GROSSBANK KAUFT EDELMETALL
Warum JP Morgan 10.000 Tonnen Silber anhäuft
gestern 10:43 • Finanzen100

Tonnenweise Silber lagert in den Tresoren von JP Morgan (©shutterstock.com/Pete Saloutos)
Die Großbank JP Morgan häuft Silber an. Keiner weiß genau wie viel, aber Schätzungen reichen bis zu 10.000 Tonnen des Edelmetalls. Was planen die Amerikaner? Bradford Cooke, CEO von Endeavour Silver, erklärt den Kaufrausch.

Auch wenn die Börsen weltweit seit vergangener Woche einbrechen, sind die Aktienmärkte dennoch in einem beispiellosen Rekordlauf. Der kann nicht ewig weitergehen und deswegen bereiten sich Investoren schon auf den nächsten Absturz vor: Sie stecken ihr Geld in Gold, Silber und andere Edelmetalle. Ihre Preise sind aktuell sehr niedrig. Gold liegt heute bei 1.182 Dollar pro Feinunze, neun Prozent unter dem Jahreshoch, Silber bei 16,28 Dollar pro Feinunze, zehn Prozent unter dem Jahreshoch.


Nicht nur Kleinanleger spielen mit dieser Option, auch Banken. Darunter Goldman Sachs und JP Morgan. Goldman Sachs investiert in Gold, JP Morgan in Silber. Nach offiziellen Angaben befinden sich 55 Millionen Unzen Silber im Bestand der US-Bank. Ted Butler, Rohstoffanalyst und seit 1996 besonders auf dem Silbermarkt aktiv, schätzt, dass JP Morgan wesentlich mehr besitzt. Er geht von bis zu 350 Millionen Unzen aus - das wären rund 10.000 Tonnen.

Ob 55 oder 350 Millionen Unzen: Es stellt sich die Frage, warum JP Morgan so viel Silber anhäuft. Bradford Cooke, CEO von Endeavour Silver, sieht einen möglichen Grund dafür in der Verknappung des physikalischen Silbers durch die enorm ansteigenden Silberimporte Indiens. „Das übt Druck auf den physikalischen Markt aus“, sagt er. Die Verfügbarkeit des Metalls sinkt, weshalb die Möglichkeit des Handels eingeschränkt wird.


Der CEO des nordamerikanischen Silberproduzenten Endeavour vermutet, dass die US-Bank einen Teil ihrer Kursgeschäfte absichern möchte. Sie decken damit das Silber ab, das bereits verkauft, aber noch nicht produziert wurde. Sie wollen also sich selbst absichern.

Gleichzeitig könnte es sein, dass JP Morgan einen Börsencrash vorhersieht, erklärt Ted Butler. Daraus könnte ein Anstieg der Gold- und Silberpreise resultieren, weil die Anleger aus Aktien aussteigen und den „sicheren“ Hafen der Rohstoffe investieren.

Maren Christoffer
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