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Thema: Was ist drauf auf Ebay-Festplatten?

  1. #1

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    Was ist drauf auf Ebay-Festplatten?

    Der folgende Bericht ist sicherlich nicht repräsentativ, aber um sich Peinlichkeiten oder Schlimmeres zu ersparen, sollte man seine Daten, auf Datenträgen, die man bei ebay zum Verkauf anbietet, tatsächlich löschen. Formatieren oder der Windows-Löschbefehl reicht da nicht aus!

    Test: Was ist drauf auf Ebay-Festplatten?

    Wie zuverlässig löschen Ebay-Händler ihre Daten, wenn sie gebrauchte Festplatten verkaufen? Netzwelt.de machte den Test und kaufte vier Festplatten-Stichproben bei verschiedenen Ebay-Händlern. Das Ergebnis: Eine von vier Festplatten beinhaltet zum Teil vertrauliche Daten, mit denen sich Persönlichkeitsprofile erstellen lassen.

    Vier Festplatten, vier Händler, vier Generationen. Das war die Anforderung. Einen Nachmittag verbrachten unsere Redakteure damit, Angebote bei Ebay zu checken. Die Wahl fiel auf eine Seagate-Festplatte von 1995 mit 550 Megabyte, eine Fujitsu-Platte von 1997 mit 1,3 Gigabyte, eine Western Digital mit 40 Gigabyte von 2003 und eine aktuelle 200 Gigabyte-Platte von Maxtor.



    Platten da, der Test beginnt

    Eine Woche später waren die Festplatten da. Der Test konnte beginnen. Es galt, Daten auf den gebrauchten Datenträgern zu finden. Hatte der Verkäufer die Platte ordentlich formatiert? Und wenn nicht: Was gab es auf dem Gerät zu finden? Streng geheime Dokumente, Polizeidaten, vielleicht sogar Familienfotos, Adressdaten, Raubkopien, Schweinkram mit der Freundin?

    Für einen effizienten Test musste ein effizienter Testaufbau her. Um keine Daten auf den Datenträgern zu vermurksen, sollte der Redaktions-eMac herhalten. Mit Lesefähigkeit für alle gängigen Dateisysteme ist der Apple-Rechner ideal für einen solchen Test ausgestattet. Außerdem schreibt Mac OS X, anders als Windows, nicht auf der Platte herum, wenn es sie erkennt. Per externem Firewire-Gehäuse wurden die einzelnen Platten effizient und schnell an den Rechner angeschlossen. Als Hilfsmittel der Wahl diente das Recovery-Tool "Data Rescue" für Mac OS X.



    Das 550 Megabyte-Fossil


    Den Anfang sollte die älteste Platte machen. Die 550 Megabyte große und 10 Jahre alte Harddisk war ein ideales Opfer. Festplatten dieser Alterklasse haben oft jahrelang ein Dasein in einem alten Rechner in Keller, Speicher oder Kinderzimmer geführt. Dann ist der Rechner abgeraucht und die noch funktionsfähigen Teile landen bei Ebay. Die Chance auf einen Treffer war also recht hoch, niemand macht sich die Mühe, eine solche Disk sauber zu formatieren. Oder?

    Tatsächlich war diese Vermutung falsch. Die Festplatte war auf den ersten Blick sauber und offensichtlich als Zweitplatte in einem nicht ganz so alten Rechner benutzt worden. Dafür sprach sowohl das Jumper-Setting als Slave, als auch die Tatsache, dass die Platte tatsächlich nicht leer war. Die Festplatte enthielt einen Ordner "System Volume Information", was darauf hindeutete, dass sie unter Windows 2000 oder XP formatiert worden war.

    Saubere Platte

    Außer dem Ordner mit den Laufwerks-Informationen ließ sich dann auch nichts weiter auf der Platte finden. Und der Volume-Ordner ist ohnehin frei von nutzbarer Information. Fehlanzeige also und ein großes Lob an den Verkäufer: Die Platte war sauber, keine Daten, geschweige denn persönliche Daten hatten den Weg in die weite Welt gefunden. Vorbildlich also.



    Weiter zur 1,3 Gigabyte großen Fujitsu-Platte von 1997. Acht Jahre hatte das gute Stück auf dem Buckel und war offensichtlich ordentlich gequält worden. Jedenfalls gab es entsprechende Geräusche von sich. Doch auch hier: Fehlanzeige. Die Festplatte war ordentlich mit Fat16 formatiert, keine Daten, auch nach einem vollständigen Suchlauf.

    Nagelneue 40 Gigabyte

    Das dritte Gerät im Bunde war die Western Digital mit 40 Gigabyte, Baujahr 2003. Eingebaut und angeschlossen beschwerte sich Mac OS X erst einmal darüber, dass sich keine bekannten Dateisysteme auf der Platte befänden. Ein kurzes Grübeln, dann die Idee: Möglicherweise hat Mac OS X Probleme mit Linux-Dateisystemen? Entsprechende Treiber waren schnell gefunden, doch lösten das Problem nicht.



    Eine genauere Betrachtung der Festplatte ergab, dass es sich offensichtlich um Neuware handelte: Der Motor lief mit einer kaum wahrnehmbaren Geräuschkulisse, die Schraubenlöcher an der Seite der Platte waren jungfräulich und der Lack war einwandfrei. Der nämlich zerkratzt gerne mal beim Einschieben in das enge PC-Gehäuse, Metall auf Lack ist keine gute Mischung, entsprechend leicht lässt sich feststellen, ob eine Platte benutzt wurde oder nicht.

    Letzte Platte: Volltreffer!

    Letzte Platte, letzter Versuch: 200 Gigabye von 2004. Eine fast neue Festplatte und die leise Hoffnung, dass es sich hier endlich lohnt. Volltreffer! Das Laufwerk ist sauber NTFS-Formatiert. Nur dummerweise nicht gelöscht. Auf der Platte befinden sich zwei Partitionen, auf der einen das System mit allen Programmen, auf der anderen Bilder, MP3s, Filme. Der Verkäufer war offensichtlich ein Filesharer.

    Zwar hatte der Verkäufer seinen Benutzerordner gelöscht - E-Mails, Adressbücher und der Ordner "Eigene Dateien" waren verschwunden und ließen sich, NTFS sei Dank, auch nicht mehr von uns zurückholen. Aber auch ohne die Daten auf der Programme-Partition war die Platte sehr aufschlussreich. Unser vergesslicher Verkäufer steht offensichtlich auf Oralsex, hat eine extraordinäre Sammlung von Erotikbildern und Bilder eines Freundes auf der Platte.

    Turbo-Trottel

    Doch wie sieht unser Verkäufer aus? Er hat eine Katze namens Itchy, ist selber ein blondierter, etwas dümmlich dreinschauender Klops, der offensichtlich als IT-Techniker im Außendienst arbeitet, wie eine Rechnung belegt. Und scheint schonmal einen Audi A3 zersemmelt zu haben, wie sein Bilderordner "Handy" ziemlich offensichtlich verkündet. Auch Bilder von der Familie sind drauf, der Kumpel mit nacktem Oberkörper und natürlich persönliche Dokumente.

    Insgesamt also hochnotpeinlich, was sich alles über unseren filesharenden Freund herausfinden lässt. Glück im Unglück für ihn, dass die Platte nur an uns ging und nicht an eine Ermittlungsbehörde oder womöglich einen Sympathisanten der Film- und Musikindustrie. Ein kleines Profil lässt sich trotzdem von ihm erstellen, das ausreichen würde, um ihn zumindest in seinem Heimatdorf ordentlich den Ruf zu ruinieren.
    Quelle

  2. #2

    Dabei seit
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    Das ist ja nichts neues mehr, mittlerweile soll sogar die Kripo Kriminellen so auf die Spur gekommen sein.
    Man kann die Platte mit Datenmüll fluten und so komplett überschreiben, am besten mehrmals oder gleich richtig löschen.

    Hier eine genaue Beschreibung: --> http://www.freenet.de/freenet/comput...raser/001.html

  3. #3

    Dabei seit
    07/2003
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    Original von cux
    Das ist ja nichts neues mehr, mittlerweile soll sogar die Kripo Kriminellen so auf die Spur gekommen sein.
    Inzwischen ist die Kripo schon einen Schritt weiter und verkauft selbst nicht gelöschte bzw. formatierte Festplatten mit vertraulichen Daten über eBay (Meldung vom 04.05.2005). :wall:
    Peinlich für Brandenburgs Kripo: Geheime Daten wurden nicht von Festplatten gelöscht, die auf eBay versteigert wurden. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" in seiner heutigen Ausgabe berichtet, wurde eine Festplatte der Polizei mit streng vertraulichen Daten über das Internet-Auktionshaus eBay versteigert. Der Lapsus unterlief dem Brandenburger Landeskriminalamt.

    Die gebrauchte 20 GByte-Platte hat ein Potsdamer Student Anfang März für knapp 20 Euro ersteigert - und fand interne Alarmpläne für "besondere Lagen" wie Geiselnahmen oder Entführungen sowie Namenslisten für die Besetzung von Krisenstäben, Einsatzbefehle und Analysen sowie so genannte "Landeslagebilder", in denen die sicherheitspolitische Situation berichtet wird.

    Die Daten, die teilweise Verschlusssache sind und nur LKA-Spitze, Polizeiführung und Innenminister zur Verfügung stehen dürfen, sind dem Potsdamer Innenressort "völlig unerklärlich" abhanden gekommen. Eigentlich hätten ausrangierte Datenträger zerstört oder gelöscht werden müssen.

  4. #4

    Dabei seit
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    Original von Stranger
    Inzwischen ist die Kripo schon einen Schritt weiter und verkauft selbst nicht gelöschte bzw. formatierte Festplatten mit vertraulichen Daten über eBay (Meldung vom 04.05.2005). :wall:
    S. hierzu auch diesen Thread

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