Pfändung eines Firmenwagens auch bei privaten Schulden möglich

Grundsätzlich sind die Vermögen von GmbH, Gesellschafter und Geschäftsführer haftungsmäßig konsequent zu trennen. Diese Trennung ist nach Auffassung des Bundesgerichtshofs dann nicht mehr gerechtfertigt, wenn durch den Missbrauch dieser Haftungsregel Gläubiger geschädigt werden sollen.

Der Fall: Ein Alleingesellschafter und Geschäftsführer einer so genannten Ein-Mann-GmbH schuldete seiner Bank Millionenbeträge. Der einzige verwertbare Vermögenswert bestand in einem Porsche, der jedoch der GmbH gehörte. Da das Luxusgefährt von dem Schuldner trotz seiner Abberufung als Geschäftsführer allein weitergenutzt wurde, ging das Gericht davon aus, dass ihm der Wagen tatsächlich selbst gehörte und nur deshalb auf die Firma zugelassen war, um ihn vor dem Zugriff von Gläubigern zu schützen. Konsequenz: Die Bank durfte den teuren Sportwagen auch wegen der privaten Schulden ihres Kunden pfänden.

Quelle: BGH Urteil vom 16.10.2003
Aktenzeichen IX ZR 55/02
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