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Thema: CIF China: Kosten an Besteller übertragen?

  1. #1

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    CIF China: Kosten an Besteller übertragen?



    Hallo zusammen,

    ich hätte da eine banale Frage:

    Wenn ich an einen Kunden in China ein Angebot mit der Option CIF Shangai (Flugverkehr) anbiete, und dabei erhebliche Kosten für uns entstehen, kann ich diese Kosten an den Kunden übertragen? Also ich meine direkt im Angebot; Beispiel: Position XY (CIF Airport Shangai) = 2.000 ,- € ?

    Oder besagt die CIF-Klausel ganz klar das jene Kosten vom Lieferanten übernommen werden MUSS? Wenn dem so wäre muss ich die anfallenden Kosten in meinen angebotenen Waren berücksichtigen. Dies würde aber die Preise verfälschen bzw. die Waren viel zu Teuer erscheinen lassen?

    Bitte um kurze Hilfestellung. Ich hab normalerweise mit Auslandslieferungen nix am Hut...von daher bin ich ein absoluter Nerd

    Vielen Dank!

    Grüße
    Mark

  2. #2
    Avatar von imported_schorsch
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    [SIZE="1"]Definition CIF
    CIF - KOSTEN, VERSICHERUNG UND FRACHT (... benannter Bestimmungshafen)

    „Cost, Insurance and Freight"/„Kosten, Versicherung und Fracht" bedeutet, dass der Verkäufer die Ware an Bord des Schiffs liefert oder die bereits so gelieferte Ware verschafft. Die Gefahr des Verlustes oder der Beschädigung der Ware geht über, wenn die Ware an Bord des Schiffs ist. Der Verkäufer hat den Beförderungsvertrag abzuschließen sowie die Kosten und Fracht zu tragen, die für die Beförderung der Ware zum benannten Bestimmungshafen erforderlich sind.
    [/SIZE]

    Mmhh ich denke du hast dich verkalkuliert oder ?

    Normalerweise macht man erst mal FOB, weitere Incoterms kann man zwar mit dem Kunden vereinbaren, muss sich aber, wie du bemerkt hast, im Klaren darüber sein, das die Frachtkosten höher sein können als der Warenwert. Sicherlich muss du dann auch dein Ware so kalkulieren, das die Frachtkosten mit drin sind. Vermessen das nicht zu tum.

    Ich würde den Kunden informieren, das die Frachtlösung so nicht geht, und du Geld drauflegst.
    Wenn das Angebot aus Deutschland kommt, dann hast du noch die Möglichkeit auf IRRTUM zu plädieren. Hier sieht das BGB eine klare Regelung vor. Keiner kann dich zwingen Geld mit zu bringen. Ich geh mal davon aus, dass du in D sitzt

    Das beste ist, das Gespräch zu suchen und dem Kunden sagen, das die Frachtkosten leider noch oben drauf kommen.

    Das macht den Kunden zwar nicht glücklich aber geht nett anders. Kann natürlich sein das der Kunde abspringt, aber dann hat er gewusst, das du dich verkalkuliert hast und wollte billig kaufen.

    Grundsätzlich würde ich meine Ware so kalkuieren, das die Frachtkosten ab Werk oder Lager kalkuliere. Dann noch eine Position extra für die Lieferung zum Flughafen und Luftfrachtkosten, welche ich nach Bedarf anfragen würde und dann im Angebot seperat ausweisen würden.

    Wichtig, immer unter das Angebot schreiben, das die Frachtkosten variieren können und alle Preise freibleibend und unverbindlich sind. So sicherst du dich ab. Ein kleiner Satz mit grossen Möglichkeiten.

    Frachtkosten erst fix anbieten, wenn der Hausspediteur das dir schriftlich bestätigt (Mail etc) worin auch steht, das keine Mehrkosten mehr entstehen bzw das dieses ein ALL IN PREIS ist. Dann hast du einen fixen Betrag bis zum Empfangsort oder Empfangsflughafen.

    Hier mal ein Link zur Kalkulation von Exportpreisen mit verschiedenen Incoterms

    http://www.auwi-bayern.de/awp/inhalt...ortpreises.pdf

  3. #3

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    Hallo Schorsch,

    danke für deine prompte Antwort.

    Verkalkuliert habe ich mich (noch) nicht!
    Ich habe das Angebot soweit fertig, war mir jedoch wegen den Lieferbedingungen-/kosten unklar. Daher meine Frage hier.

    Ich habe ein Problem die ganzen Kosten auf die einzelnen Positionen abzuwälzen, da diese dann den Anschein wecken ZU teuer (gegenüber) Wettbewerb zu sein.

    Ich möchte aber auch nicht einfach EXW anbieten, auf die Gefahr hin, dass der Kunde sagt: "OK, ich nehme komplett ab mit der Bedingung, dass Ihr auf CIF/FOB usw. ändert..." Dann hätten wir wiederum die Kosten am Hals.

    Ich denke so wie du es sagtest ist es am Besten. Ab Lager anbieten mit entsprechenden Vermerk, dass bei Änderungen der Lieferbedingungen die Kosten nach zu reichen sind und der Kunde exakt informiert wird, dass weitere Kosten endstehen können!

    Habe nur grad mitbekommen, dass der Kunde Flughafen Nanning bevorzugt. Dieser kann nur von kleineren Maschinen angesteuert werden, was wiederum mit unseren Paletten (China muss ja IPPC Paletten haben) und Kartonagen nicht geht

    Ich mag Abwicklungen mit China nicht...

    Trotzdem vielen Dank nochmals...

  4. #4
    Avatar von imported_schorsch
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    haha den trick kenn ich, die wollen billig einkaufen...deshalb wollen die kein Transportkosten bezahlen...
    aber darauf würde ich nicht eingehen.

    mach ein Angebot Ware plus Transport EX Works und fertig. Wenn die wirklich wollen, dann akzeptieren die das.

    Kann ja nett sein, man verdient z.B. 1000 euro an dem Deal mit der Ware und soll dann noch die Transportkosten von 2000 bezahlen.

    Aber die Jungs dadrüben sind so...aber nur die wilden Geschäftsleute, die richtigen Chinesen wissen das und haben meist einen eigenen Hausspediteur und organisieren das selbst.

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