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Thema: Sparen oder Schulden machen?

  1. #1
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    Avatar von Klaus Singer
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    Sparen oder Schulden machen?

    Und plötzlich wird in der Eurozone entdeckt, dass Sparsamkeit nicht alles ist. Nachdem sich Merkel mit ihrem Spardiktat zunächst durchsetzen konnte, wachsen die Widerstände dagegen immer weiter.

    Jetzt hat EZB-Chef Draghi vor dem europäischen Parlament nach dem Fiskal- einen Wachstumspakt gefordert. Das zweite sei die Ergänzung des ersten, sagte er. Wie das zusammen passen soll, bleibt einstweilen sein Geheimnis – entweder wird gespart oder Geld ausgegeben. EZB-Ratsmitglied Asmussen deutet an, wie der Widerspruch aufgelöst werden könnte: Durch Umleitung von EU-Regional-Fonds in notleidende Mitgliedsländer, um dort Arbeitsplätze zu schaffen oder durch Reformen gemäß der deutschen „Agenda 2010“. Also finanzieren die Eurozonen-Nord-Länder letzten Endes einen solchen „Wachstumspakt“ durch (schuldenfinanzierte?) Einzahlungen in die Brüsseler Transfer-Kasse.

    Der Fiskalpakt wurde von Merkel durchgesetzt, um zu erreichen, dass die Angleichung innerhalb der Eurozone durch Deflation in den PIIGS geschieht und nicht durch Inflation z.B. in Deutschland. Dies ist im direkten Interesse der deutschen Exportindustrie, die auf den Weltmärkten keine Marktanteile verlieren will – besonders wichtig angesichts einer konjunkturellen Bremsung in China und einer zu erwartenden Abwertung des Yuan.

    Die PIIGS allerdings deflationieren nicht – Ausnahme Irland (siehe auch hier!). Warum auch? Sie haben doch Target2. Das EZB-Verrechnungssystem ist mit seinen unbegrenzten und unkündbaren Krediten bei gegenwärtig 1% Verzinsung unschlagbar günstig – viel günstiger als es Eurobonds wären. Mittlerweile hat jeder deutsche Erwerbstätige über Target2 15.000 Euro an Forderungen gegen die PIIGS.

    Der Fiskalpakt wird über kurz oder lang platt gemacht. Der mögliche Regierungswechsel in Frankreich und das Scheitern der niederländischen Regierung sind deutliche Zeichen. Die fruchtlosen Sparanstrengungen in Spanien weisen darauf ebenso hin, trotz Milliardensummen an zusätzlichem staatlichen Sparen steigen die staatlichen Schuldzinsen deutlich an. Die „Märkte“ trauen dieser Politik nicht.

    In Spanien ist als Besonderheit zu berücksichtigen, dass vom Verschuldungsgrad her bis Mitte 2011 keine Rede von einer Staatsschuldenkrise sein konnte. Beherrschendes Element war und ist hier eine Bankenkrise, ausgelöst durch eine gewaltige Immobilienblase – mit aufgeblasen durch deutsche Banken, die daran zeitweilig glänzend verdient haben. Jetzt, nach verschärftem Sparprogramm, kann man auch hier von einer Staatsschuldenkrise sprechen – Merkels Fiskalpakt, er lebe hoch!

    Dass Spanien mit diesem Kurs bald bei EFSF/ESM landet, wird jetzt auch in Brüssel klar. Schon soll eine Arbeitsgruppe der Euro-Länder in den kommenden beiden Wochen prüfen, wie eine direkte Vergabe von Krediten an Banken abgewickelt werden könnte. Das ist bisher nicht möglich. Grund für die Eile ist die Sorge vor „Ansteckung“. Die spanischen Banken benötigen wegen hoher Verluste im Immobilien-Bereich dringend Finanzhilfen, der spanische Staat muss (will?) sparen. Ohne zusätzliche Mittel für die Banken droht eine Kreditklemme, die der Wirtschaft den Rest geben könnte.

    „Wachstum ist das beste Mittel gegen Überschuldung.“ Das ist das Credo der meisten Volkswirte.

    In diesem Sinne sagte Pierre Briançon bei „Reuters Breakingviews“ vor einigen Tagen: Die Eurozone werde nicht wachsen, wenn ihre wirtschaftspolitische Linie darin besteht, bei der medizinischen Versorgung zu sparen, Lehrer zu feuern, öffentliche Investitionen zu kürzen, Reallöhne zu drücken und dabei alles bis zum Horizont zu besteuern – nur zu dem Zweck, die Brüsseler Zielvorgaben zu erreichen.

    Und John Plender warnt in der FT vor einem Teufelskreis: Wenn die wirtschaftlichen Bedingungen in der Eurozone aus dem Ruder laufen, drückt das die Gewinne der Banken und verschlechtert deren Asset-Qualität, wodurch im Gegenzug höhere Risiko-Vorsorge getrieben werden muss. Damit wird das Bank-Kapital erodiert, was weiteres Deleveraging erfordert. Das kann dazu führen, dass gleichzeitige Asset-(Not-)Verkäufe eine Abwärtsspirale von deren Preisen auslöst. Das kann dann auch zu Refinanzierungsproblemen führen, wenn der Interbanken-Kreditmarkt wieder einfriert.

    Larry Summers and Brad Delong haben kürzlich in einer längeren Untersuchung belegt, dass Sparen unter Bedingungen einer Liquiditätsfalle eine grottenschlechte Idee ist. Im besten Falle bringt es nichts, um die langfristige Schuldensituation zu verbessern. Aber selbst dann entstehen kurzfristig Kosten, denen kein Nutzen gegenübersteht.

    Die Argumente sind alle wohl bekannt. Genauso ist mittlerweile allerdings bekannt, dass jenseits einer Schuldenquote von 70 bis 90%, zusätzliche Staatsausgaben kaum noch stimulierende Wirkung haben. (Die kritische Zone der Schuldenquote gilt übrigens gleichermaßen für den staatlichen wie privaten Sektor). Die Erzeugung von Wachstum ist keine einfache Funktion der Art: „Wenn man viel rein steckt, kommt viel raus.“ (Anmerkung: Einen Überblick über die Verschuldungsquoten zahlreicher Staaten finden Sie hier!)


    Einen Beleg dafür liefert Krugman (siehe Chart!): Länder, die in den beiden unteren Quadranten notiert sind, erreichen mit zusätzlichen Staatsausgaben keinen stimulierenden Effekt auf das BIP. Es wundert auch nicht, dass hier PIIGS zu finden sind. Die besonders schweren Fälle sparen, während das Wachstum gleichzeitig überproportional zurückgeht.

    Einige Gründe für die entgleisende Situation bei zu hoher Verschuldung: Die Kosten der Staatsverschuldung zur Finanzierung von wirtschaftlichen Anreizen steigen mit dem Verschuldungsgrad überproportional an, der Netto-Effekt solcher Anreize wird immer geringer. Zudem wandert mit zunehmendem Verschuldungsgrad entweder ein immer größerer Anteil privatwirtschaftlicher Erträge in den Schuldendienst oder der private Sektor fragt wegen unsicherer Aussichten zunehmend weniger Kredit zum Ausbau der wirtschaftlichen Aktivitäten nach.

    Dennoch wird Krugman nicht müde, gegen Sparen („Austerity“) zu Felde zu ziehen. Kürzlich hat er einen Anhaltspunkt dafür gegeben, welche Wirkung es in der Eurozone im Durchschnitt hat, wenn ein Euro gespart wird: Das Defizit reduziert sich lediglich um 40 Cent, das BIP hingegen um rund 1,25 Euro (siehe Chart!).

    Dass sich Krugman auch gegen US-amerikanische „Sparsamkeit“ wendet, wird hier deutlich (siehe Chart!).

    Befänden wir uns lediglich in einem zyklischen Abschwung, wäre die Sache einfach. Der Staat sorgt durch zusätzliche Ausgaben auf Pump für eine Belebung der Wirtschaftslage, in Zeiten wieder sprudelndem Steueraufkommens werden die Schulden zurückgezahlt. Das entspricht auch dem eigentlichen Wesen von Schulden – sie sind ein Vorgriff auf spätere (höhere) Einnahmen.

    Ist die Kontraktion aber struktureller Natur, wirken die Mittel aus der zyklischen Werkzeugkiste nicht.

    Die aktuelle Krise ist struktureller Natur. Das fing vor vielen Jahren langsam an mit der Auslagerung ganzer Produktionszweige aus Europa, USA und anderen entwickelten Industrieländern in Billig-Lohn-Länder (äh, Emerging Markets). Damit sinkt in der „ersten Welt“ die auf Arbeitseinkommen basierende Nachfrage. Das Reallohnniveau stagniert oder sinkt sogar, hält jedenfalls nicht mit dem Produktivitätsfortschritt mit. Lediglich die Tatsache, dass die Produktion in der „dritten Welt“ so billig ist (war), erlaubte es, den Lebensstandard noch einigermaßen zu halten. Steigende Rohstoffpreise und steigender Wohlstand in den Produzentenländern führen aber zu steigenden Preisen, der Lebensstandard in der „ersten Welt“ sinkt. Wenn alles so bleibt wie es ist, sinkt hier langfristig auch die Wirtschaftsleistung.

    Schulden sind dann nicht geeignet, das Problem zu lösen, denn es werden immer mehr erforderlich. So lange die Finanzindustrie hieran problemlos verdient, läuft das Spiel noch weiter. Aber diesen Punkt haben wir im Herbst 2008 überschritten. Schulden lassen sich in einer solchen Situation nicht mit Schulden bekämpfen. Natürlich kann der Punkt, an dem es kracht, immer noch ein Stück hinausgeschoben werden, z.B. indem die Notenbanken ein Stück weit die Rolle des Staates übernehmen und Anreize finanzieren – wie z.B. die EZB über ihre LTROs. Das hat aber den Nachteil aller liquiditätspolitischen Maßnahmen der Notenbanken, dass sie sehr indirekt wirken, nicht zielgerichtet eingesetzt werden können, kaum steuerbar sind. Dementsprechend hoch müssen die bewegten Summen sein.

    Rigides staatliches Sparen alleine bewirkt ebenfalls keine Verbesserung. In einer strukturellen Krise zieht das Argument nicht, ein schlanker Schuldner sei ein besserer Schuldner. Denn es geht im Grunde gar nicht um die Höhe der Schulden, sondern um die Bonität, besser gesagt das Vertrauen in die Fähigkeit eines Schuldner/Staates, die Situation in den Griff zu bekommen.

    Den Finanzmärkten ist ein hoher Verschuldungsgrad recht. Daran lässt sich gut verdienen, so lange die Rückzahlung nicht gefährdet ist. Ob die „Märkte“ jemals an Merkels Fiskalpakt geglaubt haben, ist schwer zu sagen, insbesondere weil die EZB fast zeitgleich ihre LTROs angeworfen hat. Die zeitweilige Outperformance des DAX lässt vermuten, dass damit die Verzögerung bei der Eurozonen-Angleichung durch deutsche Inflationierung eingepreist wurde. Jetzt jedenfalls beginnen die „Märkte“ am Sparpakt zu zweifeln und „honorieren“ z.B. Spaniens Sparwillen mit steigenden Zinsforderungen.

    Das Thema “Wachstum oder Sparen” kocht aktuell auch deswegen wieder hoch, weil seit vielen Wochen US-Makrodaten Schwäche zeigen. Die „Erstanträge“ in den USA steuern jetzt wieder auf die magische Grenze von 400.000 zu, für März wurde der Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter mit minus 4,2% gemeldet – der stärkste Fall in drei Jahren. In Europa zieht in immer mehr Ländern eine Rezession auf. Und China meldet stärker als erwartete Bremsung im ersten Quartal. Das kommt gar nicht gut, wird doch Wachstum als Allheilmittel gegen die Folgen eines hohen Verschuldungsgrads gesehen.

    Sparen oder Anreize, sprich Schulden? Die Diskussion hierüber ist so lange fruchtlos, so lange man nicht an die Wurzeln des strukturellen Übels geht – siehe oben. Natürlich kann man mit “Medikamenten” aus der zyklischen Werkzeugkiste Heilung versuchen. Aber man wird davon eine enorme Überdosierung brauchen, damit sie überhaupt ein wenig wirken. (Das Codewort der Volkswirte hierzu heißt “Liquiditätsfalle”.) Dementsprechend groß sind dann die Nebenwirkungen. Und genau das passiert auch.

    Erwähnte Chart und weiterführende Links können hier eingesehen werden: http://www.timepatternanalysis.de/Bl...hulden-machen/

    ETF-Portfolio, Derivate-TrackRecord, Analysen und Prognosen unter <b><a href=“http://www.TimePatternAnalysis.de“ target=_blank><u>TimePatternAnalysis</U></a></b>.

    Kontakt: <b><email>info@timepatternanalysis.de</email></b>

  2. #2
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    Deutsche Immobilienblase


  3. #3
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    Entwicklung der Schuldnerquote in Deutschland von 2004 bis 2018

    von Statista Research Department - zuletzt geändert am 09.08.2019

    Derzeit kann etwa jeder zehnte Erwachsene in Deutschland seine Rechnungen nicht mehr dauerhaft bezahlen.

    Zum Stichtag 1. Oktober 2018 wurde für Deutschland eine Überschuldungsquote von ca. 10,04 Prozent gemessen.

    Damit sind über 6,9 Millionen Bürger über 18 Jahre überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf.

    Rund 4,23 Millionen dieser überschuldeten Personen sind Männer.

    Das bedeutet, dass etwa 12,55 Prozent der Männer über 18 Jahren in Deutschland als überschuldet und zumindest nachhaltig zahlungsgestört angesehen werden können.

    Überschuldung nach Regionen und Alter

    Die Mehrheit der überschuldeten Personen hierzulande lebt in Westdeutschland.

    Eine höhere Überschuldungsquote lässt sich jedoch für den Ostteil des Landes ablesen.

    Betrachtet man die einzelnen Bundesländer, so ist die Überschuldung in Bremen, Sachsen-Anhalt und Berlin am höchsten.

    Die geringste Überschuldung ist in Bayern und Baden-Württemberg zu finden.

    Ein Blick auf die Altersstruktur der überschuldeten Personen zeigt, dass die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen die höchste Verschuldung aufweist.

    Fast jeder fünfte dieser Altersklasse ist als überschuldet oder zumindest nachhaltig zahlungsgestört anzusehen.

    Ursachen von Überschuldung

    Die Gründe für Überschuldung sind vielfältig.

    Sie reichen von Arbeitslosigkeit und gescheiterter Selbstständigkeit über die Trennung vom Partner bis hin zur unwirtschaftlichen Haushaltsführung.

    Aber auch die steigenden Wohnkosten können ursächlich dafür sein, dass nachhaltige Zahlungsschwierigkeiten auftreten.

    Im Jahr 2017 gaben die privaten Haushalte in Deutschland etwa 35,6 Prozent ihrer gesamten Konsumausgaben für das Wohnen (inklusive Energie und Wohnungsinstandhaltung) aus.

    Betrachtet man das gesamte verfügbare Einkommen der privaten Haushalte, so belief sich der Wohnkostenanteil auf ca. 26,3 Prozent.

    Demnach musste gut ein Viertel des Haushaltseinkommens für Mietzahlungen oder ähnliches aufgebracht werden.

    https://de.statista.com/statistik/da...and-seit-2004/


    Statistiken zum Thema Kredit und Schulden - Veröffentlicht von Statista Research Department, 24.03.2014

    Ein Kredit ist ein bestimmter Geldbetrag, der einem Kreditnehmer überlassen wird.

    Kredite werden hauptsächlich von Banken vergeben.

    Ein Kredit muss innerhalb eines bestimmten Zeitraums (Laufzeit) mit Zinsen zurückgezahlt werden.

    Das Volumen der Kredite an Privatpersonen in Deutschland beläuft sich auf über 1.000 Milliarden Euro.

    Kredite sind häufig zweckgebunden (Autokredit, Baufinanzierung).

    Dagegen steht die Kreditsumme bei Konsumentenkrediten dem Kreditnehmer zur freien Verfügung.

    Wer einen Kredit aufnimmt verschuldet sich.

    2010 gab es in Deutschland 6,5 Millionen Schuldner (ab 18 Jahre, mit nachhaltigen Zahlungsstörungen).

    Das entspricht einer Schuldnerquote von 9,5 Prozent.

    Der einzige Weg aus der Verschuldung für Privatpersonen ist oft die Insolvenz.

    Jährlich werden rund 100.000 Verbraucherinsolvenzen in Deutschland registriert.

    Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Aufgrund unterschiedlicher Aktualisierungsrhythmen können Statistiken einen aktuelleren Datenstand aufweisen.

    https://de.statista.com/themen/599/kredit-und-schulden/

    Ergo: Schulden ist das unsichtbare Band zum Bankgalgen und wer nicht pünktlich zahlt baumelt am Schuldenseil, ist das nicht geil?


    Grüss Gott, Bankrott : https://youtu.be/fobOz7vihXQ

    SchuldnerAtlas Deutschland - Boniversum :

    https://www.boniversum.de/wp-content...18_Bericht.pdf

    https://www.google.de/search?ei=vg63...iz.ICTWCT3TN3w

  4. #4
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    Insolvente Verbraucher sollen schneller schuldenfrei werden - 07.11. 2019

    Das Bundesjustizministerium will die Frist zur Restschuldbefreiung für Verbraucher von derzeit sechs auf drei Jahre halbieren. Das plant Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) laut eines Berichts der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Für unternehmerisch tätige Personen schreibe diesen Schritt die EU-Richtlinie zur Restrukturierung und Insolvenz ausdrücklich vor.

    "Ich setze mich dafür ein, dass das gleiche auch für Verbraucherinnen und Verbraucher gilt", sagte die Ministerin der FAZ. Um einen abrupten Übergang von der sechsjährigen zur dreijährigen Entschuldungsfrist zu verhindern, plane sie eine schrittweise Kürzung der Entschuldungsfrist. Das soll auch verhindern, dass Schuldner ein Verfahren verzögern, um die Schulden dann in der Hälfte der Zeit loszuwerden.

    https://www.mmnews.de/aktuelle-press...denfrei-werden


    Ergo: Diejenigen Leute die ehrlich und solide Leben, werden dank staatlicher Gesetze hintergangen und betrogen. Die Leute die Schulden auf-türmen, dabei pleite und bankrott gehen, sollte daraus ein drei Jahresstandard werden, werden drei Jahre später, wie am Fließband, neue Schuldner produziert die das Insolvenzspiel beliebig oft wiederholen werden. Das Finanzsystem muss doch aus dem letzten Loch pfeifen, wenn um jeden neuen Profischuldner, Berufspleitiers und Berufsbankrotteure, die aufgetrieben werden können, gekämpft wird. Im Mittelalter wurden Pleitiers und Bankrotteure öffentlich gedemütigt und heute wird der rote Teppich ausgerollt - wir erleben Fremde Sitten, grausame Bräuche in einer komischen Zeit.

    Geld schmeißt man vorher raus bevor es verfällt in dieser Scheinwelt:

    Money: https://youtu.be/7PeC3a-Fh1o

    Geldeintreiber im Mittelalter: Liebe Leut, jetzt plündern wir!

    Die Menschen ausnehmen, bis nicht einmal mehr Ziegel auf ihrem Hausdach liegen - im Mittelalter wurden Schuldner rabiat gepfändet, oft vor den Augen ihrer Nachbarn. Für die Betroffenen hatte die öffentliche Demütigung sogar Vorteile.

    Von Frank Thadeusz

    Die Gerichtsvollzieher fielen zwar mitunter wie Vandalen in die Behausungen der Zahlungsunfähigen ein, doch für die gepfändeten Güter veranschlagten sie zumindest einen angemessenen Wert. "Viele Schuldner haben verstanden, dass ein hübsches Gewand in den Händen eines Vollzugsbeamten mehr wert ist als in den Händen eines Pfandleihers", schreibt Smail.

    Dafür mussten die Schuldner allerdings einen hohen ideellen Preis zahlen, der aus heutiger Sicht kaum hinnehmbar erscheint: die öffentliche Demütigung. Die Erniedrigung war aber kein sadistischer Akt, sondern entsprang kühler Berechnung: Nur durch die gewaltsame und abschreckende Ausübung ihres Amtes gewannen die Gerichtsvollzieher die nötige Autorität, sich durchzusetzen.

    Dennoch ergaben sich nicht alle Schuldner der Staatsgewalt, wie ein Fall aus dem Jahr 1337 zeigt: Nachdem der Gerichtsvollzieher aus Lucca und seine Schergen das Haus von Niccolo del Tepa in dessen Abwesenheit ausgeräumt hatten, startete der Geplünderte am darauffolgenden Tag einen Rachefeldzug. Del Tepa zog zum Haus des Geldeintreibers und beschimpfte dessen Frau als "dreckige Hure", die "zurück ins Bordell gehen sollte".

    Nach diesem Wutausbruch, so notierten die Chronisten, verzog sich der Heißsporn wieder. Doch kurz darauf kehrte del Tepa zurück - diesmal, um auf den Gerichtsvollzieher mit einem Stein einzuschlagen.

    https://www.spiegel.de/spiegel/mitte...a-1107960.html


    Die Flucht des Schuldners und die Reaktionstechniken eines :

    https://books.google.de/books?id=OXz...teuren&f=false

    Grüss Gott, Bankrott : https://youtu.be/fobOz7vihXQ

    STS - Wohin die Reise?? : https://youtu.be/XHxjG2VlOGA

    Geld ist ordinär: https://youtu.be/7PeC3a-Fh1o
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    Geändert von Luis (09.11.2019 um 20:55 Uhr) Grund: Geld ist ordinär: https://youtu.be/7PeC3a-Fh1o

  5. #5
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    Statt Strafzinsen wird Ackerland erworben - im Osten Landstrichweise

    Aldi-Erben kaufen Ackerland in Ostdeutschland – die Bauern ärgern sich

    Die Aldi-Familie hat ein großes Stück Agrarland in Ostdeutschland gekauft – das zweite innerhalb weniger Monate. Das gefällt manchen Bauern überhaupt nicht. Sie klagen über explodierende Bodenpreise und einen Ausverkauf des Ostens.

    Wenn schon der normale Sparer über Nullzinsen klagt, was sollen dann erst die Superreichen sagen? Wie soll man sein Milliardenvermögen heutzutage nur anlegen, damit es nicht an Wert verliert, sich am besten sogar noch vermehrt? Die Aldi-Erben haben darauf offenbar eine Antwort gefunden, die ihren Vermögensdimensionen entspricht: Sie investieren in Grund und Boden – aber nicht in München oder Berlin, sondern auf dem ostdeutschen Land. Und weil der Quadratmeter dort etwas günstiger ist, kaufen sie gleich ganze Landstriche auf.

    So wurde vor wenigen Tagen bekannt, dass die Firma Boscor, die zur Lukas-Stiftung der Aldi-Nord-Familie gehört, einen großen Agrarbetrieb in Sachsen gekauft hat. Rund 1500 Hektar soll die Scholle groß sein, die Boscor dem früheren Bauernpräsidenten Thüringens, Klaus Kliem, abkauft - das entspricht in etwa der Fläche von 2000 Fußballfeldern. Ein bemerkenswert großes Stück Land.

    Zumal sich die Aldis erst Ende Juni einen noch größeren Landstrich in Sachsen-Anhalt einverleibt hatten: die Agrargenossenschaft Kayna, die laut Recherchen der "taz" rund 2000 Hektar Land bewirtschaftet. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Größe eines Agrarbetriebes in Sachsen-Anhalt liegt bei 270 Hektar, im Rest der Republik sind es sogar noch deutlich weniger.

    Boscor-Geschäftsführer Constantin Freiherr von Reitzenstein bestätigte, dass es sich bei dem Landkauf um eine private Investition der Albrechts handle. "Mit dem Discounter Aldi hat das nichts zu tun und wir beliefern auch nicht Aldi", sagte von Reitzenstein der "Mitteldeutschen Zeitung". Boscor bewirtschafte in ganz Deutschland Wälder und Äcker.

    Kritik an Großinvestoren

    Dass die Albrechts unter die Bauern gehen, findet nicht jeder gut. "Wenn ein Discounter wie Aldi auf Einkaufstour geht, werden zukünftig weder heimische Landwirte noch die Verbraucher oder die Bienen etwas zu lachen haben", fürchtet etwa Michael Grolm, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland (AbL). Der Präsident des Deutschen Bauernbundes Kurt-Henning Klamroth hatte im vergangenen Jahr bei einem ähnlichen Fall erklärt, "nicht finanzstarke Investoren, sondern Bauern sollten Betriebe und Ackerboden erwerben". Und der Präsident des Bauernbundes Brandenburg, Marco Hintze, beklagt, "dass jetzt eine der reichsten Familien Deutschlands bis zum letzten Hektar vom Staat mit Steuergeldern vollgepumpt wird".

    Schließlich sind große Agrarbetriebe die größten Profiteure der Milliarden-Subventionen aus dem EU-Agrarhaushalt. Hintze, selbst Landwirt im Havelland, fordert daher eine Kappung dieser Subventionen für Großbetriebe. "Wenn Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner einen Rest an Verantwortungsbewusstsein hätte, würde sie sich bei den Verhandlungen über den EU-Agrarhaushalt dafür einsetzen, dass Fördermittel nur noch bis zu einer betrieblichen Obergrenze und nur noch an ortsansässige Bauern ausgezahlt werden".

    Bodenpreise steigen rasant

    Kritiker beklagen schon seit Längerem einen Ausverkauf des ostdeutschen Ackerlandes an ortsfremde Investoren. So bewirtschaftet etwa die Familienstiftung der Bremer Baudynastie Zech seit 2016 rund 20.000 Hektar im Berliner Umland. Der Versicherungskonzern Munich Re hat ebenfalls in Brandenburg großflächig zugeschlagen. Und die Familie von Stefan Heinig, Gründer des Textildiscounter Kik, besitzt 60 Hektar in Mecklenburg-Vorpommern.

    Laut einer Studie des Thünen-Instituts gehörten Anfang 2017 bereits 34 Prozent von 853 untersuchten Agrarunternehmen in Ostdeutschland ortsfremden Großinvestoren. Zehn Jahre zuvor waren es nur 22 Prozent gewesen. Als Hauptgrund für die Nachfrage nach Agrarland durch Investoren nannte Studienautor Andreas Tietz bereits 2017 in der "taz" das "niedrige Zinsniveau für ähnlich wertstabile Anlagealternativen".

    Der Run von Investoren auf Agrarland in Ostdeutschland ist so groß, dass die Bodenpreise in den vergangenen Jahren sogar wesentlich stärker gestiegen sind, als in den Großstädten, in denen immer über Wohnungsspekulanten geschimpft wird. Zwischen 2005 und 2018 stiegen die Kaufpreise für Agrarland laut Statistischem Bundesamt in Sachsen und Sachsen-Anhalt um rund 240 Prozent, in Bandenburg um 324 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern um 383 Prozent. Mit so einer Preissteigerung kann selbst München nicht mithalten: Dort verteuerte sich Bauland zwischen 2007 und 2017 nur um 140 Prozent.

    https://www.stern.de/wirtschaft/news...h-8989698.html

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