+ Auf Thema antworten
Ergebnis 1 bis 13 von 13

Thema: FOB & Pre-Ship-Inspection

  1. #1

    Dabei seit
    01/2012
    Beiträge
    5

    Frage FOB & Pre-Ship-Inspection

    Hallo, ich importiere zum x-ten Mal Ware aus China. Dieses Mal ein großes Problem mit einer ziemlich kleinen Mustersendung (Seefracht, Stückgut, Warenwert inkl. FOB: USD 1000). Dabei ist es nun am Verladehafen angeblich zu einer Pre-Ship-Inspection durch die chinesischen Behörden gekommen. Diese Inspektion kostet USD 250. Der Lieferant wäre nach geltendem Recht bei FOB dafür verantwortlich. Er weigert sich aber, weil die Kosten, auch unter Berücksichtigung des geringen Werts der Sendung, seiner Meinung nach viel zu hoch sind. Im übrigen bezweifelt er, dass es diese Inspektion überhaupt gegeben hat.

    Meine von mir mit dem Import beauftragte deutsche Spedition hat die Sendung ungeachtet der ungeklärten Kostenübernahme übernommen und verweigert nun die Herausgabe der Ware am Zielhafen, sofern ich die Inspektion nicht selber bezahle :mad:. Vereinbart war mit der Inspektion ein fester Betrag gemäß eines Angebots, der nun um diese USD 250 überschritten werden soll.

    Einschätzungen?

  2. #2
    Hallo,

    das muss der Absender bezahlen. Wie du schon schreibst, es ist FOB, und da gehen Kosten und Gefahren erst auf dich über, wenn die Ware an Bord des Schiffes verladen wurde.
    Das die Spedition die Ware nicht rausrückt, kann ich irgendwie auch nachvollziehen.
    Die mussten die Kosten warscheinlich auch erst einmal bezahlen und möchten nun natürlich nicht am Ende der Doofe sein, der auf den Kosten sitzen bleibt. Jetzt versuchen sie es so.
    Obwohl ich nicht nachvollziehen kann, warum die die Kosten nicht gleich in China bei Ihrem Partner abgelehnt haben.

    Ich denke du hast hier nur zwei Möglichkeiten, da ja anscheinend sowohl Absender, als auch Spediteur sich querstellen und reden wohl nicht viel bringt:
    1. Nimm dir einen Anwalt.
    2. Zahl die Kosten einfach, bevor noch mehr Lagergeld anfällt.

    UND: Such dir eine neue Spedition ;-)
    Infortra GmbH
    Ganghoferstrasse 68b
    80339 München
    Tel.: 089 / 200041710
    Fax.: 089 / 200041729
    [url]www.infortra.de[/url]
    [email]Jenniferk@infortra.de[/email]
    [url]www.facebook.com/fortragroup[/url]

  3. #3

    Dabei seit
    07/2009
    Beiträge
    3

    FOB & Pre-Ship-Inspection

    Hallo,
    wir importieren seit über 20 Jahren aus China.
    Mit dieser Darstellung habe ich einige Probleme,
    1.FOB heißt Free on board d.h. Sie bezahlen dfür, dass die Ware mit einer ordentlichen ausfuhrerklärung und Schiffspapieren bei der Spedition abgeliefert wird. Deswegen ist der FOB-Preis höher, als der EXworks-Preis.
    2.Die Spedition hat mit der Inspektion nichts zu tun, da sie die mit einer Ausfuhrerklärung versehene Ware entgegen nimmt. Sollte sie irgend jemandem Geld ohne Absprache gegeben haben, ist das ihr Problem.
    Wir haben übrigens schon Ware für einen geringeren Wert per Schiff transportiert. In der Regel geht es bei dem Lieferanten um die Kosten für die Ausfuhrerklärung. Da ist eine Frage der Verhandlung.
    3. Was mich stört, ist der letzte Satz "Vereinbart war mit der Inspektion ein fester Betrag gemäß eines Angebots, der nun um diese USD 250 überschritten werden soll." Anscheinend gab es irgendwelche Verhandlungen und das Wort Inspektion hört sich an, als ob jemand mit einer Inspektion beauftragt wurde.
    Die 250 USD klingen nach einem Manntag. Möglicherweise wurde eine Preshipment Inspektion vereinbart, das erfolgt aber in der Regel durch den Käufer, der sicher sein will, dass das was er gekauft hat auch wirklich verschifft wird.Wenn eine Spedition die Ware nicht freigibt fehlen ih in der Regel die Bill of Lading, proforma Invoice etc, damit sie die Ware hier verzollen kann. Ich würde einmal das Gespräch suchen, um offene Fragen zu klären. So erscheint das alles ohne wirklichen Sinn.

  4. #4

    Dabei seit
    01/2012
    Beiträge
    5

    Schreibfehler korrigiert - jetzt macht es auch Sinn, hoffe ich

    @Hejozi: Der Satz sollte heißen "Vereinbart war mit der SPEDITION ein fester Betrag gemäß eines Angebots..." Dieser Betrag bezog sich nur auf den IMPORT ab FOB China, nicht auf eine Inspektion. Eine Inspektion war weder vereinbart noch wurde im Vorfeld darüber gesprochen. Sie war meinerseits schlicht unerwünscht. Dennoch fand sie statt. Angeblich werden chinesische Zoll-Behörden stichprobenartig von selbst tätig, sagt die Spedition. Und wenn dann der Lieferant, der gemäß FOB zahlen müsste, nicht zahlt, muss es eben der Auftraggeber, sonst gibt's keine Ware. Ganz normal - sagt meine Spedition, ich kann mir mein Geld ja vom Lieferanten wiederholen. Ende der Durchsage. Für mich ist das eine Erpressung.

    Probleme mit der Ausfuhrerklärung und dem Lieferanten hatte ich auch schon, aber das war hier nicht der Fall.

    @Jennyjen
    ich sehe eigentlich auch nur diese beiden Alternativen. Da ein Rechtsstreit vermutlich sehr zeitaufwendig und nervenaufreibend wäre, gibts wohl nur zahlen und dann eine neue, seriöse Spedition suchen.

  5. #5
    Moderator Avatar von Arne67
    Dabei seit
    08/2009
    Ort
    Deutschland/Baden-Württemberg/....
    Alter
    52
    Beiträge
    479
    Das ist jetzt nur meine private Meinung !

    Ich würde die Annahme der Ware verweigern. Soll sich doch Dein Spediteur aus dem Muster einen schönen Briefbeschwerer machen.
    Er hat zwar Ware mitgenommen, allerdings nicht die von Dir bestellte. Du hast "Free on Board" bestellt und nicht per Nachnahme.
    Deinem freundlichem Spediteur würde ich mitteilen, das er die längste Zeit Dein Hausspediteur war. Auf seinen Kosten kann er natürlich auch sitzen bleiben, da er ja nicht gefielert hat.

    Und nun zu Deinem Musterlieferanten.
    Du sagst es ist ein Muster, dann sollte doch anschließend eine größere Bestellung folgen. ( Wenn das Muster Deinen erwartungen entspricht.)
    Aber aus irgend einem Grund will Dein Musterlieferant keine Folgebestellung haben. Demnach ist er nicht an einer zusammenarbeit mit Dir interessiert.
    Wäre er an einer zusammenarbeit interessiert, dann hätte er Dich nur über die Inspektion informiert und bei der Nachbestellung seine Kosten verrechnet. Mit diesem "Hersteller" wirst Du auf kurz oder lang keine Freunde haben.

    Allerdings, wenn ich die Kosten sehe, dann frag ich mich schon sind die 200,-€ das Wert? Zumal Du schon 1000,-US$ investiert hast.

    Auf das spekuliert nämlich Dein Spediteur, das Du (zwar zähneknischend) akzeptierst und Ihm sein "zuvorkommen" bezahlst.
    Dein Musterlieferant hat sich schon damit abgefunden keine Nachbestellungen zu erhalten und wird auch kein Geld mehr zurück senden, da er ja geliefert hat. Und wenn Du das akzeptierst wirst Du bei den nächsten Bestellungen immer ein Opfer der Inspektionen sein.
    Auch ein falscher Tipp, kann manchmal helfen :)
    Wer immer nur meckert, will nur von seiner eigenen traurigen Unzulänglichkeit ablenken 8o::

  6. #6

    Dabei seit
    01/2012
    Beiträge
    5

    momentan sieht es so aus,

    dass der Lieferant und ich uns die Kosten teilen. Die Spedition weicht keinen Millimeter von Ihrer Linie ab, der Lieferant hat wenigstens ein Zugeständnis gemacht (=zahlt die Hälfte). Daher werde ich auf jeden Fall die Spedition wechseln und dem Lieferanten, falls die Ware gefällt, eine zweite Chance geben. Ich hatte auch schon überlegt, die Spedition mit der Ware allein zu lassen, also nicht zahlen und dementsprechend auch keine Ware von der Spedition zu erhalten. Allerdings habe ich für die Ware bereits USD 1000 bezahlt. Wenn die die Ware nun verschrotten, habe ich auch nichts gewonnen. Also zahle ich lieber noch USD250 / 2 = USD 125 und hake die Sache ab. Auch wenn es mich wirklich reizen würde, dieser Spedition per Gericht einen Denkzettel zu verpassen.

  7. #7

    Dabei seit
    06/2009
    Beiträge
    57
    Meine Sicht der Dinge:

    Dein Lieferant hat das Material FOB anzubieten, demnach muss er alle Kosten tragen, die die Ware bis zum Überschreiten der Reeling trägt.
    Der Spediteur hätte die Übernahme der Kosten grundsätzlich ablehnen müssen, zumindest hätte er mal anrufen können, so etwas darf man ruhig mal Service nennen.
    Dass diverse Container durch den Zoll selektiert werden zur Kontrolle, ist normal und der Lieferant hätte evtl. Kosten dafür einrechnen müssen.

    Was mich verwirrt, ist die Kostenhöhe. Ich schätze mal, die komplette Inspeltion kostet 250 $, da kannst du mit deiner Stückfracht doch nur anteilig zur Kasse gebeten werden. Wenn nun jeder Kunde, der Waren im Container hatte, 250 $ bezahlt hat, dann haben die nen Spitzengeschäft gemacht.

    Es kann dir auch passieren, dass deine Sendung auch nochmal durch den niederländischen/deutschen Zoll geprüft werden. Die Kosten hierfür hättest du auf jeden Fall zu tragen.

  8. #8

    Dabei seit
    01/2012
    Beiträge
    5

    genau das werfe ich der Spedition vor

    @gekko: genau diese Dinge werfe ich der Spedition vor. 1.) Sie hätten vorher klären müssen, wer die Kosten trägt. Z.B. mich anrufen und fragen, ob ich dazu bereit bin, wenn es der Lieferant nicht ist. 2.) Schon der Lieferant sagte mir, dass die Kosten völlig überhöht seien.

  9. #9
    Moderator Avatar von Arne67
    Dabei seit
    08/2009
    Ort
    Deutschland/Baden-Württemberg/....
    Alter
    52
    Beiträge
    479

    Frag doch einmal Deinen Spediteur..

    Wo und wann Du bei Ihm unterschrieben hast, das er für Dich in Vorleistung gehen soll !
    Anschließend lässt du Dir die Originalpapiere der entstandenen Rechnung geben. (Inspektionspapiere & Zahlungsbeleg) Fehlen die, dann am Telefon direkt auf den "Versuch" des Betruges aufmerksam machen.
    Ich kenne nämlich keinen Spediteur, der Ware mitnimmt, für die er zuerst einmal zahlen muss.
    Auch ein falscher Tipp, kann manchmal helfen :)
    Wer immer nur meckert, will nur von seiner eigenen traurigen Unzulänglichkeit ablenken 8o::

  10. #10

    Dabei seit
    01/2012
    Beiträge
    5

    das mit den Originalpapieren...

    .. hatte ich auch schon. Da kommt dann von der Spedition so ein Wisch mit chinesischen Schriftzeichen, dem ich nichts entnehmen kann. Mein chinesischer Lieferant, der das lesen kann, sagt mir, dass es sich um ein Dokument einer anderen Firma handele, kein offizielles Zolldokument. Die Spedition geht darauf nicht ein. Sie sagt, es sei alles in Ordnung mit dem Dokument. Wie auch immer, da sich die Spedition nicht bewegt, bleibt nur ein Rechtsstreit. Soll ich den riskieren für USD 125? Ich denke auch, dass die Spedition versucht, mich und meinen Lieferanten zu betrügen. Sie wird wahrscheinlich Erfolg damit haben.

  11. #11

    Dabei seit
    06/2009
    Beiträge
    57
    ...nunja, dann eben die 125$ als Lehrgeld verbuchen und sofort die Spedition wechseln! Man kann sich natürlich auch das chin. Dokument beglaubigt übersetzen lassen, aber die Kosten...

  12. #12
    Moderator Avatar von Arne67
    Dabei seit
    08/2009
    Ort
    Deutschland/Baden-Württemberg/....
    Alter
    52
    Beiträge
    479
    Das Problem ist halt, das jetzt schon das Kind im Brunnen steckt.

    Will sagen, das Du nur noch die beiden Möglichkeiten hast.

    1.) Zahlen und Deine Ware erhalten oder
    2.) Nicht zahlen , Ware nicht erhalten und einen Rechtsstreit anfangen.

    Wenn Du aber zahlst und das alles als "Lehrgeld" ausgeben willst, dann mach bitte diese Spedition auch im Internet bekannt. Damit andere Käufer nicht auch noch auf diesen Misbrauch reinfallen. Bzw. Lehrgeld bezahlen müssen.

    Meinungsforen gibt es ja zur genüge.
    Auch ein falscher Tipp, kann manchmal helfen :)
    Wer immer nur meckert, will nur von seiner eigenen traurigen Unzulänglichkeit ablenken 8o::

  13. #13

    Dabei seit
    06/2009
    Beiträge
    57
    Ach als kleiner Nachtrag:

    Einer meiner Container wurde vom Zoll zur Kontrolle erwählt, Kosten hierfür: 301,40 €. Happig.

+ Auf Thema antworten

Ähnliche Themen

  1. Yukos Kaufangebot ?
    Von VitaliS im Forum Aktien aus Osteuropa und Russland / GUS
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 09.11.2006, 18:07
  2. Panin Bank steigert Gewinn um 105 % !
    Von Boris Seversky im Forum Aktien asiatischer Börsenmärkte
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 01.04.2005, 11:17
  3. China muss in die neue G-8
    Von Goldfisch im Forum Aktien asiatischer Börsenmärkte
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 28.06.2002, 09:36
  4. über 25% Dividende bei EK CHOR CHINA MOTORCYLE WKN: 886918
    Von Zwilling im Forum Aktien asiatischer Börsenmärkte
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 05.05.2002, 20:20

Lesezeichen

Lesezeichen