OSRAM ist eigentlich eine Perle des deutschen Mittelstands.

Aber wie schon mit allen ehemaligen Siemens-Töchtern geht es nach dem Verkauf aus dem Konzernportfolio erst mal schwierigeren Zeiten entgegen. Mit EPCOS war es Anfang der 2000er nicht anders gelaufen. Die abgespalteten Firmen müssen erst mal alleine Laufen lernen und das im Falle von Osram in einem weltweit stark umkämpften Margen-Business wie dem Beleuchtungs- und v.a. LED-Geschäft. Vor 4 Jahren kostete eine LED-Birne noch 8 Euro und eine ganze Leuchtstoffröhre (gehen ja ständig kaputt) konnte für knapp 100 Euro gegen LED getauscht werden. HEUTE kostet die Birne 1,5 und die LED-Röhre 11,20 € - ein Preisverfall von 70-80 Prozent, der sogar die Flachbild-Fernseher in den Schatten stellt.

Leider ist dies auch wieder ein Beweis, dass billige Massen-Technologie nur in Asien günstig hergestellt werden kann und dass sogar Konzernstrukturen und Technologie-Schmieden wie Osram es nicht schaffen, in Deutschland langfristig zu überleben.

Unsere Standortbedingungen sind für den Weltmarkt zu teuer - das liegt an der hohen Steuer- und Abgabenlast und selbst eine schwarz geprägte Bundesregierung konnte in den Jahren ihres Wirkens nicht mal den Soli abschaffen. Und so geht auch ein Traditionsunternehmen wie OSRAM für schäbige 3,4 Mrd. € an Bain & Carlyle (wenn mindestens 70 Prozent der Aktionäre zustimmen). Die Zusagen für den Erhalt der Arbeitsplätze haben von Seiten der Finanzinvestoren sowieso nur eine Halbwertszeit von 5 Jahren.

Na dann ganz im Sinne der Hollywood-Posse...the OSRAM goes to US-Investoren!

Schade für Deutschland - aber zumindest bekommen die Erstzeichner ihr Geld zurück. Im Hoch bei 80 Euro und mit den Automobilen um 70% runter...zurück auf START.

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