27.02.2015 • Finanzen100
Viele Anleger nutzen die Kursschwäche beim Gold zum Nachkaufen.
Viele Anleger nutzen die Kursschwäche beim Gold zum Nachkaufen. (©dpa)
Für Gold-Fans ist das Edelmetall viel mehr als nur ein Wertaufbewahrungsmittel. Für die Liebhaber des Edelmetalls haben wir ein paar Fakten und Zitate zusammengestellt.

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall. Die chemische Abkürzung ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Der Schmelzpunkt liegt bei 1064 Grad Celsius. Gold wird seit Jahrtausenden für rituelle Gegenstände und Schmuck sowie seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. in Form von Goldmünzen als Zahlungsmittel genutzt. Der erste dokumentierte Goldfund stammt aus dem Jahr 1799. Der Fundort war die Reed Farm in Midland (US-Bundesstaat North Carolina). Der Goldbrocken wog 3,2 Kilogramm und diente den Findern drei Jahre lang als Treppenstufe. Dann erkannte ein Juwelier das wertvolle Stück und kaufte es für 3,50 Dollar.

Seit wann wird Gold als Geld genutzt?

In Venedig wurden im Jahr 1284 erstmals Golddukaten geprägt. Über einen Zeitraum von 500 Jahren waren sie das populärste Zahlungsmittel der Welt.

Welches Land besitzt das meiste Gold?

Das Land mit dem weltgrößten Goldbestand ist die USA mit 8133,5 Tonnen Gold. Damit macht das Edelmetall 71,6 Prozent der Währungsreserven der USA aus. Auf Rang 2 rangiert Deutschland mit 3384,2 Tonnen. Hingegen liegt China mit 1054,1 Tonnen weltweit lediglich auf dem 7. Platz. Der Goldbestand macht damit nur ein Prozent der Währungsreserven aus. Viele Investoren fragen sich allerdings schon länger, wie hoch die tatsächlichen Goldbestände Chinas sind. Das Land erklärt seit mehreren Jahren, dass der Bestand immer noch bei 1054,1 Tonnen liege. Etliche Experten gehen allerdings davon aus, dass China in den vergangenen Jahren kräftig Gold gekauft hat. Wenn China irgendwann die aktuellen Zahlen veröffentlichen sollte, könnte das dem Preis des Edelmetalls einen deutlichen Schub geben.

Wer sind die größten Nachfrager von Gold?

Laut den Berechnungen des Branchenverbands World Gold Council (WGC) haben die chinesischen Verbraucher, inklusive derer aus Hongkong, im Jahr 2014 852,7 Tonnen Gold nachgefragt. Damit wäre China die weltweite Nummer eins gewesen knapp vor Indien mit 842,7 Tonnen. Laut den Schätzungen von Experten dürfte die Nachfrage Chinas allerdings mehr als dreimal so hoch sein als die Berechnung des WGC. Denn die monatlichen Auslieferungen der Shanghai Gold Exchange, der wichtigsten Börse des Landes für den Handel mit physischem Gold, belaufen sich schon seit Längerem auf 50 bis 60 Tonnen pro Woche. In der Mitte der Spanne kämen damit knapp 3000 Tonnen pro Jahr zusammen. Im Gegensatz zu früher treten derzeit gerade die weltweiten Notenbanken als Goldkäufer auf. Zuletzt hat vor allem die russische Notenbank mit ihren Goldkäufen für Aufsehen gesorgt.

Wie lange reicht das weltweit vorhandene Gold noch?

Laut den Schätzungen des United States Geological Survey (USGS) belaufen sich die weltweiten Goldbestände auf 171.300 Tonnen. Davon sind 84.300 Tonnen in Form von Schmuck und 33.000 in Form von Barren und Münzen vorhanden. Die weltweiten Notenbanken besitzen 29.500 Tonnen. Der Rest sind hauptsächlich Industriebestände. Im Gegensatz zu Silber, das bei den Industrieanwendungen aufgebraucht wird, ist das gesamte jemals geförderte Gold noch als Wertgegenstand vorhanden. Laut den Schätzungen des USGS können weltweit noch 51.000 Tonnen Gold gefördert werden. Gemessen an der 2014er-Förderung von 3114,4 Tonnen ist in etwas mehr als 16 Jahren Schicht im Schacht.

Und nun noch ein paar Zitate zum Nachdenken

„Wenn das Gold redet, dann schweigt die Welt.“ (lateinisches Sprichwort)

„Je weniger Vertrauen man in die Politiker hat, desto mehr Vertrauen hat man zum Gold.“ Gino Galuzzi

„Gold funktionierte seit der Zeit Alexander des Großen. Wenn etwas über zweitausend Jahre Bestand hat, ich denke, dann nicht aufgrund von Vorurteilen oder einer falschen Theorie.“ Bernard Baruch, US-amerikanischer Finanzier (1870-1965)

„Gold ist eine Währung. Es ist immer noch – nach allen Indizien – eine Premiumwährung. Keine Fiat-Währung, inklusive des Dollars, kommt ihm gleich.“ Alan Greenspan, Ex-Chef der US-Notenbank (1926-)

„Gold ist Geld und nichts anderes.“ John Pierpont Morgan, US-Bankier (1837-1913)

von Egmond Haidt

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