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Thema: EURO : Wann platzt der € ?

  1. #34
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    Hasi, du hast den Nagel auf dem Kopf getroffen...die Banken haben viele -

    Leichen in den Tresoren herumliegen.

    https://www.boersenforum.de/attachme...3&d=1557423539

    Die Banken haben auch viele Leichen produziert die weit im Land verstreut verteilt auf Friedhöfen ruhen.

    Banken haben Millionen Familien viel Unglück, elend und Zerstörung gebracht - alles unter dem Schutz unserer Regierenden in Bonn und Berlin. Banker werden durch einen großen §§§§§ Wald geschützt und vom Gesetz als unantastbar gestellt - das sind wie die Brahmanen in Indien.


    Die Brahmanen (Sanskrit, ब्राह्मण, brāhmaṇa) sind im indischen Kastensystem die Angehörigen der obersten Kaste (Varna). Im Hinduismus ist es Vorrecht und Pflicht der Brahmanen, Lehrer des Veda und Gelehrte zu sein, bis heute stellen hauptsächlich sie die Priester. Daher war „Brahmane“ auch ein religiöser Titel.

    https://www.google.com/search?client...anen+in+Indien.

  2. #35
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  3. #36
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  4. #37
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    "Europe Talks": "Unsere Eliten haben das Land ausgesaugt wie Blutsauger" Sta

    Stamatis Zográphos sieht sich als "Schäubles Opfer", Maria Iliycheva will wissen, "was der Gegner denkt".

    Der Grieche und die Bulgarin treffen sich bei "Europe Talks".

    Von Annabelle Seubert und Maria Sturm, Sofia und Platamonas

    11. Mai 2019, 10:38 Uhr 196 Kommentare

    Sofia ist eine Stadt, in der das Gras noch wächst, wie es wächst. In der Hecken wuchern und Straßenschilder verstauben dürfen, an Hauswänden hängen die Kabel runter, und ein Doppelbett versperrt den Gehweg. "Ein Chaos", sagt Maria Iliycheva, als sie gerade aus einer U-Bahn gestiegen ist. "Scattered", sagt sie: Bulgariens Hauptstadt sei verstreut, ein Puzzle aus Hügeln, Gassen und Parks, ohne sauber angelegte Straßen. Sie habe sich erst wieder an die Stadt gewöhnen müssen, als sie hierher zurückzog, 2016. Davor hatte sie sich einen Lebenslauf erarbeitet, wie man ihn sich in der Europäischen Kommission vermutlich wünschen würde: Soziologiestudium, Nationalismusstudien, Studium der Menschenrechte. In Bosnien, Montenegro, Italien, Polen und Rumänien, da hat sie überall gewohnt. Scattered in Europa.

    Und jetzt sagt sie, für nichts in der Welt gebe sie ihren bulgarischen Pass auf? Selbst wenn es irgendwann einen europäischen gäbe, sagt sie, "müsste darin stehen, dass ich Bulgarin bin". ...

    https://www.zeit.de/gesellschaft/201...n-europe-talks

  5. #38
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    Euro + EU: Dilemma ohne Zukunft - 26. Mai 2019

    Kehrt die EU zur Rechtsstaatlichkeit zurück, dann wird der Euro zerfallen, denn ohne permanenten Bruch des Maastrichter Vertrages, werden die Krisenstaaten keinen Grund mehr haben, in der Eurozone zu bleiben. Bleibt aber der Euro bestehen, wird nicht nur die Kunstwährung sondern auch die EU komplett zerstört werden.



    Von Dagmar Metzger, Dr. Alexander Gauland & Steffen Schäfer

    Seit Jahren schon wird ein auf den ersten Blick recht plausibles Argument von der gesamten politischen Elite wiederholt, wenn es um den Euro und die Europäische Union geht: Ein engeres Zusammengehen der europäischen Staaten sei schon alleine aufgrund des globalen Wettbewerbs unbedingt notwendig. Deutschland könne in diesem alleine nicht bestehen – zu übermächtig wäre die Konkurrenz der Chinesen, Inder, Brasilianer, von den USA ganz zu schweigen.

    Was zunächst recht glaubwürdig erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung jedoch als völlig haltlos. Das vermeintlich schlagkräftige Argument ist überhaupt keines, zumindest dann, wenn es nur um wirtschaftliche oder verwaltungstechnische Leistungsfähigkeit geht.

    Denn in den zahlreichen Ranglisten, die zum Thema wettbewerbsfähigste Staaten der Welt publiziert werden, finden sich immer auf den vordersten Ränge meist Staaten wie Singapur, Hongkong oder die Schweiz – letztere ist sogar Seriensieger der Rangliste des World Economic Forums. Die ersten wirklich großen Staaten, die meist darauf folgen, sind Deutschland und USA. Nationen mit gewaltiger Bevölkerung wie Indien oder China oder riesige Flächenstaaten wie Russland liegen abgeschlagen auf den hinteren Plätzen.

    Kommt es auf Größe an?

    Wäre das Argument von der Größe zugkräftig, dann müssten aber doch China oder Russland die Rankings anführen. Aber die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit eines Staates sind eben nicht von seiner Größe abhängig, sondern von der Innovationskraft der Bevölkerung und der Qualität ihrer Ausbildung, sie sind abhängig von einer effizienten Verwaltung und insgesamt von einem unternehmerfreundlichen Klima und nicht zuletzt davon, dass die Steuerlast nicht allzu hoch ist und somit keinen Hemmschuh für die unternehmerische Leistungsbereitschaft darstellt.

    Größe ist nur in einem einzigen Fall von Vorteil – nämlich dann, wenn man eine aktive und auf Dominanz ausgerichtete Rolle in der Geopolitik anstrebt. Bedenkt man die jüngsten Äußerungen nicht nur der Bundesverteidigungsministerin und des Bundespräsidenten, dann scheint genau dies auch das eigentliche Ziel. Doch dazu bedarf es mehr als 500 Millionen Bürger, dazu benötigt man ein großes (und entsprechend teures) Militär und Know-how in militärischer Technologie. Davon abgesehen – ist eine solche Rolle überhaupt erstrebenswert?

    Die Schweiz, jenes kleine, neutrale und so ungemein wettbewerbsfähige Land, welches seit dem westfälischen Frieden mehr oder weniger in seiner heutigen Form besteht, sah in den vergangenen rund 400 Jahren viele Imperien fallen. Das spanische, dann das britische und auch das Sowjetimperium sind seitdem in die Geschichte eingegangen – mit immensen Wohlstandsverlusten für die dortigen Bürger. Auch am US-Imperium nagt der Zahn der Zeit beziehungsweise die ungeheuren Kosten, die der Erhalt desselben mit sich bringt, unerbittlich: rund 20% der US-Bürger sind auf Essensmarken angewiesen und der Schuldenberg des Landes wächst und wächst. Die Schweiz aber prosperiert wie eh und je.

    Betrachtet man die neben den Stadt- und Kleinststaaten wettbewerbsfähigen Flächenstaaten, so fällt ein Punkt sofort ins Auge: Diese sind in den allermeisten Fällen föderalistisch organisiert. Dank der kleineren Verwaltungseinheiten sind sie effektiver und können aufkommende Probleme besser und schneller lösen. Zeitgleich fördert der zwischen den kleineren Staatseinheiten bestehende Wettbewerb auch die Wettbewerbsfähigkeit des Gesamtgebildes.

    Bereits die vergangene Dekade hat gezeigt, dass der Glaube, große und zentralgesteuerte Einheiten könnten den erhofften Wirtschaftserfolg bringen, fehl ging. Die Lissabon-Strategie sollte die EU „bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum in der Welt“ machen – es gibt die Redewendung „Der Zug ist abgefahren“, hier aber hat der Zug den Bahnhof nie verlassen.

    Die Nachfolge-Strategie „Europa 2020“ wird ähnlich scheitern, wenn Brüssel nicht endlich begreift, dass Zentralismus und Planwirtschaft das Problem und nicht die Lösung sind. Wassermangel in Portugal lässt sich nicht bekämpfen, indem man den Wasserdurchlauf deutscher Duschköpfe beschränkt. Mit anderen Worten, die Europäische Union muss wieder zum Föderalismus zurückfinden. Das Prinzip der Subsidiarität war eines der Gründungsprinzipien: Die kleinstmögliche Staatseinheit soll die jeweiligen Probleme angehen. Brüssel stellte dieses Prinzip auf den Kopf – es muss schnellstmöglich wieder zurück auf die Füße gebracht werden.

    Damit alleine ist es aber nicht getan, denn wettbewerbsfähig wird nur, wer sich dem Wettbewerb auch stellt. Dies bedeutet, es muss Schluss sein mit der unter dem euphemistischen Label betriebenen Vereinheitlichung. Europas Wohlstand liegt unter anderem in der Vielfalt begründet. Nur wenn sich alle darum bemühen müssen, immer neue Lösungen zu entwickeln, immer neue Antworten zu finden – sei es im Bereich der Gesellschaftsentwicklung, der Wirtschaft oder der Wissenschaft – kann es zu einer erfolgreichen Gesamtentwicklung kommen. In diesem Sinne ist der Wettbewerb der Motor des Fortschritts und des Wohlstands.

    Und schließlich muss die EU auf den Weg des Rechts zurückfinden. Wettbewerb muss innerhalb verlässlicher Regeln stattfinden – ist dies nicht gegeben, wird unternehmerisches Handeln zum Vabanquespiel. Die Unternehmen und die Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass auch morgen noch gilt, was heute beschlossen wurde.

    EU und Euro: Bald Geschichte?

    Wer sich selbst Gesetze und Regeln setzt, diese aber bei der erstbesten Gelegenheit über Bord wirft, macht sich nicht nur unglaubwürdig, er ist auch nicht mehr vertrauenswürdig. Vertrauen aber ist das Fundament jeder Staatlichkeit – erodiert das Vertrauen, muss über kurz oder lang auch der entsprechende Staat oder das entsprechende Staatenkonglomerat zerfallen.

    Kehrt die EU aber zur Rechtsstaatlichkeit zurück, dann wird der Euro zerfallen, denn ohne den permanenten Bruch des Maastrichter Vertrages, werden die Krisenstaaten keinen Grund mehr haben, in der Eurozone zu bleiben. Bleibt aber der Euro bestehen, wird mittelfristig nicht nur die Kunstwährung sondern auch die EU komplett zerstört werden.

    Als Folge würde der freie Warenverkehr in Protektionismus umschlagen und statt offener Grenzen gäbe es sich misstrauisch beäugende Nachbarn. Dies kann sich niemand wünschen – daher muss die EU kleiner werden – ihre Auf- und Ausgaben beschränken, sich weniger politischen Einfluss anmaßen und vor allem das Ziel der „Vereinigten Staaten von Europa“ aufgeben.

    Dann haben ihre Einzelmitglieder wieder mehr Luft zum Atmen und dadurch eine Perspektive, selbst für ihren Wohlstand und ihre Wettbewerbsfähigkeit sorgen zu können. Dann erst kann auch die Vorstellung von der EU als einem dynamischen Wirtschaftsraum Wirklichkeit werden.

    https://www.mmnews.de/wirtschaft/124...a-ohne-zukunft

  6. #39
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    Dr. Markus Krall | Megacrash voraus: Banksystem 2020 am Stress-to-Break Punkt

    SOLIT Gruppe - Am 04.06.2019 veröffentlicht

    https://youtu.be/dku7LfketuQ

    Dr. Markus Krall, Bestsellerautor des Buches „Wenn schwarze Schwäne Junge kriegen“, setzt sich im Rahmen seines Vortrags bei unserer ✨ SOLIT „Go for Gold“-Tour 2019 ✨ mit den immer weiter aufkeimenden Folgen der zahlreichen und allumfassenden Staatseingriffe in den (eigentlich freien) Markt auseinander.


    Bereits jetzt wird offensichtlich, dass sämtliche Märkte von der Politik systematisch ausgehebelt und zu Planwirtschaftsgebilden umgeformt werden. Energie-, Wohnungs- und Gesundheitsmarkt waren dabei erst der Anfang – das aktuelle Ziel: die Automobilindustrie. Die Folgen dieser Eingriffe sind verheerend und treten immer mehr zu Tage. Aber: Lernen aus den gemachten Fehlern? Fehlanzeige! Statt einer Einsicht der Politik über ihr eigenes Versagen wurde stattdessen schnell ein anderer Schuldiger gefunden: Der Markt!


    Erfahren Sie im Vortrag von Dr. Markus Krall:

    https://www.youtube.com/watch?v=dku7LfketuQ

    https://www.google.com/search?client...to-Break+Punkt

    https://www.boersenforum.de/showthre...-Deutsche-Bank

  7. #40

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    Wer dem Euro keine Chance geben möchte, will auch den Menschen keine Chance g

    Die vielen Währungskatastrophen der Vergangenheit hingen leider auch mit dem Zerfall
    von Währungssystemen zusammen. Wenn heute auf den Zerfall des Euros spekuliert wird,
    hat dies auch oft wirtschaftliche Gründe. Viele Menschen und Firmen leider sogar
    Staaten sind stark verschuldet und versprechen sich vom Untergang des Euros Schulden-
    befreiung. In der Vergangenheit ist dieses gemeine Spiel auf Kosten vieler Verbraucher
    und Sparer immer aufgegangen. Die Schuldenmacher der Nation hören natürlich so eine
    Untergangsstimmung für den Euro gerne.

  8. #41
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    EZB lässt Leitzins bei 0,0 Prozent

    https://www.google.com/search?client...+0%2C0+Prozent

    Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins länger als bislang geplant auf dem historischen Tiefstand von 0,0 Prozent. "Der EZB-Rat geht nun davon aus, dass die Leitzinsen der EZB mindestens bis zur ersten Jahreshälfte 2020 auf ihrem derzeitigen Niveau bleiben", sagte ein Sprecher der Zentralbank am Donnerstag nach der Sitzung der Notenbankchefs der Eurozone im litauischen Vilnius.

    Die EZB hatte den zentralen Leitzins im März 2016 auf 0,0 Prozent gesenkt, um mit günstigem Kapital Konjunktur und Inflation anzukurbeln. In den vergangenen Monaten verschlechterten sich aber angesichts des Handelstreits der USA mit China, des Brexit sowie weiteren geopolitischen Risiken die Wachstumsaussichten für die Wirtschaft.

    Die EZB legt zudem ein neues Kreditprogramm auf, um die Wirtschaft zu stützen. Das vorangegangene milliardenschwere Kaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen war Ende vergangenen Jahres ausgelaufen. Seitdem reinvestiert die EZB nur noch die auflaufenden Zinseinnahmen.

    Konditionen für neue Langfristkredite festgesetzt

    Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt die Konditionen für ihre ab Spätsommer geplanten Langfristkredite etwas weniger lukrativ fest. Der Zins könne bis auf den Einlagensatz zuzüglich eines Aufschlags von 0,1 Prozentpunkten fallen, teilte die EZB am Donnerstag mit. Bei der vorherigen Runde von Langfristkrediten lag der Minimalzins beim Einlagensatz ohne Aufschlag.

    Hinzu kommt, dass der Kreditzins sich nicht mehr an dem Einlagensatz bei Zuteilung des Langfristkredits bemisst. Vielmehr errechnet er sich jetzt nach dem durchschnittlichen Einlagensatz über die Laufzeit des Langfristkredits. Leitzinsanhebungen würden also auch den Kreditzins ansteigen lassen.

    Der günstigste Zins gilt, soweit die Geldhäuser ihre eigene Kreditvergabe über eine Referenzgröße hinaus ausweiten. Falls sie dies nicht tun, erhalten sie den Langfristkredit zum Hauptrefinanzierungssatz zuzüglich 0,1 Prozentpunkten. Der Hauptrefisatz beträgt gegenwärtig null Prozent. In diesem Fall kostet der EZB-Kredit also einen Zins von aktuell 0,1 Prozent.

    Bei den Langfristkrediten (Targeted Longer-Term Refinancing Operations, kurz TLTRO) handelt es sich bereits um die dritte Runde. Sie sollen den Geldhäusern ausreichend Liquidität zur Verfügung stellen und darüber hinaus die Kreditvergabe an Unternehmen und Verbraucher ankurbeln. Geplant sind ab September mehrere Kreditrunden mit Laufzeiten von jeweils zwei Jahren.

    "Zinserhöhung nicht vor Mitte 2020"

    "Für die Märkte dürften die Auswirkungen letztlich überschaubar bleiben, denn es war sowieso nicht mehr für das erste Halbjahr 2020 mit einer ersten Zinserhöhung gerechnet worden", sagte Uwe Burkert von der LBBW. Mit dem aktuellen Stand bleibe die EZB flexibel. "Wenn sich der Abschwung fortsetzt, kann sie die Forward Guidance nochmal anpassen. Verbessert sich die Konjunktur, wäre es für eine Zinserhöhung auch Mitte 2020 früh genug. Zunächst dürfte es aus Sicht der Notenbank darauf ankommen, für die ersten ein bis zwei gezielten Langfristtender eine hohe Nachfrage zu generieren, um die Kreditvergabe weiter anzukurbeln."

    "Die EZB gerät zunehmend in eine schwierige Lage", meint Friedrich Heinemann vom ZEW-Institut. "Angesichts des eskalierenden Handelskonflikts haben die Zentralbanken von Neuseeland und Australien bereits ihre Leitzinsen gesenkt und die US-Zentralbank Fed beginnt, eine Zinssenkung verbal vorzubereiten. Hingegen verfügt die EZB mit einem Einlagenzins bei minus 0,4 Prozent über keinen nennenswerten zinspolitischen Spielraum mehr." Dass nun noch die Euro-Inflationsrate ins Rutschen gerate, erhöhe den Handlungsdruck so stark, dass Mario Draghi dies nicht einfach bis zum Ende seiner Amtszeit aussitzen könne. Der EZB-Präsident und sein neuer Chef-Ökonom Philip Lane wären gut beraten, verschärft über Alternativen zu erneuten breiten Ankäufen von Staatsanleihen nachzudenken.

    https://www.manager-magazin.de/polit...a-1271208.html

    Ergo: Geld ohne Zins, ist im Grunde, nur wertloses Altpapier.
    Auf alte Zeitungen bekommt man auch keine Verzinsung?
    Wer auf alte Zeitungen ´ne ordentliche Verzinsung erhält, bitte hier melden. Lol...

    In Bälde wird der Euro zu Altpapier zerfallen...

    Meine Prognose: die EZB, CDU/CSU und SPD werden sterben und verschwinden, nichts währt ewiglich, alles hat seinen Verfallstag, bzw. Zerfallstag!

    https://www.google.com/search?client...ne+Prognose%3A

    https://www.google.com/search?client...+Verzinsung%3F

    https://media0.faz.net/ppmedia/aktue...erschenken.jpg

    https://www.google.com/search?client...ch+keinen+Zins.

    https://www.google.com/search?client...pier+zerfallen...

  9. #42

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    Papiergeld, Eurostabilität und Parteienlandschaft

    Wertloses Altpapier hat auch einen Wert. Von daher lieber Luis, wenn die Euro Noten
    für dich keinen Wert haben, tue ich sie gerne für dich entsorgen. Ich werde versuchen,
    alle deine Gaben in Waren umzutauschen und das gute zu konsumieren. Mit meiner Bank-
    note konnte ich mir noch immer etwas bei Aldi kaufen. Also her mit den Scheinen die du
    nicht willst. Ich habe immer Hunger.

    Der Euro ist nur so gut, wie die Bürger, die in dieser Wirtschaftszone leben. Und die Bürger
    versuchen bekanntlich jedes Jahr ein gutes Bruttosozialprodukt in der EU zu erwirtschaften.
    Also es gibt viele gute Bürger in der EU.

    Andere Nicht-EU-Staaten möchten etwas von den vielen Überschüssen haben? Die starke
    Nachfrage nach dem Euro hängt auch damit zusammen, dass der Euro von vielen Ländern
    der Welt stark nachgefragt wird. Also ganz so schlecht scheint die EZB nicht zu sein?
    Natürlich, die Bürger wünschten sich schon berechtigt, dass es einen kleinen Inflations-
    ausgleich geben würde.

    Die Wut der Bürger über die Parteien kann ich eigentlich nicht verstehen. Jeder Bürger
    kann doch frei wählen. Ob linke oder rechte Parteien, die Bürger dürfen wählen, wenn
    sie möchten. Voraussetzung ist nur, dass die Partei das Grundgesetz achtet. Der Um-
    weltgedanke wird zum Glück von allen Parteien ernst genommen. Der Ausstieg aus der
    Atomernergie wurde von allen Parteien beschlossen. Der Ausstieg aus der Kohlever-
    stromung ab einem bestimmten Zeitpunkt ist auch beschlossene Sache.

    Die Parteien im Bundestag beschließen trotz harter Debatten die meisten Vorlagen in
    einer Mehrheit. Überall ist es das zur Zeit Machtbare.
    Ist unsere Gesundheitspolitik nicht in Ordnung?
    Ist unsere Rentenpolitik nicht in Ordnung?
    Ist unsere Familienpolitik nicht in Ordnung?
    Ist unsere Friedenspolitik nicht in Ordnung? Seit 1945 kein Krieg mehr auf deutschem Boden.
    Wird die Sicherheit der Bürger nicht auch durch die Polizei garantiert?

    Wer also bestimmte Parteien nicht mag, kann doch einfach Köpfe in Parteien wählen.

    PS: Gibt es Möglichkeiten auf unsachliche Kritik gute Antworten zu geben? Ob man nun
    den roten oder braunen Hammer hat, zur Sachlichkeit sollte man immer finden?

  10. #43
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    EUROPÄISCHE ZENTRALBANK: Draghi bleiben nur noch Tricks - Stand: 17:13 Uhr

    Nach schwachen US-Jobmarkt-Daten wetten die Märkte auf Zinssenkungen der US-Notenbank. Darauf kann die EZB kaum noch reagieren: Mario Draghi hat sein Pulver verschossen. Was bleibt, sind Änderungen der Kriterien für das Anleihenkaufprogramm.

    Die Handlungsanleitung kam via Fernsehübertragung: Inmitten der Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag des D-Day ließ US-Präsident Donald Trump die Weltöffentlichkeit wissen, dass er sich offenkundig für den fähigeren Notenbankchef hält als den amtierenden Jerome Powell.

    Ohne die vorherigen Zinserhöhungen durch die Federal Reserve würden die Aktienmärkte 10.000 Punkte höher notieren, sagte Trump in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. Und der US-Präsident dürfte sich angesichts der jüngsten Wasserstandsmeldung vom amerikanischen Arbeitsmarkt sogar bestätigt sehen. Denn dort ist die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze zuletzt überraschend schwach ausgefallen.

    Die Hiobsbotschaft vom Arbeitsmarkt hat auch die Finanzmärkte nachhaltig verunsichert. Mittlerweile wird sogar darüber spekuliert, dass die Fed die Leitzinsen noch im Juni wieder senken könnte. Es wäre die erste Zinssenkung seit 2008. Dieses Szenario wird derzeit immerhin mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent eingepreist.

    Für Juli ist sie sogar schon fest eingeplant. Käme es tatsächlich so, dürfte das enorme Auswirkungen auf den Wechselkurs von Euro und Dollar haben. Denn sinkende Zinsen machen eine Währung für Investoren weniger attraktiv, entsprechend dürfte der Dollar gegenüber Währungen wichtiger Handelspartner an Wert verlieren. Allen voran träfe das wohl den Euro.

    Italiens Parallelwährung ist Sprengstoff für die Euro-Zone

    Doch genau das käme für den Euro-Raum zur Unzeit. Die Konjunktur in der Währungsunion ist wesentlich wackliger als in den USA. Vor allem Italien kämpft längst wieder gegen die nächste Krise an. Auf eine Zinssenkung in Übersee müsste die Europäische Zentralbank (EZB) daher irgendwie reagieren. Doch ihr Spielraum ist anders als jener der US-Währungshüter deutlich begrenzter.

    Während die Fed sei Ende 2015 immerhin neunmal die Leitzinsen angehoben und auch ihre aufgeblähte Bilanzsumme leicht reduziert hat, hatten die europäischen Währungshüter größte Mühe, Neukäufe bei ihrem umstrittenen Anleihekaufprogramm zu beenden. Von einer Senkung der Bilanzsumme oder gar Zinserhöhungen gar nicht erst zu reden.

    EZB belässt Leitzins weiterhin auf Rekordtief

    Die EZB belässt den Leitzins im Euro-Raum länger als bislang geplant auf dem Rekordtief von null Prozent. Daran soll sich bis Mitte 2020 nichts ändern. Auch am Strafzins von 0,4 Prozent rüttelt die Notenbank nicht.

    Quelle: WELT/Sebastian Struwe

    Angesichts dieser schwierigen Lage hat sich Mario Draghi in dieser Woche bemüht, so vage wie nur möglich zu bleiben, um sich alle Möglichkeiten offenzuhalten. Doch die Optionen sind begrenzt. Der Leitzins ist bei null, der Einlagensatz für die Banken bei minus 0,4 Prozent. Weitere Senkungen wären zwar möglich: Die Banken könnten etwa ähnlich wie in der Schweiz zu noch höheren Strafzinsen verdonnert werden.

    Doch das würde die Institute weiter schwächen, und die Impulse für Konjunktur und Inflation wären fraglich. Auch den eigentlichen Leitzins, zu dem sich die Banken Geld bei der Notenbank leihen, könnte die EZB unter null senken. Damit würden die Banken Geld geschenkt bekommen. Doch selbst das würde wenig bringen, denn schon jetzt mangelt es nicht an Liquidität.

    Keine guten Optionen für Draghi

    Bleibt noch die Option, das Anleihekaufprogramm, dessen Neukäufe vor sechs Monaten doch gerade erst beendet wurden, wieder neu aufzulegen. Allerdings gibt es in Deutschland kaum noch Staatsanleihen, die die EZB kaufen kann. Denn zum einen hält die Notenbank schon relativ viele deutsche Titel und zum anderen entsprechen die verfügbaren Papiere nicht den Kriterien des Kaufprogramms.

    Diese sehen unter anderem vor, dass die EZB keine Anleihen kaufen darf, deren Rendite unter dem Einlagesatz für Banken liegt, also besagten minus 0,4 Prozent. Sämtliche Bundesanleihen mit einer Laufzeit bis acht Jahren rentieren jedoch niedriger. Sprich: Die EZB müsste entweder diese Regel ändern oder könnte nur noch Papiere mit einer Laufzeit von neun Jahren oder länger erwerben. Allerdings würden die Währungshüter schnell an eine weitere Grenze stoßen. Bislang darf die EZB von jeder Anleihe nur ein Drittel erwerben.

    Zu guter Letzt bliebe für die europäischen Währungshüter die Möglichkeit, den Kaufschlüssel aufzugeben. Damit ist gemeint, dass sich die Europäische Zentralbank bei ihren Staatsanleihekäufen danach richtet, wie groß der Anteil der einzelnen Euro-Mitglieder an der Notenbank ist. Deutschland hält mit rund 26,4 Prozent den größten Anteil. Entsprechend müsste die EZB gut ein Viertel der Käufe in deutsche Bundesanleihen packen.

    Für Draghi, der im Herbst nach acht Jahren abtritt, sind das in den letzten Monaten seiner Amtszeit keine besonders guten Optionen. Dennoch zeigte er sich in dieser Woche zuversichtlich, dass die Notenbank noch viel geldpolitischen Spielraum habe. Die Frage ist, ob die Finanzmärkte ihm das tatsächlich abkaufen. Sollte es wirklich so weit kommen, wie es die Investoren für die USA einpreisen – nämlich mehr als zwei Zinssenkungen bis Ende Oktober –, dann müsste Draghi liefern.

    Handelskrieg bringt Jobmaschine in den USA ins Stottern

    https://www.welt.de/wirtschaft/artic...ch-Tricks.html

    Ergo: Bis zum Jahre 2022 kann ich mein Italien Urlaub wieder in Lire bzw. Lira begleichen - der Tag kommt und solange werde ich mich noch gedulden.

    Freiheit für die EZB? Die muss man an die Leine nehmen und so kurz wie möglich halten:

    https://youtu.be/wsNA2MBuBIM

  11. #44
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    Euro und EU vor dem Kollaps

    Marc Friedrich & Matthias Weik | Euro und EU vor dem Kollaps – Quo vadis Europa?

    https://youtu.be/cqJF2TLVGyA

    SOLIT Gruppe - Am 11.06.2019 veröffentlicht

    Die bekannten Querdenker und mehrfachen Bestsellerautoren Marc Friedrich und Matthias Weik stellen im Rahmen ihres Vortrags „Quo vadis Europa? – Zerbrechen Euro und EU?“ bei unserer ✨ SOLIT „Go for Gold“-Tour 2019 ✨ eine umfassende Diagnose über den aktuellen Zustand der Konjunktur, des Euro 💶 und der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen.

    In gewohnt kurzweiliger und unterhaltsamer Art und Weise, identifizieren Matthias Weik und Marc Friedrich in ihrem Vortrag 🗨️ auf Basis von volkswirtschaftlichen Fakten die aktuellen kapitalen Fehler ❌ und zeigen Lösungsansätze auf. Es erwartet Sie eine knallharte, allgemein verständliche und doch überraschend unterhaltsame ökonomische Analyse zur aktuellen Lage, welche Sie zum Nachdenken 💭 anregen wird. Im Anschluss an ihren Vortrag stehen die beiden Bestsellerautoren den Teilnehmern unserer Tour selbstverständlich noch für Fragen ⁉️ zur Verfügung.

    Erfahren Sie im Vortrag von Marc Friedrich und Matthias Weik:

    ▸ ... warum die Krise von 2008 keinesfalls gelöst ist,
    ▸ ... warum wir wahrscheinlich vor noch einer größeren Krise als 2008 stehen,
    ▸ ... ob Euro und EU zukünftig zerbrechen werden,
    ▸ ... warum verschuldete Staaten immer neues Geld bekommen,
    ▸ ... warum extreme Kräfte in Zukunft noch stärker werden als bisher und
    ▸ ... warum sich gerade jetzt eine Investition in Sachwerte lohnt.

    🗨️ Laut der beiden Bestsellerautoren leben wir bereits jetzt in einer Zeit der „Planwirtschaft der Notenbanken“. Marc Friedrich und Matthias Weik sind sich sicher: „Das hat mit freier Maktwirtschaft nichts mehr zu tun (...) Planwirtschaft hat bekanntlich langfristig nie richtig funktioniert.“

    https://www.youtube.com/watch?v=cqJF2TLVGyA

  12. #45
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    Schwacher Euro - wie geht es weiter? - 13. Juni 2019

    Der Euro schwächelt gegen Dollar. Das liegt hauptsächlich daran, dass es in den USA noch nennenswerte Zinsen gibt und in der Eurozone nicht. Nun deuten Konjunktursignale auch auf niedrigere Zinsen im Dollarraum. Wird das dem Euro helfen?

    von Sven Weisenhaus

    Gestern wurden in den USA Daten zur Inflation veröffentlicht. Demnach sind die Preise im Mai um 1,8 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen, nach 2,0 % im April. Die Kernrate der Verbraucherpreise betrug +2,0 % beim Vorjahresvergleich, nach zuvor +2,1 %.

    Entwicklung der Inflation in den USA

    Nach zwei vorangegangenen Anstiegen hat sich der Preisdruck also wieder etwas abgeschwächt. Spekulationen auf sinkende US-Leitzinsen wurden damit untermauert. Allerdings befindet sich die Kernrate exakt auf dem Inflationsziel der US-Notenbank, weshalb sicherlich noch keine Notwendigkeit für inflationsanheizende Zinssenkungen besteht. Dementsprechend waren die heutigen Marktreaktionen auf die Daten auch gering.

    EUR/USD: Börsen preisen Zinssenkungen durch die US-Notenbank ein

    Allerdings hat es in den vergangenen Tagen in Erwartung zukünftiger Zinssenkungen durch die US-Notenbank (Fed) bereits eindeutige Positionierungen der Anleger gegeben. So hat zum Beispiel der EUR/USD seinen Abwärtstrend gebrochen (siehe grüner Pfeil im folgenden Chart) und eine kurzfristige Trendwende vollzogen.

    EUR/USD - Chartanalyse

    Der Grund dafür ist folgender: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat kürzlich beschlossen, ihren Leitzins bis über das erste Halbjahr 2020 auf dem aktuellen Niveau halten zu wollen. Kommt es bis dahin zu Zinssenkungen durch die Fed, würde sich die Differenz zwischen den jeweiligen Leitzinsen der Notenbanken reduzieren. Der Dollar bleibt dann zwar wegen der weiterhin höheren Zinsen in den USA als Anlagewährung attraktiver als der Euro, allerdings in einem geringeren Maße. Und diese Entwicklung hat sich in einem Anstieg des EUR/USD eskomptiert.

    Der EUR/USD hat beste Chancen auf eine nachhaltige Trendwende

    Dabei könnte sich die kurzfristige Trendwende in dem Währungspaar in einen nachhaltigen Kurswechsel verwandeln. Denn bis vor einigen Wochen bzw. Monaten deuteten die Wirtschaftsdaten in den USA noch auf eine weitere Zinsanhebung durch die Fed hin. Inzwischen haben sich aber die Konjunkturindikatoren so deutlich eingetrübt, dass nun eher eine Zinssenkung wahrscheinlich ist.

    Bisher sprach vieles für die Fortsetzung der Abwärtstendenz

    Als ich den EUR/USD zuletzt am 12. Februar analysiert hatte (siehe vertikale Linie im Chart), machte sich der Wechselkurs gerade auf, seine Seitwärtstendenz nach unten zu verlassen und damit die übergeordnete Abwärtstendenz fortzusetzen

    (siehe „Darum könnte sich die Talfahrt im EUR/USD bald fortsetzen“).

    Damals schrieb ich: „Die Zinsdifferenz zwischen Euro- und Dollarraum wird [..] auf absehbare Zeit – wahrscheinlich mindestens bis Juni – unverändert bleiben. Für die Kursentwicklung von EUR/USD ergibt sich daraus eine Patt-Situation. Aber wenn sich die Konjunktur in einigen Euro-Ländern bei gleichzeitig steigender Verschuldung verschlechtert [gemeint war Italien], übt dies Druck auf den Euro aus.

    Und wenn die US-Notenbank Fed – vielleicht im Sommer – vor der EZB die nächste Zinsanhebung vornehmen wird, dann dürfte auch dies den Euro weiter belasten.“ Da der EUR/USD tatsächlich seitdem weiter nachgab, war diese Einschätzung völlig korrekt. Dabei wurde sogar das 61,80%-Fibonacci-Retracement der dynamischen Aufwärtsbewegung von Anfang 2017 bis Anfang 2018 durchbrochen (schwarze Linien im Chart oben), womit der Aufwärtstrend nach langer Zeit endgültig beendet wurde.

    Nun ist eine neue Aufwärtstendenz möglich

    Doch inzwischen ist die Situation eine andere. In der Börse-Intern vom 4. Juni zeigte ich diverse Anzeichen für eine drohende Wirtschaftsschwäche auf (siehe „Die Warnzeichen für eine nahende Rezession mehren sich“). Und ich räumte erstmals ein, dass eine Zinssenkung durch die Fed inzwischen ein durchaus nachvollziehbarer Schritt sei.

    Genau zu diesem Zeitpunkt brach der EUR/USD seine Abwärtstrendlinie und legte seitdem weiter zu. Es scheint also so, dass nicht nur ich Anfang Juni aufgrund der veränderten Datenlage einen Meinungsschwenk vollzog, sondern der Devisenmarkt die Lage ebenfalls nachhaltig anders einschätzt.

    Mitte Februar riet ich zu Short-Trades im EUR/USD, wobei ich allerdings wegen der langsamen Anpassungen der Geldpolitik „nur relativ moderate Kursveränderungen“ erwartete. „Wir haben es also beim EUR/USD mit einem Trading-Markt zu tun, bei dem man eher kleinere Kursbewegungen ausnutzen kann“, schrieb ich dazu. Das gleiche gilt auch heute – allerdings bevorzuge ich nun Long-Positionen.

    Der Aufwärtstrend von 2017/2018 wurde zwar durch das Unterschreiten des 61,80er Retracements beendet, doch nun könnte eine Gegenbewegung einen Teil des Abwärtstrends aufholen. Aus Sicht der Fibonacci-Marken liegt das Mindestziel dieser Bewegung bei 1,16606 USD.

    EUR/USD - Chartanalyse

    Dies würde ein Mindestkurspotential von 3 % bedeuten. Absichern kann man mögliche Long-Trades zu Beginn unterhalb des Tiefs der Abwärtsbewegung bei rund 1,11 USD.


    https://www.mmnews.de/wirtschaft/125...geht-es-weiter

  13. #46
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    Trump attackiert EZB-Chef Draghi "Sehr unfair gegenüber den Vereinigten -

    Staaten!"

    Kaum bringt Mario Draghi noch niedrigere Zinsen und eine Ausweitung der Anleihekäufe ins Spiel, verliert der Euro an Wert - was Donald Trump erzürnt: Der US-Präsident wettert auf Twitter gegen den EZB-Chef.

    Dienstag, 18.06.2019 17:25 Uhr

    An den Finanzmärkten haben die Ankündigungen von Mario Draghi deutliche Wirkung gezeigt: Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte am Vormittag im portugiesischen Sintra gesagt, dass eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik erforderlich sei, sollte die Inflation im Euroraum nicht steigen und die wirtschaftlichen Aussichten nicht besser werden. Konkret seien zusätzliche Zinssenkungen und weitere Anleihekäufe denkbar, sagte Draghi bei der Notenbankkonferenz der EZB.

    Kurz danach verlor der Euro Chart zeigen deutlich an Wert, sein Kurs sank zeitweise unter 1,12 Dollar. Und die Zinsen für europäische Staatsanleihen sanken im Handel sofort stark. So rutschten die Renditen für zehnjährige Anleihen aus Frankreich und Österreich erstmals in den negativen Bereich. Zehnjährige Bundesanleihen erreichten ein Rekordtief bei minus 0,33 Prozent.

    Diese Entwicklung hat Donald Trump spürbar verärgert: Der US-Präsident setzte auf Twitter eine Reihe von Nachrichten ab, in denen er seinen Unmut zum Ausdruck brachte.

    https://twitter.com/realDonaldTrump/...a-1273069.html

    "Mario Draghi hat gerade angekündigt, dass weiterer Stimulus kommen könnte, was den Euro gegenüber dem Dollar sofort fallen ließ", schrieb Trump in einer ersten Nachricht. Dies mache es "ihnen" - vermutlich den Euroländern - zu Unrecht leichter, gegen die USA im Wettbewerb anzutreten. "Damit kommen sie seit Jahren durch, zusammen mit China und anderen", ergänzte Trump.

    Die Reaktionen an den Finanzmärkten kommentierte Trump in weiteren Tweets, zuletzt die Kursgewinne im deutschen Leitindex Dax Chart zeigen: "Sehr unfair gegenüber den Vereinigten Staaten!"

    https://twitter.com/realDonaldTrump/...a-1273069.html

    Tatsächlich verbilligt ein niedrigerer Eurokurs in den USA die Preise für Einfuhren aus der Eurozone. Trump wünscht sich aus diesem Grund einen niedrigeren Dollarkurs und kritisiert seit Längerem die amerikanische Notenbank Fed, weil deren Geldpolitik aus Sicht des US-Präsidenten viel zu strikt ist.

    Gegenüber den Zentralbanken anderer Länder hingegen hat Trump sich bisher eher zurückgehalten. Vor wenigen Tagen hatte Trump vielmehr die Fed für den aus seiner Sicht zu starken Dollar verantwortlich gemacht und den Währungshütern unterstellt, dass sie keine Ahnung von ihrem Job hätten. Möglicherweise dient Trumps Angriff auf die EZB und ihren Chef Draghi auch dazu, den Druck auf die eigene Zentralbank zu erhöhen.

    fdi/dpa

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/so...a-1273069.html

  14. #47
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    WIRTSCHAFTSPOLITIK In Italien braut sich Ärger für den Euro zusammen

    Die Minibots: eine nette Idee, aber werden sie das "Mitte-Rechts" überleben?

    Rom, 10. September - Die vom Wirtschaftsmanager der Nördlichen Liga, Claudio Borghi Aquilini, ins Leben gerufene Idee, "den Boden für den Austritt aus dem Euro zu bereiten", wird von Salvinis Partei dank des Beitrags des Ökonomen unterstützt Milanese - mit dem Minibot-Tool .

    Was ist das Borghi spricht von einem "Ersatzreifen, um die Verhandlungen über einen etwas ruhigeren Abbau des Euro zu bewältigen", um zu vermeiden, dass er in den hektischen Tagen des Referendums (später von Tsipras verraten) in Griechenland landet. Die EZB verfügte über eine begrenzte Liquiditätshilfe für die Banken in Athen, wodurch die griechische Regierung gezwungen wurde, die Rücknahmen durch die Bürger zu begrenzen. Dies könnte auch der Fall sein, wenn Italien beschließt, die einheitliche Währung aufzugeben. Wie kann man dann die Möglichkeit einer Erpressung dieser Art überwinden, wenn die EU und Eurotower eine Mauer errichten und Italien zum einseitigen Austritt zwingen müssen?

    Borghis Studie geht von einer Annahme aus: Die derzeit in Italien im Umlauf befindliche Geldmenge, die täglich für Zahlungen verschiedener Art, Transaktionen, Überweisungen verwendet wird, entspricht in etwa der Gesamtheit der Schulden der öffentlichen Verwaltung gegenüber den Bürgern (zum Beispiel für Steuergutschriften) ), Lieferanten usw. Hier ist dann die Idee: Schulden in Schatzwechsel umzuwandeln, für die es keine gesetzliche Beschränkung gibt, und sie zur Begleichung von Zahlungsrückständen zu verwenden . Zur gleichen Zeit würde der Staat die gleichen Minibots als Zahlungsmittel für Steuern akzeptieren, wodurch diese effektiv zu einer Währung gemacht würden, die alle Auswirkungen hätte, selbst wenn sie "maskiert" wären.von Schulden. Ein nicht zu vernachlässigendes Detail, da die EZB, abgesehen von der nützlichen, aber kurzlebigen Erfahrung mit Komplementärwährungen, die Emission anderer Währungen mit gesetzlichem Zahlungsmittel im Gebiet der Eurozone untersagt, wie Draghi vor einigen Tagen unterstrich . Schade, dass gerade die Minibots Staatsanleihen sind und nicht bewertet werden. Dies gilt umso mehr, als sie zum Nullsatz ausgegeben würden, was die Schaffung eines potenziell gefährlichen Parallelmarkts verhindern würde. Dass die EZB auch die Klappen schließt, scheint Borghi uns zu sagen, Italien würde auf tägliche Transaktionen mit Minibots reagieren.

    Nur ein kleines Detail bleibt übrig. Die Northern League, die den Vorschlag von Borghi und einen geraden Marsch - ohne das Zögern à la Cinque Stelle wie in Cernobbio - über die Idee des bereits umbenannten "Italexit" voll und ganz aufgreift, gehört zu den Kandidaten für Schlüsselpositionen in einer künftigen Regierung Mitte-rechts scheint das weiterhin die Gunst der Umfragen zu ernten. Eine Exekutive, in der jedoch der Teil des aufdringlichen Co-Protagonisten, die vorliegenden Zahlen, von der Komponente von Forza Italia übernommen wird, einer Partei, die auf europäischer Ebene den Eckpfeiler der EVP bildet, die Formationen unter den unnachgiebigsten Pro-Euro-Gruppierungen zuerst zusammenfasst unter allen CDU / CSU von Angela Merkel. Die vehement europäischistische Position ist daher klar und wird niemals durch eine typisch berluskische Provokation zerkratzt, die immer die Zeit verlassen hat, die sie gefunden hat. Keine politische Fiktion mehr, sondern sehr präzise Ausrichtungen: Werden Minibots jemals dorthin gelangen?

    Filippo Burla

    https://www.ilprimatonazionale.it/ec...odestra-72427/


    Entwurfe der Mini-Bots, römisches Zweit-Geld als Sprengsatz der Gemeinschaftswährung Europas:

    https://1.bp.blogspot.com/-V1fkQ-jSQ...-500-RETRO.jpg

    https://cdn.handelszeitung.ch/sites/...ni_Boot500.jpg

    https://www.handelsblatt.com/images/...format2020.jpg

    https://zh-prod-1cc738ca-7d3b-4a72-b...8_17-36-56.jpg

    https://img.blick.ch/incoming/153692...000&ratio=16_9

    https://www.investmentweek.co.uk/w-i...y1-580x358.jpg

    https://dezernatzukunft.org/wp-conte...iBOT-cover.png

    https://dezernatzukunft.org/2018/06/...grundbriefing/

    https://i0.wp.com/www.voxnews.online...Euro.jpg?ssl=1

    https://i1.wp.com/www.voxnews.online...Euro.jpg?ssl=1

    https://cdn.handelszeitung.ch/sites/...ni_Boot500.jpg

    https://www.google.com/imgres?imgurl...act=mrc&uact=8

    Ergo: Der Euro wird nicht mehr solange bestehen bleiben wie er bestanden hat - die Euro Währung wird keinen langen Bestand haben.

    https://www.boersenforum.de/showthre...l=1#post305587

  15. #48
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    Scheitert der Euro nicht, scheitert Europa! - Interview mit Markus Krall

    Friedrich & Weik - Am 22.06.2019 veröffentlicht

    https://youtu.be/ekhLLDiBYGU

    Scheitert der Euro nicht, scheitert Europa so Dr. Markus Krall im Interview mit Matthias Weik. Wer profitiert eigentlich wirklich vom Euro? Ist das tatsächlich Deutschland? Wie gefährlich sind die Target2 Salden in Höhen von fast 1 Billion Euro? All das und noch viel mehr erfahren Sie hier im Interview.

    Schauen Sie auch den ersten Teil des Interviews mit Marc Friedrich an:

    https://youtu.be/BQ40w51-w_Q

    Unser neues Buch: http://bit.ly/31pbPEX

    https://www.youtube.com/watch?v=ekhLLDiBYGU

  16. #49
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    Europäische Union: Die Kanzlerin hat sich offenbar verschätzt

    Die fieberhafte Suche nach einem Kompromiss im Brüsseler Posten-Streit zeigt, dass sich die Risse innerhalb der EU nicht so schnell überwinden lassen. Gegen Merkels Plan gibt es heftigen Widerstand.

    Von Karoline Meta Beisel, Matthias Kolb, Brüssel, und Robert Roßmann, Berlin


    Noch immer gibt es bei der Vergabe der wichtigen Posten in der Europäischen Union keine Einigung.

    In der Europäischen Volkspartei (EVP) gibt es Widerstand gegen den Plan, wonach das Amt des Kommissionspräsidenten nicht an die Christdemokraten gehen soll.

    Die Visegrad-Staaten Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn halten den Sozialdemokraten Timmermans für unwählbar.

    Merkel will Junckers Nachfolger nicht mit einer knappen Mehrheit durchdrücken. Sie befürchtet negative Auswirkungen für die weitere Zusammenarbeit.

    Von Karoline Meta Beisel, Matthias Kolb, Brüssel, und Robert Roßmann, Berlin

    Wieder ein EU-Sondergipfel, wieder kein Ergebnis. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) findet, dass das kein Grund ist, sich zu grämen. "Es muss ein Kompromiss gefunden werden, bei dem die Vorteile die Nachteile überwiegen. Und wenn das heute noch nicht geht, dann wird es vor der Geschichte egal sein, ob es noch einen Tag länger gedauert hat oder nicht", kommentiert sie am Montag die Vertagung auf den Dienstag. Dass man das auch anders sehen kann, zeigen die Worte von Emmanuel Macron: Die EU gebe gerade kein gutes Bild ab: "Niemanden kann zufriedenstellen, was in all diesen Stunden passiert ist", sagt der französische Präsident, als er am Mittag das Gipfeltreffen in Brüssel verlässt.

    Richtiger wäre es wohl gewesen zu sagen, "was in all diesen Stunden nicht passiert ist" - denn die Staats- und Regierungschefs sind ihrem Ziel, die Spitzenposten der EU zu verteilen, kaum nähergekommen. Eigentlich wollten sie ein Personalpaket schnüren, in dem die Himmelsrichtungen, Mann und Frau, kleine und große Staaten sowie die wichtigsten Parteifamilien angemessen beachtet werden sollten. Stattdessen gab es neuen Streit.

    Der Ärger hatte sich schon am Sonntagnachmittag abgezeichnet. Normalerweise trudeln die Staats- und Regierungschefs rechtzeitig vor der vereinbarten Uhrzeit im Brüsseler Ratsgebäude ein, um noch ein paar Einzelgespräche zu führen und der Presse zu erzählen, was sie sich von dem Gipfel erhoffen. Das Treffen am Sonntag sollte um 18 Uhr beginnen. Aber auch zwei Stunden später waren längst noch nicht alle Regierungschefs im Gebäude an der Rue de la Loi angekommen.

    Der Kandidaten-Plan von Osaka wurde "Sushi-Deal" genannt

    Grund war heftiger Widerstand innerhalb der christdemokratischen Parteiengruppe gegen einen Plan, den Merkel am Rande des G-20-Treffens im japanischen Osaka gemeinsam mit Macron, Spaniens Premier Pedro Sánchez und dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte abgesprochen hatte und der während der Nacht zum Montag auf den Namen "Sushi-Deal" getauft wurde. Demnach hätte das Amt des Kommissionspräsidenten an die Sozialdemokraten gehen sollen, und nicht an den Spitzenkandidaten der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber. Im Gegenzug hätte die EVP das Amt des EU-Außenbeauftragten und des EU-Parlamentspräsidenten bekommen; die Liberalen sollten den Ratspräsidenten stellen.

    Zwar hatte sich nach der Wahl abgezeichnet, dass Weber weder im Europäischen Rat noch im EU-Parlament eine Mehrheit finden würde. Für mehrere EVP-Regierungschefs war es offenbar trotzdem undenkbar, einem anderen das Feld zu überlassen. "Wir werden das Amt des Kommissionspräsidenten nicht so einfach aufgeben", sagte Irlands Premier Leo Varadkar vor Beginn des Gipfels.

    Mit dem Vorschlag aus Osaka hat sich Merkel offenbar verschätzt. Sie selbst formulierte das am Montag allerdings etwas anders: Es habe gar keinen Kompromiss von Osaka gegeben. Sie habe dort lediglich die Ergebnisse eines Treffens zwischen ihr, Weber, den Unionsspitzen und dem Chef der EVP referiert, und bezog sich damit auf einen Termin am vergangenen Mittwoch in Berlin. Ratspräsident Donald Tusk jedenfalls wurde von dem Vorschlag überrascht. Eigentlich hatten die Staats- und Regierungschefs ihn damit beauftragt auszuloten, wer außer den Spitzenkandidaten Frans Timmermans und Manfred Weber noch infrage kommen könnte.

    Nach der Unterbrechung am Montag bekam Merkel aber auch Lob für ihre Bemühungen, die Scherben wieder zusammenzukehren. Sie habe sich die ganze Nacht extrem angestrengt, ihre EVP-Kollegen von einem gemeinsamen Vorgehen zu überzeugen, sagte Emmanuel Macron.

    In Deutschland sorgten die Nachrichten aus Brüssel in Teilen der Union für Verärgerung. CSU-Chef Markus Söder sagte, Weber müsse im Rennen bleiben. Man dürfe den "Wahlsieger" nicht auf den zweiten Platz hinter den Sozialdemokraten Timmermans setzen. Ähnlich hatte am Sonntagabend bereits CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak argumentiert. Söder sagte zu den Verhandlungen, diese seien "bislang kein Sieg der Demokratie, sondern eher ein Triumph des klassischen Hinterzimmers". Das Verfahren nutze "nur den Rechtspopulisten und Euro-Skeptikern".

    Einzelne Bundestagsabgeordnete von CDU und CSU machten ihrem Ärger über das bisherige Ergebnis der Verhandlungen Merkels noch viel deutlicher Luft. Die CSU-Abgeordnete Daniela Ludwig ätzte über den von Merkel mitgetragenen Vorschlag: "Was war jetzt das Auswahlkriterium? Kein Wahlgewinner? Kein Deutscher? Muss man nicht verstehen." In der Union wurde allerdings auch darauf verwiesen, dass es Weber nun mal nicht gelungen sei, eine Mehrheit hinter sich zu bringen. Außerdem werde auch in Deutschland nicht automatisch derjenige Bundeskanzler oder Ministerpräsident, dessen Partei die meisten Stimmen erhalten hat. Dabei wurde auf Winfried Kretschmann verwiesen, dessen Grüne bei der Landtagswahl 2011 fast 15 Prozentpunkte weniger erhielten als die CDU - und der trotzdem Ministerpräsident in Baden-Württemberg wurde.

    Der Streit in der EVP ist aber nicht der einzige, den die Staats- und Regierungschefs überwinden müssen, um eine Lösung zu finden, mit der möglichst viele, im Idealfall sogar alle Regierungschefs leben können. Frans Timmermans wird dies nicht gelingen, denn der Niederländer ist für Ungarn und Polen inakzeptabel. Als Erster Vizepräsident der EU-Kommission ist er für die Rechtsstaatsverfahren gegen beide zuständig. Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki betonte, dass auch Tschechien und die Slowakei gegen Timmermans seien: "Uns geht es darum, dass die Menschen, die in die Ämter gewählt werden, garantieren, dass sie vereinen und nicht attackieren werden." Dass sie mit dem nächsten Chef der EU-Kommission fünf Jahre eng zusammenarbeiten müssen, wissen natürlich alle anderen Staats- und Regierungschefs. Auch Angela Merkel machte klar, dass sie Junckers Nachfolger nicht mit knapper Mehrheit durchdrücken wolle: "Man sollte sich schon Mühe geben, dass daraus nicht über Jahre hinweg unüberbrückbare Spannungen werden, die sich dann an vielen Stellen zeigen würden."

    Vielleicht hilft bei der Kompromisssuche ja ein bisschen Schlaf

    Wie also soll es nun weitergehen, nach dieser Nachtsitzung, die statt eines Durchbruchs weitere Bruchlinien erzeugte? Am Dienstag um elf wollen sich die Regierungschefs erneut zusammensetzen. Auch wenn sie selbst nicht so genau wissen, was am Dienstag einfacher sein könnte als noch am Montag: "Wenn wir wüssten, was sich bis morgen ändern soll, dann hätten wir ja heute auch weitermachen können", sagte Merkel. Hinter der Vertagung steckt wohl die Hoffnung, nach einer Nacht Schlaf nicht nur wacher zu sein, sondern auch etwas klarer, wie der so dringend nötige Kompromiss aussehen könnte.

    Die Zeit drängt, am Mittwoch will das Europäische Parlament einen neuen Präsidenten wählen. Die Abgeordneten lassen sich zwar nicht gerne vorschreiben, wen sie zu ihrem Anführer machen sollen. Aber so mancher Christdemokrat oder Liberale wüsste bestimmt gerne, ob er einem Parlamentspräsidenten aus seiner Partei gefahrlos seine Stimme geben kann oder ob er damit die Chancen beschädigt, dass doch noch jemand aus den eigenen Reihen Kommissionspräsident wird. Am Montag wurden in Brüssel "viele, viele Pakete" und "viele, viele Namen" diskutiert, hieß es. Auch Margrethe Vestager, Kandidatin der Liberalen, wird in fast jeder denkbaren Kombination für einen der Posten gehandelt. Und so könnte die Fortsetzung des Gipfels erneut in eine längere Sitzung münden.

    Zumindest einer scheint die Lust zum Diskutieren noch nicht ganz vergangenen zu sein. "Wir freuen uns alle auf ein Wiedersehen", sagte Merkel am Montag zum Abschied. "Also ich freue mich jedenfalls."

    https://www.sueddeutsche.de/politik/...ssel-1.4507219

  17. #50
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    BK Merkel mit dicke Backen - gestern in Brüssel...

    https://bilder.bild.de/fotos-skalier...h,c=0.bild.jpg

    02.07.2019 - 04:38 Uhr

    Berlin – Bittere Klatsche für die Kanzlerin!

    „Heute waren wir noch nicht so weit“, sagte Angela Merkel (64, CDU) gestern Mittag. Trotz Nachtsitzung, Einzelgesprächen und Verhandlungen in großer Runde konnte der EU-Sondergipfel keine Einigung über die Spitzenposten (u. a. EU-Kommissionschef) *finden.

    Fakt ist: Merkel konnte ihren Deal nicht durchsetzen, selbst mithilfe von Frankreichs Staatschef Macron nicht. Das hat es auf EU-Ebene wohl noch nie gegeben.

    Hintergrund: Merkel hatte am Rande des G20-Gipfels im japanischen Osaka gemeinsam mit Macron und u. a. dem sozialistischen Premier Spaniens, Sanchez, die Nachfolge von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker (64) abgesprochen.

    Das Irre dabei: Weil Macron Wahlgewinner Manfred Weber (46, CSU) partout nicht mittragen wollte und Weber auch keine Mehrheit im Europa-Parlament (EP) hinter sich hatte, rückte Merkel von ihm ab. Stattdessen sollte Webers direkter Konkurrent (als Spitzenkandidat) neuer Boss in Brüssel werden – der Sozialdemokrat Frans Timmermans (Niederländer).

    Im Gegenzug sollte Weber für fünf Jahre (statt der üblichen zweieinhalb) auf den prestigeträchtigen Posten des EP-Präsidenten gehievt werden. Auch das ein Teil des Merkel-Macron-Deals.

    Doch Merkel hatte die Rechnung ohne mehrere Ost-Europäer (u. a. Ungarn, Polen) gemacht – und ohne Italien. Ihre Premierminister nahmen brutal Rache an Merkel, die sie nicht zuletzt wegen ihrer Flüchtlingspolitik gefressen haben.

    Damit war zwar zu rechnen, heißt es im Merkel-Umfeld. „Aber nicht in dieser Heftigkeit“.

    Und: Auch ihr eigener Partei-Laden flog der Kanzlerin um die Ohren. In der konservativen EVP-Fraktion massierte sich bereits am Sonntag Nachmittag der Widerstand: Eine Mehrheit wollte nicht den eigenen Mann (Weber) fallen lassen – und den „Wahlverlierer“ Timmermanns wählen, gegen den man in ganz Europa Wahlkampf gemacht hatte. Auch deutsche EVP-Abgeordnete (von CDU und CSU) liefen Sturm. Daran änderte auch nichts, dass Weber selbst den Deal durchaus mitgemacht hätte.

    Nun soll heute ab 11 Uhr in Brüssel weiter verhandelt werden. Merkel gab sich trotz der Pleite gelassen, wirkte trotz der Strapazen der langen Nacht ziemlich fit und siegessicher.

    Ein hochrangiger CDU-Mann stichelt gegenüber BILD:

    „Sie wird schon dafür sorgen, dass sie aus der Sache möglichst unbeschadet herauskommt.

    Denn für sie sind die drei wichtigsten Buchstaben nicht CDU, sondern: ICH.“

    Neue Kandidaten bringen sich selbst ins Gespräch

    Unterdessen hat sich die frühere Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) als Vizepräsidentin des EU-Parlaments ins Spiel gebracht.

    ▶︎ „Ich möchte mich als Vizepräsidentin des Europaparlaments bewerben“, sagte Barley dem Nachrichtenportal „Business Insider“. „Die Europäische Union hat ein Kommunikationsproblem und ich möchte dem EU-Parlament mehr Gehör verschaffen.“

    Sie glaube, dass sie dabei „einen starken Beitrag“ leisten könne, sagte Barley. Sie sei bereits Ministerin gewesen und habe Politik auf nationaler Ebene gestaltet. „Die Frage, wie stärkt man Demokratie aus einer Institution heraus, begleitet mich schon lange.“

    Barley war bei der Europawahl im Mai als Spitzenkandidatin angetreten und wechselt nun ins Europaparlament.

    Außerdem: Die deutsche Grünen-Politikerin Ska Keller wird bei der Wahl des neuen Präsidenten des Europaparlaments ins Rennen gehen.

    Die Grünen-Fraktion habe die 37-Jährige nominiert, teilte eine Sprecherin am Montagabend in Straßburg mit. Keller war in der vergangenen Legislaturperiode Ko-Vorsitzende der Fraktion, gemeinsam mit dem Belgier Philippe Lamberts. Nach der Europawahl wurden beide im Amt bestätigt.

    Die Wahl des neuen Parlamentspräsidenten ist am Mittwoch geplant. Als weitere Kandidaten sind unter anderem der belgische Liberale Guy Verhofstadt und der italienische Sozialist Roberto Guarnieri im Gespräch.

    https://www.bild.de/politik/inland/p...1912.bild.html


    Ergo: Denn für sie sind die drei wichtigsten Buchstaben nicht CDU, sondern: ICH.“

    Weltmacht mit drei Buchstaben?

    https://grusskartenladen.de/media/ca..._times_081.jpg

    https://www.google.com/search?q=Welt...oElFLnMPz8QZM:

    https://epaper.eulenspiegel-zeitschr.../preview_pages

  18. #51
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    Die Französin Christine Lagarde wird neue Präsidentin der EZB= UNDEMOKRATISCH

    Ob das eine gute Wahl ist und ob die lockerer Geldpolitik von Mario Draghi forgesetzt wird, darüber spricht Dietmar Deffner mit dem Kapitalmarktstrategen Stefan Riße.

    03.07.2019 - Stand: 15:42 Uhr

    Die Finanzmärkte reagieren auf die Nominierung von Christine Lagarde als neue EZB-Chefin mit einem weiteren Zinsrutsch. Denn sie könnte für eine noch lockerere Geldpolitik sorgen. Sparer sollten jetzt reagieren.

    Kaum war die Nominierung von Christine Lagarde als neue Chefin der Europäischen Zentralbank bekannt geworden, reagierten die Finanzmärkte bereits. Die Anleihenrenditen für europäische Staatsanleihen rutschten über Nacht noch einmal ein Stückchen tiefer. Für Italien und Spanien lag der Lagarde-Effekt bei etwa einem Zehntel Prozentpunkt. Auch die deutschen Zinsen gaben weiter nach.

    Schon seit Wochen fallen die Renditen an den Kapitalmärkten in immer neue Untiefen. Hintergrund waren und sind Spekulationen darüber, was die Europäische Zentralbank (EZB) plant: Zinssenkungen, neuerliche Anleihenkäufe und sogar Aktienkäufe scheinen inzwischen wahrscheinlich. Als Folge davon erwarten nun immer mehr Beobachter eine „Japanifizierung“ der Euro-Zone – mit harschen Folgen für Sparer. Und mit Christine Lagarde käme eine Frau an die Spitze der EZB, die für solch ein Szenario die ideale Besetzung wäre.

    Auf knapp minus 0,4 Prozent fiel die Rendite für deutsche Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit am Mittwochmorgen, ein neues Rekordtief. Wer dem deutschen Staat also jetzt für zehn Jahre 1000 Euro leiht, bekommt in zehn Jahren nur noch rund 960 Euro zurück. Er hat ein Minus von 40 Euro gemacht, und der Verlust aufgrund der Inflation kommt noch hinzu.

    https://www.welt.de/finanzen/article...n-sollten.html

    https://www.welt.de/img/finanzen/mob...leihen-jpg.jpg

    Seit September geht es schon kontinuierlich abwärts – damals wurden die zehnjährigen Anleihen noch mit 0,6 Prozent verzinst. Konjunktursorgen belasteten. Doch seit Mai hat sich der Absturz noch einmal beschleunigt. Denn seither spekulieren viele, dass die EZB neue Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft ergreifen könnte. Und dies scheint sich nun zu bewahrheiten.

    Fast schon Konsens ist, dass die EZB die Zinsen senken wird, obwohl der Leitzins ohnehin schon bei minus 0,4 Prozent liegt. Die Analysten der US-Investmentbank Morgan Stanley glauben beispielsweise, dass es schon im Juli auf minus 0,5 Prozent gehen könnte.

    Doch damit nicht genug. Hinzu werde ein neues Anleihenkaufprogramm kommen. „Unsere Annahme ist, dass die Zentralbank schon im vierten Quartal damit beginnen könnte, 45 Milliarden Euro pro Monat zu kaufen“, schreiben sie in einer aktuellen Analyse.

    Negativ-Zinsen für Verbraucher

    Das Problem: Es gibt eine Obergrenze, bis zu der die EZB Staatsanleihen kaufen darf. Sie liegt bei einem Drittel der Papiere eines Landes, die im Umlauf sind. Von einigen Staaten stehen in der EZB-Bilanz jedoch bereits so viele Anleihen, dass die Grenze in Kürze erreicht würde.

    Daher rechnen die Morgan-Stanley-Experten damit, dass sich die Käufe stärker auf Unternehmensanleihen konzentrieren werden. „Andere Anlageklassen könnten ebenfalls dazukommen, von Bankkrediten bis zu Aktien-ETFs.“

    All das wird dazu führen, dass die Zinsen am Kapitalmarkt weiter sinken und in der Folge auch die Zinsen auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten, sofern es dort überhaupt noch Zinsen gibt. Letztlich könnten dort sogar Negativzinsen in breiterem Umfang drohen, als dies bisher der Fall ist. Derzeit verlangen einige Banken oder Sparkassen bereits Strafzinsen auf Firmenkonten oder bei größeren Anlagebeträgen, beispielsweise ab 500.000 Euro.

    Für Immobilienkäufer dagegen dürfte die Finanzierung noch günstiger werden. Schon jetzt gibt es Hypothekendarlehen mit fünfjähriger Laufzeit für unter 0,5 Prozent Zins, Zehnjahresfinanzierungen gibt es ab 0,7 Prozent. Und gerüchteweise bereiten einige Anbieter ihre IT-Systeme bereits dafür vor, dass die Zinsen auch hier in den negativen Bereich rutschen – es wäre der Gipfel einer irrsinnigen Entwicklung.

    https://www.welt.de/img/finanzen/mob...zinsen-jpg.jpg

    Und all das, obwohl die Experten den Nutzen eines neuerlichen EZB-Kaufprogramms für sehr begrenzt halten. Morgan Stanley rechnet damit, dass dadurch das Wachstum über die nächsten Jahre um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte höher ausfallen könnte, und der Einfluss auf die Inflationsrate sei vernachlässigbar. „Aber das bedeutet nicht, dass sich die EZB mit der niedrigen Inflation abfindet. Es bedeute vielmehr, dass die niedrigen beziehungsweise negativen Zinsen bleiben werden, für eine recht lange Zeit.

    „Wir müssen konstatieren, dass es eine Japanisierung der Euro-Zone gibt“, sagt daher Felix Herrmann, Anlagestratege bei der Fondsgesellschaft Blackrock. Gemeint ist damit, dass der Euro-Zone das blüht, was Japan seit Jahrzehnten durchlebt: jahrzehntelange Nullzinsen bei extrem niedriger Inflation und mäßigem Wachstum.

    Helikoptergeld könnte wieder Thema werden

    Daraus ergibt sich einerseits die Frage, wie die EZB künftig überhaupt noch reagieren kann, wenn es mal wieder eine Rezession oder sogar eine echte Krise gibt wie 2008/2009. „Dann könnte es einer größeren Koordination von Fiskal- und Geldpolitik bedürfen“, glaubt Herrmann, sprich: Dann würde die Notenbank wohl direkt die Staatshaushalte finanzieren, und mit der Unabhängigkeit wäre es endgültig dahin.

    Aber es geht noch weiter: „Helikoptergeld könnte diskutiert werden“, sagt Herrmann. In diesem Falle würden die Notenbanken einfach Geld drucken, und dieses würde dann direkt an die Bevölkerung verteilt, quasi mit dem Hubschrauber über sie ausgeschüttet.
    Finanzpolitikerin für Geldpolitik

    All das fiele dann in die Verantwortlichkeit von Christine Lagarde – und sie wäre die richtige Frau dafür. Denn sie ist keine Geldpolitikerin, hat nie in einer Zentralbank gearbeitet. Sie war von 2007 bis 2011 Finanzministerin von Frankreich, saß also auf der Gegenseite. Mit ihrer Ernennung würde nun eine Finanzpolitikerin für die Geldpolitik verantwortlich, und damit könnte genau das passieren, was Herrmann fürchtet, eine engere Koordination von Fiskal- und Geldpolitik, mit allen Folgen. Daher auch die unmittelbare Reaktion des Marktes.

    Das wiederum führt zu der anderen Frage: Was sollen Sparer tun? „Sie müssen endlich anfangen, ihr Geld breiter zu investieren – sonst frisst es die Inflation“, sagt Bert Flossbach, Chef der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch. Auf Sparbüchern und Tagesgeldkonten, mit Festgeld und Anleihen ist auf Jahre hinaus nichts mehr zu verdienen. An Aktien führt kein Weg vorbei.

    Doch genau solche Investments will Bundesfinanzminister Olaf Scholz künftig erschweren. Er plant unter dem Schlagwort „Finanztransaktionssteuer“ eine Sondersteuer auf Aktienkäufe – und zwar nur auf solche. Spekulative Anlagen wie Optionsscheine, Zertifikate oder Differenzkontrakte wären davon übrigens ausdrücklich ausgenommen.

    https://www.welt.de/finanzen/article...n-sollten.html

  19. #52
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    Expansive Geldpoliti: Euro-Schuldenländer sind die ersten Gewinner der Lagard

    Stand: 09:14 Uhr

    Die Nominierung der Französin als EZB-Chefin sorgt in den hoch verschuldeten Euro-Ländern für Aufatmen. Mit der neuen Notenbankerin könnte sich die Zentralbank noch stärker an der Finanzierung der Staatshaushalte beteiligen.

    Noch ist nichts beschlossen. Bisher ist Christine Lagarde nur nominiert für den Posten der Präsidentin der Europäischen Zentralbank. Doch die Reaktionen an den Finanzmärkten sind bereits eindeutig. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Personalie sanken die Renditen für italienische Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit um rund einen Zehntelprozentpunkt, für spanische war der Abschlag ähnlich, und auch die Zinsen, die Griechenland bezahlen muss, gaben weiter nach.

    Denn am Finanzmarkt gehen viele davon aus, dass Lagarde die lockere Geldpolitik des derzeitigen EZB-Chefs Mario Draghi fortführen wird und vielleicht sogar noch ausweitet – und das kommt vor allem den südeuropäischen Euro-Mitgliedern mit hohen Schuldenquoten zugute. „Frau Lagarde ist eine politische Kandidatin“, sagt Steen Jakobsen, Chefvolkswirt der dänischen Saxobank. „Das wird den Club Med stützen, vor allem Italien“, ist er überzeugt.

    Daniel Hartmann, Chefvolkswirt des Asset-Managers Bantleon, sieht das ähnlich. „Die Peripherieländer werden aufatmen und die Wahl von Frau Lagarde begrüßen“, sagt er. „Sie ist gegenüber der unkonventionellen Geldpolitik aufgeschlossener als etwa Bundesbankpräsident Weidmann.“ Im Zweifelsfall werde sie sich sogar für eine noch expansivere Geldpolitik aussprechen, bis hin zu einer Neuauflage des Anleihenkaufprogramms.

    Politikerin, keine Notenbankerin

    Unter Draghi hatte die EZB in den vergangenen Jahren Anleihen der Euro-Staaten mit einem Volumen von rund 2,6 Billionen Euro oder 2600 Milliarden Euro am Markt aufgekauft und so das Zinsniveau drastisch gesenkt. Erst mit Beginn dieses Jahres war dieses Programm endgültig beendet worden. Doch mittlerweile gibt es angesichts der schwächelnden Konjunktur im Euro-Raum Diskussionen, es wieder aufleben zu lassen.

    Eine solche Politik ist vor allem im Interesse von Euro-Mitgliedern mit hohen Staatsschulden. „Wenn unter ihrer Führung die EZB noch stärker über Wertpapierkäufe zum Kreditgeber für Staaten wird, würden wohl neben einigen kleinen Ländern vor allem die hoch verschuldeten Schwergewichte Italien und Frankreich profitieren“, sagt Thomas Mayer, ehemals Chefvolkswirt der Deutschen Bank und heute Chef der Denkfabrik Flossbach von Storch Research Institute. Denn die hohen Schuldenberge seien anders, vor allem bei höheren Zinsen, nicht tragbar.

    Doch Lagarde könnte noch viel weiter gehen. Denn sie ist keine Geldpolitikerin und hat nie in einer Notenbank gearbeitet. Vielmehr war sie zwischen 2007 und 2011 französische Finanzministerin. „Sie wird sich weniger von dogmatischen Überlegungen wie ,Notenbanken dürfen keine Staatsfinanzierung betreiben‘ leiten lassen“, sagt Hartmann. Gleichzeitig bestehe damit aber auch die Gefahr, dass die EZB noch politischer wird und sich weiter in die Staatsfinanzierung südeuropäischer Länder verstrickt.

    Kein Verfahren gegen Italien

    Fakt ist zudem auch, dass sich Lagarde in ihrer Funktion als Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) für einen Schuldenschnitt für Griechenland einsetzte. Der IWF war von den Europäern bei den Rettungspaketen für das überschuldete Land einst mit an Bord geholt worden.

    Doch da die Euro-Partner einen Schuldenschnitt verweigerten, wurde das dritte Hilfspaket am Ende ohne den IWF geschnürt. Nun säße Lagarde an einer entscheidenden Stelle, wenn das Thema Schuldenschnitt wieder aufkommen sollte, auch wenn sie in ihrer Funktion als EZB-Chefin darüber nicht zu befinden hätte.

    Die EU fällt ohnehin gerade nicht durch besondere Strenge gegenüber den Schuldenstaaten auf: Die EU-Kommission gab am Mittwoch bekannt, im Schuldenstreit mit Italien auf die Einleitung eines Strafverfahrens zu verzichten. Nach Zusagen Roms zur Verringerung seiner Neuverschuldung sei ein schuldenbasiertes Defizitverfahren „zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gerechtfertigt“, erklärte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici in Brüssel.

    Maastrichtpakt gerissen

    Am Montagabend hatte das Kabinett in Rom ein Maßnahmenpaket beschlossen, um dem Strafverfahren zu entgehen. Vorgesehen ist etwa, dass Ausgaben, die für das Bürgereinkommen und die Rentenreform veranschlagt worden waren und nicht angefallen sind, „eingefroren“ werden. Die Umsetzung dieser Maßnahmen solle nun kontrolliert werden, sagte Moscovici weiter.

    Bei den Zinsen tritt schon jetzt der Lagarde-Effekt ein

    Mit solchen Defizitverfahren hat Lagarde selbst Erfahrung: Während ihrer Amtszeit als französische Finanzministerin wurde wegen der überbordenden Defizite des Landes ein solches Verfahren auch gegen Frankreich eingeleitet. Sie konnte es damals abwenden.

    „Wie unabhängig sie zukünftig gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten handeln wird, bleibt abzuwarten“, sagt daher Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. „Ohne Böses unterstellen zu wollen, aber allein der Lebenslauf von Christine Lagarde spräche gegen eine Nominierung als Vorsitzende einer Notenbank.“

    https://www.welt.de/finanzen/article...-Amtszeit.html

  20. #53
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    Währungsreform kommt bis 2023

    Finanzexperte alarmiert: "Scheitert der Euro nicht, scheitert Europa"

    https://youtu.be/ekhLLDiBYGU

    Scheitert der Euro nicht, scheitert Europa, so Dr. Markus Krall im Interview mit Matthias Weik. Wer profitiert eigentlich wirklich vom Euro? Ist das tatsächlich Deutschland? Wie gefährlich sind die Target2 Salden in Höhen von fast 1 Billion Euro? All das und noch viel mehr erfahren Sie hier im Interview.

    Mehr Videos von Marc Friedrich sehen Sie hier.

    https://www.youtube.com/watch?v=ekhLLDiBYGU

  21. #54
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    Griechenland: Wahlsieger kündigt Steuersenkungen an

    Der Sieger der griechischen Parlamentswahl, Kyriakos Mitsotakis, hat seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Steuersenkungen, Arbeitsplätze und höhere Pensionen in Aussicht gestellt. Mitsotakis wurde bereits Montagmittag angelobt. Das Parlament will er im Sommer durcharbeiten lassen.

    „Ich setze mich für geringe Steuern, viele Investitionen, für gute und neue Jobs sowie für Wachstum ein, das zu besseren Gehältern und höheren Pensionen in einem effizienten Staat führen wird“, sagte der Chef der konservativen Nea Dimokratia (ND) am Sonntag in einer Fernsehansprache. Der Wahlausgang habe ihm ein klares und starkes Mandat gegeben, Griechenland zu verändern. Das Parlament solle nicht in Sommerpause gehen, kündigte er an. Es gebe genug zu tun, so der Chef jener Partei, die für den Beinahebankrott des Landes mitverantwortlich war.

    https://orf.at/stories/3129465/


    Ergo: Und uns werden die Steuern erhöht damit wir den Griechen die Schulden bezahlen.

    https://www.google.com/search?client...ulden+bezahlen.

  22. #55
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    Unproduktive Rüstungsausgaben verhindert die akkumulation von Kapital.

    All jenige Staaten die generell höhere Rüstungsausgaben bewältigen müssen, verarmen regelmäßig, auch zwängsläufig, immer bestimmte Bevölkerungsgruppen, immer schneller.

    Die USA wäre hierfür ein großes Beispiel, wie ein so großes Land, in wenigen Jahrzehnten verarmen kann.

    Und wer alles Geld in Bauten und Prestigekonsum investiert geht später genau so pleite.

    Warum wird der Goldhandel, ab dem Jahr 2020, mit 2.000 Euro, stark eingeschränkt?

    Weil dein Staat und deine EU, dein Geld, das du für einen anonymen Goldkauf ausgeben könntest, im Geldkreislauf verbleibt.

    Sonst kann dein Staat, dein Geld, nicht Inflationieren und entwerten.

    Die Italiener haben uns dass einige Jahrzehnte mit der Lire vorexerziert , wie so was geregelt wird.

    Bis zur Euro Einführung waren die Italiener wahre Könner, im abwerten ihrer Landeswährung.

    Mit dem Euro wird das genauso gehandhabt und gezielt darauf hingesteuert, der Euro wird so abgewertet, dass nur noch Asche übrig bleibt.

    Auf den Lire Banknoten wurde nur Lire aufgedruckt - warum schreiben manche Zeitgenossen immer von der Lira?

    https://upload.wikimedia.org/wikiped..._Ital_Lira.jpg


    Regierung will Goldkauf drastisch einschränken

    Jetzt gehts gegen Gold: Regierung will anonyme Käufe deutlich einschränken. Offiziell geht es um den Kampf gegen Geldwäsche. Ab 2000 Euro werden Personalien des Käufers kontrolliert.

    https://www.mmnews.de/2-uncategorise...-einschraenken


    Anonymer Goldkauf – das Wichtigste in Kürze:

    Bis 9.999 EUR kann man derzeit noch Gold anonym kaufen

    Tipp: Aktuelle Freigrenze ausnutzen! Zum 10.1.2020 Senkung auf 2.000 EUR geplant. Mehr...

    Nur möglich im Ladengeschäft: Bargeld gegen Gold, kein Ausweis nötig

    Gold.de Umkreissuche hilft, gute Edelmetallhändler zu finden

    Anonymer Goldkauf hat auch Nachteile

    https://www.gold.de/gold-anonym-kaufen/



    26.08.2011

    Euro-Szenarien: Was tun, wenn der Euro bricht?

    https://cdn1.manager-magazin.de/imag...ooy-227118.jpg

    Ende der Währungsunion: Was lange als undenkbar galt, ist nun ein mögliches Szenario

    Aus Angst vor Extremszenarien bringen immer mehr Anleger ihr Geld in Sicherheit. Doch jedes Szenario birgt andere Risiken und Chancen. Lesen Sie in Teil 1 unserer Serie zu Geldanlage in der Euro-Krise, was Investmentprofis für den Fall raten, dass die Europäische Währungsunion zerbricht.

    Hamburg - Je länger die Euro-Krise dauert, umso lauter werden die Unkenrufe: Es sieht nicht gut aus für die Zukunft der Währungsunion. Die gerade beschlossene Lösung für Griechenland wackelt schon wieder, die Unruhe am Anleihenmarkt wird nur mit massiven Stützungskäufen der Europäischen Zentralbank gedeckelt, quer durch den Kontinent nimmt die Beliebtheit des gemeinsamen Geldes ab. Laut einer Umfrage des Emnid-Instituts für "Bild am Sonntag" glauben 31 Prozent der Deutschen, dass der Euro dieses Jahrzehnt nicht überleben werde.

    Ein Szenario, dass bislang als undenkbar galt. Europas Staaten haben sich vertraglich zu einem "immer engeren Zusammenschluss" verpflichtet, dessen stärkster Ausdruck bisher der Euro Börsen-Chart zeigen ist. Ein Widerruf der Währungsunion oder auch nur ein Austritt einzelner Mitglieder ist nicht vorgesehen - egal, wie stark die wirtschaftlichen Kräfte Europas auseinanderstreben.

    Berkeley-Ökonom Barry Eichengreen, der wohl profilierteste amerikanische Euro-Anhänger, hat die Frage bereits im Jahr 2008 untersucht: Könnte der Euro trotz der politischen Treueschwüre zerbrechen? Die wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Hürden seien hoch, aber überwindbar, so Eichengreen. Nur ein politisches Argument mache den Fortbestand der Union wirklich sicher: Die Eliten würden das Projekt der europäischen Einigung nicht gefährden wollen.

    Doch gilt das auch heute noch, wenn selbst der Bundespräsident Front gegen die Euro-Retter macht?

    Hans-Olaf Henkel: Zweiteilung des Euro bringt "geringeres Risiko"

    Wer von einer Auflösung der Währungsunion überzeugt ist, steht vor einer schwierigen Frage: Wo ist das Geld noch sicher? Ratschläge fürs Investment möge er nicht geben, erklärt der ehemalige BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel gegenüber manager magazin. Zu den Auswirkungen des von ihm beworbenen Modells, den Euro in eine Nord- und eine Süd-Währung zu teilen, äußert er sich aber doch. Im Vergleich zu den Alternativen ergebe sich "das geringere Risiko eines Chaos".

    Der Hauptvorteil der Zweiteilung sei die Chance für den Süden - zu dem Henkel auch die zweitgrößte Euro-Ökonomie Frankreich zählt -, mit einer abgewerteten Währung wieder preislich wettbewerbsfähig exportieren zu können. "Ein aufgewerteter Nord-Euro würde deutsche Exporte belasten", räumt Henkel ein. Dieses Risiko sei aber "überschaubar". Und im Gegenzug gebe es in der neuen Hartgeld-Union einen höheren Schutz vor Inflation.

    "Wenn es möglich war, aus 17 Einzelwährungen eine zu machen", findet Henkel, "sollte es auch möglich sein, aus einer Währung zwei zu machen."

    Doch es gibt noch ganz andere Varianten, wie die Union sich auflösen könnte - mit völlig unterschiedlichen Konsequenzen für die Geldanlage. "Griechenland oder Portugal sind Kandidaten, den Euro freiwillig aufzugeben, statt eine jahrelange interne Abwertung mit sinkenden Löhnen und steigender Arbeitslosigkeit auszuhalten", meint Tim Ohlenburg vom Londoner Center for Economic and Business Research. Anleger müssten daraus aber nur einen Schluss ziehen: "Geld in ein Land mit Abwertungsrisiko zu investieren wäre ein Desaster." Kerneuropa würde der Austritt weniger kleiner Länder nach seiner Ansicht kaum treffen.

    https://www.manager-magazin.de/finan.../a-782569.html

    Teil II : https://www.manager-magazin.de/finan...-782569-2.html

    Teil III : https://www.manager-magazin.de/finan...-782569-3.html

    Teil IV : https://www.manager-magazin.de/finan...-782569-4.html


    09.12.1991

    „Wir haben Angst zu verarmen“

    Hein, 47, lebt als Schriftsteller in Berlin.

    Ein Gerücht geht durch die Welt, von Regierungssprechern bestätigt und von der Presse immer wieder behauptet und durch ihre Berichte und Bilder scheinbar bewiesen. Es heißt, die Deutschen, die Mitteleuropäer und die Amerikaner seien fremdenfeindlich, aggressiv und gewalttätig gegen Ausländer. Das ist nicht wahr.

    Wenn wir einen dreißigjährigen Mörder lebenslänglich ins Gefängnis stecken oder hinrichten, weil er einen anderen Menschen ermordet hat und folglich bestraft werden muß, wäre es eine Lüge zu sagen, wir würden die Dreißigjährigen lebenslänglich ins Gefängnis stecken oder hinrichten. Wir sind gegen Ausländer ebensowenig wie gegen Dreißigjährige. Aber wir sind gegen alle, die uns bedrohen, und wir müssen sie verurteilen, wenn wir nicht uns selbst gefährden wollen............

    https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13491490.html


    Eurokrise:

    Italien in der Dauerkrise: "Natürlich ist der Euro das Problem"

    Italiens Wirtschaft geht es heute schlechter als zur Zeit der Euroeinführung. Viele Italiener geben ihrer Währung die Schuld. Die Debatte über Alternativen wird intensiver

    András Szigetvari - 17. Juli 2017, 11:00

    Ganze zwölf Stunden saßen sie beisammen, Abgeordnete und Anhänger der Fünf-Sterne-Bewegung des Komikers Beppe Grillo, Ökonomen und politisch Interessierte, um zu streiten und zu diskutieren. Thema der Veranstaltung Anfang Juli im italienischen Parlament war eine Frage: Was würde Italien ein Euroaustritt bringen?

    Das Treffen hat unter Investoren weltweit Beachtung gefunden. Der Londoner Finanzdienstleister Eurointelligence berichtete darüber in einem Newsletter, der an zigtausend Banker verschickt wird. Die Euro-Exit-Debatte in Italien sei nicht so interessant, weil sie so neu sei, heißt es in dem Schreiben, sondern weil sie plötzlich in aller Öffentlichkeit geführt werde: "Mehr Öffentlichkeit als im Parlament geht gar nicht."

    In der italienischen Gesellschaft hat sich in den vergangenen Monaten ein Wandel vollzogen. Damit kein Zweifel aufkommt: Die Mehrheit der Bevölkerung und der Ökonomen ist nach wie vor der Ansicht, dass ein Italexit keine gute Idee ist. Doch während früher nur rechte und linke Exoten darüber diskutierten, ob Italien den Euro verlassen sollte, hat die Debatte inzwischen die gesamte Gesellschaft erfasst.

    Menschen wie Antonio symbolisieren diesen Wandel besonders gut. Antonio ist Analyst bei einer der größten italienischen Investmentbanken. Seine Aufgabe ist, Finanzmärkte zu bewerten. Er gehört zur Wirtschaftselite des Landes. "Natürlich ist der Euro das Problem", sagt Antonio. Und: "Das ist nicht bloß meine Meinung. Das ist eine Tatsache."

    Im Gegensatz zur Schuldenkrise ab 2010, als Griechenland, Portugal und Spanien über Nacht kaum noch an Kredite kamen, vollzieht sich Italiens Misere im Stillen. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist heute niedriger als zur Euroeinführung im Jahr 2002. Ursache dafür ist eine miserable Entwicklung der Produktivität.

    Misere im Stillen

    Seit Mitte der 90er-Jahre, als die Lira gegen andere europäische Währungen nicht mehr abgewertet werden durfte, stagniert die Arbeitsproduktivität. Die Industrie produziert heute weniger als Mitte der 1990er-Jahre. Die Arbeitslosenquote ist die dritthöchste der EU. Manche Ökonomen, besonders in Deutschland, argumentieren, Italiens Problem sei nicht die Währung, sondern die ungelösten Probleme im Bankensektor. Doch die Wirtschaftsflaute hat schon zu einer Zeit begonnen, als es den Banken noch gut ging. Daher deutet tatsächlich vieles darauf hin, dass die Gemeinschaftswährung Italiens Probleme wesentlich verstärkt hat.

    https://images.derstandard.at/img/20...600&s=d35105cf

    Eine Idee, um das Drama zu beenden, lautet daher: Euroaustritt. Alberto Bagnai von der Universität Pescara zählt zu jenen Ökonomen, die den Italexit propagieren. Er hat soeben eine Studie vorgelegt, in der simuliert wird, was geschehen würde, wenn das Land den Euro verließe. Ergebnis: Nach fünf Jahren stünde Italien dank einer starken Abwertung der Lira gegenüber dem Euro (mehr als 20 Prozent) wirtschaftlich besser da als heute. Exporte würden steigen, weil Italiens Industrie im Vergleich zur deutschen günstiger würde.

    Hohe Bankschulden

    Aber was ist mit den Schulden? Italien hat einen Schuldenberg von mehr als 130 Prozent seiner Wirtschaftsleistung. Nur Griechenland und Japan sind noch höher verschuldet. Eine Warnung lautet, dass Italien nach dem Euro-Exit wegen dieser Verpflichtungen ins Chaos schlittern würde, weil das Land Euroschulden in Lire abbezahlen müsste. Mehr als zwei Drittel der Schulden halten eigene Banken, Bürger und die Zentralbank in Rom. Diese könnte der Staat in Lira konvertieren. Wenn die Lira abwertet, würde Italiens Schuldenlast daher real sinken. Was der Staat dadurch gewinnt, würde er wegen der verbleibenden Euroschulden verlieren. Der Euro-Exit wäre für den Schuldenstand ein Nullsummenspiel, so eine Analyse der Mediobanca.

    Doch es kämen neue Probleme hinzu: Auf 670 Milliarden Euro – das ist zweimal Österreichs Wirtschaftsleistung – belaufen sich die Schulden von Italiens Banken im Ausland. Die Kreditinstitute würden unter dieser Last nach einem Euro-Exit nur überleben können, wenn der Staat sie auffängt. Um zu verhindern, dass Bürger ihr Geld ins Ausland tragen, ehe die Lira verfällt, wären zudem Kapitalverkehrskontrollen nötig.

    Ruf nach mehr Spielraum

    Damit die Lira nicht ganz an Wert verliert, müsste die Notenbank die Zinsen anheben, um Investoren anzulocken, sagt der Wiener Ökonom Vladimir Gligorov. Das würde Kredite für Firmen verteuern, Investitionen erschweren. Der Gewinn durch die Währungsabwertung könnte also verpuffen, warnen viele Ökonomen. Es gibt also auch gute Gründe, den Euro-Exit zu fürchten.

    Italien sollte nicht den Euro verlassen, sondern darauf drängen, die Regeln zu ändern: So lautet deshalb eine alternative Idee, die auch der Analyst Antonio unterstützt. Italien müsse an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen, sagt er. Steuern und Abgaben auf Arbeit sollten sinken, der Staat sollte Innovationen fördern. Das kostet Geld. Italiens Defizit würde in einer Übergangszeit auf vier oder fünf Prozent der Wirtschaftsleistung hochschnellen, glaubt Guglielmi. "Auch Deutschland hatte deutlich höhere Defizite, während die Hartz-IV-Reformen durchgeführt wurden." Doch die Fiskalregeln wurden in der Union erst vor kurzem verschärft, eine Aufweichung erscheint wenig realistisch. Die Deutschen profitieren vom derzeitigen System, daher werden sie einen Teufel daran tun, es zu ändern: So sieht das Antonio.

    Parallelwährung für das Land

    Als eine weitere Alternative im Land wird tatsächlich diskutiert, ob Italien eine Parallelwährung einführen sollte. Silvio Berlusconis Forza Italia, die Lega Nord und die Fünf-Sterne-Bewegung bekundeten Sympathien für solche Ideen. Die Konzepte sind vage. Im Grunde geht es darum, dass der Staat Unternehmen, die fleißig investieren, eine Gutschrift ausstellt. Mit dieser können die Firmen in zwei oder drei Jahren Steuerschulden begleichen. Die Gutschriften könnten in der Zwischenzeit als Zahlungsmittel genutzt werden – wie eine Währung.

    Die Idee dahinter ist, dass man via Parallelwährung Geld zur Belebung in die Wirtschaft pumpen kann, ohne die Defizitregeln des Euroraumes zu verletzen. Mit Alternativwährungen wird bereits lokal experimentiert, auf Sardinien etwa gibt es den Sardex, den Unternehmer auf der Insel entwickelt haben und nutzen. Auch in Neapel existiert eine ähnliche private Initiative. Doch sind solche Experimente immer noch etwas anderes, als wenn das Finanz- oder Wirtschaftsministerium beginnen würde Gutscheine auszuteilen. Unklar ist, wie weit solche Ideen mit dem EU-Recht vereinbar wären.

    Wie ernst zu nehmen diese Debatten sind, werden spätestens die kommenden Monate zeigen – wenn der Wahlkampf in Italien beginnt. Zuletzt sind immerhin die Prognosen ein wenig wenig besser geworden. Das Wirtschaftswachstum könnte über die Einprozentmarke klettern, schätzt etwa die Zentralbank in Rom am Freitag. Manche Ökonomen orten darin ein erstes Zeichen, dass die Euroskepsis übertrieben ist und das Land besser dasteht, als gedacht. Die Gegenposition lautet: Wenn Italien trotz niedriger Ölpreise, niedriger Zinsen, eines schwachen Euro und der Erholung im übrigen Europa nicht mehr Wachstum schafft, muss etwas grundlegend schief laufen im Land. (András Szigetvari, 17.7.2017)

    https://www.derstandard.at/story/200...en-euro-steigt

    Hier die neue Parallelwährung der Italiener in gedruckter Ausgabe:

    https://cdn.handelszeitung.ch/sites/...ni_Boot500.jpg

    https://www.google.com/search?q=mini...w=1704&bih=916

  23. #56

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    Anders gefragt: wie oft hat Russland schon "den Dollar abgeworfen"?

    Zitat Zitat von Luis Beitrag anzeigen
    "Meuthen - Der EFDD-Europa-Talk aus Straßburg" - Folge 3: Richard Sulik & Prof. Dr. Max Otte diskutieren mit Gastgeber Prof. Dr. Jörg Meuthen die Frage: ❝Wann platzt der Euro?❞

    https://youtu.be/mj9r5Xjeid4
    Anders gefragt: wie oft hat Russland schon "den Dollar abgeworfen"?
    so einfach ist es nicht . Welche Bedingungen und was heisst "platzt" ?

  24. #57
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    Nur die Schwachen drängen noch in den Euro - 18.07.2019 12:31 Uhr

    Erweiterung der Währungsunion

    EU-Chefin von der Leyen würde gern den Euroraum erweitern. ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann warnt: Nur die ärmsten Länder in Osteuropa seien noch an der Gemeinschaftswährung interessiert.

    Ein Interview von David Böcking

    Kann der Euro überleben? Das war zeitweise die dominierende Frage, wenn über die europäische Gemeinschaftswährung berichtet wurde. Angesichts der Krise in Ländern wie Griechenland oder Portugal war die Aufnahme neuer Mitglieder die geringste Sorge der Währungsunion. Mittlerweile aber scheint die Eurokrise überwunden, und eine Erweiterung der Eurozone ist wieder Thema. Auch die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich dafür ausgesprochen.

    Wachsen könnte der Euro vor allem in Osteuropa: Zuletzt führten dort die drei baltischen Staaten die Gemeinschaftswährung ein, auch in Slowenien und der Slowakei kann man schon mit Euro bezahlen. Die nächsten Mitglieder könnten Kroatien und Bulgarien sein, die Kroaten haben gerade den nächsten Schritt in Richtung Gemeinschaftswährung gemacht.

    Doch wie attraktiv ist der Euro überhaupt noch? Friedrich Heinemann und Kollegen am Mannheimer ZEW-Institut haben mit Unterstützung der Brigitte Strube Stiftung die Stimmungslage in Osteuropa untersucht. Die Forscher kommen zu einem ernüchternden Ergebnis.

    SPIEGEL ONLINE: Kroatien will den Euro einführen. Euro-Gruppen-Chef Mario Centeno sieht das als Beleg dafür, dass die Gemeinschaftswährung ein "stabiler Anker" ist und weitere Mitglieder anzieht. Stimmen Sie zu?

    Heinemann: Nein. Das ist ein typisches Beispiel für Brüsseler Selbstzufriedenheit und fehlende Fähigkeit zur Selbstkritik. Die Attraktivität des Euro hat durch die Krise stark gelitten - das zeigen Eurobarometer-Umfragen in Osteuropa. In Ländern wie Tschechien oder Polen sprechen sich inzwischen sogar deutliche Mehrheiten gegen eine Euro-Einführung aus.

    Währungskrise

    Netto-Unterstützung für den Euro

    SPIEGEL ONLINE: Mittlerweile gilt die Eurokrise als überwunden. Warum steigt die Zustimmung nicht wieder?

    Heinemann: Wahrscheinlich, weil Länder wie Griechenland durch dauerhafte Schuldentransfers gerettet wurden. Die werden in Osteuropa überwiegend skeptisch gesehen.

    SPIEGEL ONLINE: Die Eurokrise hat gezeigt, wie ungleich schon die bisherigen Mitglieder sind. Ist es überhaupt wünschenswert, die Währungsunion jetzt noch stärker zu erweitern?

    Heinemann: Nach den Erfahrungen der Krise sollte man tatsächlich genauer schauen, ob ein Land zum Euro passt. Der Theorie nach ist eine gemeinsame Währung vor allem für Länder sinnvoll, die wirtschaftlich miteinander verbunden sind. Das macht ein Land wie Polen auf Dauer zum naheliegenden Euro-Mitglied.

    SPIEGEL ONLINE: Inwiefern?

    Heinemann: Polen ist durch Handel eng mit uns verzahnt, viele polnische Arbeitnehmer arbeiten auch in Deutschland. Und Polen hat bewiesen, dass es mit ökonomischen Schocks klarkommt: Es war das einzige Land in der EU, das in der großen Rezession von 2009 eine positive Wachstumsrate hatte. Für eine Währungsunion ist all das gut. Auch andere wirtschaftlich starke Länder in Osteuropa wären eigentlich Kandidaten für den Euro.

    SPIEGEL ONLINE: Aber sie haben wenig Interesse?

    Heinemann: Es gibt zwar Interessenten, aber nur die Schwachen drängen noch in den Euro. Mit Kroatien und Bulgarien klopfen jetzt die zwei ärmsten Länder der EU an. Die hoffen auf Umverteilung und Schuldengarantien innerhalb der Eurozone. Wirtschaftlich aber sind sie weniger für einen Beitritt geeignet - auch weil sie schlecht auf einen eigenen Wechselkurs verzichten können.

    SPIEGEL ONLINE: Wie erklären Sie das Desinteresse der übrigen Osteuropäer?

    Heinemann: Sie sind der EU unter der Annahme beigetreten, dass deren Verträge gelten. Zum Beispiel die sogenannte Nichtbeistandsklausel, die ausschließt, dass Staaten in Krisenzeiten füreinander haften. Durch Instrumente wie den Eurorettungsfonds oder die geplante gemeinsame Einlagensicherung haben die Westeuropäer einseitig die Verträge geändert. Ein Vertrauensbruch. Die Osteuropäer sehen die Eurozone dadurch deutlich skeptischer.

    SPIEGEL ONLINE: Wie könnte der Euro wieder attraktiver werden?

    Heinemann: Indem man interessierten Ländern versichert: Nach einem Beitritt haftet ihr nicht automatisch für Südeuropa. Bei unserer Studie sind wir unter osteuropäischen Ökonomen auf große Unterstützung für das Prinzip der Gläubigerhaftung gestoßen - dass also Investoren und nicht die Bürger anderer Länder für Staatsschulden haften sollen.

    SPIEGEL ONLINE: Diese Linie vertritt auch die Bundesregierung.

    Heinemann: Ja. Bei der Abwehr neuer Transfers zwischen niedrig- und hochverschuldeten Ländern könnten osteuropäische Staaten zu neuen Verbündeten für Deutschland werden.

    SPIEGEL ONLINE: Vielleicht will der Osten der EU ja auch generell weniger Solidarität. Die war schließlich auch in der Flüchtlingskrise sehr begrenzt. Die Unterstützung einer europäischen Armee ist Ihrer Studie zufolge ebenfalls geringer als im Westen.

    Heinemann: Die Skepsis gegenüber einer gemeinsamen Armee erklären wir uns damit, dass die Osteuropäer der Nato hier mehr zutrauen als der EU. Aber sicherlich gibt es auch eine Strategie der Rosinenpickerei: Den Binnenmarkt oder die EU-Fördermittel würde man im Gegensatz zu Schuldentransfers nie infrage stellen.

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/so...a-1277795.html



    Zitat: SPIEGEL ONLINE: Mittlerweile gilt die Eurokrise als überwunden.



    Ergo: Die Eurokrise ist nicht überwunden - wir Steuerzahler bezahlen permanent an der Euro Rettung - der Euro ist längst nicht in Sicherheit.



    Tagesdosis 7.6.2019 – Steht die nächste Euro-Krise vor der Tür?

    Ein Kommentar von Rainer Rupp.

    Nur wer ganz fest die Augen verschlossen hat, hat nicht gemerkt, dass sich seit Jahren eine neue Euro-Krise zusammenbraut. Es war nie eine Frage des „ob“, sondern nur des „wenn“ und was oder welches Land der Auslöser sein würde. Nun scheint der Augenblick gekommen zu sein. Diejenigen, die ihre Wette auf Italien platziert haben, scheinen den besseren Riecher gehabt zu haben. Begünstigt wird die neue Krise durch das Wahlergebnis des so genannten „Europa Parlaments“, das die EU-skeptischen Kräfte gestärkt hat, vor allem in Italien.

    Obwohl der sündhaft teure Debattierklub in Brüssel und Straßburg so gut wie keine Rechte und Befugnisse hat, die bei einem nationalen Parlament selbstverständlich sind, haben die Wahlen den bisher in Brüssel dominierenden Parteienklüngel durcheinander gewirbelt. Dadurch dürfte der bisherige, neoliberale Konsens der abgehobenen Eurokraten und deren politische Handlungsfähigkeit in der entscheidenden Auseinandersetzung mit der aufmüpfigen, italienischen Regierungskoalition geschwächt werden. Dazu meinte George Lagarias, Chef-Ökonom der international operierenden Finanzberatungsfirma „Mazars“:

    „Insgesamt ist der populistische Fußabdruck im Europäischen Parlament größer geworden. Dadurch werden die Zentrifugalkräfte verstärkt, die weitere europäische Integration wird behindert und möglicherweise die Belastung des Euro erhöht“.................

    https://kenfm.de/tagesdosis-7-6-2019...-vor-der-tuer/

    https://www.google.com/search?client...4dUDCAo&uact=5



    Salvinis Pläne - Italiens Parallelwährung ist Sprengstoff für die Euro-Zone

    Veröffentlicht am 04.06.2019 - Von Daniel Eckert Finanzredakteur

    Sie tragen einen Namen, der irgendwie niedlich klingt: Die Mini-Bots. Doch wenn sie sich einmal verbreiten, könnte ihre Wirkung alles andere als niedlich sein. Denn die Mini-Bots sind ein Finanzinstrument, mit dem die italienische Regierung die Euro-Zone aus den Angeln heben könnte. Zumindest aber könnten sie Brüssel und die Europäische Union (EU) desavouieren und neuen Zwist ins Herz der Währungsunion pflanzen.

    https://www.welt.de/wirtschaft/plus1...ldpolitik.html

    Die Mini-Bots - eine italienische Notwährung wird eingeführt:

    https://www.google.com/search?q=Die+...w=1704&bih=916

    https://www.google.com/search?q=Die+...&bih=916&dpr=1

  25. #58
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    Lagarde: Gelddruckgarant

    .....Christine Lagarde, die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), die Nachfolge des scheidenden EZB-Chefs Mario Draghi übernehmen wird.

    Lagarde gilt als Verfechterin einer lockeren Geldpolitik. Sie wird bei der kommenden Rezession schnell mit QE-Maßnahmen bzw. einer Umverteilung von Ersparnissen der Bürger hin zu strauchelnden Banken und Konzernen reagieren, um Schlimmeres für die EU-Staaten und das Bankensystem zu verhindern. Die Reaktion der Märkte auf Lagardes Ernennung war eindeutig – der Euro fiel und der Goldpreis schoss mit 1.438$ noch einmal auf das 6-Jahreshoch.

    Die Märkte wissen, dass Lagarde nicht nur der Garant für die Fortsetzung der bisher lockeren Geldpolitik der EZB ist, sondern womöglich noch unverantwortlicher mit den Ersparnissen der Europäer umgehen wird als ihr Vorgänger Draghi. Die Stagflation in der Eurozone ist längst Realität und die Fortsetzung dieser mit weitaus höheren Teuerungsraten im zweistelligen Bereich in den kommenden 3-10 Jahren dürfte sehr wahrscheinlich sein.

    https://lh3.googleusercontent.com/IJ...JuJVTTo_Y6Q07w

    Wie schnell ein Vertrauensverlust in eine Währung zu einem Kollaps dieser führen kann, zeigte in der jüngeren Vergangenheit beispielsweise die Hyperinflation des Zimbabwe-Dollar oder die des venezolanischen Bolivar. Auch Deutschland erlebte von 1921 bis 1923 eine Hyperinflation im Schnelldurchlauf, was im kollektiven Gedächtnis der Deutschen bis heute mahnend im Hinterkopf pocht und wahrscheinlich einer der Gründe für die Goldaffinität der Deutschen ist.

    https://www.mmnews.de/gold/127609-go...chbruch-ist-da


    Was macht Gold so mächtig? | Harald Lesch

    Terra X Lesch & Co - Published on Jul 19, 2017

    https://youtu.be/tsWk-rpSO_Y

    Seit Jahrhunderten schon ist die Macht von Gold ungebrochen.

    Aber: Warum eigentlich?

    Und ist alles nur eine gigantische Blase, die irgendwann platzt?

    Harald Lesch im Gespräch mit Rainer Voss.


    https://www.youtube.com/watch?v=tsWk-rpSO_Y

  26. #59
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    Diese EZB-Idee bedeutet die endgültige Enteignung der deutschen Sparer

    NEUES INFLATIONSZIEL -

    Die EZB entfernt sich immer weiter von ihren Wurzeln: Offenbar erwägt sie, ihr Inflationsziel entscheidend zu verändern. Für Verbraucher hätte eine solche Änderung gravierende Folgen – insbesondere für deutsche Zinssparer.

    John Maynard Keynes wird gern als Kronzeuge herangezogen, wenn es darum geht, flexibel zu agieren und auch mal eine Theorie über den Haufen zu werfen. Als dem britischen Spitzenökonomen einmal vorgeworfen wurde, seine Meinung geändert zu haben, antwortete er: „Wenn sich die Fakten ändern, ändere ich meine Meinung.

    Und Sie, was machen Sie?“

    Auch die Europäische Zentralbank (EZB) scheint Keynes jetzt nachzueifern. Mitarbeiter der EZB haben damit begonnen, ihr Inflationsziel zu überprüfen und gegebenenfalls zu verändern. Das meldet die Finanzagentur Bloomberg mit Verweis auf Notenbankquellen. Ein derartiger Schritt könnte die Notenbanker ermutigen, länger auf monetäre Stimuli zurückzugreifen.

    Die Mitarbeiter analysieren informell den Ansatz der Notenbank und dabei auch die Frage, ob das gegenwärtige Ziel eines Anstiegs der Verbraucherpreise von „unter, aber nahe zwei Prozent“ für die Nachkrisenära weiterhin angemessen sei. Tatsächlich dürften die Währungshüter in diesem Jahr zum siebten Mal in Folge das Inflationsziel verfehlen. Seit 2013 liegt die Teuerung Jahr für Jahr weit unter zwei Prozent.

    Und das trotz rekordniedriger Zinsen und einer Bilanzsumme nahe Allzeithoch. Eine Notenbank, die selbst gesteckte Ziele nicht erreicht, verliert an Glaubwürdigkeit. Wer nun aber erwartet hätte, dass die EZB künftig ein niedrigeres Inflationsziel anpeilt, das im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung leichter zu erreichen wäre, irrt.

    https://www.welt.de/img/finanzen/mob...rozone-jpg.jpg

    Nach Bloomberg-Informationen favorisiert der scheidende EZB-Präsident Mario Draghi ein „symmetrisches“ Inflationsziel. Das bedeutet, dass die Teuerung nach Jahren unter zwei Prozent in Zukunft auch eine längere Zeit über zwei Prozent liegen könnte. Eine solche Anpassung würde es der EZB erlauben, nach einer Schwächephase eine Zeit lang eine höhere Inflation zuzulassen, um eine Nachhaltigkeit des Preiswachstums zu gewährleisten.

    EZB-Ratsmitgliedern wurden in der vergangenen Woche in einer Präsentation die symmetrischen Ansätze für das gegenwärtige Ziel vorgestellt. Eine Änderung des Ziels selbst würde eine formelle Überprüfung erfordern.

    Keine traditionelle Notenbank mehr

    Für Sparer hätte eine solche Änderung gravierende Folgen. Denn zwischen Inflationsziel und tatsächlicher Inflation liegt inzwischen eine Lücke von sechs Prozent. Wird der neue Ansatz Wirklichkeit, könnte die EZB für ganze drei Jahre eine Teuerung von vier Prozent akzeptieren. Faktisch würde das Inflationsziel erhöht. Die Währungshüter könnten mit diesem Argument noch mehr billiges Geld in die Märkte pumpen und selbst bei einer zulegenden Inflation den Leitzins bei null oder sogar darunter halten.

    https://www.welt.de/img/finanzen/mob...ion-aw-jpg.jpg

    Insbesondere deutsche Zinssparer würden dann noch stärker enteignet. Die Bundesbürger haben knapp 2,5 Billionen Euro auf unverzinsten Giro- oder Tagesgeldkonten, deren Wert bei einer höheren Teuerung angegriffen wird. Bei einer Inflationsrate von vier Prozent würde jährlich ein Wert von 100 Milliarden Euro an Kaufkraft vernichtet.

    Ein neues Inflationsziel würde die EZB ein weiteres Stück von ihren Wurzeln entfernen. Seit der Finanzkrise hat sich die europäische Währungsbehörde immer weiter weg von einer traditionellen Notenbank nach dem Vorbild der Bundesbank wegbewegt.

    Bundesbank-Chef Jens Weidmann hatte bereits auf der Jahrespressekonferenz Ende Februar einem symmetrischen Inflationsziel eine klare Absage erteilt. Die Betrachtung bei der Teuerung dürfe nur zukunftsgerichtet sein und nicht die Vergangenheit umfassen.

    Viele Ökonomen unterstützen die Idee, dass die europäischen Währungshüter in Zukunft auch eine Teuerung über zwei Prozent tolerieren sollten. Auch die amerikanische Notenbank Fed hat eine offizielle Arbeitsgruppe eingesetzt, die das Inflationsziel überarbeiten soll.

    Die amerikanischen Währungshüter verweisen ebenfalls darauf, dass sich die Welt verändert hat. Und gemäß Keynes müssen sich Denkweisen ändern, wenn Standardwirtschaftsmodelle nicht mehr wie gewohnt funktionieren.

    https://www.welt.de/finanzen/article...enteignen.html

  27. #60
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    Draghi will weiter drucken - 19. Juli 2019

    In den letzten Monaten seiner Amtszeit will EZB-Präsident Mario Draghi seiner Nachfolgerin Christine Lagarde den Start erleichtern. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel".

    Nach Angaben aus Notenbankkreisen hat er vor, bis November die umstrittenen Ankäufe von Staatsanleihen wieder aufzunehmen, um die fragile Konjunktur in der Eurozone zu stützen, so das Nachrichtenmagazin weiter.

    Mit der Geldflut will er erreichen, dass Unternehmen mehr investieren, Verbraucher mehr konsumieren. Darüber hinaus erwägt die EZB-Spitze, den Strafzins zu erhöhen, den Banken zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB parken.

    So soll die Kreditvergabe der Banken angeregt werden. Ein entsprechender Entschluss sei im September möglich, heißt es.

    Darüber hinaus will Draghi das Inflationsziel der Notenbank lockern. Derzeit verfolgt die EZB die Vorgabe, die Preissteigerung im Euroraum "unter, aber nahe bei zwei Prozent" zu halten. Künftig soll das Ziel bei genau zwei Prozent liegen.

    Der EZB-Rat diskutierte darüber bei seiner jüngsten Sitzung, so das Magazin. Das Ziel lasse sich der Öffentlichkeit einfacher erklären als die bisherige Formulierung, argumentieren Befürworter. Zudem will Draghi erreichen, dass die EZB längere Zeit höhere Inflationsraten zulassen darf, wenn sie die Marke zuvor über Jahre unterschritten hat.

    https://www.mmnews.de/wirtschaft/127647-draghi-druckt

  28. #61
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    eEURO-KATASTROPHE

    2,4 Milliarden Euro Zahlungen für Negativzinsen = Schwere Belastung für Deutsche Banken!!!

    20.07.2019 - 03:01 Uhr

    Deutsche Banken haben im vergangenen Jahr Negativzinsen auf ihre bei der Bundesbank gehaltenen Einlagen von rund 2,4 Milliarden Euro bezahlt.

    Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor, die der „Rheinischen Post“ vorliegt.

    ▶︎ Demnach leisteten alle im Euroraum ansässigen Banken zusammen Zahlungen von rund 7,5 Milliarden Euro, weil die Europäische Zentralbank (EZB) ihnen negative Zinsen in Rechnung stellte.

    Unter dem Niedrigzinsumfeld leiden dem Papier zufolge vor allem kleine und mittlere Kreditinstitute.

    Niedrigzinsen hätten „die Ertragssituation der kleinen und mittelgroßen Kreditinstitute in Deutschland stark belastet“, heißt es in der Antwort.

    „Die Nullzinspolitik der EZB schadet insbesondere Sparkassen und Volksbanken. Je länger sie anhält, desto größer werden die Probleme“, warnte FDP-Politiker Frank Schäffler.

    Kramp-Karrenbauer: Müssen Ende der Niedrigzinsen prüfen

    Jüngst hatte die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sich dafür ausgesprochen, das Ende der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank zu prüfen.

    Man müsse „für die Zukunft schauen, ob man nicht die Niedrigzinsphase ein Stück weit einbremsen muss“, sagte sie am Rande einer französischen Wirtschaftskonferenz in Aix-en-Provence im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ Anfang Juli.

    Die Niedrigzinsen seien problematisch, „unter anderem, weil gerade die Menschen mit den klassischen Spareinlagen - darunter viele in Deutschland - davon nicht profitieren“.

    Zudem fließe Kapital aus Europa ab anstatt jungen europäischen Unternehmen zugutezukommen.

    Die EZB ist von der Politik unabhängig. Direkte Kommentierungen des geldpolitischen Kurses durch Politiker in hohen Ämtern gelten daher als eher unüblich.

    Der Hauptleitzins der EZB liegt derzeit bei null Prozent.

    https://www.bild.de/geld/wirtschaft/...6112.bild.html

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