Liebe Leserinnen,
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Guerilla-Algorithmen wurden zuerst von der Credit Suisse entwickelt und stellen eine Art moderne Form des „Frontrunning“ dar, auch wenn dies wahrscheinlich niemand zugeben würde. Diese Systeme suchen die Märkte und alle dazugehörigen Darkpools nach Liquidität ab und erstellen anschließend ein Volumenprofil für eine bestimmte Aktie. Der Algorithmus prüft ob besonders viele Kauf- oder Verkaufsaufträge auf einem bestimmten Kurslevel zu finden sind. Wird ein derartiges Muster erkannt, versucht das System dieses gewinnbringend zu nutzen indem er sich bei Eintreffen bestimmter Situationen vor diese versteckten großen Orders setzt.

Beispielsweise könnte ein Guerilla-Algorithmus feststellen, dass bei Goldman Sachs ab 150,00 US-Dollar sehr große Verkaufsaufträge liegen. Diese sind eventuell nicht über die Börsen, aber über Darkpools erkennbar. Das System könnte nun warten bis die Aktie von GS in Richtung 150,00 US-Dollar läuft und dann kurz vor Erreichen dieser Schwelle eine Shortposition initiieren. Die großen Verkäufe, die anschließend stattfinden werden, dürften die Aktie drücken und der Algorithmus kann kurz darauf seine Position wieder gewinnbringend schließen.

Derartige Algorithmen sind mit Sicherheit sehr beliebt, da es inzwischen mehrere Darkpools gibt und die Banken und HFT-Firmen hierfür Zugang besitzen. Daher sollten sich Guerilla-Algorithmen durchaus lohnen.

Sniper-Algorithmen

Sniper-Algorithmen bieten Alternativen zu einer Limit-Order im Markt. Wie bereits am Beispiel des Sniffer gezeigt, können Limit-Orders schnell von Algorithmen erkannt und anschließend missbraucht werden. Daher gibt es als Alternative Sniper, die versuchen illiquide Stücke aufzusammeln, ohne dass es jemand bemerkt. Dadurch wird versucht Spezialsysteme die auf VWAP-, Iceberg- oder Limit-Orders spezialisiert sind, nicht zu erwecken und daher insgeheim größere Limit-Orders ausführen zu lassen.

Ihr Sebastian Hell

Die obenstehende Kolumne wird Ihnen präsentiert von QTrade (www.qtrade.de)!