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Eingefrorene Kreditmärkte und sinkende Aktienkurse ziehen die Schrauben für die Projektfinanzierung im Rohstoffsektor an, wie es in den Kommentaren dieser Tage heißt. Selbst Weltklasseprojekte müssten sich auf Verzögerungen einstellen. Schon seit Beginn der Kreditkrise gab der Zugang zu Mittelvergabe Grund zur Besorgnis, nachdem Minenbetreiber jahrelang in einem Umfeld boomender Commodity-Märkte leicht an Finanzierungen herangekommen waren. Die jüngsten, unerwarteten Ereignisse, verbunden mit sinkenden Rohstoffpreisen, haben die Aufnahme von Mitteln jedoch noch schwieriger gemacht und Projekte verzögert, was sich auch auf die darunter liegenden Märkte auswirken dürfte. Insbesondere solche Vorhaben, die in den kommenden zwei bis drei Jahren in Produktion gehen sollen, dürften nun länger brauchen und möglicherweise die Produktpreise in die Höhe treiben.

Die größten Finanzierungsschwierigkeiten dürften Nickel- und Zinkprojekte haben, da die jeweiligen Metallpreise seit Jahresbeginn um mehr als 30% eingebrochen sind. Problematisch weden auch Vorhaben bei Magnetit-Eisenerz, die ausgedehnte Bahn- und Hafeninfrastruktur benötigen. Nach Feststellung von Analyst Jo Battershill von UBS sind einige Projekte ganz eindeutig auf Eis gelegt, sei es wegen Finanzierungsschwierigkeiten, ungünstiger Preisentwicklung oder geopolitischer Faktoren. Und John Meyer von Fairfax erwartet im kommenden Jahr noch mehr Einflüsse durch ökonomische Probleme. Wenn aber erst wieder ein Wandel eintrete, werde das die Rohstoffpreise treiben, da die Entwicklung neuer Kapazitäten verlangsamt sei. Um eine neue Mine in Produktion zu bringen, sei ein langer Prozess vonnöten, und von der Entdeckung eines Vorkommens bis zum Bau der Mine würden etliche Jahre vergehen.

In Australien sieht UBS potenzielle neue Projektentwicklungen im Wert von 59 Mrd AUD am Horizont, für die 26 Mrd AUD zusätzlicher Mittelaufnahme oder Kapital gebraucht würden, um sie in Produktion zu bringen. Nach Einschätzung von Charlie Aitken (Southern Cross) geht es bei der Kreditkrise nicht nur um die Nachfrageseite, vielmehr zeige sich auch eine Angebotsresonanz. Die Analysten würden das Angebot überschätzen, warnt er, denn die neuen Projekte würden nicht im vorgesehenen Zeitrahmen verwirklicht.

financial.de 26.09.2008

Ist das jetz gut oder schlecht für die etablierten Unternehmen?
Steigende Preise der Rohstoffe, da ja weniger auf dem Markt kommen werden, sollten sich positiv auf die Aktienkurse der Etablierten auswirken..
Für die FSU's und explorers sieht es schlecht aus.