29 Grad im Schatten
Russische Badeorte werben um Touristen
MDZ 03-07-2002
http://www.mdz-moskau.de/pics/1025692922.jpg
Veronika Wengert

Das strahlende Blau des Himmels entspannt die Seele, und sanft taucht der Körper in die Fluten des Schwarzen Meeres ein: Um mehr Touristen in die südrussische Küstenregion zu locken, haben sich die Oberhäupter der Touristenhochburgen der Krasnodarer Region mit Journalisten in Moskau getroffen.

„Kein einziges Hotel, Sanatorium oder Ferienlager der Region Krasnodar wurde bei den Überschwemmungen im Süden beschädigt, und alle Zugverbindungen sind intakt“, sagt Jurij Barsykin, Vize-Gouverneur der Region Krasnodar. Während in den überfluteten Nachbargegenden Ausnahmezustand herrscht, erfreuen sich die klassischen Erholungsorte Sotschi und Anapa zahlreicher Badegäste – die Hotelauslastung liegt dort in diesem Sommer bei 90 Prozent. Anspruchslose Urlauber finden bereits ab 70 Rubel eine Privatübernachtung, und im Sanatorium kann man sich für etwa 600 Rubel drei Mal pro Tag verköstigen lassen. Im Durchschnitt müssen die Badefreunde etwa mit 350 Rubel pro Nacht rechnen, so Barsykin.
Über fünf Millionen Touristen haben sich im Vorjahr an der russischen Schwarzmeerküste geaalt, darunter 50 000 Ausländer – Touristen aus den GUS-Staaten nicht mit eingeschlossen, schätzt Leonid Mostowoj, Bürgermeister der Stadt Sotschi. Die Mehrzahl von ihnen stammt aus Westeuropa oder südlichen Ländern wie Saudi-Arabien oder der Türkei, die nur sechs Autostunden entfernt liegt. "Leider sind die meisten ausländischen Gäste Geschäftsreisende, die den Ort erkundschaften und nur kurze Zeit bleiben“, sagt Mostowoj.
Das Stadtoberhaupt bedauert den Wegfall der staatlichen Einweisungsscheine in die Arbeitererholungsheime und Sanatorien während der Sowjetzeit: „Seitdem ist die Besucherzahl stark gesunken. Außerdem können es sich die meisten Russen heute nicht mehr leisten, Urlaub am Schwarzen Meer zu machen“, klagt Mostowoj. „Das andere Extrem sind jedoch Touristen, die einen Privathubschrauber chartern, um von der Küste aus direkt zum Schifahren ins Kaukasusgebirge zu fliegen."
Besonderen Kummer bereitet Mostowoj jedoch die Zeitungsente, dass Sotschi in Kürze von einem Erdbeben heimgesucht werde: "Diese Falschmeldung in den Blättern hat uns über die Maifeiertage 2500 Annullierungen eingebracht. Das Fernbleiben jedes einzelnen Touristen schmerzt empfindlich", so das Stadtoberhaupt.

P.S.
übrigens, nächste Woche beginne ich meinen Sommerurlaub am Schwarzen Meer!
http://imperium.de/animationen/anims/delphin.gif

[Dieser Beitrag wurde von Goldfisch am 04.07.2002 editiert.]