Die Eurozonen-Schwergewichte taumeln
Das Geschäft im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands und Frankreichs ist*zuletzt weiter geschrumpft, wie die am Freitag veröffentlichten Einkaufsmanager-Indizes zeigten. IHS Markits Index für den deutschen Sektor fiel im März auf 44,7, den niedrigsten Stand seit 2012, und lag deutlich unter der Erwartung der Ökonomen von 48. Es der dritte aufeinanderfolgende Wert unter der Kontraktionsschwelle von 50. Auch die wirtschaftliche Not Frankreichs hat sich am Ende des ersten Quartals wieder verstärkt, wie der Rückgang des entsprechenden Industrie-Index auf 49,8 zeigte, verglichen mit einer Erwartung von 51,4. "Die Unsicherheit zu Brexit und den Handelsbeziehungen zwischen den USA und China, eine Abschwächung der Automobilindustrie und eine allgemein schwächere globale Nachfrage belasten weiterhin stark," sagte IHS-Markit-Chefökonom Phil Smith zur Entwicklung in Deutschland. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe der*Eurozone*fiel von 49,3 im Februar auf 47,6 im März, den niedrigsten Stand seit April 2013. Erwartet worden war ein Wert von 49,5. Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen sank in Reaktion zum ersten Mal seit 2016*wieder auf Null Prozent.

No-Deal-Brexit zunächst abgewendet
Die Regierungschefs der Europäischen Union haben Premierministerin Theresa May*zwei Wochen mehr Zeit*gegeben und damit zunächst die Gefahr abgewehrt, dass Großbritannien am kommenden Freitag ohne ein Abkommen die Gemeinschaft verlässt. Auf dem Gipfel in Brüssel am Donnerstag entschieden sie nach rund neunstündigen Verhandlungen, dass für den Fall, dass das Unterhaus den vereinbarten Brexit-Deal nächste Woche erneut ablehnt, die britische Regierung bis zum 12. April Zeit hat, zu entscheiden, ob Großbritannien ohne eine Vereinbarung gehen oder eine viel längere Verschiebung des Austrittsdatums beantragen soll.*Das Pfund*steuerte auf einen wöchentlichen Verlust zu, da Marktteilnehmer bezweifeln, dass May in einem festgefahrenen Parlament ihren Deal durchbringen kann. "Im Vorfeld der nächsten Woche scheinen die meisten Kunden eine erhebliche Unsicherheit bei der dritten Abstimmung im Parlament über Mays Deal zu sehen", schrieben Credit Agricole-Analysten um Manuel Oliveri, die das Pfund weiter in der Defensive sehen, in einer Note. Jüngste Kundengespräche deuteten darauf hin, dass Investoren eine No-Deal-Chance von 30%-35% sehen.

Wirtschaftsschwäche lastet auf Europas Aktienmärkten
Die europäischen Aktien bauten ihre*Verluste*im Verlauf des Vormittags weiter aus, nachdem die miserablen Daten aus dem deutschen Verarbeitenden Gewerbe die Sorgen um das globale Wachstum wieder hatten aufleben lassen. Der Stoxx Europe 600 sank, wobei Industriegüter und Banken die Rückgänge anführten. Der Euro gab leichte Kursgewinne wieder ab und Staatsanleihen glichen frühere Verluste aus. "Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe ist rückläufig, was bedeutet, dass das Wachstum weiterhin auf Entwicklungen im Dienstleistungssektor basiert", sagte Bert Colijn, Senior Economist bei ING in Amsterdam, in einer Note an Kunden. "Um wieder auf beiden Zylindern zu laufen, scheint die Eurozone eine Verbesserung der globalen Wachstumsaussichten zu benötigen." Unter den DAX-Werten hatten Siemens die rote Laterne, gefolgt von ThyssenKrupp.*Jenoptik*fielen um bis zu 2,5 Prozent nach Abstufung von Kaufen auf Halten durch Hauck & Aufhäuser. Gegen den Trend stiegen*Hapag-Lloyd*im frühen Handel um bis zu 4,6 Prozent, nachdem die Containerreederei für dieses Jahr einen Gewinnanstieg prognostiziert hatte.

Deutsche Bank will Ertragsschwäche beenden
Die*Deutsche Bank erwartet*für das Jahr 2019, "dass sich die Erträge im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöhen", wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Die Steigerung soll durch gezielte Investitionen in Wachstumsbereiche erreicht werden, sowie durch Verbesserung der Liquidität und Optimierung der Bilanzstruktur. "Die Marktbedingungen haben sich im Vergleich zu denen im vierten Quartal 2018 verbessert, sind aber etwas schwächer als von uns erwartet", sagte die Bank, die auch die Erträge von Sales & Trading 2019 im Jahresvergleich steigern will. Der Aktienkurs war zuletzt wenig verändert, nachdem er auf Xetra um bis zu 3,3 Prozent gestiegen war. Die in den USA angesiedelten Mitarbeiter des Instituts haben den*Löwenanteil der Zahlungen*aus dem schrumpfenden Bonuspool erhalten, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Zur Kostensenkung zahlt die Bank insgesamt 1,9 Milliarden Euro an Boni aus, verglichen mit 2,2 Milliarden Euro im Vorjahr, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Unterdessen wird ein*"Merger of Weakquals"*zwischen der Deutschen Bank und dem Konkurrenten Commerzbank bei Analysten als die am wenigsten unattraktive Alternative gesehen.

Trump gießt Öl in das Feuer des israelisch-arabischen Konflikts
US-Präsident Donald Trump hat gesagt, dass es an der Zeit sei, dass die USA die*israelische Souveränität über die Golanhöhen*"voll anerkennen", was wahrscheinlich von der internationalen Gemeinschaft, die die Souveränität Israels über das von ihr 1967 annektierte Gebiet nie anerkannt hat, zurückgewiesen werden wird. Trumps Botschaft in einem Tweet kam einen Tag nachdem Premierminister Benjamin Netanyahu bei einer Pressekonferenz mit Außenminister Michael Pompeo in Jerusalem die USA und den Rest der Welt aufgefordert hatte, Israels Souveränität über die Golanhöhen anzuerkennen. Israel dehnte sein Gesetz 1981 auf dieses Gebiet aus. Die Zukunft der Höhen, die von militärischem Wert sind und über wichtige Wasserquellen verfügen, galt lange Zeit als Verhandlungsgegenstand in einem möglichen Friedensabkommen mit Syrien. Jetzt, da Syrien von einem Bürgerkrieg heimgesucht wird, der auch die Unterstützung des Iran beinhaltet, will Israel, dass seine Kontrolle über das Gebiet weltweit anerkannt wird. Mit der Wahlkampfhilfe für seinen Freund Netanyahu untergrabe Trump "Israels Chancen, Frieden mit seinem Nachbarn Syrien zu schließen", sagte Martin Indyk, ein ehemaliger US-Botschafter in Israel unter Präsident Bill Clinton. Nicht nur durch die arabische Welt sei ein*Aufschrei der Empörung*gegangen, hieß in einer Zusammenstellung der ARD. Auch für Asien trifft Trump Entscheidungen, die*bestehende Konflikte weiter verschärfen*könnten.