Der Boom der Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether bringt weiterhin neue Ideen hervor. Nun will die Gesellschaft "Swiss Alps Mining & Energy" (SAE) das energieintensive "Mining" von Kryptowährungen in hoch gelegene Alpenregionen bringen. Verlassene Alphütten und Maiensässe sollen als Gebäudehülle für Container voller Spezialcomputer dienen. Finanziert werden soll das Vorhaben über ein "Initial Coin Offering" (ICO"), also den Verkauf einer eigenen digitalen Währung.

An geeigneten Gebäuden gebe es in Alpen keinen Mangel, gab sich Initiator Gian-Carlo Collenberg am Dienstag an einem Medienanlass der SAE in Zürich überzeugt: Die Zahl ungenutzter Gebäude mit Nähe zu Stromleitungen - etwa bei Skiliften -schätze er auf rund 30'000 bis 40'000. Auch für die Bergbauern als Besitzer der Hütten soll es lohnend sein, ihre ungenutzten und oft vom Verfall bedrohten Gebäude für die rechenintensive Validierung von Transaktionen auf den Bitcoin- und Ethereum-"Blockchains" zur Verfügung zu stellen.

Den grossen Vorteil des "Mining" in den alpinen Regionen sehen die Initianten in den dortigen niedrigen Durchschnittstemperaturen: Mit Hilfe eines "ausgeklügelten Lüftungskonzepts" könne in den "SAM Cubes" genannten Containern auf Klimaanlagen verzichtet werden. Die "Cubes" sollen zudem ausschliesslich mit Wasserkraft betrieben werden, wobei die Gesellschaft auch Anteile an Kleinkraftwerken erwerben will.

Die SAE plant, die Mining-Container zu verkaufen wie auch die Rechenkapazitäten zu vermieten - den Verkaufspreis eines solchen "Cube" bezifferte Collenberg auf rund 250'000 US-Dollar. Sollte das "Mining" gewisser Kryptowährungen finanziell nicht mehr interessant sein, so sehen die Initianten auch Anwendungsmöglichkeiten für die Validierung von privaten Unternehmens-Blockchains.

Das SAE-Team ist nicht die erste Gesellschaft, die Kryptowährung-Mining in den Alpen durchführen möchte. So hat es etwa das Walliser Bergdorf Gondo dank der Ansiedlung eines Mining-Unternehmens in der Nähe seiner Wasserkraftwerke in den vergangenen Monaten zu einigen Schlagzeilen gebracht.

Das SAE-Team hofft nun auf Millionen-Erträge beim Verkauf ihres eigenen auf der Ethereum-Blockchain basierenden "Coins", der laut Collenberg künftig zur Bezahlung der diversen Dienstleistungen von SAE eingesetzt werden kann.

Hinter der SAE steht die in Nidwalden ansässige "Gira Financial Group", die bereits den in der Krypto-Szene umstrittenen "Giracoin" lanciert hat.