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Thema: Das Schuldenmachen beschleunigt den Weg in den Abgrund

  1. #1
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    Das Schuldenmachen beschleunigt den Weg in den Abgrund

    HÖHERE INFLATION DROHT
    Das Schuldenmachen beschleunigt den Weg in den Abgrund
    heute 10:30 • Finanzen100
    Die Schuldensause in den USA verhindert ein nachhaltiges, deutliches Wirtschaftswachstum. Die Schuldensause in den USA verhindert ein nachhaltiges, deutliches Wirtschaftswachstum.
    In den vergangenen Jahren haben die Industriestaaten, allen voran die USA, mit gewaltigen Schulden die Fassade einer wachsenden Wirtschaft aufrechterhalten. Das Problem ist allerdings, dass wegen der inzwischen gigantischen Schuldenberge diese Politik kein Wirtschaftswachstum mehr erzeugen kann. Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman, der diese Politik entscheidend prägt, hat aber eine „Lösung“: Die Inflation anheizen.

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    Wenn man sich die Schuldenentwicklung der vergangenen Jahre in den USA anschaut, wird einem schnell schwindelig: Nachdem die Staatschulden Anfang 2008 noch bei 9,4 Billionen Dollar gelegen hatten, sind sie inzwischen auf 17,6 Billionen Dollar hochgeschossen. Der Gedanke hinter dieser Politik ist einfach: in Krisenzeiten kurbelt der Staat über Ausgabenprogramme die Nachfrage an, weil die Nachfrage der Verbraucher und der Unternehmen angeblich zu gering ist. Ob die Krise überhaupt deshalb erst entstanden ist, weil die privaten Verbraucher viel zu viel und auf Pump konsumiert haben, auf diese Idee kommen die allerwenigsten. Denn während der private Verbrauch in früheren Jahrzehnten lediglich rund 63 Prozent der Wirtschaftsleistung der USA ausgemacht hat, ist er aufgrund der immer weiter sinkenden Zinsen bis zum Jahr 2008 auf 70 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen. Bis 2012 ist sein Anteil lediglich auf 68,6 Prozent zurückgegangen. Entgegen der Behauptung vieler Keynesianer ist die private Nachfrage offensichtlich keineswegs zu schwach.
    Die Anhänger dieser Schuldenpolitik haben ein Vorbild: Paul Krugman. Zur Bekämpfung der damaligen Rezession hatte Krugman im Jahr 2002 folgenden Ratschlag: „Um diese Rezession zu bekämpfen muss die Fed dafür sorgen, dass der private Verbrauch stark steigt, damit die schwachen Investitionen der Unternehmen kompensiert werden. Um das zu erreichen, muss Alan Greenspan eine Blase am Häusermarkt erzeugen, die die Blase an der Nasdaq ersetzt." Das hat Greenspan ja auch konsequent umgesetzt. Die Folgen dieser Politik sind noch heute weltweit zu spüren. Krugman kann Artikel über 50 oder 60 Seiten erfassen, ohne dass das Wort Schulden darin auch nur einmal vorkommt. 2008 hat er den Wirtschaftsnobelpreis bekommen.
    Obwohl diese Schuldenpolitik in den vergangenen fünf Jahren konsequent betrieben worden ist, lässt ein deutlicher Konjunkturaufschwung entgegen der Erwartung vieler „Experten" weiter auf sich warten. Und vorab gesagt: er wird auch in den nächsten Jahren nicht kommen. Die Gründe werden wir sofort aufzeigen. Das hält Krugman jedoch nicht davon ab, die irrwitzige Politik der vergangenen Jahre noch einmal ausweiten zu wollen. „Wir könnten bei der aggressiven Sparpolitik der vergangenen Jahre umsteuern und als Staat zusätzlich mehrere Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts aufwenden, um die Nachfrage anzukurbeln." Mehrere Fiskaljahre in Folge mit jeweils einer Billion Dollar an neuen Staatsschulden bezeichnet Krugman also als „aggressive Sparpolitik."

    „Lasst uns annehmen, dass die richtige Politik sein könnte, zwei Jahre in Folge drei Prozent der Wirtschaftsleistung zusätzlich auszugeben und das Inflationsziel nachhaltig auf vier Prozent zu erhöhen", schreibt Krugman. "Das wären noch nicht einmal radikale Maßnahmen." Der Nobelpreisträger will also jedes Jahr zusätzlich 500 Mrd. Dollar Staatsschulden machen. Und bei einer Inflation von vier Prozent würde die Kaufkraft der Amerikaner in nur zehn Jahren um 40 Prozent sinken. Zinseszinseffekte sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

    So stellen sich die Schuldenmacher Politik vor, ohne zu verstehen, dass die jüngsten Krisen alle darauf beruhen, dass es bereits viel zu viel Schulden gibt. Dabei sind die Gesamtschulden der Amerikaner, also von Staat, privaten Haushalten und Unternehmen seit Anfang 2008 von 52 Billionen Dollar auf 59 Billionen Dollar gestiegen. Das sind horrende 350 Prozent der Wirtschaftsleistung Die weltweiten Schulden sind in dem Zeitraum von 70 Billionen Dollar auf 100 Billionen Dollar hochgeschossen.
    Das Problem dieser US-Schuldenpolitik ist, dass sie immer weniger Wirtschaftswachstum erzeugen kann, einfach weil der Schuldenberg inzwischen schon so extrem hoch ist. Bereinigt um die neuen Schulden gibt es keinerlei Wirtschaftswachstum in den USA. Die Annahme, dass der Staat besser als die 300 Mio. US-Konsumenten weiß, wie hoch die Nachfrage der Wirtschaft insgesamt sein sollte, ist eine irre Annahme. Vernünftige Verbraucher nehmen einfach keine neuen Schulden mehr auf. Und Geld an unvernünftige Kreditnehmer zu verleihen macht keinen Sinn, weil sie die Schulden nicht zurückzahlen werden und die Banken notfalls erneut auf Kosten der Steuerzahler gerettet werden müssen. Die Vorschläge von Paul Krugman und der anderen Keynesianer sind kein Beitrag zur Lösung der Krise, sondern beschleunigen vielmehr den Sprung in den Abgrund.
    von Egmond Haidt

    http://www.finanzen100.de/finanznach...5698558_67016/

  2. #2
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    Nullzinspolitik führt zu gigantischer Blase am weltweiten Häusermarkt

    METROPOLEN BETROFFEN
    Nullzinspolitik führt zu gigantischer Blase am weltweiten Häusermarkt
    gestern 13:10 • Finanzen100
    Die ultra laxe Geldpolitik treibt die Häuserpreise weit nach oben. Die ultra laxe Geldpolitik treibt die Häuserpreise weit nach oben. (©dpa)
    Die Immobilienpreise schießen in vielen Ländern nach oben. Wie dramatisch die Entwicklung ist, zeigt sich vor allem in Metropolen wie London und New York. Das Problem ist: Je länger die Nullzinspolitik fortgeführt wird, umso größer werden die Verwerfungen. Denn die normalen Hauskäufer geraten gegenüber Investoren immer weiter ins Hintertreffen.

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    Die Nullzinspolitik der Notenbanken in den USA, England und Europa hat große negative Effekte: Sichtbar werden sie besonders am Häusermarkt. Dabei sollen doch die niedrigen Zinsen es den potenziellen Hauskäufern eigentlich erleichtern, eine Immobilie zu erwerben. Genau dazu kommt es aber nicht. Vielmehr schießen die Preise nach oben und die normalen Hauskäufer bleiben auf der Strecke.
    Wie extrem die Entwicklung derzeit ist, zeigt der Anstieg der Häuserpreise in Metropolen wie London. Die dortigen Hauspreise waren im Februar um 13,8 Prozent auf 414.356 Pfund (502.000 Euro) hochgeschossen. Damit liegen sie um fast 30 Prozent über dem ehemaligen Rekordhoch von vor der Krise. Verantwortlich für den rasanten Anstieg sind nicht zuletzt ausländische Käufer. Im Zwei-Jahres-Zeitraum bis Mitte 2013 lag der Anteil der im Ausland lebenden Käufer von Londoner Häusern bei 28 Prozent. Wegen der weltweiten Niedrigzinsen investieren die Ausländer verstärkt ihr Geld in London, in der Hoffnung, dass es dort sicher investiert ist. Die aktuellen Häuserpreise werden für die Londoner hingegen immer unerschwinglicher, liegt doch das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen bei lediglich 36.781 Pfund pro Jahr. Laut den Berechnungen des Discovery Channel ist der Wert aller Immobilien in der Hauptstadt Englands seit dem Beginn des Preisanstiegs im Frühjahr 2009 um horrende 1,2 Billionen Pfund gestiegen – eine gigantische Blase. „Die Häuserpreise haben sich von der Wirklichkeit abgekoppelt", sagt Martin Stewart, Chef der Immobilienfirma London Money.
    Eine ähnlich große Blase wird derzeit in New York aufgepumpt. Im Stadtbezirk Manhattan waren die Verkäufe von Wohnungen im ersten Quartal um 35 Prozent nach oben geschossen. Der durchschnittliche Preis legte um 19 Prozent auf 972.428 Dollar (706.000 Euro) zu. Bei 50 Prozent der Transaktionen haben die Käufer mit Cash bezahlt. Landesweit lag die Quote zuletzt sogar bei fast 60 Prozent. Vor der 2008er-er Schuldenkrise waren es lediglich 20 Prozent. Die aktuelle Entwicklung ist keineswegs nachhaltig.
    Und wie sieht es in Deutschland aus? Wie aus dem Monatsbericht der Bundesbank hervorgeht, sind die Immobilienpreise in deutschen Ballungsräumen derzeit viel zu teuer: „In den Großstädten weichen die Preise für Wohnimmobilien im Durchschnitt vermutlich um 25 Prozent nach oben ab." Eine deutlichere Warnung vor einer Blase kann es von der Bundesbank kaum geben.
    Je länger die Niedrigzinspolitik anhält, umso größer werden die Verwerfungen. Angenommen ein potenzieller Hauskäufer in London spart 1000 Pfund pro Monat. Der Häuserpreis steigt aber um mehr als 50.000 Pfund pro Jahr. Mit jedem Jahr entfernt sich der potenzielle Hauskäufer mehr von seinem Traum, zumal er auch mit Investoren wie Hedgefonds konkurriert, die sich das Geld zu Minizinsen besorgen können. Mit jedem Jahr, indem die Niedrigzinspolitik anhält, verschlechtert sich die Position der „normalen" Hauskäufer.
    Die Zahlen machen eindrucksvoll klar, dass es sehr wünschenswert wäre, dass die Nullzinspolitik schnell beendet werden würde. Die Gefahr ist jedoch groß, dass die Konjunkturerholung in den USA in den nächsten Monaten schwach bleibt. Das liegt – wie wir in unserem Beitrag „Das Schuldenmachen beschleunigt den Weg in den Abgrund" - an dem gigantischen Schuldenberg der Amerikaner. Wenn die erwartete Konjunkturerholung ausbleibt, könnte die neue Fed-Chefin Janet Yellen umschwenken und das Anleihenkaufprogramm ausweiten. Dann wird die Blase am Häusermarkt noch weiter aufgepumpt.
    Von Egmond Haidt

    http://www.finanzen100.de/finanznach...3892644_67025/

  3. #3
    Premium-Mitglied Avatar von Luis
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    Schuldenmachen ohne Ende - 22.09.2019

    Auf seiner Pressekonferenz am 12.September sagte Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB): „Fast alles, was man in Europa sieht, die Schaffung von mehr als elf Millionen Arbeitsplätzen in kurzer Zeit, die Erholung, das nachhaltige Wachstum über mehrere Quartale hinweg, ist im Großen und Ganzen auf unsere Geldpolitik zurückzuführen. Jetzt ist es also höchste Zeit, dass die Fiskalpolitik die Verantwortung übernimmt.“ Aber ist die Fiskalpolitik nicht durch nationale und europäische Regeln verbarrikadiert? Und wie kann das Anleihekaufprogramm fortgeführt werden, wenn die EZB die selbstgesetzte Grenze für den Besitz an Staatsanleihen erreicht hat?

    Vor sechs Jahren wurde der Stabilitätspakt um in nationalem Recht verankerte „Fiskalpakte“ nach dem Modell der deutschen Schuldenbremse erweitert. Sowohl EU-Recht als auch nationales Recht von Verfassungsrang sollten erwirken, dass die Staatshaushalte über den Konjunkturzyklus ausgeglichen sind und Defizite in einer Rezession die Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nicht überschreiten. Dazu haben sich die Regierungen verpflichtet, zyklisch bereinigte Defizite von maximal 0,5 Prozent des BIP anzustreben und konjunkturbedingte tatsächliche Defizite planmäßig wieder abzubauen. Länder mit Staatsschuldenquoten von mehr als 60 Prozent des BIP müssen diese um ein Zwanzigstel der Differenz pro Jahr zurückführen.

    Auf den ersten Blick scheint dieses Regelwerk die Fiskalpolitik in ein sehr enges Korsett zu zwängen. Doch gibt es auf alle Verpflichtungen einen mehr oder weniger großen Rabatt. So können die fiskalischen Kosten struktureller Reformen und besonders wachstumsfördernder Investitionen auf die Defizitziele angerechnet werden. Außergewöhnliche Ereignisse außerhalb der Kontrolle der Eurostaaten können zum Anlass genommen werden, von ansonsten verbindlichen Anpassungspfaden abzuweichen. Und schließlich gibt es die Möglichkeit, Schattenhaushalte, die im Regelwerk nicht erfasst sind, zur Verfolgung fiskalpolitischer Ziele zu schaffen.

    Und überhaupt scheinen es EU und nationale Parlamente mit der Durchsetzung der Regeln nicht so ernst zu nehmen. Denn wie anders wäre es sonst möglich, dass seit 2013, dem Jahr, in dem die Fiskalpakte geschlossen wurden, die strukturellen Budgetdefizite und die Verschuldungsquoten des französischen und italienischen Staates gestiegen statt gefallen sind? Unter den Schwergewichten scheint sich nur Deutschland an das von der EU-Kommission auf 220 Seiten ausgebreitete „Vademecum“ des fiskalischen Regelwerks gebunden zu fühlen. Das löst nicht nur bei EZB-Präsident Draghi, sondern auch in unseren Partnerländern Befremden aus. Man sieht uns als „schlechte Europäer“. Da es dies um jeden Preis zu verhindern gilt, denken nun auch unsere Bundesregierung und ihr wohlgesonnene Ökonomen eilfertig über Schattenhaushalte zur Unterwanderung des Regelwerks nach.

    Steigende Staatsdefizite müssen finanziert werden, und noch höhere Schulden würden ohne die Hilfe der EZB die Solvenz vieler Staaten gefährden. Das hat EZB-Präsident Draghi bedacht und den Aufruf zur fiskalpolitischen Stützung der Wirtschaft mit einer Wiederaufnahme des Anleihekaufprogramms verbunden. Aber stößt die EZB nicht an die von ihr gesetzten Besitzgrenzen an einzelnen Anleihen, wenn sie weiterhin die Käufe von Staatsanleihen entsprechend dem jeweiligen Anteil an ihrem Eigenkapital auf die Länder aufteilt?

    Glaubt man Marktanalysten, dann hat die EZB den Markt für Bundesanleihen schon so gut wie leergefegt. Doch Draghi beteuerte, dass man genügend Spielraum habe, um das Anleihekaufprogramm auch noch sehr lange Zeit fortsetzen zu können. Nach seiner Pressekonferenz konnte man dann auf der Internetseite der EZB lesen, dass nun auch private Anleihen zu Negativzinsen unter dem Einlagesatz gekauft würden. Daraus lässt sich schließen, dass sich die Käufe auf „Covered Bonds“ (Pfandbriefe), „Asset backed Securities“ (forderungsbesicherte Papiere) und Unternehmensanleihen konzentrieren dürften. Die beiden Erstgenannten können auch mit Staatsanleihen unterlegt werden. Das eröffnet Banken die Möglichkeit, Staatsanleihen nach Belieben zu kaufen, zu verbriefen und an die EZB weiterzuverkaufen.

    Im ersten Jahr seiner Amtszeit hat Mario Draghi mit den berühmten Worten, zur Rettung des Euros zu tun, „was immer nötig ist“, die EZB zum Garanten der Einheitswährung gemacht. Kurz vor Ende seiner Amtszeit hat er nun die Weichen für eine zeitlich unbegrenzte Finanzierung privater und öffentlicher Neuverschuldung durch die EZB gestellt. „Super-Mario“ hat seinem Kampfnamen alle Ehre gemacht.

    Thomas Mayer ist Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute und Professor an der Universität Witten/Herdecke.

    https://www.faz.net/aktuell/wirtscha...-16396440.html

  4. #4
    Avatar von Zenturion
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    EZB - Und weiter geht´s mit QE

    Umstrittene Anleihenkäufe

    EZB-Chef ignorierte offenbar interne Empfehlung

    10.10.2019 (FAZ)

    Mario Draghi soll Einwänden eines Expertengremiums aus dem eigenen Haus nicht gefolgt sein – eine Seltenheit in seiner achtjährigen Amtszeit.

    Die Europäische Zentralbank (EZB) hat einem Zeitungsbericht zufolge den Neustart ihrer umstrittenen Anleihenkäufe trotz gegenteiliger interner Empfehlungen beschlossen. Der geldpolitische Ausschuss der Notenbank, in dem Experten der 19 nationalen Zentralbanken sitzen, habe EZB-Chef Mario Draghi und andere Währungshüter Tage vor der Entscheidung dazu geraten, die Käufe nicht wieder aufzunehmen, berichtete die Financial Times am Donnerstag unter Berufung auf drei Ratsmitglieder. Obgleich die Empfehlungen des Ausschusses nicht bindend seien, habe es in Draghis achtjährigen Amtszeit nur wenige Fälle gegeben, in denen ihnen nicht gefolgt worden sei. Ein EZB-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

    Die EZB hatte auf ihrer Zinssitzung im September ein umfassendes Paket zur Stützung der schwächelnden Konjunktur beschlossen. Es sieht unter anderem vor, dass ab November pro Monat wieder Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Volumen von 20 Milliarden Euro erworben werden. Die Käufe sollen erst dann gestoppt werden, wenn die EZB kurz vor einer Zinserhöhung steht.
    Vor allem der Beschluss zum Neustart der Anleihenkäufe war unter den Währungshütern umstritten. Mehrere Notenbankchefs der Euro-Länder kritisierten im Nachklang öffentlich Teile des Maßnahmenpakets. Aus Sicht von Bundesbankchef Jens Weidmann, der den Anleihenkäufen schon immer kritisch gegenüberstand, ist die EZB mit dem Paket über das Ziel hinausgeschossen. Durch den umfangreichen Ankauf von Staatspapieren drohe die Trennlinie zwischen Geldpolitik und Fiskalpolitik zu verschwimmen.

    Aus Sicht von Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau ist eine Wiederaufnahme der Käufe derzeit unnötig. Die Notenbank-Gouverneure der Niederlande, Klaas Knot, und Österreichs, Robert Holzmann, erklärten, dass sie die neuen Schritte skeptisch sähen oder gar ablehnten.

    Quelle: Reuters

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