DAX30
Gold
Brent Oil
EUR/USD
+ Auf Thema antworten
Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: Fiskus nimmt Spekulationsgewinne ins

  1. #1
    Premium-Mitglied Avatar von Walter
    Dabei seit
    02/2001
    Ort
    Möckmühl
    Alter
    59
    Beiträge
    1.752

    Fiskus nimmt Spekulationsgewinne ins

    Vermögende Kunden von Direktbanken geraten in Verdacht

    Fiskus nimmt Spekulationsgewinne ins
    Visier

    Von Axel Schrinner, Handelsblatt

    Showdown in München: Am Dienstag verhandelt
    der BFH über die Verfassungsmäßigkeit der
    Spekulationsteuer. Die OFD Hannover schafft
    derweil Fakten und verschärft die Jagd nach
    Steuersündern.

    DÜSSELDORF. Der Fiskus zieht die Schlinge um den Hals
    von Hinterziehern von Spekulationsgewinnen immer
    enger. Insbesondere Kunden von Direktbanken mit
    großen Depots müssen unter Umständen bald mit
    unangenehmen Fragen vom Finanzamt rechnen. Als
    Reaktion auf die verheerenden Ergebnisse des
    niedersächsischen Landesrechnungshofs hat jetzt die
    Oberfinanzdirektion Hannover den Finanzämtern eine
    entsprechende Dienstanweisung erteilt.

    Mit einem neuen Kriterienkatalog sollen nun bei
    Intensivprüfungsfällen Spekulationsgewinne aufgespürt
    werden – Intensivprüfungen werden bei 10 % der zu
    veranlagenden Einkommensteuerfälle durchgeführt,
    vorrangig bei Steuerzahlern mit hohem zu
    versteuernden Einkommen oder hohen Verlusten. Nach
    Handelsblatt-Informationen gelten als auffällig, Kunden
    von Direktbanken, hohe Werbungskosten im
    Zusammenhang mit Kapitaleinkünften wie etwa
    Abonnements von Börsenbriefen, umfangreiche
    Depotgebühren oder Spekulationsverluste. Außerdem
    wird die Recherche der Beamten durch ein neues Urteil
    des Bundesfinanzhofs erleichtert, dass den
    Finanzbehörden erlaubt, bei Banken Sammelauskünfte
    über Spekulationsgewinne von Kunden zu verlangen,
    sofern ein hinreichender Anlass gegeben ist (VII B
    152/01).

    In Finanzverwaltungskreisen hieß es, die Steuerzahler
    lieferten häufig selbst Indizien, die auf
    Spekulationsgewinne hinwiesen. Oft entlarve die
    „doppelte Gier“, einerseits Spekulationsgewinne zu
    verschweigen, andererseits aber ein Maximum an
    Werbungskosten im Zusammenhang mit
    Kapitaleinkünften abzusetzen, die Steuersünder.

    Für den Chef der Deutschen Steuergewerkschaft, Dieter
    Ondracek, ist der Vorstoß der OFD Hannover „dringend
    notwendig“. Zugleich forderte er die
    Steuerabteilungsleiter von Bund und Ländern auf, einen
    bundeseinheitlichen Erlass zu formulieren, damit es
    keine Oasen für Hinterzieher von Spekulationsgewinnen
    gäbe.

    Der niedersächsische Landesrechnungshof hatte
    kritisiert, dass die Finanzämter in mehreren Fällen sogar
    bei offensichtlichen Hinweisen auf nicht deklarierte
    Spekulationsgewinne untätig geblieben waren. In einem
    Fall war dem Finanzamt bekannt, dass der
    Steuerpflichtige ein Depot im Wert von 6,5 Mill. DM
    besaß, dass es im Veranlagungszeitraum zu erheblichen
    Depotumschichtungen gekommen war und dass hohe
    Vermögensverwaltungskosten angegeben waren.
    Trotzdem wurde das Finanzamt nicht stutzig, dass
    keine Spekulationsgewinne deklariert waren. Die vom
    Rechnungshof veranlasste nochmalige Überprüfung von
    acht Steuerfällen führte zu Steuernachzahlungen von
    insgesamt 750 000 DM.

    Angesichts dieser eklatanten Vollzugsdefizite räumen
    Experten dem Kölner Steuerrechtspapst Klaus Tipke
    durchaus Chancen ein, mit seiner Klage bis nach
    Karlsruhe zu gelangen. Tipkes These: Der Ehrliche ist
    der Dumme – nur wer Spekulationsgewinne angibt, muss
    sie auch versteuern. Dies verletzte den
    Gleichheitsgrundsatz. Auch der Bundesrechnungshof
    hatte unlängst eklatante strukturelle Vollzugsdefizite bei
    der Ermittlung von Spekulationsgewinnen kritisiert. Am
    Dienstag verhandelt der Bundesfinanzhof den Fall (IX R
    62/99).

    Das Bundesfinanzministerium, das dem Verfahren
    beigetreten ist, weist in seiner Stellungnahme darauf
    hin, dass es sehr wohl rechtliche Möglichkeiten gäbe,
    Spekulationsgewinne zu ermitteln. Es gäbe kein
    strukturelles Vollzugsdefizit, allenfalls einzelne
    Vollzugsmängel, sagte eine Ministeriumssprecherin.
    „Dies stellt aber die Rechtmäßigkeit der Vorschrift als
    solches nicht in Frage.“

    Der Präsident des Steuerberaterverbandes, Jürgen
    Pinne, rät seinen Mandanten, Steuerbescheide unter
    Bezug auf das Tipke-Verfahren anzufechten. Der
    Bescheid bleibe dann offen und könnte unter
    Umständen nach Jahren noch korrigiert werden.


    HANDELSBLATT, Freitag, 12. Juli 2002, 09:08 Uhr

  2. #2

    Dabei seit
    01/2002
    Ort
    Deutschland
    Beiträge
    52
    Ehrlichkeit währt am längsten! :-)

    Mir hat die Steuerzahlung zwar auch nicht gefallen, aber ich kann beruhigt schlafen.

    Alle anderen sind noch dran. Luxemburg hat ja gezeigt, dass es sich nicht lohnt!

    Ich wünsche einigen viel Spaß bei Ihrer Selbstanzeige...

  3. #3
    Premium-Mitglied Avatar von Luis
    Dabei seit
    07/2004
    Beiträge
    2.771

    EU verlängert schwarze Liste mit Steueroasen

    : - Die EU will deutlich mehr Länder als bisher auf die Schwarze Liste der Steueroasen setzen. Insgesamt 15 Staaten stehen auf dem Entwurf der Liste, über den das "Handelsblatt" berichtet. Das sind dreimal so viele wie bisher.

    Ob es bei der Zahl 15 bleibt, ist allerdings nicht sicher. Großbritannien und Rumänien hätten es abgelehnt, die Bahamas und Bermuda in die Liste aufzunehmen, heißt es in einem internen EU-Papier. Italien und Tschechien wollten die Vereinigten Arabischen Emirate nicht auf die Liste setzen. Die EU-Finanzminister wollen am Dienstag über die neue Liste entscheiden.

    https://www.berliner-sonntagsblatt.d...se-143593.html

    https://www.google.com/search?client...it+Steueroasen


    EU verlängert schwarze Liste mit Steueroasen

    Die EU-Finanzminister haben zehn weitere Länder und Gebiete auf eine schwarze Liste mit Steuerparadiesen gesetzt.

    Wie die EU-Kommission heute mitteilte, wurden unter anderem das britische Überseegebiet Bermuda, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Oman in die Liste aufgenommen. Damit stehen jetzt 15 Länder auf der Liste.

    Bisher befanden sich fünf Länder und Gebiete auf der Ende 2017 eingeführten Liste: die Amerikanischen Jungferninseln, Amerikanisch-Samoa, Guam, Samoa sowie Trinidad und Tobago. Hinzu kamen nun auch Aruba, Barbados, Belize, Fidschi, die Marshallinseln, Vanuatu und Dominica.


    https://orf.at/#/stories/3114905/

  4. #4
    Premium-Mitglied Avatar von Luis
    Dabei seit
    07/2004
    Beiträge
    2.771

    Computerpanne legt norddeutsche Finanzämter lahm

    Nach einer technischen Panne liegen die Computer aller Finanzämter in Norddeutschland lahm. In Niedersachsen und Bremen soll die Störung wohl noch bis Freitag dauern. In den Behörden in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein könnten die Rechner bereits am Mittwoch wieder einsatzfähig sein. Bei einem routinemäßigen Lasttest hatte sich das zentrale Rechenzentrum für alle 141 Finanzämter Norddeutschlands heruntergefahren, wie das Niedersächsische Landesamt für Steuern am Dienstag in Hannover mitteilte. Der Fehler sei in der Nacht behoben worden. Bis die Rechner in allen Finanzämtern wieder laufen, dauere es aber noch.

    28.500 Finanzamtsmitarbeiter in Norddeutschland betroffen

    Von den Ausfällen betroffen sind rund 28.500 Mitarbeiter. Lasttests werden einmal im Monat durchgeführt, um Fehler zu lokalisieren und zu bereinigen. Ein ungeplantes und ungeregeltes Herunterfahren der empfindlichen IT-Systeme wegen eines Fehlers führt den Angaben zufolge grundsätzlich zu einem Ausfall.

    Finanzämter in Niedersachsen von Trojaner attackiert

    Einen Tag vorher war bekannt geworden, dass die Finanzbehörden in Niedersachsen in der vergangenen Woche von einem Trojaner attackiert worden waren. Unbekannte hatten mit gefälschten Mails versucht, Zugriff auf die Computersysteme der Finanzverwaltung zu bekommen. Daher werden seit dem 21. Mai Mails mit Excel- oder Worddateien aus Sicherheitsgründen vorübergehend blockiert. Ersatzweise können Anhänge aber als PDF geschickt werden. Auch andere Behörden in Niedersachsen hatten dahingehend Gegenmaßnahmen ergriffen.

    https://www.ndr.de/nachrichten/niede...anzamt190.html

    https://www.google.com/search?client...C3%A4mter+lahm


    https://youtu.be/XayzTlb_34w

    EAV Erzherzog Jörgerl Watumba

    https://youtu.be/EgM041es3Ww
    Geändert von Luis (28.05.2019 um 22:06 Uhr)

+ Auf Thema antworten

Lesezeichen

Lesezeichen