Ich verstehe nicht, rein gar nicht, was, auch in Krisenzeiten, an einem Investment in "reale Werte" (Gold, Immobilien, andere Rohstoffe etc.) so krisensicher und inflationsgeschützt sein soll.
    Gold ist schon inflationsgeschützt, aber eben nicht "sicher" im Sinne von Wertbeständig wie Du ja selber schon angemerkt hast. Gold war einfach eine Art Angstwährung. Man kann sagen es gab eine Blase am Goldmarkt, die nun genauso geplatzt ist wie jede Hausse am Aktienmarkt.

    Weiterer großer Nachteil: Gold ist totes kapital schafft keine Werte.

    Dann lieber Dividendenstarke Aktien solider Unternehmen wie deutsche Post und ähnliche und einfach die Krisen aussitzen und Dividenden kassieren.

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