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Thema: Dropshipping USA

  1. #1

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    Dropshipping USA

    Guten Tag,

    ich möchte den amerikanischen Markt mittels Dropshipping bearbeiten. In Deutschland würde ich als Unternehmer angemeldet sein und die Dropshipper wären in den USA und verkaufen auf meine Rechnung.

    Was gilt es steuerrechtlich zu beachten? Wäre die Ware auch in D würde ich ohne UST in Deutschland zu zahlen verschicken. Die Ware ist nun allerdings schon in den USA. Muss ich Ust in Deutschland zahlen?

    Würde mich über Antworten freuen.

  2. #2

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    Da Du die Ware demnach weder aus Deutschland exportierst noch importierst und auch nicht in Deutschland verkaufst, fällt dafür keine deutsche MwSt an.

    Dass die Dropshipping-Lieferanten in den USA "auf Deine Rechnung" verkaufen, kann aber so eigentlich nicht sein. Denn die liefern nur die Bestellungen direkt an den Endkunden, verkaufen die bestellte Ware jedoch Dir. U. a. bedeutet dies auch, Retouren wären von Dir zu bearbeiten und verblieben z. T. in Deinem phys. Lagerbestand und Eigentum, sofern nicht vertraglich anders geregelt. Falls Du lediglich in Deinem Namen einen Webshop für diese(n) Anbieter betreibst, jedoch nicht der Verkäufer bist und die Ware also nicht beim Dropshipper bestellst, wäre es kein Dropshipping. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um die Direktlieferung an den Endkunden in Deinem Auftrag, nachdem Du zunächst das Eigentum an der bestellten Ware erwarbst.

    Wie auch immer, erscheint mir Dein Vorhaben in dieser Form als keine ideale Konstellation. Wenn Du als deutscher Gewerbetreibender einen Webshop betreibst, muss dieser rechtskonform mit dem deutschen Verbraucherrecht sein, und da hängt einiges dran. Auch wenn Du ausschließlich in die USA verkaufst und Lieferung in andere Länder und/oder nach Deutschland ausschließt. Ungeachtet dessen hast Du freiich auch die Steuervorschriften der Lieferländer zu beachten, in diesem Fall der USA als Nicht-EU-Land. Das US-Steuerrecht unterscheidet sich erheblich vom deutschen. So erheben einige US-Staaten wie etwa New Hamphsire, Delaware usw. keine Umsatzsteuer, andere hingegen doch, z. B. NY einen relativ hohen Satz. Und Du müsstest Dich erkundigen, ob auch Bundesumsatzsteuer abtzuführen ist. Falls ja, schaut die Sache evtl. ungünstiger aus, als für einen Webshopbetreiber mit Sitz in einem US-Staat. Bei der Ust. weiß ich es nicht, doch bei der Einkommensteuer gibt es z. B. Verrechnungsregeln mit in einzelnen US-Staaten erhobener Steuer. Dass US-Staaten unterschiedliche Einkommenssteuersätze haben, einige wie New Hampshire sogar garkeine EkSt erheben, macht es wegen der Bundessteuer recht intransparent und lässt niedrige Steuersätze teils zum Scheinvorteil geraten - bei der Ust. vielleicht ebenso. Auch die Versandkosten sind in den USA stark uneinheitlich, abhängig von geogr. Standort des Versenders und der Entfernung. Muss in Deinem Webshop alles korrekt geregelt sein, mit Sitz eines Webshop-Betreibers in einem US-Staat schon komplex genug, und Du willst nun auch noch mit Firmensitz in Deutschland um die Ecke kommen. Auch gibt es hinsichtlich der Preiskalkulation und Kundenzielgruppen ganz andere Rahmenbedingungen zu beachten als hierzulande im Binnenhandel. U. a. was den Lagerstandort (des Dropshippers) betrifft. Für Kunden z. B. aus NY kann es je nach Warenart ein große Differenz von Versandkosten und Lieferzeit bedeuten, ob das Versandlager ebenfalls in NY oder irgendwo in der texanischen Pampa liegt.

    Falls Dein Plan ist, als Betreiber eines eigenen Webshops mit deutschem Firmenstandort ausschliießlich in den USA zu handeln, benötigst Du vermutlich umfassende Rechtsberatung eines international kompetenten Wirtschafts-Fachanwalts. Onlinehandel auf den amerkanischen Domains von Marktplätzen wie Ebay, Amazon & Co. wäre wohl einfacher. Zumindest hättest Du dann nicht auch noch die für deutsche Webshops geltenden Rechtsbestimmungen zu beachten, und bzgl. der steuerlichen Aspekte womöglich Hilfe vom Marktplatz-Support. Vielleicht bieten die Marktplätze auch Verkäufer-Tools zur Versandkostenkalkulation von Artikelstandort nach Bestellort an.

  3. #3

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    hi, danke. ich verkaufe über Amazon, die Ware ist schon in den USA und wird von denen ausgeliefert, ich erhalte dann die Rechnung von denen. Verkäufe bis ca 19.000 Umsatz im Jahr. Grundsätzlich gilt ja das Ursprungsprinzip, also wo der Verkäufer sitzt, also ich in Deutschland. Ich wollte nur halt wissen wohin ich die Einkommenssteuer abzuführen habe und evtl. Ust...Also dann keine Ust in Deutschland zahlen aber die Einkommenssteuer?

  4. #4

  5. #5

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    bin kein Amerikaner und lebe in Deutschland, bin Deutscher und lebe in Deutschland, deshalb doch keine Doppelbesteuerung, bitte nur noch meine letzte Frage wenn möglich beantworten, lg

  6. #6

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    Dann lies doch vielleicht mal den verlinkten Text - der enthält Deine Antwort auf die Frage. Einiges meiner ersten Antwort hätte ich mir zudem bereits auch ersparen können, hättest Du gleich erwähnt, bei Amazon zu verkaufen und nicht mit eigenem Webshop.

    Ein Doppelbesteuerungsabkommen bedeutet, nur in einem Land Steuern der jeweils relevanten Steuerarten abführen zu müssen, d. h. eben nicht doppelt. Es handelt sich dabei freilich bloß um Abkommen bzw. Richtlinien, daher nicht unbedingt ausnahmslos auf jede denkbare Situation anzuwänden. In besonderen Fällen können Einwände bzw. Nichtanerkennung somit nicht völlig ausgeschlossen werden. Beispielsweise bei mehreren Staatsangehörigkeiten und/oder auch Wohnsitz in betreffenden Ländern. Und das DBA schließt auch nicht aus, auf Verlangen evtl. in beiden Ländern Steuererklärungen abgeben und Angaben zur konkreten Situation machen zu müssen.

    Bei Deiner von Dir beschriebenen Ausgangslage wärest Du in Deutschland mit dem gesamten Welteinkommen einkommenssteuerpflichtig. Weil Du ausschließlich deutscher Staatsangehöriger bist und nur in Deutschland einen Wohnsitz unterhältst, dies mithin unzweifelhafter Lebensmittelpunkt, darüber von den Finanzbehörden weder in Deutschland noch in USA Diskussionen zu erwarten.

    Umsatzsteuer musst Du in den USA gemäß der dortigen Bestimmungen entrichten, in Deutschland nicht. Weil die Ware ausschließlich in USA gelagert wird und bei den Kauftransaktionen keinen deutschen Boden erreicht. D. h., falls dort Umsatzsteuer erhoben wird, ist beim zuständigen USA-Finanzämt die Umsatzsteuererklärung entsprechend der dortigen Vorschriften abzugeben. Anders als in Deutschland, wo nur das Finanzamt Deines hiesigen Wohnsitzes zuständig ist, kann man in USA sowohl beim Finanzamt ggf. des Sitzstaats und beim Bundesfinanzamt steuerpflichtig sein. Ein US-Sitzstaat entfällt, da Auslandsunternehmen. Jedoch muss die Umsatzsteuer irgendwo hin, falls dort solche erhoben wird und Du musst auch irgendwo selbst gezahlte Ust. verrechnen oder erstattet bekommen können. Kann ich Dir allerdings hier leider nicht beantworten, musst Du dort erkundigen. Vielleicht ist es relativ einfach und unkompliziert, und vielleicht kann Dir wie gesagt der Amazon-Support die nötigen Informationen geben, was wie genau zu tun ist. Anderenfalls kann Dir wohl am besten ein mit dem US-Steuerrecht kundiger Steuerberater damit weiterhelfen.

    Einfach ein- und verkaufen, ohne sich darum zu kümmern und es ordnungsgemäß abzuwickeln, ist wahrscheinlich nicht zu empfehlen. Hierzulande ist u. a. insbesondere von nicht wenigen chinesischen Onlinehändlern unkorrekte Abwicklung bekannt, u. a. auch auf den Marktplätzen, wohl auf irgendeine Weise in großem Umfang Ust. zu hinterziehen. Wie das konkret funktioniert - irgendein Trick, hab ich vergessen, las es mittlerweise allerdings schon mehrmals, und dass etwas dagegen unternommen werden soll. Verhält sich jedoch anders als bei Dir, denn die Ware kommt aus dem Sitzland in die EU.

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