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Thema: Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie Ihr Gedächtnis oder Ihre Kontoauszug

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    Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie Ihren Kontoauszug

    Börsen-Hype: Phantasien in Öl (EuramS)
    31.10.2004 09:39:00

    Der hohe Ölpreis treibt exotische Blüten. Gerade mit kleinen Ölfirmen scheinen große Gewinne möglich: Investieren auf den Falkland-Inseln, Absahnen in Aserbeidschan - Risiken werden gern übersehen.
    von Hans Sedlmaier

    Die Geschichte klingt verführerisch:Vor den Falkland-Inseln liegen riesige Ölvorkommen, die noch nicht angezapft sind. Angesichts des hohen Ölpreises von über 50 Dollar lohnt es sich nun, diese aus den Tiefen des Südatlantiks heraufzuholen. Die börsennotierte Falkland Islands Holdings (FIH) besitzt weitgehende Rechte über 33700 Quadratkilometer Meeresboden, ihre ebenfalls börsennotierte Tochter Falkland Oil and Gas Ltd. soll das Bohr- und Fördergeschäft übernehmen. Der Börsendienst Share-Infos, der die Unternehmen zum Kauf empfahl, sieht den Kurs der FIH bereits bis Ende nächsten Jahres auf "22,50 bis 107 Euro" steigen. Allein seit der Empfehlung im August hat die Aktie schon um 50 Prozent auf aktuell über 9 Euro zugelegt. Also jetzt noch schnell einsteigen? Verpaßt man da einen Megatrend? Experten warnen davor, die Risiken der exotischen, kleinen Firmen mit den scheinbar gigantischen Gewinnperspektiven zu unterschätzen. Peter Dreide, Ölmarktkenner und Fondsmanager bei TBF Global Asset Management, rückt diese Perspektiven in ein realistischeres Licht: "Natürlich bietet ein Ölpreis von über 50 Dollar auch vielen kleinen Firmen gute Chancen. Aber erstens dürfte der Ölpreis mittelfristig deutlich sinken, und zweitens sollten Anleger bei kleinen Unternehmen nur dann einsteigen, wenn sie einen sehr, sehr guten Einblick in die Firma haben."

    Genau den liefern viele Börsenbriefe nicht. Genauer gesagt: Sie listen nur Punkte auf, die zum Kauf der Aktie animieren sollen. So hat Share-Infos zwar eine umfang- und faktenreiche Studie zur Firma Falkland Island Holdings erstellt. Doch bleibt diese für den Anleger auch die ziemlich einzige Möglichkeit, sich zu informieren. Es gibt keinen Ölexperten oder Analysten, der das Unternehmen untersucht hat. Wenn der optimistischen Sichtweise einer Kaufempfehlung aber kein zweiter, vielleicht nüchterner Blick gegenübergestellt werden kann, dann ist die Entscheidungsbasis für die Anleger mehr als wacklig.

    Angesichts der rosigen Zukunft wird die Gegenwart ausgeblendet. Wesentliche Gesichtspunkte kommen kaum zum Tragen. Bei FIH etwa die Tatsache, daß in dem Gebiet, für das man Lizenzen besitzt, bisher überhaupt noch kein Öl entdeckt wurde. 1999 waren bei sechs Probebohrungen lediglich Kohlenwasserstoffspuren gefunden worden. Nun sollen bis Anfang 2007 neue Bohrungen durchgeführt werden. Experten halten Funde auch für möglich - gemacht hat man sie aber noch nicht. Bis heute wurden erst sogenannte 2-D-Untersuchungen vorgenommen, seismische Messungen, bei denen Schallwellen oder Radar Aufschluß über Flüssigkeiten im Boden geben sollen.

    Für die weitaus aussagekräftigeren, aber sehr teuren 3-D-Untersuchungen, die Rückschlüsse über die Ausdehnung möglicher Ölfelder geben sollen, hat die Falkland Oil and Gas Ltd. soeben zwölf Millionen Pfund bei Anlegern eingesammelt. All das heißt: Man ist noch in einem sehr frühen Stadium, was die Beurteilung der Erfolgsaussichten angeht. Vermutlich auch deswegen, weil die Datenbasis noch sehr dünn ist, werden in der Studie andere Themen ausgewalzt, die die Werthaltigkeit der Aussagen unterstreichen sollen: Die damalige britische Premierministerin Margaret Thatcher habe den Falkland-Krieg anno 1982 einzig und allein wegen der Öl- und Gasvorkommen geführt, stellt die Studie ohne Wenn und Aber fest. Wer genauer nachfragen will, bekommt ein Problem. So war Swen Lorenz, der Verfasser der Studie, per E-Mail-Anfrage nicht erreichbar. Auch telefonisch kommt man an Share-Infos nicht heran.

    Risiken und Unwägbarkeiten sind auf den 142 Seiten kaum zu finden. So detailfreudig die Studie im Ausmalen der Chancen ist, so wenig Platz widmet sie den Gefahren für den Anleger - magere vier Zeilen. Die Geologen, die dort Öl vermuten, "könnten sich mit ihren Untersuchungen geirrt haben", heißt es kurz. Und das indirekte Eingeständnis, wie wenig man im Grunde weiß, wird geradezu kryptisch formuliert: "Vorkommen lassen sich immer nur durch Bohrungen nachweisen; unter Umständen aufwendiges und langwieriges Bohrprogramm."

    Mehr Aufschluß gibt da der englische Originalprospekt von Falkland Oil and Gas Ltd. zur Kapitalerhöhung am 30. September. Auf über vier Seiten wird alles aufgelistet, was der Firma und damit dem Investor drohen kann. Von einer möglichen und teuren Verseuchung der Umwelt bei Bohrungen über allgemein ungewisse Profitaussichten bis hin zum entscheidenden Punkt: "In den Gebieten, für die eine Lizenz besteht, wurde bisher weder Öl noch Gas gefunden. Es gibt keine Gewißheit, daß solche Funde je gemacht werden oder daß die dazu notwendigen Vermessungen, die in diesem Jahr unternommen werden, weitere für 2005 geplante Vermessungen rechtfertigen werden, oder daß sogar im Fall von weiteren Messungen im Jahr 2005 nachfolgende Bohrungen gerechtfertigt sein werden."

    Im Klartext heißt das: Wie die geplanten Bodenuntersuchungen ausgehen, ist ungewiß. Auch wenn sie vielversprechend sind, hält man sich teure Bohrungen offen. Daß dafür dann eventuell weitere Kapitalerhöhungen nötig sind, verschweigt der Prospekt ebenfalls nicht. Ob es im Fall größerer Ölvorkommen im schwierigen Gewässer 500 Kilometer vor Feuerland jemals zu einem Förderbetrieb kommen wird, hängt nicht zuletzt davon ab, wie sich der Ölpreis entwickelt.

    Ein weiteres Beispiel für den Hype um kleine Ölwerte bietet der Börsenbrief "Börse Inside": Er verspricht seinen Lesern mit der Empfehlung der Ölbohrfirma Transmeridian Exploration "eine der spannendsten Petro-Storys zu einem - noch - günstigen Preis". Obwohl der Kurs der in Aserbeidschan aktiven Ölbohrfirma innerhalb weniger Wochen bereits um 60 Prozent auf 1,25 Euro hochgeschnellt war, erklärt der Börsenbrief die Firma "reif für eine Neubewertung". Allein auf Grund seines Nettovermögenswerts seien "konservativ" 3,10 Euro gerechtfertigt. Luft nach oben ist dabei immer drin.

    Eine nochmalige Kursverdoppelung innerhalb der nächsten zwölf Monate wird versprochen. Besonders Appetit machen dabei Angaben über den Preis, zu dem Transmeridian Exploration sein Öl verkauft. Bisher bekommt die Firma gut elf Dollar pro Barrel - kein wirklich attraktives Geschäft. "Dank eines neuen Liefervertrags werden es per Jahresende aber schon 30 Dollar sein", verspricht "Börse Inside". In ihrem Quartalsbericht vom 13. August, in dem sich die Firma auch zu den Preisen äußert, findet sich dazu aber lediglich die Äußerung, daß man neue Marktabsprachen ("marketing arrangements") entwickle, auf Grund derer man auch bessere Preise erwarte. Kurz: Konkret ist da noch nichts.

    Wer solche Ungereimtheiten durch Nachfragen bei "Börse Inside" klären möchte oder gar mit dem oder den Autoren der Empfehlung Kontakt aufnehmen will, hat Pech gehabt. So erklärt der als Ansprechpartner im Blatt genannte Alexander Mühling auf Anfrage knapp: "Wir geben zehn Börsenbriefe heraus. Zu einzelnen Empfehlungen kann ich Ihnen nichts Näheres sagen." Mit dem Verfasser der euphorischen Transmeridian-Empfehlung könne man leider auch nicht sprechen. Mühling kategorisch: "Wir schützen unsere Autoren." Wovor, bleibt allerdings auch auf Nachfrage unklar. Die "E-Mail, die Sie gerne schicken dürfen", wird auch nicht beantwortet.

    Die hochgejubelten Perspektiven schrumpfen bei näherer Betrachtung. Fondsmanager und Ölexperte Peter Dreide warnt: "Man muß sich die Fakten ansehen: Das ist ein kleines Unternehmen, das im ersten Halbjahr gerade mal 76000 Barrel Öl verkauft hat, einen Quartalsumsatz von 1,5 Millionen Dollar macht und seit kurzem im Freiverkehr an der Nasdaq gehandelt wird." Dazu kommen die allgemeinen Risiken, die von allen Kennern der Materie immer wieder betont werden. Die Ölregionen Aserbeidschan und Turkmenistan am Kaspischen Meer sind politisch instabile Gebiete. Es kann dort durchaus sehr schnell zu Unterbrechungen der Öllieferungen durch Terrorismus oder Unruhen kommen. Auch die Regierungen sind nicht immer verläßliche Geschäftspartner. Öl wird in den nächsten Jahren ein prima Geschäft bleiben, das scheint sicher. Die hysterischen Kaufempfehlungen immer neuer, immer kleinerer und immer unbekannterer Firmen erinnern aber zunehmend an den Hype um Internetfirmen zur Jahrtausendwende. Und wie damals führen die Empfehlungen solcher Aktien mit bis dahin geringen Umsätzen fast zwangsläufig zu schnellen Kurssteigerungen. Zu Risiken und Nebenwirkungen solcher Rallys befragen Sie Ihr Gedächtnis oder Ihre Kontoauszüge.

    Quelle:

    ...wenn man nicht allzu gierig ist, kann man auch mal ein paar € verdienen. ;)
    (Transmeridian von 11/2003/€0.39 bis 01/2004/€1.10, in meinem Depot

  2. #2
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    Rede von Samaras: Griechenland gibt Scheitern der Sparziele zu...

    Die neue griechische Regierung demonstriert Entschlossenheit: Strukturreformen sollen umgesetzt werden, kündigte Ministerpräsident Samaras an. Er gab aber auch ein Scheitern der Sparziele zu.
    Antonis Samaras

    © DPA Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras stellt das Regierungsprogramm vor dem Parlament vor

    Weiterführende Links:
    Reformpläne: Griechen ist Sparprogramm "teilweise entgleist"
    Amtshilfe: Berlin bietet Athen weiter Hilfe von Finanzbeamten an
    Bankenkapitalisierung: Europäische Zentralbank bremst die Notenpresse

    Themen:
    Antonis Samaras

    Die griechische Regierung räumt offen ein Scheitern der Sparvorgaben ein. Die im Haushaltsprogramm vorgesehenen Ziele seien verfehlt worden, sagte Ministerpräsident Antonis Samaras ain Athen in seiner ersten größeren politischen Rede nach Amtsantritt im Juni. Gleichzeitig bekräftigte er die Absicht der Regierung, das südosteuropäische Land im Euro zu halten.

    Sein Kabinett sei "entschlossen eine Reihe umfassender Strukturreformen umzusetzen", sagte Samaras bei der Vorstellung seines Regierungsprogramms vor dem griechischen Parlament. "Nicht weil es unsere Kreditvereinbarung verlangt, sondern weil wir müssen."

    Der Kampf gegen die bereits fast fünf Jahren andauernde Rezession habe jetzt höchste Priorität. Um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, könnten sich einige der von den internationalen Geldgebern geforderten Reformen allerdings verzögern, betonte Samaras.

    Samaras will Fristen verlängern

    Griechenland hinkt bei den im Gegenzug für das internationale Rettungspaket geforderten Strukturmaßnahmen hinterher. Die politische Unsicherheit rund um die beiden Neuwahlen des Parlaments innerhalb von sechs Wochen hat die Reformen weiter verzögert. Samaras schlug deshalb vor, die Frist für einige der Sparmaßnahmen, die innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen sein sollen, zu verlängern.

    Die Drei-Parteien-Koalition aus Samaras' Neuer Demokratie, der sozialistischen PASOK und der Demokratischen Linken (Dimar) habe "das Ziel, das Land aus der Krise zu ziehen, die gemachten Fehler zu korrigieren und die verlorene Zeit wieder wettzumachen", sagte Samaras. Im Mittelpunkt der Bemühungen stehe der Verkauf von staatlichen Vermögenswerten wie beispielsweise der Eisenbahnbetriebe und die Liberalisierung des Energiemarktes.

    Samaras kritisiert Zwischenrufe aus dem Ausland

    Gleichzeitig forderte Samaras Politiker aus dem Ausland auf, nicht länger über einen Austritt seines Landes aus der Eurozone zu spekulieren. Griechenland könne die derzeitigen negativen Marktaussichten umkehren, das könne aber nicht geschehen, wenn andere die griechischen Bemühungen untergraben würden, sagte der Ministerpräsident.

    "Wir können nicht versuchen, die Privatisierungen neu anlaufen zu lassen und Investitionen anzuziehen, während ausländische Politiker öffentlich über die Möglichkeit sprechen, dass Griechenland zur Drachme zurückkehrt."

    Im Parlament soll nun über das Regierungsprogramm beraten werden. Für Sonntag um Mitternacht ist dann ein Vertrauensvotum im Parlament angesetzt. Da die Regierung 179 der 300 Sitze hält, wurde erwartet, dass sie die Abstimmung übersteht.

    http://www.welt.de/finanzen/article1...Crash-vor.html

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