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Thema: Heisse Spekulation auf Bruch des Euro

  1. #1

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    Heisse Spekulation auf Bruch des Euro

    Da sind Millionen drin wenns klappt...
    kann aber auch sein dass ECB Zinsen raufnimmt dann wirds teuer für den trader. Nix für Anfänger!
    Annahme ist dass Eu/US$ auf 1 geht wenn Fr etc. Euro rausgehen jedenfalls kurzfristig dann kann mit einem 1:100 turbo put 57 Euro eingefahren werden.
    Man muss also nur 20000 richtige Turbos kaufen und geht dann mit 1,4 Mio nach Hause. Danach geht man sofort wieder long. Hehehe.

  2. #2

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    auf 1/1 dazu müsste der Euro um über 33% nachgeben. Und das an einem Tag?
    Ich glaube dafür ist Europa und auch die USA zu zivilisiert. Das kannst du in simbabwe machen, aber das sowas beim Euro passiert glaub ich nicht.
    Ich bin zwar auch George Soros Meinung, dass der Euro einmal zusammenbrechen wird, aber nicht in der Geschwindigkeit.

    Oder hast du Insider Infos über einen Terroranschlag in Madrid, Paris, Rom und Berlin?

  3. #3

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    Wieso ein Tag? Zumindest theoretisch - jeder trader kennt die emittenten die sich nicht dran halten- hat ein turbo keinen zeitwertverlust und hat eine vola- unabhängigen preis .
    Die ECB steht der FED in Sachen "liquidity" nicht nach nur macht sie es offiziell nicht billiger inoffiziell - kurzfristtender- aber schon.
    Mit dem Euro ist es so wie mit den zu "Wirtschaftsführern" von Putin höchstselbst geadelten Oligarchen. Solange die See ruhig ist und der Wind immer von Süden kommt geht alles wie von selbst bei rauher See und gegenwind gehen sie unter.

  4. #4

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    Der trade ist erstmal bei 1,533 US$/€ beendet Ergebnis + 159 k€ nicht übel.
    Vermutlich wird US$ wieder in Richtung 1,55 zum € gehen. Wie lange ist allerdings noch nicht zu sehen.

  5. #5

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    Das wird wieder aktuell.

  6. #6

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    Das war ein volltreffer von 1.59 auf 1.465 also 13 Euronen pro scheinchen...
    bei 100:1

    Obwohl leicht vorherzusehen es liegt am spread der yields von der zehnjährigen US treasury und corporate bond yields der sackte Anfang Juli stark ab was "normale" Verhältnisse andeutet und auch für die Rally an den Aktienmärkten der trigger war.
    jetzt zieht der spread aber wieder an und das kann EU/US$ wieder über 1.5 bringen also nehm ich mal DR70W8 rein zu 1.16 ausserbörslich
    zudem muss man wieder Indexe shorten aus demselben Grund.
    Trotzdem bleibt Euro ein Ansturzkandidat mehr als 1.51 wirds nicht werden.

  7. #7

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    DR70W8 brachte es nur auf 1.6 Verkauf zu 1.5 der bond yield spread ist ewtas gefallen aber ich bleibe dran denn die Fannie Freddie bailout sache hat
    einige probleme für den US$ die kurzfristig die Problemzone Euro in den Hintergrund bringen.

  8. #8

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    Charttechnisch hat EU/USD ein double top vollendet und kann jetzt bis 1.4 gehen. Fundamental ist EU schwächer als USD weil die economies der EU zone zu unterschiedlich sind z.B. müssten Ita Spa und Portugal eine lockere Zinspolitik haben DE aber eine festere. Die ECB hat in diversen Tendern jede Menge Euros in die Finanzmärkte eingebracht kaum weniger als die FED. Langfristig gesehen wird Euro verschwinden.
    Man kann einen pull up abwarten und dann auf den TB1VZU setzen zu etwa 6.5 oder einen heisseren Turbo Put nehmen.
    Für die "Russische Wirtschaft" ist die sache USDX und USD/Euro ziemlich ungünstig.

  9. #9

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    Der Euro wird ab 1.44 zum US$ wahrscheinlich wieder steigen.
    Das Risiko eines sell off des US$ bleibt aber denn wir haben ein reine financials
    rally die auch ganz plötzlich beendet sein kann. EU/USD trade ist nix für "Anleger" die können nur verlieren.

  10. #10

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    Zitat Zitat von vladimirbush
    Charttechnisch hat EU/USD ein double top vollendet und kann jetzt bis 1.4 gehen. Fundamental ist EU schwächer als USD weil die economies der EU zone zu unterschiedlich sind z.B. müssten Ita Spa und Portugal eine lockere Zinspolitik haben DE aber eine festere. Die ECB hat in diversen Tendern jede Menge Euros in die Finanzmärkte eingebracht kaum weniger als die FED. Langfristig gesehen wird Euro verschwinden.
    Man kann einen pull up abwarten und dann auf den TB1VZU setzen zu etwa 6.5 oder einen heisseren Turbo Put nehmen.
    Für die "Russische Wirtschaft" ist die sache USDX und USD/Euro ziemlich ungünstig.
    Weiss nicht ob ich mich über über TB1VZU jetzt 9,60 freuen soll. Denn die Wahrscheinlichkeit dass Euro zerbricht ist jetzt sehr gross. Werde also in noch mehr Gold gehen. Physisches Gold. Obwohl auch das einen selloff sehen wird aber es bleibt Geld.
    Hinweis für "Russlandanleger" Wenn Euro zerbricht ist Russland fertig.
    Dabei ist zu unterscheiden zwischen dem Russland der Russen und dem Russland von Zar Putin und seinem Oligarchengaunern. Diese werden profitieren. Weil Anleger alles verlieren.

  11. #11

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    Zitat Zitat von vladimirbush
    Hinweis für "Russlandanleger" Wenn Euro zerbricht ist Russland fertig.
    Dabei ist zu unterscheiden zwischen dem Russland der Russen und dem Russland von Zar Putin und seinem Oligarchengaunern. Diese werden profitieren. Weil Anleger alles verlieren.
    Ja so ist es. Aber RU wird bald uninteressant sein. Dies hier ist für Trader interessant

    U.S. Rescue Bill Is Said to Expand Fed Power on Rates (Update1)

    By Craig Torres and Scott Lanman

    Sept. 28 (Bloomberg) -- Congress's $700 billion legislative compromise to revive credit markets would also expand the Federal Reserve's power to manage short-term interest rates.

    The draft bill gives Fed authority as of Oct. 1 to pay interest on reserves held at the central bank by financial institutions, according to a copy obtained by Bloomberg News. That would encourage banks to deposit excess funds with the Fed rather than dumping them into the money markets and distorting its overnight federal funds rate.

    ``I expect them to use it to manage the funds rate more efficiently,'' said Lou Crandall, chief economist at Wrightson ICAP LLC, in Jersey City, New Jersey.

    The flood of liquidity pumped into the financial system by the Fed to encourage interbank lending over the past year has made it harder for the central bank to gauge market conditions and keep fed funds at its 2 percent target. The effective rate, the price of intraday trading, has ranged from zero to 7 percent since Sept. 15.

    Dies dürfte dollar gegen Euro Auftrieb geben leider liege ich da zur zeit noch falsch. Ab morgen dafür wahrscheinlich richtig. Ausserdem solllte es eine steile aber kurze ( bis max ende oct ) rally in den aktien indexeen geben sogar im RTS! Da sollte ich richtig liegen.

  12. #12
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    Live-Ticker aus dem deutschen Bundes Verfassungsgericht Karlsruhe/Baden...

    10.07.2012, 20:10 Schriftgröße: AAA
    Live-Ticker aus dem Verfassungsgericht +++ Alternativen zu ESM sind "nicht überzeugend" +++

    Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe verhandelt über die Eilanträge gegen den Euro-Krisenfonds ESM und den Fiskalpakt. Die Richter hätten gerne Aussagen zu möglichen Krisenszenarien, die Antworten lassen jedoch zu wünschen übrig. Die Ereignisse im Live-Ticker. von Benno Stieber, Karlsruhe und Oliver Schulz Hamburg

    20:15 Möllers sagt, er glaube wir Deutschland werde von Ländern wie Griechenland das sparen lernen um den Fiskalpakt einzuhalten. Voßkuhle kommentiert: "Lernen von Griechenland ist das Motto des Abends". Lachen im Saal.

    20:10 Uhr Der Bevollmächtigte des Bundestags Professor Möllers resümiert die Alternativen der Kläger: EFSM aufstocken, oder den Euro abschaffen. Selbst wenn der ESM nicht perfekt sei, so wären die Alternativen doch nicht überzeugend.

    19:55 Uhr Wir sind längst in der Nachspielzeit. Die Reihen auf der Pressetribüne sind gelichtet. Auch einige der Kläger haben Karlsruhe verlassen. Nicht so Karl Albrecht Schachtschneider. Er sagt, angesichts der fortgeschrittenen Zeit wolle er von "den vielen Aspekten nur einige ansprechen." Die Erfahrung des heutigen Tages zeigt: Das kann dauern. Draußen regnet es jetzt.

    19:45 Uhr Gauweilers Bevollmächtigter Murswiek schlägt vor, falls das BVerfG den EFS nicht stoppen will, wenigstens den Bundespräsidenten aufzutragen, das Gesetz nur mit einem Kündigungsvorbehalt zu unterschreiben. Wenn das BVerfG dann den ESM für verfassungswidrig erklärt, könnte Deutschland wieder austreten.

    19:22 Uhr Jetzt wird es nochmal spannend, denn Richter Huber ist noch hellwach. Er hätte gerne härtere Aussagen zu Krisenszenarien. Ist die Haftungsobergrenze von 190 Mrd. auch politisch verbindlich? Was passiert wenn das Stimmrecht Deutschlands ruht? Professor Martin Nettesheim rudert, sagt, dass Deutschland nicht einzahlt bis das vor dem europäischen Gerichtshof geklärt ist. Richter Müller sagt: "Das ist klar, aber was beschließt der ESM in der Zeit ohne Deutschland?" Keine Antwort von Nettesheim.

    19:00 Uhr Die neunte Stunde der Beratung bricht an, die Verfassungsrichter rutschen in ihren cremefarbenen Sesseln langsam tiefer. Der Rechtsvertreter der Bundesregierung legt dar, dass alle von den Klägern genannten Szenarien komplett hypothetisch seien. Aber auch sie hatten heute dem ESM keine Verfassungswidrigkeit nachweisen können.

    18:20 Uhr Auf den Fluren lästern die Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums über Professor "Un-Sinn" und seine apokalyptischen Zahlenungetüme. Dann geht es weiter mit dem Kläger Wilhelm Nölling, der den ESM als "Europäischen Selbstmord Mechanismus" buchstabiert.

    17:57 Uhr Gerichtspräsident Voßkuhle gibt ein Ziel vor: Gegen 18 Uhr wird es eine Pause geben. Danach soll noch etwa eine Stunde weiter verhandelt werden. Oder etwas länger, sagt Voßkuhle. Vorher erklärt Ralf Jansen vom EFSF noch die Arbeitsweise des Fonds.

    17:45 Uhr Weidmann und Sinn stehen jetzt gemeinsam am Mikrofon und diskutieren über die Verluste. Weidmann sagt: "Ich weiß jetzt nicht, ob wir hier gemeinsam auftreten sollen." Richter Müller möchte gerne Sinns Fass ohne Boden mit einem Deckel versehen. Wirtschaftsprofessor Clemens Fuest sieht im ESM eine Möglichkeit, um Risiken zu begrenzen. Etwa im Fall eines Schuldenschnitts wie in Griechenland. Derweil hat sich das Gewitter über Karlsruhe ohne einen Regentropfen verzogen.

    17:30 Uhr Die Ereignisse in Karlsruhe werden von den Märkten mit Spannung verfolgt. Mit deutlichen Aufschlägen reagieren die Anleihen der Euro-Sorgenkinder Spanien und Italien. Zehnjährige Spanien-Bonds entfernen sich von der kritischen Sieben-Prozent-Marke und rentieren am Nachmittag mit 6,786 Prozent niedriger. Bei italienischen Papieren mit derselben Laufzeit fällt die Rendite auf 5,927 Prozent.

    17:10 Uhr Über Karlsruhe braut sich ein Sommergewitter zusammen - nicht allein wegen Hans-Werner Sinn. Der Präsident des Ifo-Instituts sagt, dass bisher die falsche Krankheit behandelt wurde und deshalb keine der Maßnahmen der EU wirkt. In den Ländern des Südens sei durch den Euro eine Kreditblase entstanden. Jetzt bräuchte man eine Wechselkursanpassung, aber das geht bei der Einheitswährung nicht. Er nennt seine Theorie die "Fass ohne Boden"-Theorie. Deutschland verliere dabei 771 Mrd. Euro, rechnet der Ökonom vor.

    16:40 Uhr Die Strukturen des ESM sind auch für manche Experten in Karlsruhe wenig durchschaubar. Der Präsident des Bundesrechnungshofs korrigiert den Vorwurf der Kläger, der ESM werde nicht ordnungsgemäß überwacht. Dieter Engels sagt, es soll ein Board geben, das nach den Regeln der europäischen Rechnungshöfe prüft. Auf Nachfrage der Richterin Lübbe-Wolf, was genau geprüft werde, sagt Engels: "Das entscheidet das Board selbst."

    16:28 Uhr Gespannt schauen auch die Märkte nach Karlsruhe: Der Euro gab seine leichten Gewinne am Dienstagnachmittag wieder ab. Die Gemeinschaftswährung fällt auf ein neues Zweijahrestief von 1,2246 Dollar. Am Mittag lag der Euro noch bei 1,233 Dollar, weil Anleger darauf setzten, dass das Bundesverfassungsgericht den EU-Fiskalpakt und den Euro-Rettungsschirms ESM durchwinken werden.

    16:15 Uhr Jetzt sind die Sachverständigen am Zug. Bundesbankpräsident Jens Weidmann gibt eine ernüchternde Einschätzung: Ein verspätetes Inkrafttreten des ESM sei an den Kapitalmärkten wohl schon eingepreist. Es sei aber nicht auszuschließen, dass schlechte Nachrichten die Unsicherheit erhöhen und die Krise sich zuspitzt. Dem Spielraum des Verfassungsgerichts sieht er Grenzen gesetzt. Selbst eine einstweilige Anordnung stellt laut Weidmann nicht sicher, dass Risiken des Bundeshaushalts beschränkt werden können. Selbst eine rasche Ratifizierung ist nach seiner Ansicht keine Garantie. "Es gibt fundamentale Zweifel der Märkte an der Sicherheit der Währungsunion."

    15:50 Uhr Euro-Kritiker Schachtschneider hält ein flammendes Plädoyer für eine Volksabstimmung über die Vereinigten Staaten von Europa. "Jetzt müssen die Völker entscheiden, ob sie die Union wollen." Er sieht kein Ende der EU, wenn der Euro abgeschafft wird. Die Länder würden mit einer eigenen Währung "aufatmen". Seiner schriftlichen Klage, berichtet er, habe er ein Schiller-Zitat vorangestellt: "Es ist der Fluch der bösen Tat, dass sie fortzeugend immer Böses muss gebären." Er meint damit den Euro, gegen den er schon immer war.

    15:15 Uhr Voßkuhle äußert die Hoffnung, dass alle gestärkt aus der Mittagspause kommen, denn jetzt soll es um die Konstruktion des ESM gehen. Dietrich Murswiek sagt für die Klägerseite, der ESM verstoße gegen Grundsätze, die das Verfassungsgericht selbst aufgestellt habe: Das Haushaltsrecht darf nicht an internationale Institutionen abgegeben werden, Zahlungen dürfen nicht automatisiert werden. Der ESM sei jedoch unkündbar. Dazu komme, dass im Direktorium des ESM kein deutscher Beamter sitzen müsse, um Deutschland zu vertreten. Es fehlt die parlamentarische Anbindung, resümiert Murswiek.

    14:40 Uhr Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums klagt in einem Flurgespräch über die Enge im Gerichtssaal. Einige Experten des Ministeriums fanden keinen Platz mehr. Das sei schlecht, weil damit manche Fragen nicht beantwortet werden können. Vielleicht wäre Public Viewing eine Lösung, wirft ein Beamter der Bundespolizei ein. Ein Mitarbeiter des Gerichts sagt, so sei das nun mal in dem Provisorium. Das Gerichtsgebäude wird derzeit renoviert, so lange tagt das höchste deutsche Gericht recht beengt in einer ehemaligen Flieger-Kaserne. Der Umbau dauert noch zwei Jahre.

    13:45 Uhr Mittagspause. Gerichtspräsident Voßkuhle gibt der Regierungsseite noch eine "kleine Hausaufgabe" mit. Sie solle sich eine Antwort auf die Frage überlegen, ob der ESM nicht irgendwann wie eine "systemrelevante Bank" sei, in die man immer wieder Geld nachschießen müsse, um Europa zu retten. Um die Antwort soll es ab 15 Uhr gehen.

    13:03 Uhr Gelächter im Gerichtssaal. Der SPD-Abgeordnete Peter Danckert, auch einer der Kläger, drückt Finanzminister Schäuble seine Hochachtung aus. Der hebt schützend die Hände und ruft: "Das streichen wir aus dem Protokoll." Danckert schlägt dem Gericht vor, auf die einstweilige Verfügung zu verzichten und stattdessen länger zu beraten. So könne es keine schädlichen Schlagzeilen geben. Ströbele und Gysi kritisieren den Zeitdruck bei der Entscheidung zum ESM kurz vor der Sommerpause. Ströbele sagt: "Ich weiß immer noch nicht, über wie viele Gesetzesänderungen wir an diesem Abend abgestimmt haben."

    13:00 Uhr Voßkuhle fragt den Grünen-Abgeordneten Volker Beck nach dem Risiko, wenn der ESM und der Fiskalpakt scheitern. Parteifreund Ströbele sinniert derweil per Twitter, ob er wohl vom Gericht geladen wurde, weil er als einziger Grüner gegen den ESM stimmte.

    12:50 Uhr Bisher hat die Klimaanlage im Gerichtssaal durchgehalten - warm ist es trotzdem. Voßkuhle lobt den Bundestag dafür, dass seit dem Lissabon-Urteil die Beteiligung im Bundestag bei EU-Fragen besser geworden sei, mahnt aber zugleich: "Richtig ist auch, dass die Abgeordneten die Textfassung des Gesetzes erst drei Tage vor der Entscheidung auf dem Tisch hatten."

    12:30 Uhr Offener Parteienstreit vor Gericht: Bundestagsabgeordnete diskutieren in der Verhandlung, ob die Abstimmung im Bundestag ordnungsgemäß und angemessen war. Der CDU-Abgeordnete Kriechbaum sagt, der Bundestagsbeschluss war kein Schnellverfahren. Es habe über 150 Ausschussdrucksachen gegeben und eine Expertenanhörung. Kläger Gauweiler entgegnet, es sei verhindert worden, kritische Experten-Stimmen in den Haushaltsausschuss einzuladen. Zudem sei länger über das Rederecht der ESM-Gegner bei der Debatte diskutiert worden als über den Nachtragshaushalt für den ESM.

    12:10 Uhr Jetzt kommen die Filetstücke für Verfassungsjuristen: Voßkuhle ruft den nächsten Punkt der Gliederung auf. Es geht um einzelne Artikel des EU-Vertrags. Euro-Gegner Schachtschneider hebt zu einem längeren Vortrag an. Draußen spricht Hans-Werner Sinn aufgeregt in sein Handy. Daneben machen die Kollegen vom Fernsehen ihre Aufsager für die Mittagsmagazine.

    11:55 Uhr Einstweilige Verfügung oder längere Prüfung? Verfassungsrichter Michael Gerhard fragt in den Verhandlungssaal: Wie viel Zeit geben sie uns für die Entscheidung? Und Andreas Voßkuhle hakt nach: Einerseits fordern sie eine gründliche Prüfung, anderseits mahnen sei zur Eile. Der Gerichtspräsident schlägt einen Mittelweg vor, schränkt aber gleich ein: "Dann würde nicht mehr im Juli entschieden."

    11:40 Uhr Verfassungsrichter Peter Müller, bis vor kurzem noch saarländischer Ministerpräsident, fragt die Regierungsseite nach der Behauptung des Kläger-Vertreters Murswiek, man habe die Entscheidung so weit hinausgezögert, so dass Rechtsschutz nicht mehr möglich war. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) antwortet, man habe erst die Entscheidungen des europäische Rats abwarten müssen. Zugleich mahnt er eine schnelle Entscheidung an: Eine deutliche Verschiebung der Gesetze könnte weit über Deutschland hinaus für "erhebliche weitere Verunsicherung an den Märkten" führen.

    11:30 Uhr Euro-Gegner Schachtschneider könnte das Zitat des Tages geliefert haben: "So wichtig ist die Rettung des Euro auch nicht!" Er fordert das Gericht auf, "eine gute Tat" zu tun und Europa von der "Bedrückung des Euro zu befreien." Vosskuhle antwortet schmunzelnd: "Unsere Aufgabe ist es nicht, gute Taten ins Werk zu setzen, sondern über Gesetze zu urteilen."

    11:15 Uhr Alle Kläger sind sehr diszipliniert und halten sich an ihre fünf Minuten Redezeit. Bei hochsommerlichem Wetter schmoren die Kameraleute derweil im Gang vor dem Gerichtssaal. Drinnen mahnt Gauweilers Vertreter Murswiek, sich nicht drängeln zu lassen. Es gebe keine Eile für den ESM, nur politische Opportunitäten. Der ESM sei ohnehin erst für 2013 geplant. Es sei genug Zeit, um das Verfahren in aller Ruhe zu prüfen. Däubler-Gmelin weist drauf hin, dass es um die Rechte des Volkes geht. "Da kommt Gründlichkeit vor Eile!"

    10:57 Uhr Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagt, der ESM biete Sicherheit gegen Finanzkrisen. Das verspätete Inkrafttreten könne zu erheblichen Verwerfungen mit unabsehbaren Folgen führen. "ESM und Fiskalpakt sind unerlässlich bei der Bewältigung der Krise." Schäuble spricht langsam und eindringlich, hält sich aber an die fünf Minuten, die die Richter jedem zugestehen.

    10:50 Uhr Gregor Gysi (Linke) zeigt seine einfühlsame Seite: "Der Bundespräsident stand wohl unter einem ungeheuren Druck." Nie zuvor musste das Bundesverfassungsgericht einen Bundespräsidenten darum bitten, nicht vor der Entscheidung der Richter zu unterschreiben.

    10:40 Uhr Die Klagevertreter geben ihre Stellungnahmen ab: Dietrich Murswiek, Gauweilers Klage-Vertreter, hält einen sehr sachlichen Vortrag. Karl Schachtschneider, einer der regelmäßigen Eurokläger, ist so aufgeregt, dass er einzelne Silben verschluckt. "Der ESM ist auf dem Weg in die Vereinigten Staaten von Europa." Die Politik wolle den neuen Staat, darüber könne nur das Volk entscheiden. Er fordert das "hohe Gericht" auf, "den Umsturz zu beenden."

    Professor Christoph Degenhart, Vertreter der 12.000 Kläger um Hertha Däubler-Gmelin, kritisiert, dass der Bundestag keinen Einfluss auf den ESM hat: "Die Verträge müssen geändert werden."

    http://www.ftd.de/politik/deutschlan.../70061254.html

  13. #13
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    Verhandlung vor Bundesverfassungsgericht: Der Bundesbankpräsident zweifelt an den ESM-Regeln

    10.07.2012 · Auch Jens Weidmann sollte vor dem Verfassungsgericht seine Sicht auf die Euro-Rettungspolitik erläutern. Seine Skepsis gegen milliardenschwere Rettungsfonds machte er deutlich: „Mit schierer Größe können wir die Probleme nicht lösen“, sagte der Bundesbankpräsident. Von Joachim Jahn, Karlsruhe

    Ein Ausfall Spaniens oder Zyperns ließe sich auch verkraften, wenn der Rettungsfonds ESM noch nicht in Kraft ist. Das sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann am Dienstag in der Verhandlung vor dem Bundesverfassungsgericht über Eilanträge gegen den ESM und den europäischen Fiskalpakt.

    Weidmann: Entscheidungen ohne Bundestag möglich

    Als problematisch bezeichnete es Weidmann, dass die Gremien des ESM wesentliche Elemente autonom ändern könnten. Nicht ganz klar seien auch die Zustimmungsvoraussetzungen der Mitgliedsländer bei Nachschusspflichten.

    Weidmann wurde von den Richtern außerdem gefragt, wie sich eine einstweilige Anordnung des Gerichts gegen die Unterzeichnung der Zustimmungsgesetze auswirken würde. Die unmittelbaren Marktreaktionen wären abhängig von der erwarteten Dauer der Verzögerung und davon, ob sich aus der Eilentscheidung ein Präjudiz für die Hauptsache ableiten lasse, erläuterte er. Teilweise sei dieses Geschehen aber wohl bereits vom Markt eingepreist worden. Eine weitere Zuspitzung der Krise sei bei einem Einschreiten des Gerichts nicht auszuschließen, sagte der Notenbankpräsident weiter; dies könnten Politiker nicht ernsthaft anstreben. „Enorme Verwerfungen“ könne es aber auch bei „unkonditionierten Transfers“ geben. Eine rasche Ratifizierung wäre dementsprechend keine Gewähr dafür, dass sich die Krise nicht weiter zuspitzt: „Sie können sich Zeit für weitere Anpassungsprozesse kaufen, sie aber nicht ersetzen.“


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    Weidmann verwies auf fundamentale Zweifel am institutionellen Rahmen, die auch durch ESM und Fiskalpakt nicht abschließend beseitigt würden. „Begrifflichkeiten wie Bazooka, Dicke Berta und Nuklearoptionen reichen nicht“, ergänzte er. „Mit schierer Größe können wir die Probleme nicht lösen“, sagte der Bundesbankpräsident. Weidmann zweifelte, ob der ESM dem Spannungsverhältnis zwischen Hilfegewährung und Eigenverantwortung gerecht werde. Anreize für solide Staatsfinanzen und Anpassungsprozesse seien mehrfach durch Änderungen geschwächt worden. Bislang habe es noch keine Ausfälle und damit keine Verluste für staatliche Gläubiger gegeben, aber die Rettungsmaßnahmen seien mit beträchtlichen Risiken verbunden. Der Fiskalpakt reicht allerdings nach seiner Ansicht nicht für ein tragfähiges Fundament der Währungsunion aus.

    Hans-Werner Sinn: Nicht noch mehr Geld „ins Schaufenster stellen“

    Hans-Werner Sinn, der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, warnte vor einem „Fass ohne Boden“: Die Eurozone stehe im fünften Jahr der Rettung, und die Krise schreite weiter voran. Es sei falsch, immer mehr Geld „ins Schaufenster zu legen“. Die Maßnahmen von EU, EZB und IWF erreichten mittlerweile 2,2 Billionen Euro. Die Gefahren, die bei einem Austritt einzelner Länder aus der Eurozone drohten, würden hingegen „aus Eigeninteresse“ überbewertet. Die Staatsschulden in den Krisenländen erreichten schon 3,3 Billionen Euro, hinzu kämen 9,2 Billionen Schulden der Banken.

    Der Ökonom Clemens Fuest (Oxford) sagte „drastische Reaktionen“ voraus, wenn der ESM gestoppt würde; Investoren würden sich dann sofort zurückziehen. Aber auch dessen Verabschiedung biete auf Dauer keine Garantie dafür, dass nicht doch irgendwann die Rettungsgelder verbraucht seien und ein Schuldenschnitt nötig werde. Der dauerhafte Rettungsfonds habe dann jedoch den Vorteil, dass er eine Möglichkeit biete, die Gläubiger zu beteiligen - und gleichzeitig ein stabilisierendes Sicherheitsnetz spanne gegen Ansteckungsgefahren.

    Der Präsident des Bundesrechnungshofs, Dieter Engels, bezeichnete den Fiskalpakt als sinnvolle Ergänzung zum ESM. Dessen Haftungsrisiken für Deutschland seien verkraftbar. „Ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt aus der Gewährleistung in Höhe von 168 Milliarden Euro Zahlungsverpflichtungen erwachsen - darüber lässt sich derzeit keine sichere Prognose stellen“, sagte Engels. Für einen großen Teil der Tätigkeit des ESM sehe das Vertragswerk einvernehmliche Beschlüsse des Gouverneursrates und Beschlüsse des Plenums des Bundestages vor. Allerdings sei nicht zu verkennen, dass andere Entscheidungen von Organen des ESM künftig zu Belastungen des Bundes führen könnten, ohne dass zuvor das Plenum des Deutschen Bundestages nochmals damit befasst würde.

    Quelle: F.A.Z.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaf...-11816452.html

  14. #14
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    EZB Aufkaufprogramm verfassungswidrig!

    Hammer: (Heute nackt!)


    Friedrich & Weik - https://youtu.be/Fw7nF4K45G8


    Das Bundesverfassungsgericht zeigt wieder leichte Lebenszeichen. Mit einem Paukenschlag hat sie heute die Anleiheanfkaufprogramme der EZB als teilweise verfassungswidrig eingestuft. Ist die EZB damit jetzt am Ende? Wird die EU und der Euro daran scheitern? Und warum hat die deutsche Politik wieder einmal versagt? All diese Fragen beantwortet Marc Friedrich heute in diesem Video!

    https://www.youtube.com/watch?v=Fw7nF4K45G8

  15. #15
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    Voßkuhle: "Liberale Elite" mitverantwortlich für Populismus - 13. Mai 2020

    Der scheidende Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, mach die "liberale Elite" mitverantwortlich für den Aufstieg des Populismus. Die "liberale Elite" habe die "normalen" Menschen etwas aus dem Blick verloren, sagte Voßkuhle der "Zeit". Viele Menschen hätten das Gefühl, mit ihren Problemen alleingelassen zu werden.

    "Sie haben den Eindruck, dass ihre Interessen nicht hinreichend berücksichtigt werden." Das sei nicht ausschließlich ein Problem der "liberalen Eliten", aber diese "interessieren sich häufig eher für Menschen, die offensichtlich diskriminiert werden". Das sei auch wichtig und richtig, so Voßkuhle. Man mache da gute Fortschritte. Aber darüber dürfe man andere Menschen nicht aus dem Blick verlieren, "die große Mitte, all jene, die nicht offensichtlich benachteiligt sind, sondern die eher unter dem Radar ein normales Leben leben". Diesen Menschen mit ihren Problemen und Sorgen habe die Politik vielleicht zu wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht, sagte Voßkuhle.

    https://www.mmnews.de/aktuelle-press...uer-populismus

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